Christoph Möllers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Christoph Möllers 2014

Christoph Möllers (* 7. Februar 1969 in Bochum) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Möllers nahm 1989 das Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie an der Universität Tübingen auf; ab 1991 studierte er an der Universität München Rechtswissenschaften und Komparatistik. Seine Staatsexamina legte er 1994 in München und 1997 in Berlin ab. An der Universität von Chicago erwarb er 1995 den akademischen Grad eines Master of Laws (LL.M.). Nach dem Referendariat war er ab Juli 1997 Wissenschaftlicher Assistent an der TU Dresden bei Hartmut Bauer. 1999 wurde er an der Universität München mit seiner Arbeit Staat als Argument bei Udo Di Fabio und Peter Lerche zum Dr. jur. promoviert. 2000 wurde Christoph Möllers Wissenschaftlicher Assistent am Institut für deutsches und europäisches Verwaltungsrecht der Universität Heidelberg bei Eberhard Schmidt-Aßmann. 2002 war er Emile Noël Fellow im Jean Monnet Center der New York University.[1]

2004 habilitierte er sich an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit zur Gewaltengliederung und erhielt die Venia Legendi für Öffentliches Recht, Völker-, Europarecht und Rechtsphilosophie. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität Hamburg im Sommer 2004 wurde Möllers im November 2004 an der Universität Münster zum Universitätsprofessor für Öffentliches Recht (C3) ernannt; von Oktober 2005 bis September 2009 war er Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, insbesondere Staatsrecht an der Universität Göttingen. 2006 und 2007 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Im September 2009 wechselte Christoph Möllers in Nachfolge von Bernhard Schlink auf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an die Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr 2016 wurde ihm der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis verliehen.

Seit 2006 ist Möllers Mitherausgeber der Fachzeitschrift Der Staat.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Möllers legte im Mai 2007 im Auftrag des BDI eine Studie vor, die das vorgeschlagene Modell der Privatisierung der Deutschen Bahn als verfassungs- und bilanzrechtlich unhaltbar kritisierte.[2]

Seit 2007 wurde er als Ordentliches Mitglied in die Sozialwissenschaftlichen Klasse der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Möllers war Prozessbevollmächtigter der Bundesregierung im Verfahren über die Vorratsdatenspeicherung vor dem Bundesverfassungsgericht [3] und verteidigte die Vorratsdatenspeicherung auch danach aktiv in der öffentlichen Diskussion.[4] Er ist u. a. auch Bevollmächtigter der Bundesregierung im Verfahren gegen das BKA-Gesetz[5] und zusammen mit Christian Waldhoff Bevollmächtigter des Bundesrats im NPD-Verbotsverfahren[6]. Er selbst ordnet sich als politisch „liberal“ ein.[4] Möllers war zunächst Anhänger der Grünen und ist nun Mitglied der SPD.[7]

Möller gehört zu den Initiatoren der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Staat als Argument, München 2000, zugleich Diss., Univ. München, 1999. ISBN 3-406-46860-8
  • Gewaltengliederung. Legitimation und Dogmatik im nationalen und internationalen Rechtsvergleich, Tübingen 2005, zugleich Habil.-Schrift, Univ. Heidelberg, 2004. ISBN 3-16-148670-6
  • Verfassunggebende Gewalt - Verfassung - Konstitutionalisierung. Begriffe der Verfassung in Europa, in: Armin von Bogdandy und Jürgen Bast (Hrsg.): Europäisches Verfassungsrecht. Theoretische und dogmatische Grundzüge, 2. Aufl., Berlin, Heidelberg u.a. 2009 (1. Aufl. 2003), ISBN 978-3-540-73809-1
  • Der vermisste Leviathan – Juristische Staatstheorie in der Bundesrepublik, Frankfurt am Main 2008. ISBN 978-3-518-12545-8
  • Demokratie - Zumutungen und Versprechen, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2008, ISBN 978-3-8031-2580-4
  • Das Grundgesetz - Geschichte und Inhalt, C.H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-56270-9
  • Das entgrenzte Gericht: Eine kritische Bilanz nach sechzig Jahren Bundesverfassungsgericht (gemeinsam mit Matthias Jestaedt, Oliver Lepsius und Christoph Schönberger), Suhrkamp Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-518-12638-7
  • The Three Branches: A Comparative Model of Separation of Powers, Oxford University Press, Oxford 2013, ISBN 978-0-19-960211-7
  • Die Möglichkeit der Normen: Über eine Praxis jenseits von Moralität und Kausalität, Suhrkamp Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-518-58611-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.jeanmonnetprogram.org/fellowship/fellow2002-2003.html
  2. Gemeinsam mit Carsten Schäfer; vgl. u. a. Gammelin, Cerstin: „Finale Weiche“, in: Die Zeit vom 3. Mai 2007.
  3. Warnung vor einem Dammbruch. taz.net, abgerufen am 15. Dezember 2009.
  4. a b Vorratsdatenspeicherung: Freiheit im Netz ist keine Frage der Technik
  5. Netz-Sicherheit: Datenspeicherung als Dienstpistole
  6. http://www.bundesrat.de/DE/plenum/themen/npd-verbot/npd-verbot-node.html
  7. http://www.zeit.de/2011/29/Gelehrte-Moellers-Rechtswissenschaft