Christoph Meckel

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Signatur Christoph Meckel

Christoph Meckel (* 12. Juni 1935 in Berlin) ist ein deutscher Schriftsteller und Grafiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christoph Meckel, Sohn des Schriftstellers Eberhard Meckel und Enkel des Architekten Carl Anton Meckel, verbrachte Kindheit und Jugend in Freiburg im Breisgau, wo er das Gymnasium bis zur Unterprima besuchte. 1954/1955 studierte er Grafik an der Kunstakademie in Freiburg im Breisgau, 1956 an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit 1956 arbeitet er als Schriftsteller und Grafiker. Er unternahm ausgedehnte Reisen durch Europa, Afrika und Amerika und lebte in Ötlingen im Markgräflerland, in Berlin, in Südfrankreich und in der Toskana.

Meckel ist Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Christoph Meckel lebt in Freiburg im Breisgau und Berlin.

Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meckels biografische Daten sind Teil seines künstlerischen Werks. So behauptete er 1992 im Bericht zur Entstehung einer Weltkomödie, der Schriftsteller Christoph Meckel habe eine andere Biographie als der Grafiker. Die Auseinandersetzung mit seinem Vater und dessen Generation im Nationalsozialismus und im Krieg prägte Meckel und wird am deutlichsten im Werk Suchbild. Über meinen Vater (1980). Ebenso intensiv setzte er sich 22 Jahre später in Suchbild: meine Mutter (2002) mit seiner Mutter auseinander, von der er sich zeitlebens ungeliebt fühlte, und der er geistige Enge und Frigidität vorwarf.

Als Lyriker publizierte Meckel fast ausschließlich in Kleinauflagen, oft bibliophilen Drucken. Zu seinem 80. Geburtstag erschienen seine gesammelten Gedichte unter dem Titel Tarnkappe 2015 bei Carl Hanser. München, herausgegeben von Wolfgang Matz. Die Ausgabe wurde von Michael Krüger als „Lebensroman in Versen“ bezeichnet, die „einen produktiven, artistischen Dichter [zeigen], der die Komödie der Welt in immer neuen Versuchen zu preisen und zu demaskieren versteht“.[1]

Meckels grafisches Werk rankt sich um die Weltkomödie: In zwölf Zyklen, schon als junger Mann begonnen und bis 1993 fortgesetzt, führt Meckel seinen Protagonisten durch Leben und Welt, Zeit und Raum. Die Blätter wurden von Meckel selbst als Handabzüge in Auflagen von in der Regel nur rund fünf Exemplaren angefertigt; nur einzelne Zyklen wurden ausgestellt, lediglich der Zyklus Passage ist als Buch veröffentlicht.

Es kommt vor, gewöhnlich nachts, daß ich in Fächern und Schränken Papiere suche und Bilder finde, von denen ich nichts mehr weiß. So entdeckte ich einen ganzen Zyklus – O Babylon! –, vor 30 Jahren gezeichnet, verlegt, vergessen. Das sind die guten Augenblicke des Zeichners, nachdem die Komödie beendet ist.[2]

Sein grafisches Werk wurde in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, so etwa 1987 in der Städtischen Galerie im Park Viersen und 2008 an der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in der Münchner Residenz[3]. Darüber hinaus illustrierte Meckel eine Vielzahl an Büchern, darunter die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1974 für die Büchergilde Gutenberg.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tarnkappe. München 1956.
  • Manifest der Toten. Stierstadt im Taunus 1960.
  • Im Land der Umbramauten. DVA, Stuttgart 1961.
  • Dunkler Sommer und Musikantenknochen. Berlin 1964.
  • In der Tinte. Berlin 1968.
  • Werkauswahl. Lyrik, Prosa, Hörspiel. Nymphenburger, München 1971; 2. erg. A. 1981, ISBN 3-485-00289-5
  • Bockshorn. Nymphenburger, München 1973 – (1984 unter gleichem Namen verfilmt)
  • Licht. Nymphenburger, München 1978.
  • Ausgewählte Gedichte. Königstein im Taunus 1979.
  • Suchbild. Über meinen Vater. Düsseldorf 1980.
  • Der wahre Muftoni. Erzählung. München 1982.
  • Hundert Gedichte. München 1988.
  • Immer wieder träume ich Bücher. Warmbronn 1995.
  • Ein unbekannter Mensch. Bericht. München 1997.
  • Schöllkopf. Warmbronn 2000.
  • Zähne. München 2000.
  • Blut im Schuh. Gedichte. Zu Klampen, Lüneburg 2001, ISBN 3-933156-61-0.
  • Nacht bleibt draußen und trinkt Regen. Passau 2002.
  • Suchbild: meine Mutter. München 2002.
  • Ungefähr ohne Tod im Schatten der Bäume. München 2003.
  • Seele des Messers. München 2006.
  • Musikschiff. Frauenfeld 2006.
  • Wohl denen die gelebt. Erinnerung an Marie-Luise Kaschnitz. Lengwil 2008.
  • Nachtsaison. München 2008.
  • Hier wird Gold gewaschen. Erinnerung an Peter Huchel. Lengwil 2009.
  • Poesiealbum 288, Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2010.
  • Russische Zone. Erinnerung an den Nachkrieg. Lengwil 2011.
  • Luis & Luis. München 2012.
  • Dunkler Weltteil. Erinnerung an afrikanische Zeit. Lengwil 2013.
  • Tarnkappe. Gesammelte Gedichte. Herausgegeben von Wolfgang Matz. München 2015.

Ausstellungskataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Radierungen, Holzschnitte, Zeichnungen, Graphik-Zyklen, Bücher. München 1965.
  • Handzeichnungen, Radierungen, Bücher. München 1971.
  • The graphic work of Christoph Meckel. Austin (Texas) 1973.
  • Bilder, Graphik. Hamburg 1976.
  • mit Christopher Middleton: Bilderbücher 1968/1978. Berlin 1979.
  • Zeichnungen, Radierungen. Reutlingen 1984.
  • Bilder, Bücher, Bilderbücher. Bamberg 1986.
  • Zeichnungen, Bilder, Radierungen. Freiburg im Breisgau 1987.
  • Zeichnungen und Graphik. Bergisch Gladbach 1987.
  • Christoph Meckel. Frankfurt am Main 1988.
  • Radierungen. Freiburg im Breisgau 1990.
  • Manuskriptbilder 1962–1992. Freiburg im Breisgau 1992.
  • Neue Zeichnungen und Grafik. Saarbrücken 1997.
  • Beginn eines Sommers. Troisdorf 2001.
  • Passage – Ein Zyklus der „Weltkomödie“. Erata, Leipzig 2006, ISBN 3-934015-90-5.
  • „Bilder eines Dichters. Christioph Meckel.“ Hg. von Jürgen Fitschen, Ausst.-Kat. Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Kloster Cismar 2010, ISBN 978-3-00-031833-7

Werkverzeichnis zur Sammlung Meckel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Weltkomödie. Werkverzeichnis der Druckgrafik, zwei Bände. modo Verlag, Freiburg 2011.

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Heym: Gedichte. Frankfurt am Main 1968.
  • Jahrbuch der Lyrik Das zahnlos geschlagene Wort. Düsseldorf 1980
  • Vier Tage im Mai. Waldkirch 1989.
  • Alles andere steht geschrieben. Kiel 1993.
  • Der Vogel fährt empor als kleiner Rauch. Göttingen 1995.

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustrationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe-Michael Gutzschhahn: Prosa und Lyrik Christoph Meckels. Oberbaum, Berlin 1979, ISBN 3-87628-200-4.
  • Albert Baumgarten, Helene Harth (Hrsg.): Begegnungen mit Christoph Meckel. Galerie Baumgarten, Freiburg im Breisgau 1985, ISBN 3-925223-01-0.
  • Franz Loquai (Hrsg.): Christoph Meckel. Edition Isele, Eggingen 1993, ISBN 3-925016-97-X.
  • Wulf Segebrecht: Christoph Meckels Bücher. Ein bibliographisches Verzeichnis. Bamberg 1995; 2. erg. A. 2000, ISBN 3-935167-00-8. (= Fußnoten zur Literatur, Heft 33)
  • Theo Rommerskirchen: Christoph Meckel. In: Viva signatur si! Remagen-Rolandseck 2005, ISBN 3-926943-85-8.
  • Ute Koch: Literarische Biographie und Zeitgeschichte. Erlangen 1986. Magisterarbeit.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971/1972: Christoph Meckel. Produktion des Norddeutschen Rundfunks/Fernsehens (12 Minuten). Buch und Regie: Klaus Peter Dencker.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung: Lyrik-Empfehlungen 2015
  2. Christoph Meckel: Passage – Ein Zyklus der Weltkomödie. Leipzig, Edition Erata, 2006, ISBN 3-934015-90-5, S. 6
  3. 6. Juni bis 6. Juli 2008 – Bayerische Akademie der Schönen Künste: Programm für Juni 2008, abgerufen am 21. August 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christoph Meckel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien