Christoph Merian Stiftung

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Hauptsitz der Christoph Merian Stiftung, 2016

Die Christoph Merian Stiftung (bis 1972 Chr. Merian’sche Stiftung, Kürzel CMS) ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz und Tätigkeit in Basel. Sie umfasst ein breites Tätigkeitsspektrum, ihre Aufgabe ist es, «das Wohl der Menschen in der Stadt Basel [zu fördern], indem sie soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Ziele in Einklang bringt».[1]

Gründung und Stiftungsziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung wurde von Christoph Merian (1800–1858) in seinem Testament vom 26. März 1857 durch eine Schenkung an die Stadt Basel gegründet und trat nach dem Tod seiner Witwe Margaretha (1806–1886) am 3. Mai 1886 in Rechtskraft. Das Testament Christoph Merians bestimmt in den Paragraphen 26 und 27, dass bei Erhaltung des Kapitals der Stiftungsertrag zur «Linderung der Noth und des Unglückes», zur «Förderung des Wohles der Menschen» und für die «Durchführung der unserem städtischen Gemeinwesen obliegenden oder allgemeinnützlichen und zweckmässigen Einrichtungen» zu verwenden sei.[2]

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzereliefs von Richard Kissling von 1899 am Sitz der Stiftung. Die Reliefs allegorisieren die Stiftungstätigkeit der Zeit um 1900: «Landwirtschaft (und) Oeffentl. Bauten» (links) sowie «Pflege der Armen» (rechts).

Die Tätigkeit ist testamentsgemäss auf die Stadt Basel begrenzt. Die Stiftung beschränkte sich anfänglich darauf, öffentliche Bauvorhaben und die sozialen Institutionen der Basler Bürgergemeinde rein finanziell zu unterstützen, begann aber von 1952 an, mit ihren Geldern auch Alterssiedlungen oder Grossüberbauungen zu realisieren. Seit den 1980er Jahren hat sie ihr Wirkungsspektrum stark ausgedehnt. Sie ist (Stand: 2015) zur Hauptsache mit eigenen Projekten in den Bereichen

tätig und unterstützt mit Förderbeiträgen zusätzlich Fremdaktivitäten. Die Stiftung schüttet jährlich rund elf Millionen Franken aus, die je zu 45 Prozent der Bürgergemeinde und der Einwohnergemeinde der Stadt Basel zustehen, zehn Prozent gehen in einen Landerwerbs- und Baufonds. Die Erwirtschaftung der Gelder erfolgt durch Mietliegenschaften, Baurechte und Finanzanlagen. Das Stiftungsvermögen beträgt knapp 374 Millionen Franken (Stand: 2014) und besteht aus rund 900 ha Land (z. B. Brüglingen, Löwenburg oder Dreispitz), 1500 Mietobjekten und einem Wertschriftenportefeuille.

Die Stiftung führt administrativ auch mehrere selbständige und unselbständige Stiftungen (z. B. das Cartoonmuseum Basel) und kooperiert mit Partnern im In- und Ausland (z. B. im Künstleraustausch Atelier Mondial).

Gesetzliche Grundlage und administrative Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die öffentlich-rechtliche Stiftung ist eine selbständige Körperschaft. Sie untersteht allerdings der Oberaufsicht der Bürgergemeinde, und die Förderschwerpunkte samt Budgets der Stiftung müssen in Form von zwei separaten Vierjahresprogrammen durch die zwei zuständigen politischen Gremien (Bürgergemeinderat der Stadt Basel und Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt) genehmigt werden. Für die strategische Leitung der Stiftung ist die Stiftungskommission zuständig (gewählt von der Bürgergemeinde), den Vorsitz über die operative Leitung (Geschäftsleitung) hat der Direktor (bis 1975 Verwalter genannt).

Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Stiftungsaktivität ergab sich die Notwendigkeit, den Personalbestand von drei Personen im Jahr 1886 zu vergrössern und die Tätigkeitsbereiche zu untergliedern. 1958 wurde eine eigene landwirtschaftliche Leitung eingerichtet, 1966 eine Liegenschaftsverwaltung und 1974 eine Bauverwaltung; 1976 kam der Christoph Merian Verlag als weitere Abteilung hinzu und 1985 das Ressort Städtische Aufgaben. Seit Anfang 2007 ist die Stiftung in die Abteilungen Personal & Services, Immobilien, Finanzen & Rechnungswesen, Natur, Soziales sowie Kultur gegliedert. Die Stiftung beschäftigt (Stand: 2014) 110 Personen in 91,1 Stellen und bildet elf Lehrlinge aus. Weitere 22 Personen in 20,15 Stellen sind in der gemeinnützigen Tochtergesellschaft Merian Park AG angestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leitbild der Christoph Merian Stiftung, 2007, S. 4.
  2. Zitiert nach: Rudolf Suter: Die Christoph Merian Stiftung 1886–1986. Basel 1985, S. 29–33.