Christoph Ransmayr

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Christoph Ransmayr (Foto: Johannes Cizek)

Christoph Ransmayr (* 20. März 1954 in Wels, Oberösterreich) ist ein österreichischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Ransmayr liest aus Atlas eines ängstlichen Mannes, April 2013.

Ransmayr wuchs in Roitham als Sohn eines Volksschullehrers auf. Er besuchte das Stiftsgymnasium der Benediktiner in Lambach und studierte von 1972 bis 1978 Philosophie und Ethnologie in Wien. Danach arbeitete er als Kulturredakteur und Autor für verschiedene Zeitschriften (Extrablatt, Geo, Transatlantik, Merian). Seit 1982 ist er freier Schriftsteller, lebt in Wien und West Cork/Irland. Sich selbst bezeichnet er als „Halbnomaden“ aufgrund seiner vielen getätigten Reisen.

Nach dem Erscheinen des Romans Die letzte Welt unternahm er ausgedehnte Reisen nach Asien sowie Nord- und Südamerika. Auch in seinen Werken erzählt er von seiner Lebenshaltung als Tourist und zählt Ahnungslosigkeit, Sprachlosigkeit und leichtes Gepäck zu den Voraussetzungen des Schreibens.

Ransmayr verbindet in seiner Prosa historische Tatsachen mit Fiktionen. Ferner charakteristisch für Ransmayrs Romane sind die Schilderung grenzüberschreitender Erfahrungen sowie die literarische Bearbeitung historischer Ereignisse und deren Verknüpfung oder Brechung mit Momenten aus der Gegenwart. Die Verbindung von spannenden Handlungen und anspruchsvollen Formen haben vor allem in seinen ersten beiden Romanen viel Lob eingebracht, dies hatte große Aufmerksamkeit in der Literaturwissenschaft und viele ihm verliehene Literaturpreise zur Folge.

1997 hielt Ransmayr die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele. Er verlas die für diesen Anlass verfasste Kurzgeschichte Die dritte Luft oder Eine Bühne am Meer. Mit seiner Neuschreibung der Ovidschen Metamorphosen, dem Roman Die letzte Welt (1988), erreichte Ransmayr großen internationalen Erfolg (zuletzt Bertolt-Brecht-Literaturpreis der Stadt Augsburg, 2004). Der Titel des Romans Morbus Kitahara (1995) spielt auf eine Augenkrankheit gleichen Namens an, die eine zunehmende Verengung des Blickfeldes zur Folge hat. Sie ist Metapher für einen moralischen Defekt, der die Hauptfiguren, Überlebende des Zweiten Weltkriegs in einem devastierten Niemandsland, befällt.

Sein Stück Odysseus, Verbrecher – Schauspiel einer Heimkehr wurde in Dortmund im Rahmen der Veranstaltungen zu RUHR.2010 aufgeführt.

2012 hielt er zusammen mit Raoul Schrott die Tübinger Poetik-Dozentur an der Universität Tübingen.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Als Hörbuch, gelesen vom Autor, sind bisher erschienen: Atlas eines ängstlichen Mannes, Der fliegende Berg., Die letzte Welt und Die Schrecken des Eises und der Finsternis.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christoph Ransmayr und Raoul Schrott. Unterwegs nach Babylon. Spielformen des Erzählens Universität Tübingen, Philosophische Fakultät. Abgerufen am 5. Januar 2013.
  2. wien.at/Rathauskorrespondenz: Christoph Ransmayr erhielt Goldene Auszeichnung
  3. Fontane-Preis für österreichischen Autor Christoph Ransmayr, Der Standard vom 4. Juni 2014, abgerufen 7. Juli 2014
  4. Christoph Ransmayr bekommt Prix Jean Monnet 2015, Salzburger Nachrichten vom 10. Juli 2015, abgerufen 14. Oktober 2015
  5. orf.at - Französischer Buchpreis für Christoph Ransmayr. Artikel vom 31. Oktober 2015, abgerufen am 31. Oktober 2015.