Christoph Scheurer

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Christoph Scheurer (* 6. Oktober 1956) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist Landrat des Landkreises Zwickau.

Leben und Politik[Bearbeiten]

Zwischen 1977 und 1982 studierte Scheurer an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt Mathematik. Nach seinem Studium wollte er an der Hochschule arbeiten, was ihm jedoch verboten wurde, weil er sich christlich engagierte. 1987 promovierte er in Berlin in der Akademie der Wissenschaften zum Dr. rer.nat. und war anschließend in Karl-Marx-Stadt am Institut für Mechanik tätig.

Nach dem Fall der DDR kandidierte er als Kreisrat im Landkreis Glauchau und wurde im Mai 1990 Vorsitzender des Kreistages. 1991 wurde Scheurer mit großer Mehrheit zum Landrat gewählt, welches Amt er am 16. Mai 1991 antrat. Am 26. Juni 1994 wurde er in der Stichwahl mit 64,9 % der Stimmen zum Landrat des im Rahmen der Sächsischen Kreisreform 1994 neugebildeten Landkreises Chemnitzer Land gewählt, was er am 1. August 1994 antrat. 2001 wurde er in diesem Amt bestätigt. Im Juni 2008 wurde er mit 52,7 % der Stimmen im ersten Wahlgang zum Landrat des infolge der letzten Kreisreform neu entstandenen Landkreises Zwickau gewählt. Er hat sein Amt am 1. August 2008 angetreten.

Kritik[Bearbeiten]

Im Januar wurde bekannt, dass das Landratsamt einen Kooperationsvertrag mit dem Privatfernsehsender TeleVision Zwickau Anfang 2012 abgeschlossen hat.[1] Scheurer war mehrfach in der TV-Sendung „TAG aktuell” zu sehen. [1] Durch den Kooperationsvertrag wurden dem Landrat gegen Entgelt 55 Beiträge garantiert und das „uneingeschränkte Nutzungsrecht” übertragen, so dass die Videos unter anderem auf der Website des Landkreises in eine Mediathek eingebunden werden konnten und auf YouTube hochgeladen wurden.[2] Weiterhin heißt es im Vertrag, dass es regelmäßig Absprachen zu Inhalten der Filmaufnahmen geben soll.[2] Dabei sollen diese mindestens einmal monatlich zwischen der Leiterin der Pressestelle des Landratsamtes und der Geschaftsführerin von TeleVision Zwickau statt finden.[2] Laut Aussage der Pressesprecherin des Landkreis Zwickau, Ilona Schilk, trat TeleVision mit dem Angebot einer Kooperation an das Landratsamt heran. [2] TeleVision bestreitet dies. [2] Außerdem, so Schilk wurde nie in Beiträge „hereingeredet” oder „begutachtet”.[2] Die FDP-Fraktion des Kreistages gibt an, auch mit TeleVision zusammengearbeitet zu haben. Auch erwähnt der Geschäftsführer der FDP, man habe dabei inhaltlich zusammengearbeitet.[2]

Am 3. März 2014 erfolgte eine Anhörung von TeleVision Zwickau vor der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM).[3][3] Am 24. März beschloss der Medienrat der SLM, gegen TeleVision Zwickau ein Bußgeld in Höhe von 15.000 Euro sowie eine förmliche Beanstandung zu verhängen.[4][5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Konrad Rüdiger: Landrat kauft für 20.000 Euro TV-Nachrichten. Freie Presse, 14. Januar 2014, abgerufen am 7. März 2014.
  2. a b c d e f g Landrat-TV - Geld für Politiker-PR? NDR ZAPP, 5. März 2014, abgerufen am 7. März 2014.
  3. a b Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. SLM, abgerufen am 7. März 2014.
  4. Landrat kaufte Berichterstattung auf Lokalsender. DIGITALFERNSEHEN.de, 25. März 2014
  5. Medieninformation über die Sitzung des Medienrates der SLM vom 24. März 2014

Weblinks[Bearbeiten]