Christoph Schneider

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Christoph Schneider

Christoph „Doom“ Schneider (* 11. Mai 1966 in Pankow, Ost-Berlin) ist ein deutscher Musiker. Bekannt wurde er als Schlagzeuger der Band Rammstein.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater ist der Opernregisseur und Hochschullehrer Martin Schneider.[1] Seine Eltern unterrichteten ihn im Klavierspiel. Auf einer Musikschule lernte er Trompete spielen. Er spielte lange Zeit in einem Orchester. Später zog seine Familie um, so trat er aus dem Orchester aus. Sein erstes Schlagzeug baute er sich aus Eimern und Metallbaukästen. Auch wenn es Schneiders Eltern missfiel, dass er Schlagzeug lernen wollte, schenkten sie ihm dennoch ein Schlagzeug, als er 14 Jahre alt war.[2]

Seine ersten Banderfahrungen machte er ab 1984 in Schülerbands. Im Alter von 16 Jahren spielte er gemeinsam mit dem gleichaltrigen Steve Binetti, der damals Schneider zufolge noch Stefan Bieniek hieß, in der Combo Sam's Dice Group. Diese Band suchte sich laut Schneider ihren Namen nach einem Song von Jimi Hendrix aus.[3]

Mit 16 Jahren verließ er die weiterführende Schule und absolvierte eine Lehre als Funk- und Fernmeldemechaniker. Während dieser Zeit begegnete er auch erstmals seinem späteren Rammstein-Kollegen Paul Landers, ohne wirklich mit ihm in Kontakt zu kommen.

1984 trat er seinen Wehrdienst an, womit er das einzige Rammstein-Mitglied mit Armeeerfahrung ist. Nachdem er der NVA den Rücken gekehrt hatte, spielte er ab 1988 in diversen kleinen Independent-Bands mit, unter anderem bei Keine Ahnung. Als die Band Die Firma einen Schlagzeuger suchte, stieg er dort ein. Dort traf er erneut auf Landers, der sowohl bei Die Firma als auch parallel bei der Funpunk-Band Feeling B Gitarre spielte. Über die ersten Zusammentreffen mit Landers sagte Schneider[4]:

„Feeling B hatte ich das erste Mal 1983 gesehen. Ich war zu der Zeit in der Lehre als Facharbeiter für Nachrichtentechnik. Paul lernte denselben Beruf, war aber ein Lehrjahr weiter. (...) Paul kannte ich lose, wir wussten, wer wir sind, aber ich glaube, der fand mich doof. Bei der Firma haben wir uns richtig kennengelernt. So bin ich bei Feeling B gelandet.“

Ab 1990 war Schneider immer wieder Gast-Schlagzeuger bei Feeling B, in der neben Landers auch der heutige Rammstein-Bandkollege Christian „Flake“ Lorenz spielte. Schneider bereiste mit Landers, Lorenz und Feeling-B-Sänger Aljoscha Rompe im Jahr 1993 die USA, mit dem Ziel, dort zu touren. Tatsächlich gab die Band mehrere Konzerte, insgesamt aber eher mit mäßigem Erfolg.[5]

Nach einem Schneider zufolge besonders chaotischen Feeling-B-Konzert in Ilmenau stieg er verärgert aus der Band aus.[6]

1994 lebte Christoph Schneider zusammen mit Oliver „Ollie“ Riedel und Richard Z. Kruspe in einer Wohngemeinschaft, nachdem Kruspe während der Wendezeit zunächst über Ungarn nach West-Berlin geflohen und nach dem Mauerfall über eine Zwischenstation in seiner Heimatstadt Schwerin zurück nach Ost-Berlin gegangen war.

Sie gründeten gemeinsam mit Till Lindemann das anfangs noch englischsprachige Bandprojekt Templeprayers – später sollte es in Rammstein umbenannt werden – und nahmen Anfang 1994 in Berlin an einem Wettbewerb für junge Bands teil. Sie gewannen und erhielten damit eine Aufnahmewoche in einem professionellen Tonstudio.

Als Lindemann und Kruspe sich dafür aussprachen, Paul Landers als fünftes Mitglied aufzunehmen, war Schneider zunächst dagegen, da er diesen bei Feeling B als „anstrengenden Typen“ empfunden hatte. Am Ende akzeptierte er dies jedoch, da die alten Feeling-B-Kollegen ihm auch „ans Herz gewachsen waren“, wie er sagte.[7] Als sechstes Mitglied kam schließlich Feeling-B-Keyboarder Lorenz dazu, zusammen veröffentlichten sie 1995 ihr erstes Album.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneiders zwei Jahre jüngere Schwester Constanze war zeitweise die Designerin der Bühnenkostüme von Rammstein.

Der Spitzname „Doom“ rührt von der gleichnamigen Computerspielreihe her: Als Schneider einen Namen für die GEMA brauchte, schlug Paul Landers „Doom“ vor, weil sie dieses Spiel gerne spielten. Heute bereut er seine Namenswahl. Häufig wird er auch einfach „Schneider“ genannt.[8] Schneider war textlich nur an einem Song beteiligt: Alter Mann auf dem Album Sehnsucht von 1997 stammt zumindest zum Teil aus seiner Feder.

1999 spielte er zusammen mit Rammstein-Sänger Till Lindemann im Film Pierre oder Der Kampf mit der Sphinx (französischer Originaltitel: Pola X).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christoph Schneider – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung Magazin vom 6. Juli 2012 - „Wer zu Lebzeiten gut auf Erden“: „Rammstein - Mit Deutschlands größtem Kulturexport auf Tour in Amerika“. Seite 12.
  2. Manuela Müller: Christoph Schneider (Rammstein). Neuer Stil neues Glück. DrumHeads!!, Oktober 2012, abgerufen am 20. Mai 2014 (deutsch).
  3. Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Feeling B - Mix mir einen Drink; Punk im Osten - ausführliche Gespräche mit Flake, Paul Landers und vielen anderen. 3. Auflage. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010, ISBN 978-3-89602-905-8, S. 346.
  4. Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Feeling B - Mix mir einen Drink; Punk im Osten - ausführliche Gespräche mit Flake, Paul Landers und vielen anderen. 3. Auflage. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010, ISBN 978-3-89602-905-8, S. 346/347.
  5. Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Feeling B - Mix mir einen Drink; Punk im Osten - ausführliche Gespräche mit Flake, Paul Landers und vielen anderen. 3. Auflage. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010, ISBN 978-3-89602-905-8, S.292 ff.
  6. Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Feeling B - Mix mir einen Drink; Punk im Osten - ausführliche Gespräche mit Flake, Paul Landers und vielen anderen. 3. Auflage. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010, ISBN 978-3-89602-905-8, S. 373.
  7. Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Feeling B - Mix mir einen Drink; Punk im Osten - ausführliche Gespräche mit Flake, Paul Landers und vielen anderen. 3. Auflage. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010, ISBN 978-3-89602-905-8, S. 373/374.
  8. Interview von 2010 mit Metal Hammer