Christoph Stölzl

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Christoph Stölzl auf einem Wahlplakat zur Abgeordnetenhauswahl 2001

Christoph Stölzl (* 17. Februar 1944 in Westheim, Stadt Neusäß) ist ein deutscher Historiker, Museologe, Publizist und Politiker (CDU). Von 2000 bis 2001 war er Berliner Wissenschaftssenator. Seit dem 1. Juli 2010 ist Stölzl Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christoph Stölzl wuchs in München auf und legte 1963 das Abitur am Karls- und Ludwigsgymnasium ab. Er studierte Geschichte, Literaturwissenschaft und Soziologie, zunächst von 1963 bis 1965 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und von 1965 bis 1970 an der Universität des Saarlandes. 1970 wurde er im Fach Geschichte promoviert. Anschließend war er bis 1974 Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1974 bis 1976 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bayerischen Nationalmuseums, von 1977 bis 1980 Wissenschaftlicher Assistent an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1980 wurde er Direktor des Münchner Stadtmuseums. Er machte sich einen Namen mit unkonventionellen Ausstellungen wie Das Oktoberfest – 175 Jahre bayerischer Nationalrausch.

1984 wurde er Ratgeber des Landes Berlin beim Projekt Forum für Geschichte und Gegenwart. 1987 berief ihn die Bundesregierung unter Helmut Kohl zum Generaldirektor des neu gegründeten Deutschen Historischen Museums in Berlin. Dort wurde er zugleich Professor. Diese Aufgabe nahm er bis 1999 wahr.

1994 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Museum Berlin-Karlshorst und war dessen Vorsitzender.

Anschließend arbeitete er bis 2000 als stellvertretender Chefredakteur und Feuilletonchef der Tageszeitung Die Welt. Seit 2002 ist er freiberuflicher Publizist. 2004 führt er abwechselnd mit Michael Naumann als Fernsehmoderator durch die Sendung Im Palais im RBB. Im Wintersemester 2001/2002 übernahm er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, seit dem Wintersemester 2004/2005 ist er Honorarprofessor am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin. Von März 2003 bis März 2005 war Stölzl Kurator für die Bewerbung der Stadt Braunschweig zur Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2010.

Von Oktober 2006 bis Dezember 2007 war Stölzl als Geschäftsführer der Villa Grisebach Auktionen GmbH (Berlin) tätig. Er schied aus, um sich anderen Aufgaben zu widmen. Ende Februar 2010 wählte ihn der Hochschulrat der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar für sechs Jahre zum Nachfolger des scheidenden Rektors Rolf-Dieter Arens. 2015 wurde Stölzl für eine zweite Amtszeit an der Weimarer Musikhochschule wiedergewählt.[2]

Politiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stölzl war zunächst Mitglied der FDP. Er bekannte sich zur „Tradition des bürgerlichen Freisinns: Rebellisch, trotzig, insistierend darauf, alle Unfreiheit, alle Unmündigkeit in Frage zu stellen“. Von Juni 1989 bis September 1990 war er stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner FDP. Im April 2000 wurde er auf Vorschlag der CDU Berliner Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur (Senat Diepgen V; Vorgängerin: Christa Thoben). Im Zuge des Berliner Bankenskandals verließ die SPD die große Koalition; in einem Misstrauensvotum (21. Juni 2001) wählte das Abgeordnetenhaus von Berlin Diepgen und die CDU-Senatoren ab. Bei den Neuwahlen am 21. Oktober 2001 wurde Stölzl in das Abgeordnetenhaus (15. Wahlperiode) gewählt; er war bis 2006 einer seiner beiden Vizepräsidenten. 2001 trat er in die CDU ein; er war von 2002 bis 2003 Landesvorsitzender der CDU Berlin und Mitglied des CDU-Bundesvorstandes.

Er ist Kuratoriumsmitglied verschiedener Stiftungen, darunter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, der Stiftung Denkmalschutz Berlin[3], des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, der Ernst Freiberger-Stiftung, der Stiftung Verbrannte und verbannte Dichter[4], der Stiftung St. Matthäus und des Internationalen Forums für Kultur und Wirtschaft.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Außerdem wurde er 2001 zum Ritter des Nordsternordens des Königreichs Schweden und 2003 zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stölzl ist seit 1967 mit Bettina Stölzl verheiratet und hat vier Kinder, darunter den Sohn Philipp Stölzl (* 1967), der als Film- und Videoregisseur arbeitet. Stölzl ist der Schwiegervater von Sebastian Krämer.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Stölzl: Die Ära Bach in Böhmen. Oldenbourg, München [u.a.] 1971.
  • Christoph Stölzl: Kafkas böses Böhmen. Zur Sozialgeschichte eines Prager Juden. Edition Text + Kritik, München 1975, ISBN 3-921402-05-0.
  • Martha Dreesbach, Christoph Stölzl (Hrsg.): Die Zwanziger Jahre in München. Katalog zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum. Schriften des Münchner Stadtmuseums, München 1979.
  • Michael Matthias Prechtl, Christoph Stölzl: Denkmalerei. Bucher, München 1986, ISBN 3-7658-0510-6.
  • Christoph Stölzl (Hrsg.): Deutsches Historisches Museum. Ideen – Kontroversen – Perspektiven. Propyläen, Frankfurt am Main/Berlin 1988, ISBN 3-549-06682-1.
  • Christoph Stölzl (Hrsg.): Die neue Wache Unter den Linden. Ein deutsches Denkmal im Wandel der Geschichte. Koehler & Amelang, Berlin [u.a.] 1993, ISBN 3-7338-0178-4.
  • Heidemarie Anderlik, Christoph Stölzl (Hrsg.): Deutsche Geschichte in Bildern. Koehler & Amelang, München 1995, ISBN 3-7338-0215-2.
  • Christoph Stölzl (Hrsg.): Menschen im Museum. Eine Sammlung von Geschichten und Bildern. Deutsches Historisches Museum, Berlin 1997, ISBN 3-86102-097-1.
  • Christoph Stölzl: Einmal Berlin und zurück. Streifzüge durch Kunst, Geschichte und Leben. Bostelmann & Siebenhaar, Berlin 2004, ISBN 3-936962-01-4.
  • Christoph Stölzl: Morgens um sechs bei Haubentaucher & Co. Nimbus Wädenswil, ISBN 978-3-907142-44-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christoph Stölzl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung des Thüringer Kultusministeriums vom 26. Februar 2010 http://www.thueringen.de/de/tmbwk/aktuell/presse/45448/uindex.html
  2. Zweite Amtszeit: Prof. Dr. Christoph Stölzl als Präsident der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar wiedergewählt. April 2015, abgerufen am 18. Februar 2017.
  3. www.stiftung-denkmalschutz-berlin.de
  4. www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de