Christophe Darbellay

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Christophe Darbellay

Christophe Darbellay (* 7. März 1971 in Martigny) ist ein Schweizer Politiker (CVP). Seit 2017 ist er Staatsrat des Kantons Wallis. Von 2003 bis 2015 gehörte er dem Nationalrat an. Zwischen September 2006 und April 2016 präsidierte er die CVP Schweiz.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darbellay wuchs in Martigny auf.[2] Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium der Agrarwissenschaft an der ETH Zürich arbeitete Darbellay zuerst in Bern und Lausanne in der Privatwirtschaft, bevor er als Vize-Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft dreieinhalb Jahre in Bern verbrachte.

Christophe Darbellay begann seine Politkarriere bei der Christlichsozialen Partei (CSP) in der Sektion Unterwallis. Auf deren Wahllisten kandidierte er mehrmals für politische Ämter. Bei den Schweizer Parlamentswahlen 1999 kandidierte er für die Christlichsoziale Partei Unterwallis als Ständerat, wobei er nicht gewählt wurde, aber überraschend viele Stimmen erzielte. Kurz darauf wechselt er zur deutlich grösseren CVP.[3][4] Bei den Wahlen 2003 wurde er – als damals jüngstes Mitglied seiner Fraktion – in den Nationalrat gewählt. Von 2004 bis 2008[2] war er Geschäftsführer der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte. Nach der Wahl von Doris Leuthard, der damaligen Parteipräsidentin, in den Bundesrat wählte ihn seine Partei am 2. September 2006 zu ihrem Nachfolger. Von 2012 bis 2017 war Darbellay Präsident des Schweizer Casino Verbandes.[5]

Im März 2017 wurde Darbellay mit 54'338 Stimmen in die Walliser Regierung gewählt.[6]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Smartvote ist Darbellay ein gemässigter, zurückhaltend konservativer Politiker. Im Parlamentsspiegel, basierend auf dem Abstimmungsverhalten der Parlamentarierinnen und Parlamentarier während der 48. Legislatur, lag er in der Mitte seiner Partei.

Später machte sich Darbellay zunehmend auch für grüne Anliegen stark. Er forderte die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen und Investitionen in erneuerbare Energien.[7] In der Wirtschaftspolitik markierte er Distanz zum Neoliberalismus und verteidigte staatliche Eingriffe in die Wirtschaft.[8]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darbellay ist verheiratet und hat vier Kinder, davon drei mit seiner Ehefrau Florence Carron Darbellay, die Gemeindepräsidentin von Martigny-Combe ist.[9][10] Er wohnt in Martigny-Combe und ist der Neffe von Alt-Nationalrat Vital Darbellay (CVP).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christophe Darbellay: «Ich haue schon auf den Tisch», NZZ online vom 2. Februar 2016
  2. a b «Ohne die CVP wären wir immer noch in der Atom-Ära» Interview in: Der Bund vom 11. Juni 2011
  3. Einerkandidatur für das CVP-Präsidium, Swissinfo, abgerufen am 5. August 2013.
  4. Der Spieler, NZZ, abgerufen am 5. August 2013.
  5. Vonlanthen tritt Nachfolge von Darbellay an. In: 1815ch vom 17. Mai 2017.
  6. [1]
  7. siehe Berichterstattung in 20 Minuten online vom 31. März 2009
  8. siehe Berichterstattung von Radio DRS über den Parteitag der CVP vom 14. Februar 2009
  9. Darbellay wird Vater nach Seitensprung, Neue Zürcher Zeitung, 11. September 2016.
  10. Darbellay und Couchepin werden Präsidentinnen, Blick, 13. November 2016.