Christozentrik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Christozentrik versteht man in der christlichen Theologie die Auffassung, dass Jesus Christus die zentrale Stellung in der Schöpfungs- und Heilsgeschichte einnimmt, die alles andere bedingt und ordnet.

Reformatorische Theologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der reformatorischen Theologie spielt die Christozentrik besonders im Zusammenhang mit der Rechtfertigungslehre eine herausragende Rolle, was im Prinzip Solus Christus zum Ausdruck gebracht wird. Auch das Schriftverständnis ist christozentrisch geprägt. So argumentiert Luther, Christus sei die Mitte der Schrift, von der allein aus das volle Verständnis der Bibel möglich sei.[1]

Orthodoxe und katholische Theologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nach orthodoxem und katholischem Verständnis ist Jesus Christus Mitte und Fülle des Heils, von dem her und auf den hin allein menschliche Heilswirksamkeit möglich ist. Die abgestufte Mitwirkung der Heiligen und aller Gläubigen wird in dieser Sicht durch den Christusbezug nicht verneint oder abgewertet, sondern gereinigt und verstärkt[2]. Das Verständnis der hl. Schrift erschließt sich im lebendigen Mitvollzug des Glaubens der Kirche[3], der sich aus dem Opfer Christi in der Eucharistie erneuert[4].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Luther: Drucktext der Lutherbibel 1522–1546: Das Neue Testament. Zweite Hälfte: Episteln und Offenbarung (= D. Martin Luthers Werke. WA DB 7). 1883–2009, S. 384.
  2. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen Gentium, Nummer 60: [1].
  3. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung Dei Verbum, Nummer 25: [2].
  4. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nummer 10: [3].