Christuskirche (Cottbus)

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Christuskirche

Die katholische Christuskirche mit dazugehörendem Pfarrhaus ist in der Straße der Jugend der Stadt Cottbus zu finden und steht unter Denkmalschutz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mitte des 17. Jahrhunderts bis 1838 hatte die Cottbuser katholische Gemeinde zweimal jährlich die Gottesackerkirche auf dem Friedhof vor dem Spremberger Tor für Gottesdienste genutzt. Nach der Stationierung eines preußischen Armeebataillons um 1820 in Cottbus stieg die Zahl der Katholiken rasant an. Aus diesem Grund wurde auf Initiative des Pfarrers Florian Birnbach in Neuzelle, der für die katholische Mission in Cottbus verantwortlich war, 1848 mit dem Bau einer Kirche in der heutigen Straße der Jugend begonnen. Der Entwurf stammte von Kreisbaumeister Fritsch und Maurermeister E.G. Stoske. Der Bau wurde nach dem Tod von Stoske 1850 unter der Leitung von F.W. Kahle vollendet und die Kirche unter dem Namen „Zum guten Hirten“ im Oktober 1850 geweiht.

Nach dem Bau der Marienkirche 1934/35 wurde alles Kirchengerät der Christuskirche dorthin übertragen. Die Kirche diente dann bis 1965 als Lager oder stand leer. Außerdem wurde während des Zweiten Weltkriegs die Sakristei an der Südseite zerstört. Als in Cottbus eine zweite katholische Gemeinde gegründet wurde, setzten 1965–67 die Gemeindemitglieder den Kirchenbau wieder instand. Es wurde die Decke neu eingezogen, das Gebäude unterkellert und die Portale und Fenster wurden erneuert. Für die Neugestaltung des Innenraumes war Gottfried Zawatzki aus Kamenz verantwortlich; die Metallarbeiten (Altar, Tabernakel, Taufbrunnen) wurden in Seidenwinkel/Hoyerswerda von den „Werkstätten für angewandte Kunst NEUE FORM“ ausgeführt. Geweiht wurde die Kirche 1967 unter dem neuen Namen „Christuskirche“.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist ein schlichter Saalbau in Sichtziegelarchitektur mit Satteldach, das rechteckige Schiff ist turmlos, die Längswände haben große Rundbogenfenster und die Apsis hat halbrunde Blindfenster und Schmuckfries unter der Traufe. Die Gebäudeecken sind durch Lisenen mit Aufsätzen verstärkt. An der Stelle der zerstörten Sakristei ist auf der Wand die Fußwaschung Jesu zu finden. Die Seite zur Straße ist mit drei Portalen versehen, darüber eine Fensterrose aus der Bauzeit. Auf der Spitze befindet sich ein 1996 restaurierter Dachreiter mit einer restaurierten Glocke aus dem 19. Jahrhundert. Im Innenraum findet man eine Schnitzfigur der Madonna mit Kind aus dem 15. Jahrhundert, die hier 1975 aufgestellt und 1986 restauriert wurde. Von der ursprünglichen Ausstattung ist lediglich das Altarbild „Jesus als guter Hirte“ erhalten geblieben. Diese Kirche ist nicht nur als Zeugnis für die Geschichte der katholischen Gemeinde interessant, sondern vor allem, weil sie der erste katholische Kirchenbau in der Niederlausitz nach der Reformationszeit ist.

Pfarrhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrhaus der Christuskirche

Die Grundsteinlegung für das ehemalige Pfarrhaus fand im Jahre 1850 statt. Der Bau wurde ebenso wie bei der Kirche unter der Leitung vom Maurermeister Kahle ausgeführt. Das Gebäude ist ein zweigeschossiger Putzbau auf Feldsteinfundament mit Rundbogenfenstern und mit bauzeitlichem Dach und Keller. Teile der Fassungsmauer sind ebenfalls teilweise erhalten geblieben. Der ehemalige Eingang, der 1984 bei einer Instandsetzung geschlossen wurde, ist portalartig mit einer Bogenstellung über Pilastern gefasst. Neben der Pfarrerwohnung war hier seit 1851 die Katholische Schule zu finden, die 1896 als städtische katholische Schule neu gegründet wurde und in die Taubenstraße 37 umzog. Heute ist in dem Gebäude eine Regionalstelle der Caritas untergebracht.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irmgard Ackermann, Marcus Cante, Antje Mues: Denkmale in Brandenburg, Band 2.1, Stadt Cottbus Teil 1: Altstadt, Mühleninsel, Neustadt und Ostrow, innere Spremberger Vorstadt, „Stadtpromenade“, westliche Stadterweiterung, historisches Brunschwig, Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms am Rhein 2001, ISBN 3-88462-176-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christuskirche (Cottbus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 45′ 7,7″ N, 14° 20′ 1,1″ O