Christuskirche (Königswinter)

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Die Christuskirche ist eine evangelische, im Stil der Neugotik nach Plänen des Baumeisters Christian Heyden in den Jahren 1863 und 1864 gebaute Kirche in der Altstadt von Königswinter im Rhein-Sieg-Kreis (Nordrhein-Westfalen) und, mit der Auferstehungskirche in Ittenbach, eine der beiden Predigtstätten der Evangelischen Kirchengemeinde Königswinter. Sie steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Christuskirche in Königswinter (2013)
Ansicht der Christuskirche um 1900
Innenansicht der Christuskirche 2012

Vorraum[Bearbeiten]

Im Vorraum der Kirche befindet sich über dem Windfang eine farbliche Darstellung des Siegels der Gemeinde, das dem Wappen des Reformators Philipp Melanchthon nachgebildet worden ist und die Eherne Schlange (Numeri 21,4–9) zeigt, die sich um das Kreuz windet.

Altar[Bearbeiten]

Das Altarbild wurde 1903, in der Amtszeit des Pfarrers und Superintendenten Ernst Rentrop von dem Düsseldorfer Maler Henderik Joannis Sinkel geschaffen. Es stellt das Kreuzeswort Christi „Es ist vollbracht“ dar und zeigt neben Christus am Kreuz Maria und Johannes.

Fenster[Bearbeiten]

Die Kirchenfenster wurden 1901 von dem Glasmaler Hans Müller-Hickler aus Darmstadt angefertigt. Die Inschriften zeigen, dass es sich bei den meisten von ihnen um Stiftungen von Gemeindegliedern handelt.

Glocken[Bearbeiten]

Die Christuskirche verfügt über ein kleines Geläut aus drei Gussstahl-Glocken, das 1951 vom Bochumer Verein gegossen wurde. Sie sind mit den Schlagtönen g1, b1 und c2 auf das Geläut der benachbarten katholischen Remigiuskirche abgestimmt (d1–e1–f1–g1) und tragen die Inschriften Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und Den Menschen ein Wohlgefallen.

Orgel[Bearbeiten]

Von 1872 bis 1901 befand sich ein Werk des Orgelbauers Johannes Adolph Ibach in der Christuskirche. 1902 baute die Firma Eberhard Friedrich Walcker ihr Opus 905 ein, ein völlig pneumatisch konzipiertes Werk, dessen Gehäuse nach Plänen des Honnefer Architekten Ottomar Stein[2] vom 23. Februar 1900 gefertigt worden war. Die Disposition der Orgel lautete:

I. Manual C–g3
Bordun 16′
Principal 8′
Flöte 8'
Viola di Gamba 8'
Salicional 8′
Octave 4′
Mixtur 3f. 22/3
II. Manual C–g3
Gemshorn 8′
Lieblich Gedackt 8′
Aeoline 8′
Voix celeste 8′
Flauto dolce 4′
Pedal C–f1
Subbaß 16′
Gedecktbaß (Transm.) 16′
Violonbaß 8′

Im Jahre 1976 installierte die Firma Gebrüder Oberlinger die heutige Orgel in das vorhandene Prospekt der Walcker-Orgel. Auf Zwillingsladen wurden zunächst 10 klingende Register gestellt, 1984 und 1986 wurde das Orgelwerk dann durch die Firma Peter aus Köln vervollständigt, die vakanten Registerstöcke besetzt und ein Generalschweller installiert. Im Jahr 2014 wurde die Orgel generalgereinigt. Die Disposition lautet:

I. Manual C–g3
Rohrflöte 8′
Principal 4′
Kleingedackt 4'
Spitzoctave 2'
Sesquialter 2f.
Mixtur 4f. 11/3
II. Manual C–g3
Gedeckt 8′
Blockflöte 4′
Weitprinzipal 2′
Quinte 11/3
Cymbel 3f.
Schalmey 8'
Pedal C–f1
Subbaß 16′
Offenbaß 8′
Choralbaß 4′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P.
  • Spielhilfen: Tremulant für die Zwillingslade und Generalschweller.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Königswinter, Nummer A 50
  2. Jörg Schulze: Kirchenbau des 19. Jahrhunderts im alten Siegkreis. (= Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 21) Rheinland-Verlag, Köln 1977, ISBN 3-7927-0320-3 (zugleich Dissertation RWTH Aachen, 1972), S. 184.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Jurgilewitsch, Wolfgang Pütz-Liebenow: Die Geschichte der Orgel in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis. Bonn 1990.
  • Angelika Schyma: Stadt Königswinter. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.) Rheinland-Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1200-8, S. 110.
  • Erwin Krakowski: Gemeindebuch der Evangelischen Kirchengemeinde Königswinter: Einhundert Jahre Evangelische Kirche Königswinter. Königswinter 1964.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christuskirche (Königswinter) – Sammlung von Bildern

50.6733077.196341Koordinaten: 50° 40′ 24″ N, 7° 11′ 47″ O