Chrom(IV)-fluorid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Chrom(IV)-fluorid
Kristallstruktur von α-Chromtetrafluorid
__ F
Allgemeines
Name Chrom(IV)-fluorid
Andere Namen

Chromtetrafluorid

Verhältnisformel CrF4
CAS-Nummer 10049-11-3 (β-Chromtetrafluorid)
Kurzbeschreibung
  • grünschwarzer Feststoff (α-Chromtetrafluorid)[1]
  • dunkelvioletter, kristalliner Feststoff (β-Chromtetrafluorid)[1]
Eigenschaften
Molare Masse 127,99 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt
Löslichkeit

Hydrolyse in Wasser (α-Chromtetrafluorid)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Chrom(IV)-fluorid, auch Chromtetrafluorid, ist eine chemische Verbindung der Elemente Chrom und Fluor, in der Chrom die Oxidationsstufe +IV einnimmt. Von dieser Verbindung existieren 2 Formen: das α-Chromtetrafluorid (grünschwarzer Feststoff, der bei 100 °C sublimiert) und β-Chromtetrafluorid (dunkelvioletter, kristalliner Feststoff, der bei 227 °C schmilzt).

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

α-Chromtetrafluorid kann bei höheren Temperaturen aus den Elementen gewonnen werden:[1]

Weitere Möglichkeiten sind die Reaktion von Fluor mit Chrom(III)-fluorid oder Chrom(III)-chlorid:[1]

Chrom(III)-fluorid und -chlorid reagieren schon bei Zimmertemperatur mit Fluor zu α-Chromtetrafluorid.

β-Chromtetrafluorid wird durch Langzeitthermolyse von Chrom(V)-fluorid gewonnen:[1]

Bei der 5-monatigen Langzeitthermolyse von Chrompentafluorid entsteht β-Chromtetrafluorid.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

α-Chromtetrafluorid ist aus Ketten von trans-kantenverknüpften CrF6-Oktaedern aufgebaut. β-Chromtetrafluorid ist aus Ringen von 4 cis-eckenverknüpften CrF6-Oktaedern aufgebaut, die über gemeinsame trans-ständige Fluoratome zu Röhren verknüpft sind, wobei jedem CrF6-Oktaeder zwei cis-ständige freie Fluoratome verbleiben.[1]

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chromtetrafluorid bildet mit Fluoriden mehrere anionische Fluorokomplexe: CrF5, die aus CrF6-Oktaederketten mit gemeinsamen Fluoratomen aufgebaut sind; CrF62−, die oktaedrisch aufgebaut sind und CrF73−.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1571.
  2. β-Chromtetrafluorid auf webelements.com
  3. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9Vorlage:Holleman-Wiberg/Startseite fehlt (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.