Chroma Keying

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Artikel Chroma Keying und Bluescreen-Technik überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Wikinger08 (Diskussion) 14:27, 17. Feb. 2016 (CET)
Dieser Artikel ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
2011-12-11 ORF-Zentrum 049

Chroma Keying (auch color keying) ist ein visueller Effekt bzw. eine Postproduktionstechnik, bei der eine Chrominanz zum Freistellen von Bildmaterial verwendet wird. Im Rahmen des Compositing wird diese Technik verwendet, um Hintergründe in Fotos oder Videos auszutauschen. Dazu wird aus einem bestimmten Farbbereich ein Alphakanal berechnet. Die am häufigsten verwendeten Farben sind grün und blau, da sie sich farblich deutlich vom Hautton abheben. Greenscreens und Bluescreens sind in Fernseh- und Filmproduktionen im Einsatz.

Im Fernsehen wird chroma keying häufig bei Nachrichtensendungen oder dem Wetterbericht eingesetzt, um Hintergrundbilder und -animationen einzubauen. Ziel ist hier oft ein Freistellen in Echtzeit (live keying). Sind bei einer Fernsehübertragung außer dem Moderator nahezu alle sichtbaren Elemente digital eingefügt, spricht man von einem virtuellen Studio. Ein solches Studio ist z. B. beim ZDF[1] oder bei RTL im Einsatz.

In der Filmproduktion wird chroma keying eingesetzt, um Schauspieler und Elemente ohne größeren Aufwand freistellen zu können. Hier findet der Prozess des Keying in der Regel erst im Nachhinein, in der Postproduktion beim Erstellen der visuellen Effekte, statt.

Der Fortschritt der Technik und Computer-Software, wie Autodesk Smoke, Final Cut Pro, Pinnacle Studio, Adobe After Effects sowie dutzenden anderen Programmen, machen die Benutzung von “Chroma Key”-Funktionen auch an häuslichen Rechnern mit bezahlbaren Green- oder Bluescreen-Paketen möglich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch vor der Einführung des digitalen Compositing wurde in der Filmproduktion ein komplexer und zeitraubender Prozess, als „Wandermaske“ (engl. travelling matte) bekannt, verwendet. Das Bluescreen-Verfahren wurde in den 1930er Jahren bei RKO Radio Pictures entwickelt. Bei RKO verwendete Linwood Dunn eine frühe Version der Wandermaske, um Übergänge (Wipes) zu schaffen. Solche Übergänge, die wie ein Scheibenwischer funktionierten, wurden in Filmen wie Flying Down to Rio (1933) verwendet. Dank Larry Butler gab es bei einer Szene in dem Film Der Dieb von Bagdad (1940), bei dem ein Flaschengeist aus einer Flasche zu entkommen versucht, den ersten Einsatz eines richtigen Bluescreen-Prozesses, und der Film bekam den Oscar für visuelle Effekte in diesem Jahr. Im Jahr 1950 begann Warner-Brothers-Mitarbeiter und Ex-Kodak-Forscher Arthur Widmer Arbeit an einem Ultraviolet-Travelling-Matte-Prozess. Er begann auch mit der Entwicklung von Bluescreen-Techniken. Einer der ersten Filme, die die neuen Techniken nutzten, war 1958 die Verfilmung der Ernest-Hemingway-Novelle „Der alte Mann und das Meer“ mit Spencer Tracy.

Ein Nachteil der traditionellen Wandermaske ist, dass die Kameras beim Drehen nicht leicht synchronisiert werden können. Jahrzehntelang mussten Maskenaufnahmen ohne Kamerabewegungen oder Zoom durchgeführt werden, so dass weder für die Hauptperson noch für den Hintergrund die Kameraperspektive verschoben werden konnte. Spätere Motion-Control-Kameras lösten dieses Problem, sodass sowohl der Vorder- als auch Hintergrund mit den gleichen Kamerabewegungen gefilmt werden konnte. Petro Vlahos wurde für seine Verfeinerung dieser Techniken im Jahr 1964 ein Oscar verliehen.

Seine Technik nutzt die Tatsache, dass die meisten Objekte in der realen Welt eine Farbe besitzen, deren Blau-Farbkomponente eine ähnliche Intensität wie ihre grüne Farbkomponente haben. Ein optischer Drucker mit zwei Projektoren, eine Filmkamera und ein "Strahlteiler" wurden verwendet, um den Schauspieler vor einem blauen Bildschirm zusammen mit dem Hintergrundmaterial zu kombinieren. Teile der Technik wurden von Zbigniew Rybczyński beigetragen.

In den frühen 1970er Jahren begannen amerikanische und britische Fernsehnetze, für ihre Nachrichtensendungen grüne statt blauen Kulissen zu verwenden. In den 1980er Jahren wurden Minicomputer verwendet, um die optischen Drucker zu steuern. Für den Film Das Imperium schlägt zurück (engl. „The Empire Strikes Back“) schuf Richard Edlund einen quad-optischen Drucker, der den Prozess erheblich beschleunigte. Er erhielt einen Sonder-Academy-Award für seine Innovation. Für Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert wurde ein UV-Licht-Matte-Prozess von Don Lee und Gary Hutzel vorgeschlagen. Diese entwickelten einen fluoreszierenden orangefarbenen Hintergrund, der es einfacher machte, eine Holdout-Matte zu generieren, sodass das Effekte-Team nur ein Viertel der Zeit benötigte.

Meteorologen im Fernsehen benutzten oft auf der Seite der Kamera einen Feld-Monitor, um zu sehen, wo sie ihre Hände im Hintergrund platzieren. Eine neuere Technik ist es, ein schwaches Bild auf den Hintergrund zu projizieren.

Einige Filme machen starken Gebrauch von Chroma-Keying, um Hintergründe komplett mit Computer Generated Imagery (CGI) hinzuzufügen. Verschiedene Takes/Shots können dabei zusammen gemischt werden, bei denen Akteure separat gefilmt und später in derselben Szene zusammengestellt werden. Chroma-Keying ermöglicht Künstlern an jedem Ort zu erscheinen ohne dabei das Studio zu verlassen. Die Computerentwicklung machte es auch einfacher, Bewegung in zusammengesetzten Aufnahmen zu integrieren, auch bei Verwendung von Handkameras. Bezugspunkte können auf dem farbigen Hintergrund (in der Regel als ein gemaltes Gitter, mit Klebeband angebracht oder an der Wand befestigt) angeordnet werden. In der Postproduktion kann ein Computer diese Referenzen verwenden, um die Position der Kamera zu berechnen und so ein Bild machen, bei der die Perspektive und die Bewegung des Vordergrunds perfekt passt. Moderne Fortschritte in der Software und Rechenleistung haben sogar die Notwendigkeit beseitigt, die Marker genau zu platzieren – die Software findet ihre Position im Raum (ein Nachteil davon ist, dass es große Kamerabewegungen erfordert).

Kleidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Chroma Keying Subjekt muss Kleidung vermeiden, welche dieselbe Farbe enthält, wie die Chroma Key Farbe(n) (es sei denn, es ist so vorgesehen, dass Körperteile nicht natürlichen Ursprungs sein sollen), da ansonsten die Kleidung durch den Hintergrund ersetzt wird. Diese Technik kann genutzt werden, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen wie in den Harry Potter-Filmen der Effekt des Unsichtbarkeitsumhang. Der Schauspieler kann somit mit einem gleichfarbigen Objekt gegen einen Chroma-Key-Hintergrund gefilmt werden, sodass er durch den Hintergrund ersetzt wird und auf magische Weise verschwindet. Probleme entstehen, wenn das dargestellte Objekt/Subjekt dieselbe Farbe wie der Hintergrund aufweisen muss, wie im Film Superman, in dem der Schauspieler ein blaues Outfit trägt und somit nicht vor einem Bluescreen gedreht werden kann. In dem Spider-Man-Film aus dem Jahr 2002 mussten die Szenen mit Spider-Man und dem grünen Goblin vor verschiedenen Hintergründen gedreht werden, da das Kostüm von Spider-Man blau und rot war und das des Goblins grün. Es wurden also in einem Film sowohl Blue- als auch Greenscreen eingesetzt.

Gleichmäßige Ausleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größte Herausforderung bei der Installation von Blue- oder Greenscreens ist die gleichmäßige Ausleuchtung und somit die Vermeidung von Schattenbildung. Damit soll die Farbpalette, die digital ersetzt wird, möglichst gering gehalten werden. Ein Schatten würde für die Kamera wie eine dunklere Farbe wirken und vielleicht nicht zum Ersetzen erfasst werden. Dies kann gelegentlich bei Low-budget-Produktionen oder Live-Übertragungen auftreten, wenn eine manuelle Reparation nicht sofort möglich ist. Vor allem das Material, das verwendet wird, beeinflusst die Qualität der Aufnahmen sowie die Einfachheit der gleichmäßigen Ausleuchtung. Glänzende Oberflächen sind weniger erfolgversprechend als matte. Glänzende Oberflächen haben reflektierende Zonen, die diese Bereiche blasser wirken lassen, wohingegen andere dunkler wirken. Eine matte Oberfläche zerstreut das reflektierende Licht und besitzt eine einheitliche Farbpalette. Mit dem Ziel, den reinsten „Key“ für den Dreh mit Greenscreen zu erhalten, ist es notwendig, einen Werteunterschied zwischen dem Subjekt/Objekt und dem Greenscreen zu erschaffen. In einigen Fällen werden Schatten auch für Spezialeffekte verwendet. Bereiche des Blue- oder Greenscreens, die mit einem Schatten belegt sind, können durch dunklere Versionen des gewünschten Hintergrundbildes ersetzt werden. Selbst eine Veränderung der Brennweite der Kamera(s) nimmt Einfluss auf das Resultat von “Chroma Keying”.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neues ZDF-Studio muss sich im Alltag beweisen. Abgerufen am 11. Februar 2017.