Chronologie der Luftfahrt

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Dieser Artikel gibt einen streng zeitlich geordneten Überblick über die Entwicklung der Luftfahrt. Eine an einzelnen Themen orientierte Darstellung findet sich im Artikel Geschichte der Luftfahrt.

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1782: Anfänge der Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugspirale von Leonardo da Vinci (Manuskript B, Folio 83v), datiert um 1487−1490
Darstellung zu Evliya Çelebis Bericht über Lagari Hasan Çelebis Raketenflug (s. circa 1650)
Francesco Lanas Entwurf eines durch Vakuumauftrieb fahrenden Luftschiffes (s. 1670)
Zeitgenössische Darstellung von Gusmãos Flugapparat (s. 1709)
Deckblatt von Bauers Flugzeughandschrift (s. 1765)
Flugapparat von Carl Friedrich Meerwein (s. 1782)
  • 5. Jahrhundert v. Chr.
Drachen sind die ersten historisch nachweisbaren, vom Menschen geschaffenen Fluggeräte (China 5. Jahrhundert v. Chr.).
  • 9. Jahrhundert
Dem muslimischen Dichter, Gelehrten und Wissenschaftler Abbas ibn Firnas wird der Bau eines Fluggeräts, welches ihm das Fliegen ermöglicht, zugeschrieben.[1]
  • 10. Jahrhundert
Der Fesseldrachen ist vermutlich über den pazifischen Raum verbreitet und wird zu bemannten, militärischen, religiösen und zeremoniellen Zwecken eingesetzt.
  • 1000–1010
Dem englischen Mönch Eilmer von Malmesbury wird ein Gleitflug über zweihundert Meter zugeschrieben.
  • circa 1260
Roger Bacon beschreibt in seiner Schrift De secretis operibus artis et naturae einen Ornithopter.
  • 1282
Marco Polo berichtet über bemannte und rituelle Drachenaufstiege.
  • 1326
Darstellung eines geflügelten Luftsackdrachens in Walter de Milemetes Schrift „De nobilitatibus“.
  • 1486–1513
Flugtechnische und mathematische Studien von Leonardo da Vinci (1452–1519). In seinen Aufzeichnungen, wie dem „Kodex über den Vogelflug“ und den sogenannten „Pariser Manuskripten“, finden sich unter anderem: ein Fallschirmentwurf, ein Hubschrauber[2], Entwürfe für Schwingenflugzeuge, Strömungsuntersuchungen und Stromlinienkörper.[3]
  • circa 1500
Auf seinem Triptychon „Die Versuchung des heiligen Antonius“ stellt Hieronymus Bosch zwei kämpfende Luftschiffe über einer brennenden Stadt dar.
  • 1589
Giambattista della Porta veröffentlicht in Band 20 seiner Magiae naturalis die Baubeschreibung eines Fesseldrachens.
  • 1616
Fausto Veranzio veröffentlicht eine Zeichnung eines Fallschirmspringers, der als Homo volans („fliegender Mensch“) bezeichnet ist.
  • 1644
Dem italienischen Physiker Evangelista Torricelli gelingt der Nachweis des Luftdruckes und die Erzeugung eines luftleeren Raumes, der „Torricellische Leere“.
  • 1654
Der Physiker und Bürgermeister von Magdeburg Otto von Guericke misst das Gewicht der Luft.
  • 1670
Der Jesuit Francesco Lana Terzi beschreibt in seiner Schrift „Prodromo“ („Vorbote“) ein Vakuum-Luftschiffprojekt, das als erster realistischer technischer Entwurf für ein Luftschiff gilt. Lana schreibt jedoch: „Gott wird es niemals zulassen, dass eine solche Maschine zustande kommt…denn wer sieht nicht, dass keine Stadt vor Überfällen sicher wäre…“.
  • 1676
Der Physiker und Mathematiker Philipp Lohmeier, Professor der Universität Rinteln, veröffentlicht seine Dissertation De artificio navigandi per aërem (Von der Kunst durch die Luft zu schifffahren). Der vermutliche Ideengeber Francesco Lana Terzi (s. 1670) wird in der Publikation nicht genannt.
  • 1709
August: Der brasilianische Augustinerpater Bartolomeu Lourenço de Gusmão absolviert in Lissabon mehrere Heißluftballon-Versuche.
  • 1765
Melchior Bauer beschreibt in seiner Flugzeughandschrift, veranschaulicht durch Konstruktionszeichnungen, ein Gleitflugzeug mit starren V-förmigen Flügeln.
  • 1782
Carl Friedrich Meerwein, ein badischer Baumeister, veröffentlicht eine Studie mit dem Titel „Der Mensch! sollte der nicht auch mit Fähigkeiten zum Fliegen gebohren seyn?“. Darin berechnet er aufgrund detaillierter Messungen an verschiedenen Vogelarten Größe und Gewicht eines Flugapparats, mit dem ein Mensch nach seiner Überzeugung fliegen kann. Dieser Arbeit fügt er auch Detailzeichnungen seiner Maschine bei und gibt die Materialien für den Bau vor.

1783–1890: Ballone und Fluggeräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung des ersten bemannten gefesselten Ballonaufstiegs am 19. Oktober 1783 in Paris.
Der 1783 bei Gonesse geplatzt niedergehende Wasserstoffballon des Parisers Jacques Charles
Hülle des Ballons „Ad Astra“, der am 28. Januar 1784 in Braunschweig aufstieg.
Charles Greens Ballon in Weilburg, 1836
Stringfellows Flugmaschine, 1848
George Cayleys Gleitflugzeug 1852 im Mechanics’ Magazine
  • 1784
    • 28. Januar: Der Ballon Ad Astra steigt in Braunschweig zum ersten Flug in Deutschland auf. Am 8. Februar folgt sein zweiter und letzter Flug.[4]
  • 1797
22. Oktober: André-Jacques Garnerin springt mit einem Fallschirm von einem Ballon ab und wird „offizieller französischer Staatsluftfahrer“.
  • 1799
Der Engländer Sir George Cayley (1773–1857) skizziert ein Gleitflugzeug mit einem Seiten- und Höhenleitwerk. Sein Manuskript gilt als Ausgangspunkt für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Fluggerät „schwerer als Luft“. Orville Wright: „Cayley war es, der die damals herrschende Verwirrung beseitigen half. […] Er wusste mehr als irgendeiner seiner Vorgänger […] und Nachfolger bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.“
  • 1804
Sir George Cayley, der „Vater der Aeronautik“, baut aufbauend auf seinem Flugzeugkonzept von 1799 ein erfolgreiches unbemanntes Gleitflugmodell.
  • 1807–1816
Jakob Degen konstruiert 1807 ein Schlagflügelflugzeug, 1808 ein Fluggerät mit einem Wasserstoffballon, 1816 eine Luftschraube mit Uhrwerkantrieb (Hubschraubermodell).
  • 1811
31. Mai: Der Schneidermeister Albrecht Ludwig Berblinger aus Ulm, der in die Geschichte als der „Schneider von Ulm“ eingeht, versucht – in Anwesenheit der königlichen Familie – mit einem Flugapparat von der Adlerbastei aus über die Donau zu fliegen. Der Flug misslingt.
  • 1821
19. Juli: Charles Green verwendet Leuchtgas zur Füllung von Gasballons.
  • 1836
7. und 8. November: Ballonfahrt über 722 km von London nach Weilburg durch Charles Green, Robert Hollond und Thomas Monk-Mason.
  • 1839
Charles Green und der Astronom Spencer Rush steigen im Freiballon auf 7900 m Höhe.
  • 1842
November: Erster vollständiger Entwurf eines Motorflugzeuges mit Dampfmaschinenantrieb durch den englischen Ingenieur William Samuel Henson. Die Patentschrift knüpft an die Arbeiten Cayleys an. Der Gründungsantrag für eine „Aerial Transport Company“ (Aktiengesellschaft) wird im englischen Unterhaus unter lautem Gelächter abgelehnt.
  • 1844
Die Einführung der noch heute gebräuchlichen Reißbahn durch den US-Amerikaner John Wise ermöglicht sichere Ballonlandungen.
  • 1848
Juni: John Stringfellow gelingt mit einem dampfgetriebenen Eindecker-Modell (Spannweite 3 m) ein erfolgreicher Flug über 40 yd (36,58 m) in einem großen Raum einer Fabrik.
  • 1852
    • 24. September: Die erste motorgetriebene Luftschifffahrt: Henri Giffards dampfgetriebene Konstruktion erreicht eine Geschwindigkeit von etwa 10 km/h.
    • September: Sir George Cayley veröffentlicht einen Bericht über ein Gleitflugzeug, seinen „Governable Parachute“, das ausgiebig ohne Pilot mit Ballast erfolgreich getestet worden sei.
    • Gründung der ersten Gesellschaft zur Förderung der Luftfahrt (Societe Aerostatique de France).
  • 1857
    • Nach erfolgreichen Modellversuchen erhalten die französischen Brüder du Temple de la Croix ein Patent über ein Motorflugzeug.
    • Der französische Kapitän Jean Marie Le Bris unternimmt nach Vogelstudien (Albatros) Flugversuche mit Schleppstart, die erfolgreich gewesen sein sollen.
  • 1859
Der französische Luftfahrer und Fotograf Nadar macht bei der Schlacht von Solferino die ersten Luftaufnahmen aus einem Ballon heraus.
  • 1859
1. und 2. Juli: Ballonfahrt über 1292 km durch John Wise mit drei Begleitern (St. Louis-Henderson, USA).
  • 1862
5. September: Der Aeronaut Coxwell und der englische Physiker James Glaisher erreichen bei einem Aufstieg eine Höhe von 9000 m.
  • 1865
    • 20. September: Jacob Brodbeck, unbemannter, motorisierter Flug, schwerer als Luft. Als Antrieb wurde eine Metallspirale ähnlich wie in einer Taschenuhr verwendet.
    • 25. Oktober: Jules Vernes Roman Die Reise zum Mond wird als Buch veröffentlicht. Der Roman beschreibt den Abschuss eines Mond-Geschosses von Florida, von wo aus viele Jahre später tatsächlich die amerikanischen Raketenstarts erfolgen.
    • Der Franzose d’Esterno schreibt in seinem Buch Über den Flug der Vögel: „Der Gleitflug scheint für die schweren Vögel charakteristisch zu sein; es spricht nichts dagegen, dass es der Mensch bei günstigen Windverhältnissen diesen Vögeln gleichtut.“
    • Der französische Kunstmaler und Landwirt Louis Mouillard unternimmt einen erfolgreichen Gleitflugversuch. Nach jahrelangem Vogelstudium gab er 1881 sein Buch Das Reich der Lüfte (L’empire de l’air) heraus, in dem er die Nachahmung des Gleit- und Segelflugs der Vögel, nicht aber des Schwingenflugs für möglich hält.
  • 1867
Henri Giffard installiert auf der Pariser Weltausstellung einen Riesen-Fesselballon für 20 Personen.
Die Albatros II von Jean Marie Le Bris 1868 in Brest. Die erste Fotografie eines Flugzeuges.
  • 1870/1871
Deutsch-Französischer Krieg: Im belagerten Paris werden insgesamt 66 Ballone gestartet, um den Belagerungsring zu überwinden.
  • 1872
    • 2. Februar: Der französische Marineingenieur Henri Dupuy de Lôme erreicht mit einem muskelkraftgetriebenen Luftschiff eine Geschwindigkeit von 9 bis 11 km/h.
    • 13. Dezember: Erprobung des ersten Luftschiffes mit einem Gasmotor durch den deutschen Ingenieur Paul Haenlein in Brünn. Sein Luftschiff Aeolus erreicht 18 km/h. Die Versuche werden aus Geldmangel abgebrochen.
Eine Messreihenaufnahme Lilienthals von 1874.
  • 1874
    • 5. Juli: Der Belgier Vincent de Groof verunglückt bei einem Schwingenflugversuch tödlich, als die durch die Arme zu betätigenden Schwingen nach dem Start vom Ballon aus zusammenklappen.
    • Auftriebs- und Widerstandsmessungen an Tragflügelprofilen durch Otto und Gustav Lilienthal, die erst 1889 veröffentlicht werden. Erforschung u. a. des Vorteils der gewölbten Fläche.
Thomas Moys Luftdampfer von 1875
  • 1875
    • 15. April: Die wissenschaftliche Höhenfahrt des Ballons Zenith auf 8000 m endet mit dem Tod zweier Luftfahrer und der Ertaubung von Gaston Tissandier.
    • Der Engländer Thomas Moy erprobt ein gefesseltes Motorflugmodell mit Dampfmaschinenantrieb und 4 m Spannweite.
  • 1876
Die Franzosen Alphonse Pénaud und Paul Gauchot nehmen ein Patent für ein Motorflugzeug mit Einziehfahrwerk, Flügel-V-Form, Steuerknüppel.
  • 1877
Erster Flug eines dampfgetriebenen Modellhubschraubers von Enrico Forlanini.
  • 1879
Der Franzose Victor Tatin baut ein Motorflugmodell mit Luftschrauben und Druckluftmotor, das erfolgreich Bodenstarts ausführt.
  • 1881
    • Der Russe Alexander Fjodorowitsch Moshaiski erhält ein Patent für ein Motorflugzeug mit Dampfmaschinenantrieb.
    • Der Franzose Louis Mouillard veröffentlicht das Essay „Das Reich der Lüfte“ (L'empire de l'air), in dem er Gleiter mit fester Tragfläche beschrieb.
  • 1882
Der in Berlin gegründete „Deutsche Verein zur Förderung der Luftschifffahrt“ gibt die erste deutsche Fachzeitschrift zur Luftfahrt heraus.
  • 1883
Der Deutsche Gottlieb Daimler erfindet den schnelllaufenden Verbrennungsmotor, der durch sein günstigeres Verhältnis zwischen Leistung und Gewicht für die Luftfahrt geeignet ist.
Ballon von Renard und Krebs, 1883
  • 1883/1884
Luftschiffe mit Elektromotoren (Brüder Tissandier, Renard und Krebs). Das Luftschiff La France von Renard und Krebs vollführt am 9. August 1884 die erste Fahrt in geschlossener Kreisbahn.
  • 1886
12. und 13. September: Ballonfahrt über 24 Stunden Dauer durch die Franzosen Hervé und Alluard.
  • 1888
10. August: 1. Auffahrt eines Luftschiffes mit einem Benzinmotor (Motorluftfahrt), der Antriebsquelle, mit der die Luftfahrt erst möglich wurde. Das Luftschiff war von Friedrich Wölfert und dem bereits 1884 verstorbenen Georg Baumgarten, der Motor von Gottlieb Daimler konstruiert worden. Start war auf dem Fabrikhof Daimlers in Cannstatt. Das Luftschiff landete auf dem Exerzierplatz in Aldingen, nach etwa 10 km. Weitere Starts erfolgten in Augsburg, München und Wien.[5]
  • 1889
5. Dezember: Otto Lilienthal veröffentlicht sein Buch Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst. Seine Messungen an Tragflügeln, dargestellt in sogenannten Polardiagrammen, werden die Grundlage unseres heutigen Begriffssystems und belegen die Vorteile der Flügelwölbung.
  • 1890
9. Oktober: Clément Aders dampfgetriebenes Flugzeug Eole fliegt einmalig rund 50 Meter.

1891–1899: Erste kontrollierte Flüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lilienthal 1891 am Spitzberg zwischen Krielow und Derwitz
Hier lernte die Menschheit Fliegen
Lilienthal führt Anfang August 1895 am Fliegeberg seinen Doppeldeckergleiter dem Besucher Samuel Pierpont Langley vor. Das Bild zeigt Lilienthal am 19. Oktober 1895.
Der Chanute-Herring-Doppeldeckergleiter 1896
  • 1891
Frühjahr: Otto Lilienthal beginnt seine systematischen Flugversuche mit dem Derwitzer Apparat und erreicht maximale Flugweiten von 25 Metern. Diese Flüge gelten heute als die ersten sicheren, wiederholbaren Gleitflüge der Geschichte.
  • 1893
Der Australier Lawrence Hargrave führt auf einem aeronautischen Kongress in Sydney den Kastendrachen vor. Er wird Vorbild für zahlreiche wissenschaftliche Drachen bis hin zum Flugzeug.
  • 1894
    • Januar: Das Buch „Progress in Flying Machines“ von Octave Chanute (USA) erscheint als Zusammenfassung einer Artikelserie im „American Engineer and Railroad Journal“. Es ist eine umfassende Darstellung des weltweiten Entwicklungsstandes auf dem Weg zum Flugzeug.
    • 4. Dezember: Der polnische Meteorologe Arthur Berson steigt im Freiballon auf 9155 m Höhe.
    • Otto Lilienthal nimmt mit dem „Normalsegelapparat“ die erste Serienfertigung eines Flugzeugs auf. Er erreicht mit verschiedenen Flugzeugkonstruktionen Flugweiten bis 250 m.
    • Das Großflugzeug des Amerikaners Hiram Maxim wird bei Rollversuchen, die ausreichenden Auftrieb zeigten, beschädigt. Er stellte daraufhin seine Versuche, die schon Hunderttausende verschlungen hatten, ein.
  • 1898
20. September: Alberto Santos Dumonts erster Flug mit seinem Luftschiff „Nr. 1“, das von einem 3,5-PS-De-Dion-Benzinmotor angetrieben wird.
  • 1899
13. September: Alberto Santos Dumont fährt mit seinem Luftschiff „Nr. 3“ 20 Minuten und umfährt dabei erstmals den Eiffelturm. Mit dem Luftschiff führt er ein Dutzend Fahrten durch und stellt mit 23 Stunden in der Luft einen Rekord auf.

1900–1909: Erster Motorflug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1900
LZ1 bei seiner Jungfernfahrt über dem Bodensee am 2. Juli 1900
2. Juli: Erster Aufstieg des Starrluftschiffes LZ 1 von Ferdinand Graf von Zeppelin.
Das Luftschiff Nr. 6, mit dem Alberto Santos-Dumont am 19. Oktober 1901 den Deutsch-Preis gewinnt.
  • 1901
    • 31. Juli: Die deutschen Meteorologen Arthur Berson und Reinhard Süring erreichen in offener Gondel am Freiballon Preussen 10.800 m Höhe.
    • 14. August: Angeblicher erster stabiler Motorflug des Deutsch-Amerikaners Gustav Weißkopf über eine halbe Meile in Bridgeport/Connecticut. Der Flug ist in der Luftfahrtgeschichte umstritten und hat die Entwicklung des Motorflugs nicht beeinflusst.
    • 1. Oktober: Das Wasserflugzeug des Österreichers Wilhelm Kress wird bei einem Startversuch am Wienerwaldsee zerstört.
    • 19. Oktober: Der Brasilianer Alberto Santos-Dumont umfährt mit seinem Luftschiff Nr. 6 von St. Cloud kommend den Eiffelturm und kehrt in 30 Minuten zum Startplatz zurück. Das waren die Bedingungen des mit 100.000 Francs dotierten Deutsch-Preises.
    • Erste Flüge eines Motorflugmodells mit Benzinmotor durch Samuel Pierpont Langley.
    • Die Brüder Wright optimieren ihre Tragflächen durch Windkanalmessungen.
Rückansicht von Wilbur Wright vom 24. Oktober 1902 bei einer Rechtskurve mit dem Doppeldecker-Gleiter.
17. Dezember 1903: Orville Wright fliegt mit dem Flyer
  • 1903
    • 31. März: Angeblicher erster bemannter Motorflug des Neuseeländers Richard Pearse über 100 m in Waitohi. Der Flug ist durch keine unabhängige Quelle belegt und hat die Entwicklung des Motorflugs nicht beeinflusst.
    • 18. August: Angeblicher erster bemannter Motorflug des deutschen Karl Jatho über 60 m in Hannover auf der Vahrenwalder Heide. Der Flug ist durch keine unabhängige Quelle belegt und hat die Entwicklung des Motorflugs nicht beeinflusst.
    • 8. Oktober und 8. Dezember: Das Motorflugzeug The Great Aerodrom von Prof. Samuel Pierpont Langley stürzt bei beiden Flugversuchen sofort nach dem Katapultstart von einer schwimmenden Rampe im Potomac bei Washington ab.
    • 17. Dezember: Vier erfolgreiche Flüge, die die Brüder Wright in den Dünen bei Kitty Hawk (North Carolina) mit ihrem Wright Flyer abwechselnd ausführen, gelten heute als der Beginn des gesteuerten Motorflugs. Nach einem Flug über 59 Sekunden wird der Doppeldecker am Boden durch Böen beschädigt, so dass die Versuche erst im Folgejahr weitergeführt werden.
    • Der Russe Konstantin Ziolkowski leitet in seinem Beitrag: „Erforschung des Weltraumes mittels Reaktionsapparaten“ die Raketengrundgleichung her.
  • 1906
    • 18. März: Dem Rumänen Traian Vuia gelingt ein kurzer Flug als erster ohne Starthilfe.
    • 3. September, 23. Oktober und 12. November: Alberto Santos-Dumont unternimmt mit seiner 14-bis die ersten Motorflüge vor einem sachkundigen Publikum in Paris. Zum Starten benötigt er weder ein Katapult, noch eine Anhöhe. Diese Flüge gelten als die ersten kontrollierten Flüge mit einem Flugzeug in Europa und die ersten durch die FAI beglaubigten Motorflüge der Welt.
Der Voisin Standard Doppeldecker von 1907 mit Farman am 13. Januar 1908 beim Flug zum Grand Prix d'Aviation
Farman am 30. Oktober 1908 mit seiner Voisin beim ersten Überlandflug von Chalons nach Reims (27 Kilometer in 20 Minuten).
  • 1908
    • 13. Januar: Henri Farman fliegt mit seiner Voisin-Farman I eine geschlossene Strecke über 1 km und gewinnt damit den dafür ausgesetzten Grand Prix d’Aviation in Höhe von 50.000 Francs.
    • 11. Mai: Erfolgreicher Flug der Brüder Wright vor Journalisten des New York Herald, des London Daily Mail und des New York American. Das erste Foto von einem Motorflug der Brüder Wright wird am 30. Mai 1908 im Colliers´ veröffentlicht. Das Foto im New York Herald am 14. Mai 1908 stellte sich als Fälschung heraus.
    • 14. Mai: Wilbur Wright führt mit Charles W. Furnas den ersten Passagierflug über 2,5 Meilen in seinem Serienmodell Wright Model A durch.
    • 4. September: Die Brüder Wright veröffentlichten ihre Flüge vor 1908 inklusive ihrer Fotos.
    • 9. September: Mit dem Passagier Lt. Frank P. Lahm stellt Orville Wright drei neue Rekorde auf. Mit 57 Minuten Flugdauer und mit einer Höhe von 110 Meter bedeutete das jeweils Weltrekord für das Wright Model A.
    • 17. September: Der US-amerikanische Oberleutnant Thomas E. Selfridge wird bei einem Absturz in Virginia das erste Todesopfer in einem von Orville Wright gesteuerten Flyer.
    • 28. September: die Wrights flogen 1 Stunde und 7 Minuten. Sie flogen 48 km und 120 m weit und gewinnen dafür einen 5.000 Francs dotierten Preis von der Flugkommission des Aero Club de France.
    • 28. Oktober: Hans Grade unternahm seinen ersten Flug auf dem Cracauer Anger in Magdeburg. In rund 8 Metern Höhe flog er 100 Meter.
    • 30. Oktober: Henri Farman flog in 20 Minuten 27 Kilometer mit seiner auf Querruder umgerüsteten Voisin von Chalons nach Reims. Dieser Flug wurde von Scientific American als erster Überlandflug eines Motorflugzeugs gemeldet (s. Bild).
    • Oktober: August Euler eröffnet auf dem Fuß-Exerzierplatz des Truppenübungsplatzes Griesheim den ersten Flugplatz in Deutschland.
    • 31. Dezember: Wilbur Wright fliegt 2 Stunden und 18 Minuten und gewinnt den Michelin Cup Preis für 20.000 Francs und den Albert Triaca Preis für 500 Francs. Er fliegt einen neuen Distanzrekord mit 123 km und 200 m.
    • Die United States Army kündigt die Anschaffung von Flugmaschinen an.
Bleriot im Flug im Mai 1909

1910–1919: Luftfahrtindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1910
    • 8. März: Raymonde de Laroche besteht als erste Frau weltweit die Pilotenprüfung.
    • 28. März: Dem Franzosen Henri Fabre gelingt der erste Start mit einem Wasserflugzeug.
    • 6. April: Die Etrich Taube, eins der meistgebauten Flugzeuge vor dem Ersten Weltkrieg, hat ihren Erstflug.
    • 28. August: Armand Dufaux startet mit der Dufaux 4 vom östlichen Ende des Genfersees und fliegt in 56 Minuten und 5 Sekunden unweit des Südufers rund 66 Kilometer nach Genf. Er gewinnt damit das von den Automobilpionieren Perrot Duval ausgeschriebene Preisgeld von 5000 Schweizer Franken für die Überquerung des Genfersees auf seiner gesamten Länge; zu diesem Zeitpunkt war das der weltweit längste Flug über offenes Wasser.
    • Frederick Baldwin und John A.D. McCurdy sind in einem Curtiss-Doppeldecker die ersten Piloten, die Funksignale zur Erde senden.
Industrielle Serienproduktion von Kampfflugzeugen bei Sopwith 1918.
  • Erster Weltkrieg
Bereits im Ersten Weltkrieg werden Kampfflugzeuge zu Tausenden produziert. Entsprechend des Einsatzzweckes werden spezielle Aufklärungs-, Bomben- und Jagdflugzeugtypen gebaut; doch beeinflusst deren Einsatz das Kriegsgeschehen nur bedingt. Seit dem Spanischen Bürgerkrieg werden Flugzeuge zur Hauptwaffe in der Kriegsführung und entwickeln sich nach dem Zweiten Weltkrieg rasant weiter.
Die Junkers J 1 von 1915, das erste Ganzmetallflugzeug der Welt.
  • 1915
12. Dezember: Hugo Junkers erprobt das erste freitragende Ganzmetallflugzeug der Welt, die Junkers J 1.
  • 1916
15. Juli: William Boeing gründet einen Monat nach dem erfolgreichen Erstflug seines ersten Flugzeugs B & W Seaplane die Pacific Aero Products Company, die er 1917 in Boeing Aeroplane Company umbenennt, und beginnt mit der Produktion von Flugzeugen.
  • 1918
21. April: Manfred von Richthofen, der Rote Baron, wird in seinem Dreidecker abgeschossen und stirbt.
Die Vickers Vimy von Alcock und Brown beim Start in St. John’s, Neufundland am 14. Juni 1919
  • 1919
    • 8. Januar: Die Deutsche Luft-Reederei, ein Vorläufer der Lufthansa – als militärisches Lufttransport-Unternehmen am 13. Dezember 1917 im Ersten Weltkrieg gegründet –, erhält die Zulassung als zivile Luftverkehrsgesellschaft.
    • 15. Juni 1919: John Alcock und Arthur Whitten Brown überqueren erstmals den Atlantik zwischen Neufundland und Irland nonstop mit einem Flugzeug, einer umgebauten Vickers Vimy.
    • 25. Juni: Erstflug der Junkers F 13 von Hugo Junkers, des ersten freitragenden Ganzmetall-Verkehrsflugzeugs der Welt, dessen Konstruktionsprinzipien richtungsweisend für folgende Flugzeuggenerationen werden.
    • 6. Juli 1919: Dem britischen Luftschiff R34 gelingt 1919 als erstem Luftfahrzeug sowohl die Hinfahrt von Schottland nach Mineola als auch wenige Tage später die Rückfahrt nonstop über den Atlantik.
    • 7. Oktober 1919: In den Niederlanden wird die KLM gegründet, die älteste international operierende Luftfahrtgesellschaft.

1920–1929: Passagierluftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Junkers F13, wie sie ab 1921 von der Junkers Luftverkehr AG eingesetzt wurde.
1922: Flugplatz Königsberg-Devau – Silhouette eines abflugbereiten Vogels
  • 1920
15. Juli bis 31. August: 1. Rhön-Segelflugwettbewerb auf der Wasserkuppe, der dann bis 1939 jährlich wiederholt wird.
  • 1921
Junkers gründet eine eigene Fluggesellschaft, die Junkers Luftverkehr AG.
  • 1922
    • 18. August: Auf der Wasserkuppe (Rhön) gelingt Arthur Martens mit der HAWA Vampyr der erste Stundenflug mit einem Segelflugzeug.
    • Für Königsberg wird durch den Architekten Hanns Hopp der Flughafen Devau, der erste Flughafen-Komplex, der speziell für den kommerziellen zivilen Luftfahrtbetrieb vorgesehen ist, entworfen und errichtet. Die Gebäude-Anordnung – 50 m breite Hallen flankierten Empfangs- und Verwaltungsgebäude – ergab die Silhouette eines abflugbereiten Vogels.
  • 1924
Huff Daland Dusters, die Vorläuferin von Delta Airlines, wird gegründet.
  • 1925
In Deutschland werden zum ersten Mal während eines Passagierfluges Stummfilme gezeigt.
  • 1926
    • 6. Januar: Die beiden Gesellschaften Deutschen Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr vereinen sich in Berlin zur Gründung der Lufthansa („Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft“). Die Aufnahme des planmäßigen Flugverkehrs erfolgte am 6. April 1926.
    • Die erste Nachtflugstrecke mit Passagierflugzeugen wird zwischen Berlin und Königsberg eingerichtet.
  • 1929
    • 12. Juli: Erstflug des zwölfmotorigen Flugbootes Dornier Do X. Am 21. Oktober unternimmt die Do X einen Flug mit 169 Menschen an Bord. Der Rekord hält 20 Jahre.
    • LOT Polish Airlines, Cubana de Aviacion und Pan Am werden gegründet.

1930–1939: Fernflüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1930
18. Mai: Dr. Hugo Eckener eröffnet mit dem deutschen Luftschiff LZ 127 die erste regelmäßige Transatlantiklinie nach Südamerika.
Junkers Ju 52 von 1932
Douglas DC-3, Erstflug 1935
Die Focke-Wulf Fw 61 ist 1936 der erste gebrauchsfähige Hubschrauber der Welt.
  • 1936
5. März: Erstflug der Vickers Supermarine Spitfire, später eines der wichtigsten Jagdflugzeuge im Zweiten Weltkrieg.
  • 1937
    • 6. Mai: LZ129 Hindenburg verunglückt bei der Landung in Lakehurst während einer Linienfahrt im Rahmen des Nordamerika-Programms der DZR. Dieses Unglück fordert 36 Menschenleben und markiert das Ende der Verkehrsluftschifffahrt.
    • 3. Juli: Amelia Earhart verschwindet von einem Flug von Lae, Neuguinea nach Howland Island und wird seitdem vermisst.
    • Hanna Reitsch ist die erste Frau der Welt, die Hubschrauber fliegt (Focke-Wulf Fw 61).
  • 1938
    • 10. August: Eine Focke-Wulf Condor überfliegt als erstes landgestütztes Passagierflugzeug beim Nonstop-Flug von Berlin nach New York den Atlantik.
    • 31. Dezember: Erstflug der Boeing 307 Stratoliner, des ersten mit einer Druckkabine ausgestatteten zivilen Flugzeugs.
  • 1939
    • 26. April: Eine Messerschmitt Me 209 stellt mit 755 km/h einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord auf. Für Flugzeuge mit Kolbenmotoren hält der Rekord 30 Jahre.
    • 20. Mai: Einrichtung einer regelmäßigen Fluglinie über den Nordatlantik (New York – Lissabon – Marseille) durch Pan American World Airways.
    • 27. August: Mit dem Erstflug der Heinkel He 178 beginnt das Jet-Zeitalter.

1939–1945: Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1941
2. Oktober: Eine Messerschmitt Me 163 „Komet“ erreicht als erstes Flugzeug die 1000-km/h-Marke (1003,67 km/h).
Die Me 262, Erstflug 1941 (mit Strahltriebwerken 1942), ist das erste in Serie gebaute Flugzeug mit Strahltriebwerken.
Die B-29, Erstflug 1942, war der größte und leistungsfähigste Bomber des Zweiten Weltkriegs.
  • 1942
    • 18. Juli: Erster Flug der Me 262, des ersten in Serie gebauten Flugzeugs mit Strahltriebwerken, bei dem die späteren Serientriebwerke zum Einsatz kommen.
    • 21. September: Erstflug der B-29, dem größten und leistungsfähigsten Bomber des Zweiten Weltkriegs.
    • September: Mit der Messerschmitt Me 323 „Gigant“ geht das erste Transportflugzeug in Serienfertigung. Die sechsmotorige Maschine hat den gleichen Frachtraum wie ein Eisenbahnwaggon und kann als höchste Nutzlast 20 Tonnen tragen.
    • 3. Oktober: Eine A4-Rakete, auch als V2 bekannt, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von fast Mach 5 (4824 km/h) und eine Gipfelhöhe von 84,5 km. Der erste Schritt in den Weltraum ist gemacht.
  • 1943
13. Januar: Erster Notausstieg in der Luftfahrtgeschichte mit einem Schleudersitz, aus einer Heinkel He 280, dem ersten Flugzeug der Welt mit Schleudersitz.

1945–1949: Die ersten Nachkriegsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bell X-1, mit der am 14. Oktober 1947 der erste Überschallflug gelingt.
De Havilland Comet, Erstflug 27. Juli 1949.
  • 1949
27. Juli: Das weltweit erste in Serie gebaute Passagierflugzeug mit Strahltriebwerken.

Alouette II, Erstflug 12. März 1955
Boeing 707, Erstflug 20. Dezember 1957

1950–1959: Gasturbinen-Antriebe – Jets, Turboprops und Turbinenhubschrauber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Einführung von Gasturbinen in der zivilen Luftfahrt wurden die Flugleistungen deutlich gesteigert. Zum Beispiel sind mit Jets die Flugreisen um rund die Hälfte verkürzt.

  • 1952
2. Mai 1952: Die British Overseas Aircraft Corporation (BOAC) nahm mit der De Havilland Comet den weltweit ersten Liniendienst mit Düsenflugzeugen zwischen London und Johannesburg auf.
  • 1953
17. April: Das erste Verkehrsflugzeug mit Turboprop-Antrieb, eine Vickers Viscount der BEA, nimmt den Liniendienst auf.
7. Juli: Die Bundesanstalt für Flugsicherung übernimmt die Durchführung der zivilen Flugsicherungsdienste, nachdem die Alliierten die unter ihrer Kontrolle stehende Flugsicherung in deutsche Hände gelegt haben. Sie ist Vorläuferin der heutigen Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS)
  • 1954
Die Deutsche Lufthansa AG entsteht neu, durch Umbenennung aus der ein Jahr zuvor gegründeten „LUFTAG (Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf)“.
  • 1955
12. März 1955: Erstflug der Alouette II, einer der ersten in Serie gefertigten Hubschraubertypen mit Gasturbinentriebwerk.
1. April 1955: Erster Linienflug der Deutschen Lufthansa.
17. Juni 1955: Erstflug der Tu-104, die bereits ein Jahr später bei der sowjetischen Aeroflot regulär eingesetzt wird.
  • 1957
20. Dezember: Erstflug der Boeing 707, die bereits 1958 bei der Pan Am den Liniendienst beginnt.
  • 1958
30. Mai: Erstflug der Douglas DC-8. Einsatz ab 18. September 1959 bei United Airlines und Delta Airlines.
Tupolew Tu-144, Erstflug 31. Dezember 1968
Boeing 747, Erstflug 9. Februar 1969

1960–1969: Überschalljets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1962
Kubakrise und Einsatz der Lockheed U-2.
  • 1963
10. April: Der erste Überschall-Senkrechtstarter der Welt, die deutsche Maschine EWR VJ 101, beginnt seine Flugerprobung.
19. Juli: Joseph Albert Walker erreicht mit dem Raketenflugzeug North American X-15 eine Flughöhe von 100 km.
  • 1967
3. Oktober 1967: Die X-15 stellt mit 7.274 km/h (Mach 6,1) einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf.
28. Dezember 1967: Erstflug des britischen Senkrechtstarters Hawker Siddeley Harrier.
  • 1968
31. Dezember: Erstflug des Überschallpassagierflugzeugs Tupolew Tu-144.
  • 1969
9. Februar 1969: Erstflug des Jumbojets Boeing 747.
2. März 1969: Erstflug der Concorde.

1970–1979: Großraumjets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970ern wird Fliegen billiger und für jedermann erschwinglich.

  • 1972
29. August 1970: Erstflug der McDonnell Douglas DC-10.
16. November 1970: Erstflug der Lockheed L-1011 TriStar.
  • 1972
28. Oktober 1972: Erstflug des Airbus A300.
  • 1974
31. März 1974: Durch Zusammenlegung der British Overseas Airways Corporation (BOAC) und der British European Airways (BEA) entsteht die neue Fluggesellschaft British Airways.
  • 1976
22. Dezember 1976: Erstflug der Iljuschin Il-86.
  • 1978
28. Oktober 1978: In den USA wird der Airline Deregulation Act verabschiedet, welcher zur Deregulierung der kommerziellen Passagierluftfahrt in den USA führt. Dieses Gesetz sollte zu einer kompletten Umgestaltung des amerikanischen Flugmarkts führen. Gesellschaften, die sich nicht zusammenschließen, sehen sich akut vom Konkurs bedroht.
  • 1979
12. Juni 1979: Erstmals überquert ein pedalangetriebenes ultraleichtes Muskelkraft-Flugzeug den Ärmelkanal.

1980–1989: Deregulierung in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981
Honeywell FMS in einer Boeing 767-300 (1981)
26. September: Die Boeing 767, das erste mit FMS ausgerüstete Verkehrsflugzeug, hat seinen Erstflug.
Die Fluglotsen der USA gehen in einen Streik. Die Regierung entlässt die Streikenden und ersetzt sie durch Militärs und neu eingestelltes Personal.
Die US-Regierung dereguliert die Treibstoffpreise und erhöht damit die Kosten der Fluglinien.
Erste Fluglinien führen die Business-Class ein.
Das Tilt-Rotor-Versuchsflugzeug XV-15 fliegt auf der Pariser Luftfahrtschau.
  • 1982
3. April: Erstflug des Airbus A310.
  • 1983
1. September: Alle 269 Passagiere des Korean-Air-Lines-Flug 007 sterben, als das Flugzeug über sowjetisches Gebiet gerät und von einem sowjetischen Su-15-Jäger abgeschossen wird.
Die letzte DC-10 wird gebaut, McDonnell Douglas gibt den Namen DC (Douglas Commercial) auf und nennt seine Flugzeuge fortan MD (McDonnell Douglas).
Auf der Luftfahrtschau in Paris wird das Space Shuttle „Enterprise“ auf dem Boeing-747-Transporter gezeigt.
  • 1984
23. Dezember: Pan Am setzt für die Nonstop-Transatlantik-Flüge von Hamburg nach New York erstmals den nur zweistrahligen Airbus A300/A310 ein. Wegen der nur zwei Triebwerke musste aus Sicherheitsgründen in den ersten Jahren ein Umweg entlang der Küstenlinien geflogen werden.
  • 1985
April: TWA nimmt als erste Fluggesellschaft den Betrieb über den Nordatlantik mit zweimotorigen Flugzeugen (Boeing 767-200 ER) auf, die sich maximal 75 Minuten von einem Ausweichflughafen entfernen.
Mai: Daimler-Benz übernimmt die Firma Dornier.
Die sowjetische Antonow An-124 (Abfluggewicht 405 Tonnen) wird dem Westen auf der Pariser Luftfahrtschau vorgestellt.
Hier wird auch die ATR 42 vorgestellt, ein italienisch-französisches Projekt von Aeritalia und Aérospatiale.
Pan Am verkauft die seit 1937 aufgebauten Pazifikrouten an United Airlines.
  • 1986
Boeing kauft De Havilland of Canada, um in den wachsenden Markt für Regionalflugzeuge einzusteigen.
Auch die zweimotorige Boeing 757 fliegt nun regelmäßig über den Nordatlantik.
People Express, Frontier, Western, Republic, Pacific Southwest und andere amerikanische Fluglinien werden aufgekauft oder gehen in Konkurs.
Texas Air wird die größte westliche Fluggesellschaft.
Im Juni gibt MBB die deutsch-chinesische Entwicklung des Regionalverkehrsflugzeuges MPC 75 bekannt.
Im August testet General Electric ein UDF (engl. unducted Fan)-Triebwerk mit frei- bzw. offenliegendem Propeller an einer Boeing 727. Lärm und Vibrationen bringen Probleme.
Boeing liefert im September als 5000. Flugzeug eine Boeing 737-300 aus.
Canadair stellt den Business-Jet Challenger 601 fertig, Gulfstream Aerospace die Gulfstream IV.
McDonnell Douglas startet im Dezember offiziell die Entwicklung des Langstreckenflugzeuges MD-11.
Dick Rutan und Jeana Yeager fliegen mit dem Voyager in neun Tagen um die Welt, ohne nachzutanken.
  • 1987
Prototyp des Airbus A320 im September 1988, allerdings bereits als A320-200 modifiziert.
Die britischen Firmen Rolls-Royce und British Airways werden privatisiert. Im Februar zahlt Eastern Air Lines Bußgelder wegen 78.000 Verstößen gegen die Flugsicherheit.
Der Airbus A320, das erste zivile Flugzeug mit digitaler Fly-by-wire-Steuerung, wird präsentiert.
Im März wird die Dornier Seastar, ein Amphibium in Kunststofftechnologie, vorgestellt.
Am 28. Mai landet Matthias Rust mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau.
Im Juli wird in Köln der Kryo-Windkanal für transsonische Versuche eröffnet.
Die erste in Schanghai (China) in Lizenz gebaute MD-82 fliegt.
Im August werden fünf deutsche Astronauten nominiert.
Die Italienische Piaggio stellt einen Business-Turboprop P.180 „Avanti“ mit Kunststoffteilen und Entenflügel vor.
  • 1988
Die Antonow An-225, das größte Flugzeug der Welt (1988)
3. Juli 1988: Alle 290 Insassen eines Airbus A300 der Iran Air sterben, als das Flugzeug von einem Kriegsschiff der amerikanischen US Navy abgeschossen wird.
21. Dezember 1988: Pan-American-Flug 103 wird über dem schottischen Ort Lockerbie von einer Bombe in der Luft zerstört.
Eine United Boeing 747 SP umrundet die Erde in der Rekordzeit von knapp 37 Stunden.
Das Muskelkraft-Flugzeug Daedalus fliegt 120 km von Kreta nach Santorin.
Dornier startet das 328-Programm, ein Regional-Turboprop in KfK-Technologie.
Die neue sechsmotorige Antonow An-225 hat ein maximales Startgewicht von 600 Tonnen und ist damit das größte Flugzeug der Welt.
  • 1989
Eastern Air Lines meldet nach einem langen und harten Kampf zwischen der Piloten- und Mechanikergewerkschaft und dem Vorstand Frank Lorenzo Konkurs an.
Die Iljuschin Il-96-300, ein vierstrahliges Langstreckenflugzeug mit elektronischem Cockpit, beginnt mit der Flugerprobung. Konzepte für ein Raumverkehrsflugzeug zeigen einen „lifting body“.
Eine MD-80 fliegt mit dem PW/Allison UHB (Ultra High Bypass)-Triebwerk, das aber nicht in Serie geht.
Die NASA schließt eine Human-Factors-Studie über 757-Piloten ab. Es bleibt fraglich, ob ein stark automatisiertes Cockpit die Arbeitsbelastung verringert oder die Flugsicherheit erhöht.
Im September wird die Fusion von Daimler-Benz und MBB genehmigt, wodurch die im Mai gegründete Deutsche Aerospace AG (DASA) zum größten deutschen Konzern der Branche wird.
Im Dezember fallen beim KLM-Flug 867 alle vier Triebwerke, als die Maschine in eine Wolke von Vulkanasche flog. Der Besatzung gelingt es, die Triebwerke wieder zu starten.
Auf der Pariser Luftfahrtschau werden die sowjetischen Kampfflugzeuge MiG-29 und die Su-27 zum Verkauf angeboten. Die US Navy schießt zwei libysche MiG-23 über dem Mittelmeer ab.

1990–2000: Die nationalen Fluggesellschaften Europas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990
Der neue MD-520N-Notar-Helikopter von McDonnell Douglas wird durch einen Luftstrom gesteuert und hat keinen Heckrotor. Im März beschließt Airbus Industries, den A321 in Hamburg zu bauen. Damit wird erstmals in Deutschland wieder ein Großflugzeug gebaut. In den USA ordnet die FAA Überprüfungen und strukturelle Verstärkungen älterer Jets (mehr als 20 Jahre) an. Im Mai beschließt BMW, gemeinsam mit Rolls-Royce Triebwerke zu bauen. Nach der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober übernimmt die deutsche Luftwaffe die MiG-29 der NVA. Neue Verkehrsflugzeuge dürfen seit November nur noch mit leisen Triebwerken in dem Gebiet der EU landen. Boeing startet im Dezember offiziell das 777-Programm, die der größte Twin der Welt wird.
  • 1991
Der Luftverkehr geht wegen des Golfkrieges stark zurück. Die meisten Fluglinien der Welt geraten in eine Verlustzone. Die 1927 gegründete Pan American Airlines wird von Delta übernommen und aufgelöst. USAir, Delta, United und American Airlines verstärken ihr Auftreten in Europa. Am 4. Dezember muss die 1927 gegründete Pan American World Airways den Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung einstellen.
  • 1992
Die Weltwirtschaft gerät in eine Rezession. Am 17. Mai wird der neue Flughafen München eröffnet. Alle Fluglinien außer British Airways machen Verlust. Bei Tarifverhandlungen mit der Lufthansa wird einem Lohnstopp und Stellenabbau zugestimmt, um die defizitäre Fluglinie zu entlasten.
Nach der Auflösung der Sowjetunion zum 1. Januar bilden sich aus der Aeroflot einzelne nationale Fluggesellschaften für die jetzt in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) organisierten Länder. Dabei tritt Aeroflot als eingetragene russische Gesellschaft mit Sitz in Moskau die Rechtsnachfolge des bisherigen sowjetischen Luftfahrtunternehmens in Russland an.
Die bereits vor mehr als einem Jahr gegründete „Deutsche British Airways“ (DBA) übernimmt Ende März die in Friedrichshafen beheimatete, bislang allein im regionalen Luftverkehr tätige Delta Air. DBA, an der der britische Mutterkonzern mit 49 Prozent beteiligt ist, erwirbt dabei die gesamten Anteile der Delta Air von ihren Vorbesitzern. Nach Abschluss der Transaktion soll Delta Air in Deutsche BA umbenannt werden. Presseberichten zufolge will British Airways die deutsche Tochter DBA zu einer ausgesprochenen Billigfluggesellschaft entwickeln. DBA will mit einer Flotte von neuen Boeing 737-300 sowohl innerdeutsche wie auch internationale Strecken bedienen.
11. Mai, Der neue, auf der Namen Franz Josef Strauß getaufte Münchener Flughafen geht nach 38-jähriger Planungs- und Bauarbeit offiziell in Betrieb. Als erster Passagierflug startet pünktlich um sechs Uhr eine Lufthansa Boeing 747 mit zahlreichen Ehrengästen zum Eröffnungsflug. Stunden zuvor waren – kurz nach dem Start des letzten Lufthansa-Flugs mit einer auf den Namen „Freising“ getauften Boeing 737-500 – die Lichter auf dem Flughafen Riem für immer erloschen.
2. November, Erstflug des Airbus A330
  • 1994
12. Juni, Erstflug der Boeing 777, des größten zweistrahligen Verkehrsflugzeugs der Welt
  • 1995
Gründung der Billigfluglinie Easyjet. Eine Concorde stellt mit 31 Stunden, 27 Minuten und 40 Sekunden einen neuen Rekord für die schnellste Weltumrundung auf.
  • 1996
Das deutsch-amerikanische Abkommen im Luftverkehr ist, nach der Übergangsvereinbarung vom 24. Mai 1994, von den Verkehrsministern Matthias Wissmann und Frederico Pena im April 1996 vereinbart worden. Es eröffnete die Liberalisierung im transatlantischen Luftverkehrsmarkt.
  • 1997
Gründung der Star Alliance
  • 1999
Gründung der Oneworld Alliance
  • 1999
Nonstop-Weltumrundung mit einem Ballon.

Seit 2000: Boeing und Airbus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000
Gründung der SkyTeam Allianz. Aus Aérospatiale, Deutsche Aerospace und CASA entsteht EADS.
  • 2001
Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA. In der Folge liegt der Flugverkehr in den USA für einige Tage lahm. Die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen werden erhöht. Die Zahl der Fluggäste geht zurück, und eine Reihe von Fluggesellschaften gerät in eine wirtschaftliche Krise.
  • 2002
Erstflug der Embraer EMB 200A (Ipanema) mit einem Ethanolmotor. Als erstes Luftfahrzeug mit Alkoholtriebwerk erhielt die Maschine 2004 die Zulassung. Erbaut wurde das Flugzeug von dem Team um Vicente Camargo.
  • 2003
Letztmaliger Flug einer Concorde zum Luftfahrt-Museum in Filton.
  • 2005
A380-800 in Airbus-Werkslackierung (2005)
27. April, Erstflug des Airbus A380. Der A380 ist derzeit das größte in Serienfertigung produzierte zivile Verkehrsflugzeug in der Geschichte der Luftfahrt.
  • 2009
15. Dezember, Erstflug des Dreamliners Boeing 787
  • 2010
Ab 15. April: Der Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010 führt zu einer mehrtägigen Einstellung des Luftverkehrs über Nord- und Mitteleuropa.
  • 2013
14. Juni, Erstflug des Airbus A350

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Fecker: „Die Welt der Luftfahrt“, Verlag GeraMond, München 2005, ISBN 3-7654-7221-2.
  • Helmuth Trischler, Kai-Uwe Schrogl (Hrsg.): Ein Jahrhundert im Flug – Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland 1907–2007, Frankfurt/New York, campus 2007, ISBN 978-3-593-38330-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lynn White: „Eilmer of Malmesbury, an Eleventh Century Aviator: A Case Study of Technological Innovation, Its Context and Tradition“. In: Technology and Culture, Bd. 2, Nr. 2 (1961), S. 97–111 (hier: S. 100–101), doi:10.2307/3101411.
  2. J. Gordon Leishman: Principles of Helicopter Aerodynamics. Cambridge University Press, Cambridge NY 2006, S. 9, ISBN 0-521-85860-7.
  3. Charles Nicholl: Leonardo da Vinci – Die Biographie. S. Fischer, Frankfurt am Main 2006, S. 271–272, ISBN 978-3-10-052405-8.
  4. Arbeitskreis Braunschweiger Luftfahrtgeschichte e. V. (Hrsg.): Braunschweigische Luftfahrtgeschichte. Appelhans Verlag Braunschweig 2010, ISBN 978-3-941737-18-1, S. 48.
  5. 10. August 1888: Erster Motorflug der Geschichte mit Daimler-Einzylindermotor
  6. Offizielle Homepage der Schweizer Luftwaffe: Der erste Schweizer Militärflug, abgerufen am 24. Dezember 2008.
  7. V. Lougheed: The Secret Experiments of the Wright Brothers in Popular Mechanics, 12/1911 S. 797 ff. (PDF; 5,1 MB)