Chronologie der Luftfahrt

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Die Chronologie der Luftfahrt ist eine Liste von historischen Ereignissen der Luftfahrt.

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1782: Anfänge der Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „Ritt auf einem Vogel“, ein Handlungselement des Etana-Mythos aus dem 24. Jahrhundert v. Chr. (Abbildung der Tonabrollung eines Rollsiegels)
Der Vogel von Sakkara aus dem 2. Jahrhundert vor Chr.
Die präkolumbianischen Vögel des Otún aus dem 4. bis 7. Jahrhundert nach Chr.
  • 24. Jahrhundert v. Chr.
Im Etana-Mythos will der Hirte Etana für seine kinderlose Gattin „das Kraut des Gebärens“ vom Himmel herunterholen, stürzte aber, als er fast das Ziel erreicht hatte, mitsamt seinem Adler in die Tiefe.
  • 5. Jahrhundert v. Chr.
Drachen sind die ersten historisch nachweisbaren, vom Menschen geschaffenen Fluggeräte (China 5. Jahrhundert v. Chr.).
  • 2. Jahrhundert v. Chr.
Beim Vogel von Sakkara, einem hölzernen Artefakt aus einer Grabstätte im ägyptischen Sakkara, könnte es sich um das Modell eines Fluggerätes handeln.
  • 2. Jahrhundert
Der römische Schriftsteller Aulus Gellius beschreibt in seinen Noctes Atticae die „Taube des Archytas“, eine flugfähige hölzerne Nachbildung einer Taube aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.[1]
  • 4. bis 7. Jahrhundert
Aus dieser Zeit datieren die präkolumbianischen Pájaros del Otún (dt. „Vögel des Otún“) aus der Quimbaya-Kultur im heutigen Kolumbien. Die nur wenige Zentimeter großen goldenen Objekte mit Rumpf, deltaförmigen Flügeln und senkrechter Heckflosse sind u. a. im Museo del Oro in Bogotá, im Übersee-Museum Bremen und im Ethnologisches Museum in Berlin zu sehen und werden von Befürwortern der Prä-Astronautik als Flugzeuge interpretiert.[2]
  • 9. Jahrhundert
Dem muslimischen Dichter, Gelehrten und Wissenschaftler Abbas ibn Firnas wird der Bau eines Fluggeräts, welches ihm das Fliegen ermöglicht, zugeschrieben.[3]
  • 10. Jahrhundert
Der Fesseldrachen ist vermutlich über den pazifischen Raum verbreitet und wurde zu bemannten, militärischen, religiösen und zeremoniellen Zwecken eingesetzt.
  • 1000–1010
Dem englischen Mönch Eilmer von Malmesbury wird ein Gleitflug über zweihundert Meter zugeschrieben.
  • circa 1260
Roger Bacon beschreibt in seiner Schrift De secretis operibus artis et naturae einen Ornithopter.
  • 1282
Marco Polo berichtet über bemannte und rituelle Drachenaufstiege.
  • 1326
Darstellung eines geflügelten Luftsackdrachens in Walter de Milemetes Schrift „De nobilitatibus“.
  • 1486–1513
Flugspirale von Leonardo da Vinci (Manuskript B, Folio 83v), datiert um 1487–1490
Flugtechnische und mathematische Studien von Leonardo da Vinci (1452–1519). In seinen Aufzeichnungen, wie dem „Kodex über den Vogelflug“ und den sogenannten „Pariser Manuskripten“, finden sich unter anderem: ein Fallschirmentwurf, ein Hubschrauber[4], Entwürfe für Schwingenflugzeuge, Strömungsuntersuchungen und Stromlinienkörper.[5]
  • circa 1500
Auf seinem Triptychon „Die Versuchungen des heiligen Antonius“ stellt Hieronymus Bosch zwei kämpfende Luftschiffe über einer brennenden Stadt dar.
  • 1589
Giambattista della Porta veröffentlicht in Band 20 seiner Magiae naturalis die Baubeschreibung eines Fesseldrachens.
  • 1616
Fausto Veranzio veröffentlicht eine Zeichnung eines Fallschirmspringers, der als Homo volans („fliegender Mensch“) bezeichnet ist.
  • 1644
Dem italienischen Physiker Evangelista Torricelli gelingt der Nachweis des Luftdruckes und die Erzeugung eines luftleeren Raumes, der „Torricellische Leere“.
  • 1654
Der Physiker und Bürgermeister von Magdeburg Otto von Guericke misst das Gewicht der Luft.
  • 1670
Francesco Lanas Entwurf eines durch Vakuumauftrieb fahrenden Luftschiffes (s. 1670)
Der Jesuit Francesco Lana Terzi beschreibt in seiner Schrift „Prodromo“ („Vorbote“) ein Vakuum-Luftschiffprojekt, das als erster realistischer technischer Entwurf für ein Luftschiff gilt. Lana schreibt jedoch: „Gott wird es niemals zulassen, dass eine solche Maschine zustande kommt…denn wer sieht nicht, dass keine Stadt vor Überfällen sicher wäre…“.
  • 1676
Der Physiker und Mathematiker Philipp Lohmeier, Professor der Universität Rinteln, veröffentlicht seine Dissertation De artificio navigandi per aërem (Von der Kunst durch die Luft zu schifffahren). Der vermutliche Ideengeber Francesco Lana Terzi (s. 1670) wurde in der Publikation nicht genannt.
  • 1709
Zeitgenössische Darstellung von Gusmãos Flugapparat (s. 1709)
August: Der brasilianische Augustinerpater Bartolomeu Lourenço de Gusmão absolviert in Lissabon mehrere Heißluftballon-Versuche.
  • 1765
Deckblatt von Bauers Flugzeughandschrift (s. 1765)
Melchior Bauer beschreibt in seiner Flugzeughandschrift, veranschaulicht durch Konstruktionszeichnungen, ein Gleitflugzeug mit starren V-förmigen Flügeln.
  • 1782
Flugapparat von Carl Friedrich Meerwein (s. 1782)
Carl Friedrich Meerwein, ein badischer Baumeister, veröffentlicht eine Studie mit dem Titel „Der Mensch! sollte der nicht auch mit Fähigkeiten zum Fliegen gebohren seyn?“. Darin berechnet er aufgrund detaillierter Messungen an verschiedenen Vogelarten Größe und Gewicht eines Flugapparats, mit dem ein Mensch nach seiner Überzeugung fliegen kann. Dieser Arbeit fügt er auch Detailzeichnungen seiner Maschine bei und gibt die Materialien für den Bau vor.

1783–1890: Ballone und Fluggeräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung des ersten bemannten gefesselten Ballonaufstiegs am 19. Oktober 1783 in Paris.
Der 1783 bei Gonesse geplatzt niedergehende Wasserstoffballon des Parisers Jacques Charles
  • 1784
    • 28. Januar: Der Ballon Ad Astra steigt in Braunschweig zum ersten Flug in Deutschland auf. Am 8. Februar folgt sein zweiter und letzter Flug.[6]
  • 1794
In Frankreich wird unter Jean Marie Joseph Coutelle die erste militärische Balloneinheit, die Compagnie d’aérostiers aufgestellt. Einige Wochen später folgt eine zweite Kompanie. Die Einheiten dienten mit Fesselballons der Aufklärung und nahmen unter anderem an der Schlacht bei Fleurus und Belagerung von Mainz teil. Ein geplanter Einsatz bei der Ägyptischen Expedition kam nicht mehr zustande. Bis 1802 wurden die Einheiten wieder aufgelöst.[7]
  • 1797
22. Oktober: André-Jacques Garnerin sprang mit einem Fallschirm von einem Ballon ab und wurde „offizieller französischer Staatsluftfahrer“.
  • 1799
Der Engländer Sir George Cayley (1773–1857) skizziert ein Gleitflugzeug mit einem Seiten- und Höhenleitwerk. Sein Manuskript gilt als Ausgangspunkt für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Fluggerät „schwerer als Luft“. Orville Wright: „Cayley war es, der die damals herrschende Verwirrung beseitigen half. […] Er wusste mehr als irgendeiner seiner Vorgänger […] und Nachfolger bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.“
  • 1804
Sir George Cayley, der „Vater der Aeronautik“, baut aufbauend auf seinem Flugzeugkonzept von 1799 ein erfolgreiches unbemanntes Gleitflugmodell.
  • 1807–1816
Jakob Degen konstruiert 1807 ein Schlagflügelflugzeug, 1808 ein Fluggerät mit einem Wasserstoffballon, 1816 eine Luftschraube mit Uhrwerkantrieb (Hubschraubermodell).
  • 1811
31. Mai: Der Schneidermeister Albrecht Ludwig Berblinger aus Ulm, der in die Geschichte als der „Schneider von Ulm“ eingeht, versucht – in Anwesenheit der königlichen Familie – mit einem Flugapparat von der Adlerbastei aus über die Donau zu fliegen. Der Flug misslingt.
  • 1821
19. Juli: Charles Green verwendete Leuchtgas zur Füllung von Gasballons.
  • 1836
7. und 8. November: Ballonfahrt über 722 km von London nach Weilburg durch Charles Green, Robert Hollond und Thomas Monk-Mason.
  • 1839
Charles Green und der Astronom Spencer Rush stiegen im Freiballon auf 7900 m Höhe.
  • 1842
November: Erster vollständiger Entwurf eines Motorflugzeuges mit Dampfmaschinenantrieb durch den englischen Ingenieur William Samuel Henson. Die Patentschrift knüpfte an die Arbeiten Cayleys an. Der Gründungsantrag für eine „Aerial Transport Company“ (Aktiengesellschaft) wurde im englischen Unterhaus unter lautem Gelächter abgelehnt.
  • 1844
Die Einführung der noch heute gebräuchlichen Reißbahn durch den US-Amerikaner John Wise ermöglicht sichere Ballonlandungen.
  • 1848
Juni: John Stringfellow gelang mit einem dampfgetriebenen Eindecker-Modell (Spannweite 3 m) ein erfolgreicher Flug über 40 yd (36,58 m) in einem großen Raum einer Fabrik.
  • 1852
    • 24. September: Die erste motorgetriebene Luftschifffahrt: Henri Giffards dampfgetriebene Konstruktion erreichte eine Geschwindigkeit von etwa 10 km/h.
    • September: Sir George Cayley veröffentlichte einen Bericht über ein Gleitflugzeug, seinen „Governable Parachute“, das ausgiebig ohne Pilot mit Ballast erfolgreich getestet worden sei.
    • Gründung der ersten Gesellschaft zur Förderung der Luftfahrt (Societe Aerostatique de France).
  • 1857
    • Nach erfolgreichen Modellversuchen erhalten die französischen Brüder du Temple de la Croix ein Patent über ein Motorflugzeug.
    • Der französische Kapitän Jean Marie Le Bris unternahm nach Vogelstudien (Albatros) Flugversuche mit Schleppstart, die erfolgreich gewesen sein sollen.
  • 1859
Der französische Luftfahrer und Fotograf Nadar machte bei der Schlacht von Solferino die ersten Luftaufnahmen aus einem Ballon heraus.
  • 1859
1. und 2. Juli: Ballonfahrt über 1292 km durch John Wise mit drei Begleitern (St. Louis-Henderson, USA).
  • 1862
5. September: Der Aeronaut Coxwell und der englische Physiker James Glaisher erreichten bei einem Aufstieg eine Höhe von 9000 m.
  • 1865
    • 20. September: Jacob Brodbeck, unbemannter, motorisierter Flug, schwerer als Luft. Als Antrieb wurde eine Metallspirale ähnlich wie in einer Taschenuhr verwendet.
    • 25. Oktober: Jules Vernes Roman Die Reise zum Mond wurde als Buch veröffentlicht. Der Roman beschreibt den Abschuss eines Mond-Geschosses von Florida, von wo aus viele Jahre später tatsächlich die amerikanischen Raketenstarts erfolgen.
    • Der Franzose d’Esterno schrieb in seinem Buch Über den Flug der Vögel: „Der Gleitflug scheint für die schweren Vögel charakteristisch zu sein; es spricht nichts dagegen, dass es der Mensch bei günstigen Windverhältnissen diesen Vögeln gleichtut.“
    • Der französische Kunstmaler und Landwirt Louis Mouillard unternahm einen erfolgreichen Gleitflugversuch. Nach jahrelangem Vogelstudium gab er 1881 sein Buch Das Reich der Lüfte (L’empire de l’air) heraus, in dem er die Nachahmung des Gleit- und Segelflugs der Vögel, nicht aber des Schwingenflugs für möglich hält.
  • 1867
Henri Giffard installierte auf der Pariser Weltausstellung einen Riesen-Fesselballon für 20 Personen.
Die Albatros II von Jean Marie Le Bris 1868 in Brest. Die erste Fotografie eines Flugzeuges.
  • 1870/1871
Deutsch-Französischer Krieg: Im belagerten Paris wurden insgesamt 66 Ballone gestartet, um den Belagerungsring zu überwinden.
  • 1872
    • 2. Februar: Der französische Marineingenieur Henri Dupuy de Lôme erreichte mit einem muskelkraftgetriebenen Luftschiff eine Geschwindigkeit von 9 bis 11 km/h.
    • 13. Dezember: Erprobung des ersten Luftschiffes mit einem Gasmotor durch den deutschen Ingenieur Paul Haenlein in Brünn. Sein Luftschiff Aeolus erreichte 18 km/h. Die Versuche wurden aus Geldmangel abgebrochen.
Eine Messreihenaufnahme Lilienthals von 1874.
  • 1874
    • 5. Juli: Der Belgier Vincent de Groof verunglückte bei einem Schwingenflugversuch tödlich, als die durch die Arme zu betätigenden Schwingen nach dem Start vom Ballon aus zusammenklappten.
    • Auftriebs- und Widerstandsmessungen an Tragflügelprofilen durch Otto und Gustav Lilienthal, die erst 1889 veröffentlicht wurden. Erforschung u. a. des Vorteils der gewölbten Fläche.
Thomas Moys Luftdampfer von 1875
  • 1875
    • 15. April: Die wissenschaftliche Höhenfahrt des Ballons Zenith auf 8000 m endete mit dem Tod zweier Luftfahrer und der Ertaubung von Gaston Tissandier.
    • Der Engländer Thomas Moy erprobte ein gefesseltes Motorflugmodell mit Dampfmaschinenantrieb und 4 m Spannweite.
  • 1876
Die Franzosen Alphonse Pénaud und Paul Gauchot nahmen ein Patent für ein Motorflugzeug mit Einziehfahrwerk, Flügel-V-Form, Steuerknüppel.
  • 1877
Erster Flug eines dampfgetriebenen Modellhubschraubers von Enrico Forlanini.
  • 1881
    • Der Russe Alexander Fjodorowitsch Moschaiski erhielt ein Patent für ein Motorflugzeug mit Dampfmaschinenantrieb.
    • Der Franzose Louis Mouillard veröffentlichte das Essay „Das Reich der Lüfte“ (L’empire de l’air), in dem er Gleiter mit fester Tragfläche beschrieb.
    • 8. September: Der Verein zur Förderung der Luftschifffahrt wird als erste luftfahrttechnische Organisation Deutschlands gegründet. Von 1888 bis 1899 führte der Verein die Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten durch. Später umbenannt in Deutscher Verein zur Förderung der Luftschiffahrt und Berliner Verein für Luftschifffahrt, führte der Verein 1884 zur Einrichtung des preußischen Luftschiff-Detachements.[9][10]
  • 1882
Der in Berlin gegründete „Deutsche Verein zur Förderung der Luftschifffahrt“ gab die erste deutsche Fachzeitschrift zur Luftfahrt heraus.
  • 1883
Der Deutsche Gottlieb Daimler erfand den schnelllaufenden Verbrennungsmotor, der durch sein günstigeres Verhältnis zwischen Leistung und Gewicht für die Luftfahrt geeignet ist.
Das Luftschiff La France 1885 im Hangar Y
  • 1883/1884
Renard und Krebs bauten im Hangar Y das Luftschiff La France. Es hatte bei einer Länge von 50,42 Metern und einem Durchmesser von 8,40 Metern ein Volumen von 1864 m³ und wurde von einem 9 PS leistenden Elektromotor mit Luftschraube angetrieben.
  • 1886
12. und 13. September: Ballonfahrt über 24 Stunden Dauer durch die Franzosen Hervé und Alluard.
  • 1888
10. August: 1. Auffahrt eines Luftschiffes mit einem Benzinmotor (Motorluftfahrt), der Antriebsquelle, mit der die Luftfahrt erst möglich wurde. Das Luftschiff war von Friedrich Wölfert und dem bereits 1884 verstorbenen Georg Baumgarten, der Motor von Gottlieb Daimler konstruiert worden. Start war auf dem Fabrikhof Daimlers in Cannstatt. Das Luftschiff landete auf dem Exerzierplatz in Aldingen, nach etwa 10 km. Weitere Starts erfolgten in Augsburg, München und Wien.[11]
  • 1889
November: Otto Lilienthal veröffentlichte sein Buch Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst. Seine Messungen an Tragflügeln, dargestellt in sogenannten Polardiagrammen, wurden die Grundlage unseres heutigen Begriffssystems und belegen die Vorteile der Flügelwölbung.
  • 1890
9. Oktober: Clément Aders dampfgetriebenes Flugzeug Eole fliegt einmalig rund 50 Meter.

1891–1899: Erste kontrollierte Flüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lilienthal 1891 am Spitzberg zwischen Krielow und Derwitz
Hier lernte die Menschheit Fliegen
Lilienthal führte Anfang August 1895 am Fliegeberg seinen Doppeldeckergleiter dem Besucher Samuel Pierpont Langley vor. Das Bild zeigt Lilienthal am 19. Oktober 1895.
Der Chanute-Herring-Doppeldeckergleiter 1896
  • 1891
Frühjahr: Otto Lilienthal begann seine systematischen Flugversuche mit dem Derwitzer Apparat und erreichte maximale Flugweiten von 25 Metern. Diese Flüge gelten heute als die ersten sicheren, wiederholbaren Gleitflüge der Geschichte.
  • 1893
Der Australier Lawrence Hargrave führte auf einem aeronautischen Kongress in Sydney den Kastendrachen vor. Er wurde Vorbild für zahlreiche wissenschaftliche Drachen bis hin zum Flugzeug.
  • 1894
    • Januar: Das Buch „Progress in Flying Machines“ von Octave Chanute (USA) erschien als Zusammenfassung einer Artikelserie im „American Engineer and Railroad Journal“. Es ist eine umfassende Darstellung des weltweiten Entwicklungsstandes auf dem Weg zum Flugzeug.
    • 4. Dezember: Der polnisch-deutsche Meteorologe Arthur Berson stieg im Freiballon auf 9155 m Höhe.
    • Otto Lilienthal nahm mit dem „Normalsegelapparat“ die erste Serienfertigung eines Flugzeugs auf. Er erreichte mit verschiedenen Flugzeugkonstruktionen Flugweiten bis 250 m.
    • Das Großflugzeug des Amerikaners Hiram Maxim wurde bei Rollversuchen, die ausreichenden Auftrieb zeigten, beschädigt. Er stellte daraufhin seine Versuche ein, die schon Hunderttausende verschlungen hatten.
  • 1898
    • 20. September: Alberto Santos Dumonts erster Flug mit seinem Luftschiff „Nr. 1“, das von einem 2,6 kW (3,5 PS) De-Dion-Benzinmotor angetrieben wurde.
    • 20. Oktober: Der Aéro-Club de France wurde als Aéro-Club zur Förderung der Luftfahrt gegründet. Bekannt war er für die Definition von Bedingungen zur Weiterentwicklung der Luftfahrt, wie den ersten geschlossenen Kreisflug über 1 km und den ersten Hubschrauberflug.[12]
  • 1899
13. September: Alberto Santos Dumont fährt mit seinem Luftschiff „Nr. 3“ 20 Minuten und umfährt dabei erstmals den Eiffelturm. Mit dem Luftschiff führt er ein Dutzend Fahrten durch und stellt mit 23 Stunden in der Luft einen Rekord auf.

1900–1909: Erster Motorflug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LZ 1 bei seiner Jungfernfahrt über dem Bodensee am 2. Juli 1900
Das Luftschiff Nr. 6, mit dem Alberto Santos-Dumont am 19. Oktober 1901 den Deutsch-Preis gewann.
  • 1901
    • 31. Juli: Die deutschen Meteorologen Arthur Berson und Reinhard Süring erreichen in offener Gondel am Freiballon Preussen 10.800 m Höhe.
    • 14. August: Angeblicher erster stabiler Motorflug des Deutsch-Amerikaners Gustav Weißkopf über eine halbe Meile in Bridgeport/Connecticut. Der Flug ist in der Luftfahrtgeschichte umstritten und hat die Entwicklung des Motorflugs nicht beeinflusst.
    • 1. Oktober: Das Wasserflugzeug des Österreichers Wilhelm Kress wurde bei einem Startversuch am Wienerwaldsee zerstört.
    • 19. Oktober: Der Brasilianer Alberto Santos-Dumont umfuhr mit seinem Luftschiff Nr. 6 von St. Cloud kommend den Eiffelturm und kehrte in 30 Minuten zum Startplatz zurück. Das waren die Bedingungen des mit 100.000 Francs dotierten Deutsch-Preises.
    • Erste Flüge eines Motorflugmodells mit Benzinmotor durch Samuel Pierpont Langley.
    • Die Brüder Wright optimieren ihre Tragflächen durch Windkanalmessungen.
    • Der Aero-Club der Schweiz als Dachverband des Flugsports und der Leichtaviatik wurde gegründet.
Rückansicht von Wilbur Wright vom 24. Oktober 1902, der mit dem 1902 Wright Glider in Rechtslage eine Linkskurve eingeleitet hat (erkennbar an der Stellung des Seitenruders nach links)
  • 1902
    • 28. August: Der Franzose Léon Levavasseur patentiert den ersten V8-Zylinder-Motor speziell für Luftfahrzeuge. Er soll nur 100 kg wiegen und 59 kW (80 PS) leisten. Die Werte wurden jedoch nicht erreicht.
    • 8. Oktober: Nachdem die Brüder Wright bei ihren Versuchsflügen mit ihrem 1902 Wright Glider das negative Wendemoment entdeckt hatten, führen sie beim Kurvenflug das bewegliche Seitenruder ein, das synchron zur Flügelverwindung ausgelenkt wird. Die von ihnen erfundene aerodynamische Flugsteuerung um alle drei Raumachsen ist damit komplett.
    • 28. Dezember: Gründung des Deutschen Luftschiffer-Verband (DLV) durch den Deutschen Verein für Luftschiffahrt, Münchner Verein für Luftschifffahrt, Augsburger Verein für Luftschifffahrt und Oberrheinischen Verein für Luftschiffahrt. Durch die Hinwendung von der wissenschaftlichen Ballonfahrt zum Ballonwettbewerben gab es einen Zulauf zu den Vereinen. Der Verband sollte einheitliche Grundsätze für die Ausbildung und Regeln für die Luftfahrt festlegen und war damit hierin der erste deutsche Dachverband. 1911 wurde er in Deutscher Luftfahrer-Verband umbenannt[13]
    • Erste Ballonfahrt in der Antarktis
Figur I. zum Patentantrag von O. & W. Wright Flying Machine vom 23. März 1903
17. Dezember 1903: Orville Wright fliegt mit dem Flyer
  • 1903
    • 23. März: Nach ihren erfolgreichen Gleitflügen 1902 beantragten die Brüder Wright ein Patent ihres Flugzeugentwurfs Flying Machine.
    • 31. März: Angeblicher erster bemannter Motorflug des Neuseeländers Richard Pearse über 100 m in Waitohi. Der Flug ist durch keine unabhängige Quelle belegt und hat die Entwicklung des Motorflugs nicht beeinflusst.
    • 18. August: Angeblicher erster bemannter Motorflug des deutschen Karl Jatho über 60 m in Hannover auf der Vahrenwalder Heide. Der Flug ist durch keine unabhängige Quelle belegt und hat die Entwicklung des Motorflugs nicht beeinflusst.
    • 8. Oktober und 8. Dezember: Das Motorflugzeug The Great Aerodrom von Prof. Samuel Pierpont Langley stürzte bei beiden Flugversuchen sofort nach dem Katapultstart von einer schwimmenden Rampe im Potomac bei Washington ab.
    • 17. Dezember: Vier erfolgreiche Flüge, die die Brüder Wright in den Dünen bei Kitty Hawk (North Carolina) mit ihrem Wright Flyer abwechselnd ausführen, gelten heute als der Beginn des gesteuerten Motorflugs. Nach einem Flug über 59 Sekunden wurde der Doppeldecker am Boden durch Böen beschädigt, so dass die Versuche erst im Folgejahr weitergeführt wurden.
    • Der Russe Konstantin Ziolkowski leitete in seinem Beitrag: „Erforschung des Weltraumes mittels Reaktionsapparaten“ die Raketengrundgleichung her.
  • 1906
    • 18. März: Dem Rumänen Traian Vuia gelang ein kurzer Flug als erster ohne Starthilfe.
    • Franz Wels und Igo Etrich bauten den ersten Nurflügel, der dem Flugsamen der Zanonia nachgebildet war.
    • 3. September, 23. Oktober und 12. November: Alberto Santos-Dumont unternahm mit seiner 14-bis die ersten Motorflüge vor einem sachkundigen Publikum in Paris. Zum Starten benötigte er weder ein Katapult, noch eine Anhöhe. Diese Flüge gelten als die ersten kontrollierten Flüge mit einem Flugzeug in Europa und die ersten durch die FAI beglaubigten Motorflüge der Welt.
Der Voisin Standard Doppeldecker von 1907 mit Farman am 13. Januar 1908 beim Flug zum Grand Prix d’Aviation
Seiten- und Grundriss des ersten geschlossenen Windkanals der 1907/08 von Prandtl an der Hildebrandstraße in Göttingen erbauten „Modellversuchsanstalt für Aerodynamik der Motorluftschiff-Studiengesellschaft“, 1907
Farman am 30. Oktober 1908 mit seiner Voisin beim ersten Überlandflug von Chalons nach Reims (27 Kilometer in 20 Minuten).
Blériot am 25. Juli 1909 bei der Kanalüberquerung

1910–1919: Luftfahrtindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • 28. August: Armand Dufaux startete mit der Dufaux 4 vom östlichen Ende des Genfersees und flog in 56 Minuten und 5 Sekunden unweit des Südufers rund 66 Kilometer nach Genf. Er gewann damit das von den Automobilpionieren Perrot Duval ausgeschriebene Preisgeld von 5000 Schweizer Franken für die Überquerung des Genfersees auf seiner gesamten Länge; zu diesem Zeitpunkt war das der weltweit längste Flug über offenes Wasser.
    • Frederick Baldwin und John A.D. McCurdy waren in einem Curtiss-Doppeldecker die ersten Piloten, die Funksignale zur Erde sendeten.
    • Vom 22. bis 26. Oktober wurde der zivil gegründete Flugplatz Dübendorf LSMD mit einem Flugfest mit über 100`000 Zuschauern eröffnet.[22]
  • 1914
    • 11. Juli 1914: Der Deutsche Reinhold Böhm erzielte mit einem Albatros Doppeldecker ohne nachzutanken oder zwischenzulanden den Dauerflug-Weltrekord von 24 Stunden und 10 Minuten (Start 10. Juli, 17 Uhr 53, Landung 11. Juli, 18 Uhr 3, jeweils in Johannisthal).[25]
Industrielle Serienproduktion von Kampfflugzeugen bei Sopwith 1918.
  • Erster Weltkrieg
Bereits im Ersten Weltkrieg wurden Kampfflugzeuge zu Tausenden produziert. Entsprechend dem Einsatzzweck wurden spezielle Aufklärungs-, Bomben- und Jagdflugzeugtypen gebaut; doch beeinflusst deren Einsatz das Kriegsgeschehen nur bedingt. Seit dem Spanischen Bürgerkrieg wurden Flugzeuge zur Hauptwaffe in der Kriegsführung und entwickelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg rasant weiter.
Die Junkers J 1 von 1915, das erste Ganzmetallflugzeug der Welt.
  • 1915
12. Dezember: Hugo Junkers erprobte das erste freitragende Ganzmetallflugzeug der Welt, die Junkers J 1.
  • 1916
15. Juli: William Boeing gründete einen Monat nach dem erfolgreichen Erstflug seines ersten Flugzeugs B & W Seaplane die Pacific Aero Products Company, die er 1917 in Boeing Aeroplane Company umbenannte, und begann mit der Produktion von Flugzeugen.
  • 1917
25. November: Das deutsche Marine-Luftschiff L 59 fuhr vom 21. bis zum 25. November einen Einsatz von 95 Stunden Dauer. Diese Non-Stop-Fahrt ist bis heute der längste Luftfahrteinsatz der Militärgeschichte.
Die Vickers Vimy von Alcock und Brown beim Start in St. John’s, Neufundland am 14. Juni 1919

1920–1929: Passagierluftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dayton-Wright RB-1 von 1920 mit Einziehfahrwerk
Eine Junkers F13, wie sie ab 1921 von der Junkers Luftverkehr AG eingesetzt wurde
1922: Flugplatz Königsberg-Devau – Silhouette eines abflugbereiten Vogels
  • 1921
    • Junkers gründete eine eigene Fluggesellschaft, die Junkers Luftverkehr AG.
    • Giulio Douhet veröffentlichte seine viel beachtete Abhandlung Il Dominio dell’Aria (deutsch Die Luftherrschaft). Dabei entwickelte er erste Theorien zum strategischen Luftkrieg. Luftstreitkräfte hätten mit dem Hauptwaffensystem Bomber in erster Linie weit im Hinterland die militärische und zivile Infrastruktur des Gegners zu zerstören. Zivile Opfer würden die Moral und damit die Kampfbereitschaft des Gegners schwächen und letztendlich den Gegner zu Friedensverhandlungen zwingen.[29]
  • 1926
    • 6. Januar: Die beiden Gesellschaften Deutschen Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr vereinten sich in Berlin zur Gründung der Lufthansa („Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft“). Die Aufnahme des planmäßigen Flugverkehrs erfolgte am 6. April 1926.
    • 21. Mai: Im Pariser Luftfahrtabkommen 1926 wurden die letzten Beschränkungen der Zivilluftfahrt des Versailler Vertrags für Deutschland aufgehoben. Die Entwicklung von Militärflugzeugen und Aufbau von Luftstreitkräften bleibt weiterhin verboten.[32]
    • Die erste Nachtflugstrecke mit Passagierflugzeugen wurde zwischen Berlin und Königsberg eingerichtet.
  • 1929
    • 12. Juli: Erstflug des zwölfmotorigen Flugbootes Dornier Do X. Am 21. Oktober unternahm die Do X einen Flug mit 169 Menschen an Bord. Der Rekord hielt 20 Jahre.
    • 6. November: Das größte Landflugzeug der Welt, die Junkers G 38, startete zum Erstflug und erzielte mehrere Flugweltrekorde.
    • LOT Polish Airlines, Cubana de Aviacion und Pan Am wurden gegründet.

1930–1939: Fernflüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junkers Ju 52 von 1932
  • 1933
    • 25. März: Gründung des Deutschen Luftsportverband durch die Nationalsozialisten, alle anderen Luftsportverbände wurden aufgelöst und mit dem neuen Verband vereinigt.[33] Offiziell der neue nationale Dachverband für den Luftsport, war er in Wirklichkeit eine paramilitärische Tarnorganisation zum Aufbau der Luftwaffe
    • April: Aus der erst im Februar gegründeten Behörde des Reichskommissar für Luftfahrt wurde das Reichsluftfahrtministerium. Es ist sowohl für die zivile als auch militärische Luftfahrt verantwortlich. Minister wurde Hermann Göring[34]
Douglas DC-3, Erstflug 1935
Die Focke-Wulf Fw 61 war 1936 der erste gebrauchsfähige Hubschrauber der Welt.
  • 1938
    • 27.–29 März: Eine Dornier Do 18 erflog den Langstrecken-Weltrekord mit einem Katapultstart vom Katapultschiff Westfalen, das vor dem englischen Plymouth lag, nach Caravelas an der Küste von Brasilien. In 43 Stunden und 10 Minuten legte das Flugboot 8392 Kilometer zurück. Noch im selben Jahr flogen zwei Vickers Wellesley nonstop in 48 Stunden 11.525 Kilometer von Ägypten nach Australien.
    • 10. August: Eine Focke-Wulf Condor überflog als erstes landgestütztes Passagierflugzeug beim Nonstop-Flug von Berlin nach New York den Atlantik.
    • 28.–30. November: Eine Focke-Wolf Condor flog in 46 Stunden und 18 Minuten mit Zwischenstopps in Basra, Karatschi und Hanoi von Berlin nach Tokio (14.278 Kilometer).[37]
    • 31. Dezember: Erstflug der Boeing 307 Stratoliner, des ersten mit einer Druckkabine ausgestatteten zivilen Flugzeugs.

1939–1945: Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1940
    • 10. Juli: Beginn der Luftschlacht um England die je nach Quelle bis 1941 andauerte. Sie endet mit einer Niederlage der deutschen Luftwaffe, der es nicht gelang, die Luftüberlegenheit über Großbritannien zu erlangen.
  • 1941
Die Me 262, Erstflug 1941 (mit Strahltriebwerken 1942), war das erste in Serie gebaute Flugzeug mit Strahltriebwerken.
  • 1942
Die B-29, Erstflug 1942, war der größte und leistungsfähigste Bomber des Zweiten Weltkriegs.
    • 18. Juli: Erster Flug der Me 262, des ersten in Serie gebauten Flugzeugs mit Strahltriebwerken, bei dem die späteren Serientriebwerke zum Einsatz kamen.
    • 21. September: Erstflug der B-29, des größten und leistungsfähigsten Bombers des Zweiten Weltkriegs.
    • September: Mit der Messerschmitt Me 323 „Gigant“ ging das erste Transportflugzeug in Serienfertigung. Die sechsmotorige Maschine hatte den gleichen Frachtraum wie ein Eisenbahnwaggon und konnte als höchste Nutzlast 20 Tonnen tragen.
    • 3. Oktober: Eine A4-Rakete, auch als V2 bekannt, erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von fast Mach 5 (4824 km/h) und eine Gipfelhöhe von 84,5 km. Der erste Schritt in den Weltraum war gemacht.
  • 1943
13. Januar: Erster Notausstieg in der Luftfahrtgeschichte mit einem Schleudersitz, aus einer Heinkel He 280, dem ersten Flugzeug der Welt mit Schleudersitz.

1945–1949: Die ersten Nachkriegsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bell X-1, mit der am 14. Oktober 1947 der erste Überschallflug gelang.
De Havilland Comet, Erstflug 27. Juli 1949.
  • 1949
27. Juli: Das weltweit erste in Serie gebaute Passagierflugzeug mit Strahltriebwerken, die De Havilland DH.106 Comet, absolvierte seinen Erstflug.

1950–1959: Gasturbinen-Antriebe – Jets, Turboprops und Turbinenhubschrauber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Einführung von Gasturbinen in der zivilen Luftfahrt wurden die Flugleistungen deutlich gesteigert. Zum Beispiel sind mit Jets die Flugreisen um rund die Hälfte verkürzt.

  • 1950
4. August: Der Deutsche Aero Club als Dachverband für den Luftsport in Deutschland wurde gegründet.
  • 1952
2. Mai 1952: Die British Overseas Aircraft Corporation (BOAC) nahm mit der De Havilland Comet den weltweit ersten Liniendienst mit Strahlflugzeugen zwischen London und Johannesburg auf.
  • 1953
17. April: Das erste Verkehrsflugzeug mit Turboprop-Antrieb, eine Vickers Viscount der BEA, nahm den Liniendienst auf.
7. Juli: Die Bundesanstalt für Flugsicherung übernahm die Durchführung der zivilen Flugsicherungsdienste in Deutschland von den Alliierten. Bis 1956, dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur ICAO, hatten die Alliierten aber mit dem Alliierten Luftamt in Wiesbaden weiterhin die Aufsicht über die deutsche Flugsicherung.[40] Die Bundesanstalt war Vorläuferin der heutigen Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS)
  • 1954
Die Deutsche Lufthansa AG entstand neu durch Umbenennung aus der ein Jahr zuvor gegründeten „LUFTAG (Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf)“.
  • 1955
Alouette II, Erstflug 12. März 1955
Die Europäische Zivilluftfahrt-Konferenz mit Sitz in Neuilly-sur-Seine wurde gegründet mit dem Ziel, die Gesetzgebung der Mitgliedsstaaten zu harmonisieren. Die ECAC ist eine unabhängige, regionale Unterorganisation der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO).
12. März 1955: Erstflug der Alouette II, einer der ersten in Serie gefertigten Hubschraubertypen mit Gasturbinentriebwerk.
1. April 1955: Erster Linienflug der Deutschen Lufthansa.
12. Juni 1955: Erstflug der Cessna 172, des bis heute mit über 40.000 Maschinen meistgebauten Flugzeugtyps der Welt.
17. Juni 1955: Erstflug der Tu-104, die bereits ein Jahr später bei der sowjetischen Aeroflot regulär eingesetzt wurde.
  • 1957
Boeing 707, Erstflug 20. Dezember 1957
20. Dezember: Erstflug der Boeing 707, die bereits 1958 bei der Pan Am den Liniendienst begann.
  • 1958
30. Mai: Erstflug der Douglas DC-8. Einsatz ab 18. September 1959 bei United Airlines und Delta Airlines.
23. August: Die US-amerikanische Federal Aviation Agency, später Federal Aviation Administration (FAA), wird durch die Zusammenfassung mehrerer Behörden als nationale Luftfahrtbehörde gegründet.

1960–1969: Überschalljets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1962
Kubakrise und Einsatz der Lockheed U-2.
  • 1967
    • 3. Oktober 1967: Die X-15 stellte mit 7.274 km/h (Mach 6,1) einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf.
    • 28. Dezember 1967: Erstflug des britischen Senkrechtstarters Hawker Siddeley Harrier.
  • 1968
Tupolew Tu-144, Erstflug 31. Dezember 1968
    • 30. Juni: Erstflug des militärischen Großraumtransportflugzeugs Lockheed C-5 Galaxy. Bis zur Fertigstellung der Antonow An-124 Ruslan (1982) war es das größte Flugzeug der Welt.
    • 31. Dezember: Erstflug des Überschallpassagierflugzeugs Tupolew Tu-144.
  • 1969
Boeing 747, Erstflug 9. Februar 1969

1970–1979: Großraumjets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970ern wurde Fliegen billiger und für jedermann erschwinglich.

  • 1970
Die Joint Airworthiness Authorities, später Joint Aviation Authorities, wurde gegründet. Sie war ein Zusammenschluss von 34 europäischen Luftfahrtbehörden und diente der Standardisierung im technischen Bereich, später auch für Flugbetrieb und Luftfahrtlizenzen.[41]
29. August 1970: Erstflug der McDonnell Douglas DC-10.
16. November 1970: Erstflug der Lockheed L-1011 TriStar.
  • 1972
25. Mai 1972: Mit dem Apollo Guidance Computer, eingebaut in einer Vought F-8 „Crusader“, wurde der erste digitale Fly-by-wire-Flug durchgeführt.
28. Oktober 1972: Erstflug des Airbus A300.
  • 1974
31. März 1974: Durch Zusammenlegung der British Overseas Airways Corporation (BOAC) und der British European Airways (BEA) entstand die neue Fluggesellschaft British Airways.
  • 1976
22. Dezember 1976: Erstflug der Iljuschin Il-86.
  • 1978
28. Oktober 1978: In den USA wurde der Airline Deregulation Act verabschiedet, welcher zur Deregulierung der kommerziellen Passagierluftfahrt in den USA führte. Dieses Gesetz führe zu einer kompletten Umgestaltung des amerikanischen Flugmarkts. Gesellschaften, die sich nicht zusammenschlossen, sahen sich akut vom Konkurs bedroht. Die Regulierungsbehörde Civil Aeronautics Board wurde bis 1985 aufgelöst.[42]
  • 1979
12. Juni 1979: Erstmals überquerte ein pedalangetriebenes ultraleichtes Muskelkraft-Flugzeug den Ärmelkanal.

1980–1989: Deregulierung in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981
26. September: Die Boeing 767, das erste mit FMS ausgerüstete Verkehrsflugzeug, absolvierte seinen Erstflug.
Die Fluglotsen der USA gingen in einen Streik. Die Regierung entließ die Streikenden und ersetzte sie durch Militärs und neu eingestelltes Personal.
Die US-Regierung deregulierte die Treibstoffpreise und erhöhte damit die Kosten der Fluggesellschaften.
Erste Fluggesellschaften führten die Business-Class ein.
Das Tilt-Rotor-Versuchsflugzeug XV-15 flog auf der Pariser Luftfahrtschau.
  • 1982
Die sowjetische Antonow An-124 (Erstflug 1982)
Zulassung der Ultraleicht-Fliegerei in Deutschland aufgrund einer Allgemeinverfügung des Bundesverkehrsministeriums.[43][44]
3. April: Erstflug des Airbus A310.
  • 1983
1. September: Alle 269 Passagiere des Korean-Air-Lines-Flug 007 starben, als das Flugzeug über sowjetisches Sperrgebiet flog und von einem sowjetischen Su-15-Jäger abgeschossen wurde.
Die letzte DC-10 wurde gebaut; McDonnell Douglas gab den Typen-Namen DC (Douglas Commercial) auf und nannte seine Flugzeuge fortan MD (McDonnell Douglas).
Auf der Luftfahrtschau in Paris wurde das Space Shuttle „Enterprise“ auf dem Boeing-747-Transporter gezeigt.
  • 1984
23. Dezember: Pan Am setzte für die Nonstop-Transatlantik-Flüge von Hamburg nach New York erstmals den nur zweistrahligen Airbus A300/A310 ein. Wegen der Ausstattung mit weniger als drei Triebwerken musste aus Sicherheitsgründen in den ersten Jahren ein Umweg entlang der Küstenlinien geflogen werden.
  • 1985
April: TWA nahm als erste Fluggesellschaft den Betrieb über den Nordatlantik mit zweimotorigen Flugzeugen (Boeing 767-200 ER) auf, die sich maximal 75 Minuten von einem Ausweichflughafen entfernen.
Mai: Daimler-Benz übernahm die Firma Dornier.
Die sowjetische Antonow An-124 (Abfluggewicht 405 Tonnen) wurde dem Westen auf der Pariser Luftfahrtschau vorgestellt.
Hier wurde auch die ATR 42 vorgestellt, ein italienisch-französisches Projekt von Aeritalia und Aérospatiale.
Pan Am verkaufte die seit 1937 aufgebauten Pazifikrouten an United Airlines.
  • 1986
Boeing kaufte De Havilland of Canada, um in den wachsenden Markt für Regionalflugzeuge einzusteigen.
Auch die zweimotorige Boeing 757 flog nun regelmäßig über den Nordatlantik.
People Express, Frontier, Western Airlines, Republic, Pacific Southwest und andere amerikanische Fluggesellschaften wurden aufgekauft oder gingen in Konkurs.
Texas Air wurde zur größten westlichen Fluggesellschaft.
Im Juni gab MBB die deutsch-chinesische Entwicklung des Regionalverkehrsflugzeuges MPC 75 bekannt.
Im August testete General Electric ein UDF (engl. unducted Fan)-Triebwerk mit frei- bzw. offenliegendem Propeller an einer Boeing 727. Lärm und Vibrationen brachten jedoch Probleme.
Canadair stellte den Business-Jet Challenger 601 fertig, Gulfstream Aerospace die Gulfstream IV.
McDonnell Douglas startete im Dezember offiziell die Entwicklung des Langstreckenflugzeuges MD-11.
Dick Rutan und Jeana Yeager flogen mit dem Voyager in neun Tagen um die Welt, ohne nachzutanken.
  • 1987
Die britischen Firmen Rolls-Royce und British Airways wurden privatisiert. Im Februar zahlte Eastern Air Lines Bußgelder wegen 78.000 Verstößen gegen die Flugsicherheit.
Der Airbus A320, das erste zivile Flugzeug mit digitaler Fly-by-wire-Steuerung, wurde präsentiert.
Im März wurde die Dornier Seastar, ein Amphibium in Kunststofftechnologie, vorgestellt.
Am 28. Mai landete Mathias Rust mit einer Cessna 172 auf dem Roten Platz in Moskau.
Im Juli wurde in Köln der Kryo-Windkanal für transsonische Versuche eröffnet.
Die erste in Schanghai (China) in Lizenz gebaute MD-82 flog.
Im August wurden fünf deutsche Astronauten nominiert.
Die italienische Piaggio stellte einen Business-Turboprop P.180 „Avanti“ mit Kunststoffteilen und Entenflügel vor.
  • 1988
Prototyp des Airbus A320 im September 1988, allerdings bereits als A320-200 modifiziert.
Die Antonow An-225, das größte Flugzeug der Welt (1988)
3. Juli 1988: Alle 290 Insassen eines Airbus A300 der Iran Air wurden getötet, als das Flugzeug von der Besatzung eines Kriegsschiffs der amerikanischen US Navy abgeschossen wurde.
21. Dezember 1988: Pan-American-Flug 103 wurde über dem schottischen Ort Lockerbie von einer Bombe in der Luft zerstört.
Eine United Boeing 747 SP umrundete die Erde in der Rekordzeit von knapp 37 Stunden.
Das Muskelkraft-Flugzeug Daedalus flog 120 km von Kreta nach Santorin.
Dornier startete das 328-Programm, ein Regional-Turbopropflugzeug in KfK-Technologie.
Die neue sechsmotorige Antonow An-225 mit einem maximalen Startgewicht von 600 Tonnen wurde zum größten Flugzeug der Welt.
  • 1989
Eastern Air Lines meldete nach einem langen und harten Kampf zwischen der Piloten- und Mechanikergewerkschaft und dem Vorstand Frank Lorenzo Konkurs an.
Die Iljuschin Il-96-300, ein vierstrahliges Langstreckenflugzeug mit elektronischem Cockpit, begann mit der Flugerprobung. Konzepte für ein Raumverkehrsflugzeug zeigten einen „lifting body“.
Eine MD-80 flog mit dem PW/Allison UHB (Ultra High Bypass)-Triebwerk, das aber nicht in Serie ging.
Die NASA schloss eine Human-Factors-Studie über 757-Piloten ab. Es blieb fraglich, ob ein stark automatisiertes Cockpit die Arbeitsbelastung verringert oder die Flugsicherheit erhöht.
Im September wurde die Fusion von Daimler-Benz und MBB genehmigt, wodurch die im Mai gegründete Deutsche Aerospace AG (DASA) zum größten deutschen Konzern der Branche wurde.
Im Dezember fielen beim KLM-Flug 867 alle vier Triebwerke aus, als die Maschine in eine Wolke von Vulkanasche flog. Der Besatzung gelang es, die Triebwerke wieder zu starten.
Auf der Pariser Luftfahrtschau wurden die sowjetischen Kampfflugzeuge MiG-29 und die Su-27 zum Verkauf angeboten. Die US Navy schoss zwei libysche MiG-23 über dem Mittelmeer ab.

1990–2000: Die nationalen Fluggesellschaften Europas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990
Der neue MD-520N-Notar-Helikopter von McDonnell Douglas wurde durch einen Luftstrom gesteuert und hatte keinen Heckrotor. Im März beschloss Airbus Industries, den Airbus A321 in Hamburg zu bauen. Damit sollte erstmals in Deutschland wieder ein Großflugzeug gebaut werden. In den USA ordnete die FAA Überprüfungen und strukturelle Verstärkungen älterer Jets (mehr als 20 Jahre) an. Im Mai beschloss BMW, gemeinsam mit Rolls-Royce Triebwerke zu bauen. Nach der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober übernahm die deutsche Luftwaffe die MiG-29 der NVA. Boeing startete im Dezember offiziell das 777-Programm, die das größte zweimotorige Flugzeug der Welt werden sollte.
  • 1991
Der Luftverkehr ging wegen des Golfkrieges stark zurück. Die meisten Fluggesellschaften der Welt gerieten in eine Verlustzone. Die 1927 gegründete Pan American Airlines wurde von Delta übernommen und aufgelöst. USAir, Delta, United und American Airlines verstärkten ihr Auftreten in Europa. Am 4. Dezember musste die 1927 gegründete Pan American World Airways den Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung einstellen.
  • 1992
Die Weltwirtschaft geriet in eine Rezession. Am 17. Mai wurde der neue Flughafen München eröffnet. Alle Fluggesellschaften außer British Airways machten Verlust. Bei Tarifverhandlungen mit der Lufthansa wurde einem Lohnstopp und Stellenabbau zugestimmt, um die defizitäre Fluggesellschaft zu entlasten.
Nach der Auflösung der Sowjetunion zum 1. Januar bildeten sich aus der Aeroflot einzelne nationale Fluggesellschaften für die jetzt in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) organisierten Länder. Dabei trat Aeroflot als eingetragene russische Gesellschaft mit Sitz in Moskau die Rechtsnachfolge des bisherigen sowjetischen Luftfahrtunternehmens in Russland an.
Die bereits vor mehr als einem Jahr gegründete „Deutsche British Airways“ (DBA) übernahm Ende März die in Friedrichshafen beheimatete, bislang allein im regionalen Luftverkehr tätige Delta Air. DBA, an der der britische Mutterkonzern mit 49 Prozent beteiligt war, erwarb dabei die gesamten Anteile der Delta Air von ihren Vorbesitzern. Nach Abschluss der Transaktion sollte Delta Air in Deutsche BA umbenannt werden. Presseberichten zufolge wollte British Airways die deutsche Tochter DBA zu einer ausgesprochenen Billigfluggesellschaft entwickeln. DBA wollte mit einer Flotte von neuen Boeing 737-300 sowohl innerdeutsche wie auch internationale Strecken bedienen.
11. Mai, Der neue, auf der Namen Franz Josef Strauß getaufte Münchener Flughafen ging nach 38-jähriger Planungs- und Bauarbeit offiziell in Betrieb. Als erster Passagierflug startete pünktlich um sechs Uhr eine Lufthansa Boeing 747 mit zahlreichen Ehrengästen zum Eröffnungsflug. Stunden zuvor waren – kurz nach dem Start des letzten Lufthansa-Flugs mit einer auf den Namen „Freising“ getauften Boeing 737-500 – die Lichter auf dem Flughafen Riem für immer erloschen.
2. November, Erstflug des Airbus A330
  • 1994
12. Juni, Erstflug der Boeing 777, des größten zweistrahligen Verkehrsflugzeugs der Welt
  • 1995
Gründung der Billigfluggesellschaft Easyjet. Eine Concorde stellte mit 31 Stunden, 27 Minuten und 40 Sekunden einen neuen Rekord für die schnellste Weltumrundung auf.
  • 1996
Das deutsch-amerikanische Abkommen im Luftverkehr wurde, nach der Übergangsvereinbarung vom 24. Mai 1994, von den Verkehrsministern Matthias Wissmann und Frederico Pena im April 1996 vereinbart. Es eröffnete die Liberalisierung im transatlantischen Luftverkehrsmarkt.
  • 1997
Gründung der Luftfahrtallianz Star Alliance, Gründungsmitglieder waren Air Canada, United Airlines, Lufthansa, SAS Scandinavian Airlines und Thai Airways.
  • 1998
1. September, Ausgliederung der Abteilung Flugunfalluntersuchungsstelle (FUS) vom Luftfahrt-Bundesamt in die eigenständige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Es erfolgte aufgrund Umsetzung der EG-Richtlinie 94/56/EG vom 21. November 1994 über Grundsätze für die Untersuchung von Unfällen und Störungen in der Zivilluftfahrt, die eine von der Luftfahrt-Aufsichtsbehörde unabhängige nationale Untersuchungsstelle forderte. Entsprechende Empfehlungen gab es bereits von der ICAO in den 1950er, wurden aber von Deutschland nicht umgesetzt.
  • 1999
1. Februar: Gründung der Luftfahrtallianz Oneworld Alliance. Die Gründungsmitglieder waren American Airlines, British Airways, Canadian Airlines International, Cathay Pacific und Qantas Airways.
21. März: Bertrand Piccard und Brian Jones vollendeten die erste Nonstop-Weltumrundung mit einem Ballon.[45]

Seit 2000: Modernisierung der Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000
22. Juni: Gründung der Luftfahrtallianz SkyTeam. Gründungsmitglieder waren Aeroméxico, Air France, Delta Air Lines und Korean Air[46]
10. Juli: Aus einer Fusion der deutschen DASA, der französischen Aérospatiale-Matra und der spanischen CASA entsteht die EADS.
  • 2001
Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA. In der Folge lag der Flugverkehr in den USA für einige Tage lahm. Die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen wurden erhöht. Die Zahl der Fluggäste ging zurück, und eine Reihe von Fluggesellschaften geriet in eine wirtschaftliche Krise.
  • 2002
Erstflug der Embraer EMB 200A (Ipanema) mit einem Ethanolmotor. Als erstes Luftfahrzeug mit Alkoholtriebwerk erhielt die Maschine 2004 die Zulassung. Erbaut wurde das Flugzeug von dem Team um Vicente Camargo.
  • 2003
Letztmaliger Flug einer Concorde zum Luftfahrt-Museum in Filton.
28. September, Gründung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) als Luftfahrtbehörde der Europäischen Union.
  • 2005
A380-800 in Airbus-Werksbemalung (2005)
27. April, Erstflug des Airbus A380. Der A380 wurde zu der Zeit zum größten in Serienfertigung produzierten zivilen Verkehrsflugzeug in der Geschichte der Luftfahrt.
  • 2008
8. April: Mit dieser an diesem Tag verabschiedeten Verordnung (EG) Nr. 216/2008 (EASA-Grundverordnung) wurde die Grundlage des gemeinschaftlichen europäischen Luftrechts gelegt. Damit unterliegt seit 8. April 2008 die Luftfahrt grundsätzlich der Regelungskompetenz der Europäischen Union.
  • 2009
9. August: Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) in Langen wird gegründet. Als deutsche Bundesoberbehörde hat es die nationale Regelungskompetenz und ist Aufsichtsbehörde für die Flugsicherung. Eine Aufsichtsbehörde wurde notwendig zur Ermöglichung einer Kapitalprivatisierung der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH.[47]
30. September: Die Joint Aviation Authorities wurde aufgelöst, wobei die meisten ihrer Aufgaben von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Köln übernommen wurden.[41]
15. Dezember: Erstflug der Boeing 787 („Dreamliner“)
  • 2010
Ab 15. April: Der Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010 führte zu einer mehrtägigen Einstellung des Luftverkehrs über Nord- und Mitteleuropa.
  • 2013
14. Juni, Erstflug des Airbus A350
  • 2016
29. September, Erstflug der HY4, des weltweit ersten viersitzigen Passagierflugzeugs mit emissionsfreiem Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb[48]
  • 2017
15. August: Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin beantragte Insolvenz. Der eigenwirtschaftliche Flugbetrieb wurde mit Hilfe einer Bundesbürgschaft bis zum 27. Oktober fortgeführt.[49]
  • 2020
10. Juni: Mit der slowenischen Pipistrel Velis Electro erhielt erstmals ein Elektroflugzeug eine Musterzulassung von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA).[50][51]
4. November: Der Flughafen Berlin Brandenburg wurde nach vierzehnjähriger Bauzeit eröffnet, neun Jahre später als ursprünglich geplant. Der Betrieb auf dem auf demselben Gelände befindlichen Flughafen Berlin-Schönefeld wurde formell auf den Namen Flughafen Berlin Brandenburg übertragen. Der Flugbetrieb auf dem Flughafen Berlin-Tegel wurde am 4. Mai 2021 endgültig beendet.
  • 2021
19. April 2021: Der Roboterhubschrauber Ingenuity führte auf dem Mars erfolgreich den ersten motorisierten kontrollierten Flug mit dynamischem Auftrieb außerhalb der Erde aus.
16. Dezember: Die Fluggesellschaft Emirates übernahm den letzten Airbus A380. Die Produktion des Flugzeuges wurde damit eingestellt.[52]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aulus Gellius, Martin Hertz, Carl Hosius: A. Gellii Noctium Atticarum Libri XX. B. G. Teubner, Stuttgart 1969, S. 352: „Nam et plerique nobilium Graecorum et Favorinus philosophus, memoriam veterum exequentissimus, affirmatissime scripserunt simulacrum columbae e ligno ab Archyta ratione quadam disziplinaque mechanica factum volasse; ita erat scilicet libramentis suspensum et aura spiritus inclusa atque occulta concitum.“
  2. Archiv für Zivilisationsforschung Freiberg: Jahrtausendealte Flugzeugmodelle aus Ägypten und Kolumbien? In: archiv-hertel.de. Peter Hertel, 28. Juni 2018, abgerufen am 7. Juni 2021.
  3. Lynn White: „Eilmer of Malmesbury, an Eleventh Century Aviator: A Case Study of Technological Innovation, Its Context and Tradition“. In: Technology and Culture, Bd. 2, Nr. 2 (1961), S. 97–111 (hier: S. 100–101), doi:10.2307/3101411.
  4. J. Gordon Leishman: Principles of Helicopter Aerodynamics. Cambridge University Press, Cambridge NY 2006, S. 9, ISBN 0-521-85860-7.
  5. Charles Nicholl: Leonardo da Vinci – Die Biographie. S. Fischer, Frankfurt am Main 2006, S. 271–272, ISBN 978-3-10-052405-8.
  6. Arbeitskreis Braunschweiger Luftfahrtgeschichte e. V. (Hrsg.): Braunschweigische Luftfahrtgeschichte. Appelhans Verlag Braunschweig 2010, ISBN 978-3-941737-18-1, S. 48.
  7. L. Blesson: Von den Luftbällen als Rekognoszirungs-Mittel im Kriege (= Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft, und Geschichte des Krieges. Band 12). Ernst Siegfried Mittler, Posen, Bromberg, Berlin 1828, S. 271–281.
  8. Johann Werfring: K. u. k. Ballonbomben auf die Stadt Venedig. (Nicht mehr online verfügbar.) Wiener Zeitung, 18. März 2010, archiviert vom Original am 19. Juli 2016; abgerufen am 1. Juli 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wienerzeitung.at
  9. Helmut Braun: Aufstieg und Niedergang der Luftschifffahrt – Eine wirtschaftshistorische Analyse (= Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Band 18). eurotrans-Verlag, Weiden, Regensburg 2007, ISBN 978-3-936400-22-9, S. 127 f.
  10. Marco Rasch: Das Luftbild in Deutschland von den Anfängen bis zu Albert Speer. Geschichte und Rezeption des zivilen „Stiefkindes der Luftfahrt“. Wilhelm Fink, Paderborn 2021, ISBN 978-3-7705-6602-0, S. 87.
  11. 10. August 1888: Erster Motorflug der Geschichte mit Daimler-Einzylindermotor (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)
  12. Stéphanie Meyniel: Le 20 octobre 1898 dans le ciel : Fondation de l’Aéro-Club de France. In: Air Journal. 20. Oktober 2010, abgerufen am 6. Juni 2022 (französisch).
  13. Jahrbücher des Deutschen Luftschiffer bzw. Luftfahrer Verbandes. In: www.luftfahrt-bibliothek.de. Digitale Luftfahrt Bibliothek, 2. Februar 2022, abgerufen am 30. Juni 2022.
  14. a b History. In: www.fai.org. Fédération Aéronautique Internationale, abgerufen am 10. Juni 2022 (englisch).
  15. L. Prandtl (Hrsg.): Ergebnisse der Aerodynamischen Versuchsanstalt zu Göttingen – I. Lieferung. R. Oldenburg, München und Berlin 1921, S. 1–7.
  16. Les Hommes Volent. In: Le Matin. 22. März 1908, S. 1 (bnf.fr [JPG; 910 kB; abgerufen am 12. September 2020]).
  17. Joachim Wachtel: Die Aviatiker. Mosaik Verlag, München 1978, ISBN 3-570-00837-1, S. 83, 84.
  18. Hans Grade – Dreidecker. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Technikmuseum Magdeburg. Archiviert vom Original am 22. Juni 2018; abgerufen am 26. Mai 2019.
  19. Geschichte der ILA: 100 Jahre Luftfahrt-Schau in Deutschland. In: www.luftfahrtmagazin.de. Abgerufen am 11. Juni 2022.
  20. August Euler, der erste deutsche Pilot. In: www.br.de. Bayerischer Rundfunk, 1. Juli 2020, abgerufen am 30. Juni 2022.
  21. Natalie Lübben: Das Recht auf freie Benutzung des Luftraums. Dissertationsschrift (= Schriften zum Öffentlichen Recht. Nr. 638). Duncker & Humblot, Berlin 1993, ISBN 978-3-428-07757-1, S. 32.
  22. Die Entstehung des Flugplatzes Dübendorf (Memento vom 27. November 2013 im Internet Archive), abgerufen am 31. Oktober 2020.
  23. Offizielle Homepage der Schweizer Luftwaffe: Der erste Schweizer Militärflug (Memento vom 14. August 2011 im Internet Archive), abgerufen am 26. Mai 2019.
  24. V. Lougheed: The Secret Experiments of the Wright Brothers in Popular Mechanics, 12/1911 S. 797 ff. (Memento vom 6. April 2012 im Internet Archive) (PDF; 5,1 MB)
  25. Johannisthaler Brief. Von unserem Johannisthaler Korrespondenten. In: Carl Oskar Ursinus (Hrsg.): Flugsport. Nr. 15. Verlag für Flugsport, Frankfurt am Main 22. Juli 1914, S. 631 ff. (Flugsport in der luftfahrt-bibliothek.de [abgerufen am 19. August 2018]).
  26. Günther Ott: Die deutsche Luftfahrzeugrolle 1919-1920. Überarbeitete Fassung der Erstveröffentlichung in LUFTFAHRT INTERNATIONAL Nr. 8 / 1980. In: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Luftfahrthistorik (Hrsg.): Zulassung und Kennzeichnung der deutschen Zivilflugzeuge 1919 – 1945. Teil 3, März 2019 (adl-luftfahrthistorik.de [PDF; abgerufen am 10. Juni 2022]).
  27. Chicago Regeln und internationale Akteure der Luftverkehrspolitik. In: www.forschungsinformationssystem.de. Bundesministerium für Digitales und Verkehr, 13. November 2018, abgerufen am 6. Juni 2022.
  28. J. Percival: Fysh, Sir Wilmot Hudson (1895–1974). Australian Dictionary of Biography, abgerufen am 8. Juni 2021 (englisch).
  29. Douhet, Giulio. Personenlexikon Internationale Beziehungen virtuell (PIBv). In: www.ulrich-menzel.de. Ulrich Menzel, 21. April 2020, abgerufen am 11. Juni 2022.
  30. Mit Windkraft und Propeller – Ausstellung über Ostpreußens Luftfahrtgeschichte. In: www.fuldaer-nachrichten.de. Fuldaer Nachrichten, abgerufen am 14. Juni 2022.
  31. Dieter Jung, Berndt Wenzel, Arno Abendroth: Die Schiffe und Boote der deutschen Seeflieger. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1977, ISBN 978-3-87943-469-5, S. 47 ff.
  32. Lutz Budraß: Flugzeugindustrie und Luftrüstung in Deutschland 1918–1945. Droste, Düsseldorf 1997, ISBN 978-3-7700-1604-4, S. 217.
  33. Deutscher Luftsport-Verband. In: Oskar Ursinus (Hrsg.): Flugsport. Illustrierte technische Zeitschrift und Anzeiger für das gesamte Flugwesen. XXV. Jahrgang, Nr. 7. Verlag Flugsport, Frankfurt am Main 29. März 1933, S. 133.
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