Chronologie des israelisch-palästinensischen Konflikts

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Diese Seite führt in chronologischer Folge die geschichtlichen Ereignisse mit wesentlichem Einfluss auf den israelisch-palästinensischen Konflikt auf.

Vorgeschichte (19. Jahrhundert)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge (1882–1920)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mandatszeit (1920–1948)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1920: Das Vereinigte Königreich bekommt vom Völkerbund das Mandat über die Gebiete des heutigen Jordanien, Israel und Palästina.
  • 1923: Das Mandatsgebiet wird geteilt, das östlich des Jordans entstehende Emirat von Transjordanien ist für jüdische Ansiedlungen verschlossen.
  • 1929: Auf dem Höhepunkt von Unruhen zwischen der arabischen und jüdischen Bevölkerung in Palästina wird die jüdische Gemeinde in Hebron Opfer des Massakers von Hebron. 67 Juden sterben, darunter Frauen und Kinder. Die Überlebenden werden evakuiert.
  • 1937: Eine britische Kommission (Peel-Kommission) macht den Vorschlag, Palästina in einen kleineren jüdischen und einen größeren arabischen Teil aufzuteilen. Die Juden sind einverstanden, die Araber nicht.
  • 22. März 1946: Transjordanien wird vom Vereinigten Königreich unabhängig.
  • 25. Mai 1946: Transjordanien wird ein Königreich unter Abdallah ibn Husain I.
  • 22. Juli 1946: Anschlag der zionistischen Irgun auf das Jerusalemer King David Hotel, Sitz des britischen Generalstabs.
  • 18. Juli 1947: Beginn der Operation Oasis mit der Rückführung der Passagiere der Exodus.
  • 29. November 1947: Die UNO-Vollversammlung beschließt mit 33 zu 13 Stimmen bei 10 Enthaltungen (Res. 181), dass die 609.000 Juden Palästinas, 30,6 % der Bevölkerung, 55 % des Bodens erhalten (wovon jedoch drei Viertel aus der Wüste Negev bestand), wohingegen den 1,38 Millionen Arabern Palästinas, 69,4 % der Bevölkerung, 42 % des Landes zugesprochen wird (siehe UN-Teilungsplan für Palästina). Die arabischen Staaten, die Arabische Liga und das palästinensische „Hohe Arabische Komitee“ lehnen die Teilung daraufhin ab.

Staatsgründung Israels (1948–1966)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriege (1967–1986)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1967: Sechstagekrieg: Ägypten schließt die Straße von Tiran für israelische Schifffahrt, verschiebt Truppen an Israels Grenze und warnt die UN-Truppen vor einem bald anstehenden Angriff. Israel antwortet mit einem Präventivschlag, schlägt die arabischen Truppen zurück und besetzt das durch Jordanien verwaltete Westjordanland, die syrischen Golanhöhen, die ägyptische Sinai-Halbinsel und den durch Ägypten verwalteten Gazastreifen. In den folgenden Jahren beginnt Israel damit, die Gebiete systematisch zu besiedeln. Die UNO-Resolution 242 des UN-Sicherheitsrats erklärt den Erwerb von Territorien durch Krieg für unzulässig und fordert Israel zum Abzug aus besetzten (nicht allen oder den) Gebieten auf. Sie fordert weiterhin die politische Unabhängigkeit eines jeden Staates in der Region und das Recht, innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen frei von Bedrohungen oder Gewaltakten zu leben. Die vollkommene Niederlage im Sechs-Tage-Krieg sowie Vertreibungen und empfundene Demütigungen (wie die Suezkrise) begünstigen den Islamismus, indem die Muslime sich stärker auf ihre Religion besinnen und radikalisieren.
  • 1969: Fatah und PLO vereinigen sich während des 5. National-palästinensischen Kongresses
  • 1970: Die PLO wird im „Schwarzen September“ aus Jordanien vertrieben und geht in den Libanon.
  • 30. Mai 1972 Das Massaker am Flughafen Lod, durchgeführt von japanischen Terroristen, fordert 26 Opfer
  • 6. - 24. Oktober 1973: Jom-Kippur-Krieg. Durch den Ölexport-Stopp kommt es zur Ölkrise. Sadat gelingt die Eindämmung des Islamismus durch die Demonstration arabischer Stärke.
  • 1977: Anwar as-Sadat schlägt aus einer Position relativer politischer Stärke heraus ein Treffen mit Menachem Begin vor, das vom 19.- 21. November stattfindet und das Friedensabkommen von Camp David 1978 vorbereitet.
  • 11. März 1978: Der Küstenstraßen-Anschlag kostet 37 israelischen Zivilisten das Leben.
  • 14. März 1978: Mit der Operation Litani marschiert die israelische Armee in den südlichen Libanon ein.
  • 1978: Menachem Begin und Anwar as-Sadat unterzeichnen in Camp David ein Friedensabkommen, das von Jimmy Carter ausgehandelt wurde. Die palästinensische Seite verpflichtet sich zum Gewaltverzicht, während die israelische Seite ein Ende des Siedlungsbaues sowie den Rückzug aus den besetzten Gebieten zusagt. Das Abkommen wird von zahlreichen arabischen Staaten abgelehnt.
  • 26. März 1979: Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag
  • 1980: Per Gesetz annektiert Israel im Juli das im Sechstagekrieg eroberte Ostjerusalem und erklärt Jerusalem zur „ewigen“ und „ungeteilten“ Hauptstadt, was insbesondere in der arabischen Welt auf Proteste stößt.
  • 1981: Anwar as-Sadat wird in Kairo von Islamisten wegen des Friedensabkommens von Camp David ermordet.
  • 1982: Israel zieht sich wie im Camp David Abkommen von Sadat und Begin vereinbart von der Sinai-Halbinsel zurück.
  • 6. Juni 1982: Beginn des Libanonkrieg (Operation Frieden für Galiläa).
  • 1982: Belagerung und Einnahme Beiruts. Vertreibung der PLO nach Tunesien. Massaker durch christliche libanesische Falange-Milizen an der Zivilbevölkerung (Sabra und Schatila).

Intifadas (1987–2005)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 8. Dezember 1987: Ausbruch der Ersten Intifada, mit der Hamas als neuem Akteur.
  • 18. Januar bis 25. Februar 1991 Der Irak schießt während des Zweiten Golfkriegs Scud-Raketen auf Israel ab.
  • 30. Oktober 1991: Beginn der Madrider Konferenz.
  • 20. Januar bis 20. August 1993 Geheimverhandlungen zwischen

Israel und der PLO bei Oslo.

ersten Parlamentswahlen in den Palästinenser-Gebieten.

  • März 1996 Syrisch-israelische Gespräche in Wye, Maryland.
  • 11. April 1996 - 27. April 1996: Operation Früchte des Zorns der israelischen Armee im Süden des Libanons.
  • Januar 1997: Israel übergibt Hebron zu 80 Prozent an die Verwaltung der Palästinenser.
  • 23. Oktober 1998 Jassir Arafat und Benjamin Netanjahu vereinbaren das Wye-Abkommen.
  • 24. Mai 2000 Israel schließt seinen Rückzug aus dem Südlibanon ab.
  • 11. - 25. Juli 2000: Erfolgloser Gipfel von Camp David.
  • 28. September 2000: Beginn der 2. Intifada.
  • 16-18. Oktober 2000: Gipfel von Scharm El-Scheich. Das Abkommen sieht ein Ende der Gewalt vor, die Bildung einer Untersuchungskommission und eine Aufhebung der Abriegelung der Palästinensergebiete.
  • 2001: Der Konflikt intensiviert sich (Selbstmordattentate der Palästinenser, Tötung von führenden Mitgliedern der palästinensischen Widerstandsgruppen durch die Israelis).
  • 29. März - 3. Mai 2002: Operation Schutzschild zur Wiederbesetzung der unter palästinensischen Autonomieverwaltung stehenden Städte.
  • 2003: US-Präsident George W. Bush stellt die Roadmap zum Frieden vor, der beinhaltet, dass die palästinensische Seite auf Angriffe gegen Israel verzichtet und Israel Palästina als autonomen Staat anerkennt. Israelische Truppen marschieren immer wieder kurzfristig in den Gazastreifen und die Westbank ein.
  • 8. Juli 2003 Baubeginn der Sperranlage zum Westjordanland
  • 22. März 2004: Ahmed Jasin wird durch einen Hubschrauberangriff gezielt getötet.
  • 17. April 2004: Der Hamasführer Abd al-Aziz al-Rantisi wird gezielt getötet.
  • 18. - 23. Mai 2004: Operation Regenbogen der israelischen Armee im Gazastreifen.
  • 31. August 2004: Bei Bombenanschlägen in Be’er Scheva auf zwei Busse reißen die beiden Attentäter 18 Menschen mit in den Tod und mindestens 35 weitere werden verletzt. Die Izz-al-Din-al-Qassam-Brigade der Hamas übernahm die Verantwortung für die Anschläge. [1]
  • 20. September 2004: Khaled Abu Selmiya, der Kommandanten der Izz-al-Din-al-Qassam-Brigaden wird gezielt getötet.
  • 30. September - 15. Oktober 2004: Operation Tage der Buße im Gazastreifen.
  • 11. November 2004: Jassir Arafat stirbt in einem Pariser Militärhospital.

Trennungsplan und Abkopplung (2005–2012)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 9. Januar 2005: Mahmud Abbas wird zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt.
  • 13. Januar 2005: Bei einem Selbstmordattentat am Grenzübergang Karni im Gazastreifen werden 6 israelische Soldaten getötet und 5 weitere verwundet.
  • 8. Februar 2005: Der durch Mahmud Abbas und Ariel Scharon geschlossene Waffenstillstand von Scharm El-Scheich beendete offiziell die Zweite Intifada.
  • 26. Mai 2005: Abzug der letzten 250 syrischen Soldaten aus dem Libanon.
  • 15. August 2005: Im Rahmen des Abkoppelungsplan räumt Israel alle Siedlungen im Gazastreifen und vier Siedlungen im nördlichen Westjordanland.
  • 24. November 2005: Scharon gründet die Partei Kadima, nachdem er zuvor aus dem Likud ausgetreten ist.
  • 26. Januar 2006: Die Hamas siegt bei den Parlamentswahlen im Westjordanland und Gazastreifen.
  • 28. März 2006: Bei den israelischen Parlamentswahlen wird die liberale, politisch zwischen Likud und Arbeitspartei gebildete Kadima mit 28 von 120 Sitzen zur stärksten Partei und Ehud Olmert zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Er gab an, Scharons Politik weiterführen zu wollen und an einer endgültigen Grenzziehung zwischen Israel und den Palästinensergebieten arbeiten zu wollen (Konvergenz-Plan).
  • 12. Juli bis 14. August 2006 Zweiter Libanonkrieg Israels, ausgelöst durch einen Überfall der Hisbollah auf israelische Soldaten, von denen mehrere getötet sowie zwei entführt werden.
  • 2007: Im Juni kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Milizen der Hamas und der Fatah, in deren Verlauf die Hamas die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen erlangt, während die Fatah die Kontrolle über das Westjordanland erlangt. Der Konflikt ist gleichzeitig das Ende der Regierung der Nationalen Einheit.
  • 27. November 2007: In Annapolis findet eine von der US-Regierung initiierte Internationale Nahost-Konferenz statt, von der entscheidende Voraussetzungen für eine Befriedung des Nahen Ostens erhofft werden.
  • 4. November 2008: Israel dringt, als Antwort auf den fortdauernden Raketenbeschuss auf den Süden Israels durch die Hamas im Gaza-Streifen ein.
  • 18. Dezember 2008: Die Hamas kündigt den ohnehin auslaufenden Waffenstillstand mit der Begründung auf, Israel habe sich nicht an die Vereinbarungen (des Waffenstillstandes) gehalten.
  • 27. Dezember 2008: Die IAF startet mit Luftangriffen auf Ziele im Gaza-Streifen die Operation Gegossenes Blei. Die Operation endet am 18. Januar 2009.
  • 2010: Am 26. Juli 2010 forderte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu direkte Friedensverhandlungen mit der Palästinensischen Autonomiebehörde. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas jedoch stellte als Vorbedingungen für Friedensgespräche, dass der verhängte Siedlungsbaustopp im Westjordanland bis zum 26. September 2010 für endgültig erklärt wird und alle Gebiete wie vor dem Krieg von 1967 an die Palästinensische Autonomiebehörde übergeben werden.
  • 4. Mai 2011: Die Fatah und die Hamas schließen nach ägyptischer Vermittlung in Kairo ein Versöhnungsabkommen.
  • 2012: Die Hamas intensivierte im Vergleich zum Vorjahr den Raketenbeschuss Israels, mit knapp 1700 Qassam- und Katjuscha- Fadschr-3- und Fadschr-5- Raketen von Januar bis Mitte November. Israel beginnt am 14. November mit der Operation Wolkensäule.
  • 29. November 2012: Die Vertretung der PLO erhält gegen den Willen Israels den Beobachterstatus als Staat Palästina bei den Vereinten Nationen.

Friedensgespräche und Gaza-Konflikt (seit 2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juli 2013: Im Juli kündigte US-Außenminister John Kerry eine neue US-amerikanische Initiative an. Binnen neun Monate sollten die Gespräche zu einem Friedensvertrag auf Grundlage der Zwei-Staaten-Lösung führen.
  • April 2014: Nach ersten Fortschritten scheiterten die Verhandlungen im April 2014, nachdem Abbas eine Einheitsregierung mit der Hamas einging und Israel eine letzte Gruppe palästinensischer Gefangener nicht freiließ.
  • 2. Juni 2014: In Ramallah bildete sich eine technokratische „Regierung des nationalen Konsenses“ mit der Unterstützung sowohl der PLO als auch der Hamas.
  • 12. Juni 2014: Drei israelische Jugendliche „verschwanden“ als sie von der Siedlung Gusch Etzion per Autostopp nach Modi’in gelangen wollten.
  • Mitte Juni 2014: Bei der Suche nach den Jugendlichen und ihren Entführern sowie vermuteten Hintermännern, führten israelische Streit- und Sicherheitskräfte zahlreiche Durchsuchungen und rund 300 Festnahmen im Westjordanland durch. Dabei kam es zu schweren Zwischenfällen mit mehreren Verwundeten und Toten. Die Hamas sah „das Tor zur Hölle aufgestoßen“ und begann als „Antwort auf dieses Vorgehen“ mit einer Intensivierung ihres Raketenbeschusses auf Israel. Zwischen Mitte Juni und Anfang Juli wurden etwa 200 Raketen aus Gaza auf israelisches Gebiet abgefeuert.
  • 30. Juni 2014: Die drei mutmaßlich von der Hamas entführten jüdischen Jugendlichen – Eyal Yifrach, Gilad Shaar und Naftali Fraenkel – wurden nordwestlich von Hebron tot aufgefunden. Sie waren bereits kurz nach der Entführung umgebracht worden.
  • 2. Juli 2014: Ein palästinensischer Jugendlicher wurde in Ostjerusalem verschleppt und brutal ermordet. Die Polizei ging von einem Hassverbrechen aus. Der israelische Geheimdienst verhaftete vier Tage später sechs junge jüdische Extremisten, die der Tat verdächtigt wurden. Drei der sechs Verdächtigen gestanden den Mord an dem Jugendlichen kurze Zeit später.
  • 8. Juli 2014 - 26. August 2014: Die Operation Protective Edge der israelischen Armee im Gazastreifen.
  • Bei dem Terroranschlag in Tel Aviv am 8. Juni 2016 starben 4 israelische Zivilisten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kölner Stadtanzeiger vom 1. September 2004 Seite 1