Chrudim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chrudim
Wappen von Chrudim
Chrudim (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Pardubický kraj
Bezirk: Chrudim
Fläche: 3320 ha
Geographische Lage: 49° 57′ N, 15° 48′ OKoordinaten: 49° 57′ 4″ N, 15° 47′ 44″ O
Höhe: 240 m n.m.
Einwohner: 23.102 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 537 01
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Řezníček (Stand: 06/2017)
Adresse: Resselovo nám. 77
537 16 Chrudim
Gemeindenummer: 571164
Website: www.chrudim-city.cz
Hauptplatz von Chrudim mit Pestsäule von 1717 bis 1734
Mydlář-Haus, heute ein Marionettenmuseum
Bahnhof Chrudim

Chrudim (deutsch älter auch: Crudim[2]) ist eine Stadt im ostböhmischen Pardubický kraj am Fluß Chrudimka. Es liegt an der Bahnstrecke Havlíčkův Brod–Pardubice, von der die Bahnstrecke Chrudim–Chrudim město abzweigt

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrscheinlich wurde Chrudim im 9. Jahrhundert gegründet, urkundlich erstmals im Jahr 1055 erwähnt, als dort der böhmische Fürst Břetislav I. starb. Ab dem 13. Jahrhundert war es eine Königsstadt, die zum Besitz der böhmischen Königinnen zählte. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit war es ein wichtiges regionales Zentrum. Ein Kapuzinerkloster mit der St.-Josef-Kirche wurde im Jahre 1656 gegründet. Ab Ende des 17. Jahrhunderts wurde es zu einem bekannten Wallfahrtsort (wundertätiges Salvatorbild). Seit dem 19. Jahrhundert hat es sich nicht mehr so schnell weiterentwickelt wie andere Städte der Umgebung. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist die Herstellung von Stahlrohrtürmen für Windkraftanlagen, Spiritus und landwirtschaftliche Maschinen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chrudim I (Innenstadt)
  • Chrudim II (Neustadt)
  • Chrudim III (Katharina- Vorstadt)[3]
  • Chrudim IV (Johannes- Vorstadt)[4] inklusive des eingemeindeten Dorfes Markovice (deutsch: Markowitz, Sankt Markus (1350)).[5]
  • Medlešice (Medleschitz, älter auch Messlesitz (1384), Mesileschitz, Messleschitz)[6]
  • Topol (Topol, älter auch Toppole (1399))[7]
  • Vestec (Westetz; älter auch Steinmetzendorf (1399))[8]
  • Vlčnov (Wiltschnau, Wulschnau (1346)[9])

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. September 2017 wurden die ersten elf Stolpersteine in Chrudim für Opfer des Holocaust gelegt, darunter für den Zahnarzt Artur Pachner. Die Verlegung erfolgte durch Gunter Demnig. Nach einer Gedenkstätte, die 2012 auf dem jüdischen Friedhof in Chrudim eingeweiht wurde, ist es eine weitere Erinnerung an jüdische Bürger, die in Konzentrationslagern ermordet wurden. 1942 wurden insgesamt 87 jüdische Bürger aus Chrudim in Konzentrationslager deportiert, von denen 80 nicht mehr zurückkamen.[10][11][12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Viktorin Kornel ze Všehrd (1460–1520), tschechischer Schriftsteller, Rechtsanwalt, Meister der Universität und Dekan der Prager Universität
  • Josef Ressel (1793–1857), Erfinder
  • Bohuslav Jeremiáš (1859–1918), Komponist, Organist, Dirigent und Musikpädagoge
  • Jaroslav Lonek (1904–1945), tschechischer Flugzeugkonstrukteur und Widerstandskämpfer
  • Kurt Freund (1914–1996), tschechisch-kanadischer Psychiater und Sexualwissenschaftler
  • Jan Knap (* 1949), Künstler

Im Ort lebten und wirkten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chrudim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Chrudim (rechts oben) und seine Umgebung um 1900 (Spezialkarte 1:75.000 der 3. Landesaufnahme)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  2. http://digitool.is.cuni.cz:1801/view/action/nmets.do?DOCCHOICE=1026743.xml&dvs=1394968817800~538&locale=de_DE&search_terms=&adjacency=&VIEWER_URL=/view/action/nmets.do?&DELIVERY_RULE_ID=3&divType=&COPYRIGHTS_DISPLAY_FILE=licence_mapy
  3. http://archivnimapy.cuzk.cz/coc/2659-1/2659-1-006_index.html
  4. http://archivnimapy.cuzk.cz/coc/2659-1/2659-1-003_index.html
  5. Antonín Profous: Místní jména v Čechách – Jejich vznik, původní význam a změny.
  6. Antonín Profous: Místní jména v Čechách – Jejich vznik, původní význam a změny.
  7. Antonín Profous: Místní jména v Čechách – Jejich vznik, původní význam a změny.
  8. Antonín Profous: Místní jména v Čechách – Jejich vznik, původní význam a změny.
  9. Antonín Profous: Místní jména v Čechách : Jejich vznik, původ, význam a změny. Bd. I.-III, Česká akademie věd a umění, Praha
  10. Alžběta Langová: První kameny zmizelých – stolpersteine – budou položeny v Chrudimi, in Chrudimský zpravodaj 9/2017 (September 2017), S. 14, online auf: chrudim.eu/assets/...
  11. Kameny zmizelých v Chrudimi položeny. Ve středu 20. září bylo v Chrudimi položeno prvních 11 kamenů zmizelých (stolpersteine), Bericht des Stadtamtes Chrudim (Městský úřad Chrudim), offizielle Website der Stadt, online auf: chrudim.eu/vismo/...
  12. Chronik (September 2017), offizielle Website von G. Demnig, online auf: stolpersteine.eu/