Chuck Grassley

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Chuck Grassley

Charles Ernest „Chuck“ Grassley (* 17. September 1933 in New Hartford, Butler County, Iowa) ist ein republikanischer US-Senator aus dem Bundesstaat Iowa. Seit 2015 ist Grassley Vorsitzender des Justizausschusses des Senats[1]. Er war von 2003 bis 2007 Vorsitzender des Finanzausschusses des Senats und von 2007 bis 2010 dessen "Ranking Member", also ranghöchster Vertreter der Minderheitspartei.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grassley arbeitete in seiner Jugend am Fließband und als Farmer, bevor er an der University of Northern Iowa studierte, wo er 1956 seinen Abschluss erhielt. 1959 wurde er ins Repräsentantenhaus von Iowa gewählt; er blieb dort bis 1974. Dies war sein erstes öffentliches Amt. 1974 gelang ihm der Einzug ins Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten; 1976 und 1978 wurde er wiedergewählt. Im Jahr 1980 kandidierte er für den US-Senat. Er erhielt in seinem Wahlkreis mehr Stimmen als der demokratische Amtsinhaber John Culver. Dem Senat gehört er seitdem ununterbrochen an. Im Jahr 2016 kandidierte er erfolgreich für eine weitere sechsjährige Amtszeit; diese läuft bis zum 3. Januar 2023.

Grassley hat gegen Cross-Border-Leasing-Geschäfte plädiert. Er war einer von nur zwei Republikanern, die 1991 gegen den Zweiten Golfkrieg votierten. Er ist Mitglied bei den Freimaurern. Der Baptist ist ebenfalls Mitglied der konservativ-christlichen Gruppe „The Family“, die das National Prayer Breakfast organisiert.

2009 erregte Grassley internationales Aufsehen mit seiner Forderung, der National Science Foundation öffentliche Fördermittel zu streichen, weil deren Mitarbeiter angeblich während ihrer Arbeitszeit exzessiv pornografische Angebote im Internet konsumierten.[2]

Kurz darauf wurde eine Äußerung Grassleys im Zuge der AIG-Pleite sehr bekannt. Er riet den Managern, die sich nach milliardenschweren Staatzuschüssen trotz Misswirtschaft Boni auszahlten: "Folgen Sie dem japanischen Beispiel: Machen Sie eine Verbeugung – und dann treten Sie entweder zurück oder begehen Selbstmord."[3]

Grassley versuchte Ende 2017 die umstrittene Verdoppelung der Freibeträge bei der Erbschaftssteuer zu verteidigen; er sagte: "Ich denke, die Erbschaftssteuer nicht zahlen zu müssen, ist eine Anerkennung für die Menschen, die investieren, im Gegensatz zu denen, die einfachen jeden verdammten Cent, den sie haben, ausgeben, sei es für Schnaps, Frauen oder Filme."[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Grassley takes helm of Senate Judiciary Committee The Des Moines Register, 8. Januar 2015
  2. Pornoskandal gefährdet Wissenschaftsförderung. In: Spiegel Online. 30. Januar 2009, abgerufen im 4. Dezember 2014.
  3. Thomas Vieregge: USA: Volkszorn über Spitzen-Manager, Die Presse vom 18. März 2009
  4. "Chuck Grassley attempts to clarify 'booze or women' estate tax comments" The Guardian vom 4. Dezember 2017