Chwastowitschi

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Dorf
Chwastowitschi
Хвастовичи
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Kaluga
Rajon Chwastowitschski
Erste Erwähnung 1494
Frühere Namen Fostowitschi
Chwostowitschi
Bevölkerung 4509 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 180 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 48453
Postleitzahl 249360
Kfz-Kennzeichen 40
OKATO 29 246 000 001
Website mosphvastovichi.ru
Geographische Lage
Koordinaten 53° 28′ N, 35° 6′ OKoordinaten: 53° 28′ 0″ N, 35° 5′ 30″ O
Chwastowitschi (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Chwastowitschi (Oblast Kaluga)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaluga

Chwastowitschi (russisch Хвасто́вичи) ist ein Dorf (selo) in der Oblast Kaluga in Russland mit 4509 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 140 km Luftlinie südsüdwestlich des Oblastverwaltungszentrums Kaluga am Flüsschen Welja, das 7 km südöstlich in die Resseta mündet, die über die Schisdra zur Oka abfließt.

Chwastowitschi ist Verwaltungszentrum des Rajons Chwastowitschski sowie Sitz der Landgemeinde (selskoje posselenije) Selo Chwastowitschi, zu der außerdem die kleine, 3 km südlich der Ortsmitte gelegene Siedlung (possjolok) Uspenski gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Gründungsjahr des Ortes wird 1494 gefeiert, als er erstmals in einer Urkunde des Fürsten Worotynski genannt wurde, eines der Herrscher der Fürstentümer an der oberen Oka. Nach anderen Angaben wird eine Ortschaft namens Chwostowicze im Fürstentum Karatschew bereits in polnischen Quellen genannt, die sich auf die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts beziehen. Ab dieser Periode gehörte das Gebiet zum Großfürstentum Litauen. Im Verlauf der Russisch-Litauischen Kriege kam der Ort 1505 zum kurzlebigen Fürstentum Kaluga, 1518 zum Großfürstentum Moskau. In der Zeit der Wirren (Smuta) um 1600 gehörte er nochmals zu Polen-Litauen, bevor er endgültig in russischen Besitz gelangte.

1708 wurde Chwastowitschi dem Ujesd Koselsk des Gouvernements Moskau zugeordnet, ab 1719 als Teil der Provinz Kaluga, 1777 schließlich nach diversen administrativen Umgestaltungen dem neu geschaffenen Ujesd Schisdra. Dieser gehörte zunächst zur Statthalterschaft Kaluga, ab 1796 zum Gouvernement Kaluga. In Dokumenten dieser Zeit wird der Ort als Fostowitschi bezeichnet, später bis ins frühe 20. Jahrhundert als Chwostowitschi. Wirtschaftlich bedeutsam und relativ einwohnerreich, wurde das Dorf im 19. Jahrhundert Zentrum einer nach dem 7 km nordöstlich gelegenen Dorf Milejewo als ursprünglichem Sitz benannten Wolost (Milejewskaja wolost).

Aus der Wolost und Teilen umliegender Gebiete wurde am 12. Juli 1929 ein nach dem Ort benannter Rajon mit Sitz in Chwastowitschi gebildet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Dorf am 7. Oktober 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt und am 15. August 1943 von der Roten Armee im Rahmen ihrer Orjoler Operation (auch bekannt als Operation Kutusow) zurückerobert.

Von Anfang 1963 bis Anfang 1965 war der Rajon vorübergehend aufgelöst und sein Territorium dem nordwestlich benachbarten Schisdrinski rajon angegliedert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 2140
1939 2900
1959 3251
1970 3547
1979 4097
1989 4485
2002 4596
2010 4509

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chwastowitschi liegt an der 29N-144, die etwa 30 km nordwestlich an der föderalen Fernstraße M3 Ukraina von Moskau über Brjansk zur ukrainischen Grenze beginnt und weiter in das 12 km ostsüdöstlich gelegene Dorf Tereben führt. Von Chwastowitschi in westlicher Richtung führt die 29N-149 ebenfalls zur M3, nach Nordosten die 29K-016 vorbei am benachbarten Rajonzentrum Uljanowo nach Koselsk.

Die nächstgelegene Bahnstation ist 25 km nordwestlich Sudimir an der Hauptstrecke Moskau – Brjansk – Kiew. In Tereben befand sich eine Station an der in den 1920er- bis 1930er-Jahren errichteten Nebenstrecke von Brjansk (Station Polpinskaja) nach Dudorowski (Station Dudorowo). Diese wurde jedoch abschnittsweise bis 2010 stillgelegt und in Folge vollständig abgebaut.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)