Cilly Schäfer

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Cilly Schäfer (2. von links) mit Katharina Roth (2. von rechts)

Cäcilie „Cilly“ Barbara Schäfer, geborene Tannenberg (* 25. Januar 1898 in Friedberg; † 18. Januar 1981 in Marburg) war eine deutsche Politikerin (KPD).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cilly Schäfer war die Tochter des Schuhmachers Friedrich August Gustav Tannenberg und dessen Frau Elisa geborene Klein. Sie hatte vier Geschwister. Nach dem Ende ihrer Schulzeit absolvierte sie eine Lehre als Schneiderin. Sie engagierte sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in der Freien sozialistischen Jugend und bei den Naturfreunden. Im Jahr 1920 wurde sie außerdem Mitglied der USPD bzw. nach der Vereinigung der KPD. Am 25. Juni 1921 heiratete sie in Friedberg Jakob Schaefer, den sie bei den Naturfreunden kennengelernt hatte und der ab 1926 für die KPD Mitglied des Hessischen Landtages war. Sie selbst wurde im Jahr 1931 als KPD-Abgeordnete in den Hessischen Landtag gewählt.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde sie für 13 Monate in Haft genommen. Nach ihrer Entlassung zog sie mit ihrem Mann, der zwischenzeitlich ebenfalls inhaftiert war, nach Marburg. Dort versuchte sie, die illegale Arbeit der verbotenen KPD zu organisieren. Noch im Jahr 1940 fand im Haus der Schäfers in Marburg eine als Geburtstagsfeier getarnte kommunistische Funktionärsversammlung statt. 1944 wurde sie erneut verhaftet und zunächst in das KZ Ravensbrück und von dort weiter in das KZ Oranienburg deportiert, wo sie zur Zwangsarbeit in einer Rüstungsfabrik verpflichtet wurde. Sie überlebte die Todesmärsche der letzten Kriegstage und kehrte nach der Befreiung vom Nationalsozialismus nach Marburg zurück. Dort arbeitete sie im Überparteilichen Frauenausschuss und in der KPD mit, für die sie 1951 in den Marburger Stadtrat einzog sowie in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Nach der Neukonstituierung der DKP im Jahr 1968 wurde sie Mitglied dieser Partei.

Nach Cilly Schäfer ist eine Straße im Marburger Stadtteil Stadtwald benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingrid Langer: Zwölf vergessene Frauen. Die weiblichen Abgeordneten im Parlament des Volksstaates Hessen, ihre politische Arbeit – ihr Alltag – ihr Leben. 1989.
  • Hans Georg Ruppel, Birgit Groß: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biographische Nachweise für die Landstände des Großherzogtums Hessen (2. Kammer) und den Landtag des Volksstaates Hessen (= Darmstädter Archivschriften. Bd. 5). Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1980, ISBN 3-922316-14-X, S. 224.
  • Gabriel B. Möller, Ulrich Schneider: Antifaschismus am Beispiel eines Lebens. Cilly Schäfer zum 80. Geburtstag. Marburg 1978.
  • Schaefer, Cäcilie (Cilly). In: Hermann Weber, Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Dietz, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02130-6.