Cirkwehrumer Kirche

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Fensterlose Nordwand der Reformierten Kirche in Cirkwehrum

Die evangelisch-reformierte Cirkwehrumer Kirche im ostfriesischen Cirkwehrum, Gemeinde Hinte, wurde 1751 auf einer Warft errichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter gehörte Cirkwehrum zur Propstei Uttum im Bistum Münster.[1] Eine frühere Kirche wurde wahrscheinlich im 15. Jahrhundert in Cirkwehrum erbaut. Diese gotische Kirche wurde im Jahre 1751 abgerissen und durch eine neue ersetzt. Da die kleine Gemeinde den Neubau finanziell nicht alleine bewältigen konnte, wurde die preußische Obrigkeit um die Erlaubnis gebeten, Kollekten halten zu dürfen, insbesondere bei reformierten Gemeinden in den Niederlanden.[2] Heute teilt sich Cirkwehrum mit Uttum eine Pfarrstelle.

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erneuerte Westgiebel und die Südwand der Cirkwehrumer Kirche

Die neue Kirche aus Backstein wurde als schlichte Saalkirche im Stil des Barock erbaut. Die vier kleinen Fenster an der Südseite weisen Spitzbögen auf, während die Nordseite fensterlos blieb. An der Ostseite befinden sich zwei weitere Fenster. Die Kirche verfügt über keinen eigenen Glockenturm. Der Kirchturm ist die westliche Verlängerung des Gotteshauses unter demselben Dach. Die kleineren Backsteine weisen auf eine Erneuerung der Westwand im Jahr 1818 hin.[3] Die Schlagglocke wurde von Mammäus Fremy im Jahr 1794 gegossen.[4] An beiden Seiten des Glockenturms finden sich rundbogige Schallöffnungen, die innen mit hölzernen Fensterläden geschlossen werden können. Auf dem steilen Satteldach befindet sich ein kleiner Dachreiter mit einer kleinen Turmglocke.[5]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rohlfs-Orgel nach der Restaurierung 2013

Die Decke wird durch ein hölzernes Tonnengewölbe mit quer überspannenden Ankerbalken abgeschlossen. Im Inneren der Kirche gefundene Grabsteine stammen aus den Jahren 1572, 1610 und 1612. Letzterer stellt die Schwestern Nona und Agundt in ihren Trachten nahezu lebensgroß dar.[3] Der Grabstein eines jung verstorbenen Predigers wurde hinter dem schlichten Abendmahlstisch in den Boden eingelassen. Das Kastengestühl aus Holz ist mit Traljengittern verziert. Die hölzerne Kanzel mit sechseckigem Schalldeckel datiert von 1751, dem Erbauungsjahr der Kirche, und ist mittig zwischen den beiden Ostfenstern platziert. In den Jahren 1877 bis 1879 erbauten die Gebr. Rohlfs die kleine Orgel, die der letzte Neubau des Familienunternehmens werden sollte.[6] Sie verfügt über acht Register auf zwei Manualen und angehängtem Pedal und ist weitgehend erhalten. Kennzeichnend für die Spätwerke Rohlfs ist, dass sie ganz ohne Aliquotregister und eine Mixtur konzipiert sind. Die Zinnpfeifen im Prospekt mussten 1917 für Rüstungszwecke abgeliefert werden und wurden im selben Jahr durch ein Lattengerüst mit aufgemalten Pfeifenattrappen ersetzt. Das Gehäuse ist im Stil der Neuromanik gefertigt.[7] Im Jahr 2012/13 restaurierte Harm Dieder Kirschner das Instrument und rekonstruierte den verlorenen Principal.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. Selbstverlag, Pewsum 1974, S. 44 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 6).
  2. Hajo van Lengen: Ostfriesland: Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1995, S. 279.
  3. a b Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 109.
  4. Heinrich Otte: Glockenkunde. Weigel, Leipzig 1888, S. 188.
  5. Ostfriesen-Zeitung vom 20. Dezember 2012, gesehen 7. Januar 2012.
  6. Walter Kaufmann: Die Orgeln Ostfrieslands. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1968, S. 88.
  7. Ralph Nickles: Orgelinventar der Krummhörn und der Stadt Emden. Hauschild Verlag, Bremen 1995, ISBN 3-929902-62-1, S. 473.

Koordinaten: 53° 26′ 15″ N, 7° 10′ 18″ O