City (Stadt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die City (englisch „Stadt“; von lateinisch civitas, „Bürgerschaft, Staat“[1]) ist in der Stadtforschung und der Umgangssprache der Anglizismus für das Stadtzentrum einer Großstadt oder die Stadt selbst.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

City ist in der deutschen Sprache die Bezeichnung für das Zentrum von Großstädten, charakterisiert durch eine Konzentration von Dienstleistungsunternehmen, Handel, Restaurants, Hochbauten und hoher Verkehrsdichte. Die City muss nicht identisch sein mit der Altstadt. Verwendet wird City in Wortverbindungen wie City-Bahn, Citybus, City Center, Megacity oder Smart City.

Gebrauch im englischen Sprachraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

City ist im englischen Sprachraum eine Bezeichnung für

Stadtforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Stadtforschung befasst sich unter anderem mit der Kernstadt, Global City und World City. Die Konzepte von Global City und World City stellen in der jüngeren Stadtforschung wohl die einflussreichsten Repräsentanten gegenwärtiger Urbanisierungsprozesse im globalen Maßstab dar.[2] Das Global City-Konzept geht davon aus, dass die Art und Weise der Integration einer Stadt in die Weltwirtschaft ihre ökonomisch-soziale Entwicklung bestimmt.[3] Die Autorin Saskia Sassen prägte 1996 den Begriff der Global City. Sind in einer Stadt die Wirtschaftszweige Finanzwirtschaft, Versicherungswesen und Immobilienwirtschaft (englisch Finances, Insurance, Real Estate, FIRE) besonders stark vertreten, formieren sie ein Netzwerk, in denen die Städte einen Knotenpunkt bilden.[4] Internationale Finanzplätze wie Frankfurt am Main, London, New York City, Singapur oder Tokio sind dadurch automatisch eine Global City.

In der deutschen Sprache ist die City in erster Linie ein Funktionsbegriff. Es handelt sich um den zentral gelegenen Teilraum einer Großstadt mit einer räumlichen Konzentration hochrangiger zentraler Funktionen des tertiären und quartären Sektors, deren Standorte vielfältig miteinander in Beziehung stehen, d. h. so genannte Standort- und Funktionsgemeinschaften bilden.

Weitere typische Merkmale eines als City bezeichneten Gebietes:

Treffender wird daher in der Stadtforschung der Begriff Central Business District (CBD) als Synonym für die City als Geschäftszentrum verwendet.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die City of London ist ein Distrikt und das historische und wirtschaftliche Zentrum der englischen Region Greater London. Westlich hiervon liegt die City of Westminster als ein Stadtbezirk von London, der den westlichen Teil des Stadtzentrums bildet. Zürich ist zwar keine Mega-City, wird häufig aber als Global City eingestuft, Kalkutta ist eine Mega City, aber keine Global City, New York City ist beides.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. City. In: duden.de. Abgerufen am 4. September 2020.
  2. Anthony D. King, Spaces of Global Cultures: Architecture, Urbanism, Identity, 2006, S. 16; ISBN 9780415196208
  3. Saskia Sassen/Bodo Schulze, Metropolen des Weltmarkts, 1996, S. 36; ISBN 9783593354590
  4. Elisabeth Wesser, Global Cities: Neue Global Player in der internationalen Politik?, 2018, S. 13
  5. Stefan Krätke, Medienstadt: Urbane Cluster und globale Zentren der Kulturproduktion, 2002, S. 45