Civray (Vienne)

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Civray
Wappen von Civray
Civray (Frankreich)
Civray
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Vienne
Arrondissement Montmorillon
Kanton Civray (Hauptort)
Gemeindeverband Communauté de communes du Civraisien en Poitou
Koordinaten 46° 9′ N, 0° 18′ OKoordinaten: 46° 9′ N, 0° 18′ O
Höhe 105–157 m
Fläche 8,7 km2
Einwohner 2.664 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 306 Einw./km2
Postleitzahl 86400
INSEE-Code
Website http://www.civray.fr

Civray – Hôtel Louis XIII.

Civray ist eine westfranzösische Kleinstadt und Gemeinde mit 2.664 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Civray liegt am Fluss Charente in einer Höhe von etwa 114 m ü. d. M. Bis nach Poitiers sind es etwa 60 km (Fahrtstrecke) in nördlicher Richtung; bis zum nordöstlich gelegenen Städtchen Montmorillon sind es ebenfalls etwa 60 km. Der sehenswerte Ort Melle (Deux-Sèvres) befindet sich etwa 40 km nordwestlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 1.343 2.260 2.492 2.900 2.638 2.827

Bei der ersten Volkszählung in Frankreich im Jahre 1793 hatte Civray 1.459 Einwohner; danach stieg die Bevölkerungszahl weitgehend kontinuierlich bis auf den heutigen Stand an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung der ehemaligen Ansiedlung und heutigen Kleinstadt war wohl eine Furt, später dann auch eine Brücke über die Charente. Seit etwa 1030 galt Civray als einer der bestbefestigten Plätze im Poitou. Nach dem Frieden von Brétigny (1360) musste der französische König Johann II. große Teile Aquitaniens an seinen englischen Bezwinger Edward III. abtreten. Der Friede währte jedoch nicht lange und so konnte der französische Heerführer Bertrand du Guesclin ab 1369 viele Gebiete − darunter auch Civray − wieder zurückerobern. Danach hört man nicht mehr viel von Civray. In der Zeit der Französischen Revolution galt der Ort als Hochburg der neuen Ideale.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prioratskirche St-Nicolas

Ehemalige Prioratskirche St-Nicolas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es gibt ein kleines archäologisches Museum (Musée Archéologique), in welchem hauptsächlich lokale Kleinfunde aus der Vorgeschichte, der Antike und dem Mittelalter zu sehen sind.
  • Ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert (Hôtel Louis XIII. oder Hôtel de la Prévôté) hat ein spätgotisches Portal, einen runden Treppenturm und ein schönes Renaissancefenster. Es wurde im Jahr 1927 in die Liste der Monuments historiques[1] aufgenommen.
  • Ein weiteres Gebäude im Stadtzentrum hat noch einen spätmittelalterlichen Rundturm aus dem 15. Jahrhundert; der Turm ist seit 1935 als Monument historique[2] eingetragen.
  • Von der alten Markthalle (halle), einer Gusseisenkonstruktion des 19. Jahrhunderts, existieren nur noch Fotos.
  • Einige wenige Häuser haben noch Renaissanceportale des 16./17. Jahrhunderts.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Umgebung des Ortes steht der megalithzeitliche Dolmen de la Pierre Pèse mit einem – beinahe freitragenden – Deckstein.
  • Etwa 10 km nordwestlich liegt der kleine Ort Champagné-le-Sec mit einer einschiffigen, schön restaurierten romanischen Pfarrkirche (12. Jahrhundert) mit einem Dach aus dünnen Natursteinplatten (lauzes) und mit Resten von Fresken (13./15. Jahrhundert) im Innern. Im Bereich vor der Kirche wurden einige schmucklose frühmittelalterliche Steinsärge (Sarkophage) ausgestellt, die auf dem ehemaligen Friedhof im Umfeld der Kirche gefunden wurden.
  • Die einschiffige Dorfkirche in Champniers (10 km nordöstlich) stammt ebenfalls in Teilen aus dem 12. Jahrhundert und birgt noch Reste eines Freskenzyklus aus dem 13. oder 14. Jahrhundert (Christus in der Mandorla, Jüngstes Gericht, Höllenszenen etc.).
  • Die kläglichen Reste (Vierungsturm, Kapitelsaal) der ehemals historisch und architektonisch hochbedeutsamen Benediktinerabtei von Charroux liegen etwa 11 Kilometer östlich.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschaften bestehen mit dem englischen Downham Market in Norfolk und mit Illingen im Saarland[3].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thorsten Droste: Das Poitou. Westfrankreich zwischen Poitiers und Angoulême − die Atlantikküste von der Loire bis zur Gironde. DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-4456-2, S. 153.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Civray (Vienne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maison Louis XIII., Civray in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Maison, Civray in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Website der Communauté de communes du Civraisien