Cláudio Hummes

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Cláudio Kardinal Hummes (November 2006)
Wappen von Cláudio Kardinal Hummes

Cláudio Kardinal Hummes OFM (* 8. August 1934 in Montenegro, Brasilien) ist ein emeritierter Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cláudio Hummes wurde am 8. August 1934 in Montenegro (Brasilien) als eines von zwölf Kindern des Landwirtes Pedro Adão Hummes und seiner Frau Maria Frank Hummes geboren und wuchs in der von deutschen Einwanderern geprägten Gemeinde Salvador do Sul im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul auf.

Hummes ist Nachfahre des aus Buch im Hunsrück stammenden Deutschen Johann Josef Hummes, der 1857 mit seiner Familie nach Brasilien auswanderte und sich dort als Kolonist niederließ.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cláudio Hummes verbrachte seine Schulzeit im Jesuitenkolleg „Colégio Santo Inácio“ von Salvador do Sul und trat anschließend in den Franziskanerorden ein. Er studierte zunächst in Brasilien, später am Antonianum in Rom sowie am Ökumenischen Institut der Universität Genf katholische Theologie und Philosophie. Er erwarb einen Doktorgrad im Fach Philosophie und empfing am 3. August 1958 durch den Koadjutorerzbischof von Belo Horizonte, João Resende Costa, die Priesterweihe.

Werdegang als Geistlicher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst unterrichtete Hummes Philosophie am Seminar der Franziskaner in Garibaldi, anschließend am Seminar von Viamão und an der Päpstlichen Hochschule von Porto Alegre. Viele Jahre lang war er Berater der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) für Fragen der Ökumene. Darüber hinaus nahm er wiederholt Leitungsaufgaben im Franziskanerorden wahr.

Am 22. März 1975 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularbischof von Carcabia und zum Koadjutorbischof von Santo André. Der Erzbischof von Fortaleza, Aloísio Lorscheider OFM, spendete ihm am 25. Mai desselben Jahres die Bischofsweihe. Mitkonsekratoren waren die Weihbischöfe Mauro Morelli aus São Paulo und Urbano José Allgayer aus Porto Alegre. Mit dem Rücktritt Jorge Marcos de Oliveiras am 29. Dezember 1975 folgte er diesem als Bischof von Santo André nach.

Am 29. Mai 1996 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Fortaleza und zwei Jahre später, am 15. April 1998, zum Erzbischof von São Paulo ernannt. Papst Johannes Paul II. nahm ihn am 21. Februar 2001 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Sant’Antonio da Padova in Via Merulana in das Kardinalskollegium auf.

Im Jahre 2000 half Hummes mit, den Franziskaner und Befreiungstheologen Paulo Suess von seinem Lehrstuhl in São Paulo zu entfernen.[1][2] Als Zeichen für Pluralismus in der Kirche sah Hummes im Januar 2002 die kanonische Aussöhnung des Lefebvre-Anhängers Licínio Rangel und dessen Ernennung zum Apostolischen Verwalter einer direkt Rom unterstellten Personaldiözese und zum Chef der von Rangel gegründeten Bruderschaft des heiligen Johannes Maria Vianney.[2]

Hummes galt bis zur Wahl Benedikts XVI. 2005 in der Öffentlichkeit als papabile.

Papst Benedikt XVI. ernannte Cláudio Hummes am 31. Oktober 2006 zum Kardinalpräfekten der Kongregation für den Klerus.[3] Im selben Jahr überraschte Hummes mit einer Aussage zum Zölibat, in der er bestätigte, dass die Ehelosigkeit der Priester kein Dogma, sondern lediglich eine disziplinarische Norm ist.[4] Am 7. Oktober 2010 nahm Benedikt XVI. sein aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an.[5]

Kardinal Hummes nahm am Konklave 2013 teil, in dem Papst Franziskus gewählt wurde. Laut dessen Aussage war es Hummes, der ihn zur Wahl seines Papstnamens inspiriert hat, als er ihn daran erinnerte, die Armen nicht zu vergessen.[6]

Am 11. Juni 2016 ernannte ihn Franziskus zu seinem Gesandten beim Eucharistischen Kongress in Brasilien, der vom 15. bis 21. August desselben Jahres stattfinden soll.[7]

Mitgliedschaften in Kongregationen und Räten der Kurie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eilaktion der Missionszentrale der Franziskaner zu den Ereignissen von 2000 bis 2002, Teil 1. (Memento vom 14. September 2005 im Internet Archive)
  2. a b Eilaktion der Missionszentrale der Franziskaner zu den Ereignissen von 2000 bis 2002, Teil 2. (Memento vom 14. September 2005 im Internet Archive)
  3. Rinuncia del Prefetto della Congregazione per il Clero e Nomina del nuovo Prefetto. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 31. Oktober 2006, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  4. Radio Vatikan: Hummes: Zölibat kein Dogma. 4. Dezember 2006.
  5. Rinuncia del Prefetto della Congregazione per il Clero e Nomina del Successore. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 7. Oktober 2010, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  6. Heiko Haupt: Franziskus : Der Papst der Armen - die exklusive Biografie. riva, München 2013, ISBN 978-3-86883-327-0, S. 81.
  7. Nomina dell’Inviato Speciale al XVII Congresso Eucaristico Nazionale del Brasile (Belém, 15-21 agosto 2016). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 11. Juni 2016, abgerufen am 16. Juni 2016 (italienisch).
  8. Nomina di Membri della Congregazione per la Dottrina della Fede. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. September 2002, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  9. Nomina di Cardinali Membri delle Congregazioni Romane. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 15. Mai 2001, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  10. Nomina di Membro della Congregazione per i Vescovi. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 14. September 2002, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  11. Nomina di Membri della Congregazione per l’Educazione Cattolica. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 24. Mai 2007, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  12. Nomina di Membri della Congregazione per l'Evangelizzazione dei Popoli. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 9. Mai 2009, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  13. Nomina di Membri del Pontificio Consiglio per i Laici. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 25. Februar 2002, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  14. a b c d e Nomina di Cardinali Membri dei Dicasteri della Curia Romana. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 18. Mai 2001, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  15. Nomina di Membri del Pontificio Consiglio "Cor Unum". In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. November 2000, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  16. Nomina di Membri della Pontificia Commissione per l’America Latina. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 19. Juli 2011, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).
  17. Conferme e Nomina nella Pontificia Commissione per l'America Latina. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 15. Januar 2014, abgerufen am 5. März 2016 (italienisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Darío Kardinal Castrillón Hoyos Präfekt der Kongregation für den Klerus
2006–2010
Mauro Kardinal Piacenza
Paulo Evaristo Kardinal Arns Erzbischof von São Paulo
1998–2006
Odilo Pedro Kardinal Scherer
Aloísio Lorscheider Erzbischof von Fortaleza
1996–1998
José Antônio Aparecido Tosi Marques
Jorge Marcos de Oliveira Bischof von Santo André
1975–1996
Décio Pereira