Claas Relotius

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Ambox current red.svg Dieser Artikel beschreibt sowohl den Journalisten Relotius als auch eine aktuelle Affäre. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.

Claas-Hendrik Relotius[1] (* 15. November 1985 in Hamburg[2]) ist ein deutscher Journalist, der für seine Reportagen vielfach ausgezeichnet wurde. Am 19. Dezember 2018 machte sein damaliger Arbeitgeber Der Spiegel öffentlich, dass viele der von Relotius im Magazin veröffentlichten Reportagen ganz oder teilweise erfunden waren. Daraufhin stellte sich heraus, dass er auch in anderen Medien Artikel veröffentlicht hatte, die Erfindungen enthielten.

Leben

Relotius studierte Politik- und Kulturwissenschaft in Bremen und Valencia. Von August bis September 2008 arbeitete er als Praktikant bei der taz in Hamburg.[3] Von 2009 bis 2011 absolvierte er ein Masterstudium an der Hamburg Media School.

Er schrieb freiberuflich unter anderem für den Cicero, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, die Financial Times Deutschland, die taz, Die Welt, das SZ-Magazin, Zeit Online sowie für die Schweizer Publikationen Weltwoche, NZZ am Sonntag und Reportagen.[4] Seit 2017 war er fest angestellter Redakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel,[5] für das er zuvor sieben Jahre lang in größerem Umfang freiberuflich geschrieben hatte, zum Beispiel für die Rubrik Eine Meldung und ihre Geschichte.[6]

Relotius lebt in Hamburg.

Skandal um Erfindungen, Falschdarstellungen und Fehler in Artikeln

Relotius war bei seinen Kollegen beim Spiegel sehr beliebt und galt als fantastischer, bescheidener, großartiger Charakter. Er half Kollegen bei ihren Texten, verzichtete auf Lob und war zudem penibel, was Änderungen an seinen eigenen Texten anbelangte.[7] Auch seine Förderer beim Spiegel beschreiben ihn – nach Bekanntwerden der Erfindungen – als uneitlen, bescheidenen, hochtalentierten Menschen, dem Auszeichnungen nichts bedeuteten. Er galt als Superstar des deutschen Journalismus und Idol seiner Generation.[8][9]

Nach Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit soll es erste Zweifel an der journalistischen Korrektheit eines seiner Texte schon 2017 gegeben haben.[10] Die Kollegen von Spiegel TV waren bei Nachrecherchen zum Relotius-Artikel Löwenjungen auf Widersprüche gestoßen (zwei angebliche Brüder waren keine; falsche Orts- und Namensangaben), was aber nicht zu Konsequenzen führte. Im April 2017 wiesen zwei Bewohner von Fergus Falls im US-Bundesstaat Minnesota den Spiegel per Twitter auf die Unstimmigkeiten im Artikel In einer kleinen Stadt hin, erhielten aber keine Antwort. Sie recherchierten zahlreiche Details, veröffentlichten ihre Ergebnisse aber erst, als der Fall Relotius schon öffentlich geworden war.[11]

Im Spätherbst 2018 wurden die Fälschungen schließlich aufgedeckt, weil Spiegel-Reporter Juan Moreno, der gemeinsam mit Relotius an der Reportage Jaegers Grenze gearbeitet hatte, im November Unstimmigkeiten im Text bemerkte, Angaben überprüfte und seinen Verdacht der Ressortleitung mitteilte. Diese sagte Moreno unter anderem, dass entweder Moreno oder Relotius gehen werden müsse.[12][13]

Daraufhin gab Relotius Manipulationen zu und reichte am 17. Dezember 2018 seine Kündigung ein.[14][15]

Am 19. Dezember 2018 ging Der Spiegel mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Claas Relotius habe „in großem Umfang eigene Geschichten manipuliert“, die das Nachrichtenmagazin abgedruckt hatte.

Nach eigenen Behauptungen reichen Relotius’ Arbeiten von korrekt recherchierten Texten über die Erfindung von Figuren, Szenen, Zitaten und anschaulichen Details bis hin zu komplett erfundenen Geschichten. Er wird mit dem Satz zitiert: „Ich bin krank, und ich muss mir jetzt helfen lassen.“[14]

Übersicht seiner Artikel

Medium Anzahl verfasste Artikel Zeitraum der verfassten Artikel von Fälschungen betroffen Anmerkungen
Cicero / Cicero.de 18 (davon 9 im Print) 2012 bis 2016 mindestens 1 [16]
Datum 3 2013 bis 2015 offen Die Texte waren zuvor schon andernorts erschienen.[17]
dpa 3[18] 2010[18] noch offen[19] Die dpa hat angekündigt, die Texte zu überprüfen.[19]
Financial Times Deutschland 10 2010 bis 2012[20] unbekannt Das Erscheinen der Zeitung wurde 2012 eingestellt.
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 3 noch offen [12]
NZZ Folio 2 2014 mindestens 1 Der Beitrag über eine finnische Friseurin soll mehrere grobe Unstimmigkeiten enthalten.
NZZ am Sonntag 6 2012 bis 2016 mindestens 2 Beiträge über die Gefängnisinsel Bastoy und Blutrache in Albanien[21]
Profil 5 2012 und 2013 noch offen Bei den Texten handelt es sich um Interviews.[22]
Reportagen 5 2013 bis 2016 noch offen[23]
Der Spiegel 60 2011 bis 2018 mindestens 14[14] u. a. Beiträge über die politische Stimmung in Fergus Falls.
SZ-Magazin 2 2015 beide[24]
Tagesspiegel 2 2015 mindestens 1[26] Reportage enthält erfundene Gesprächsszenen, im Interview sind einige Passagen verdichtet
TagesWoche 1 2012 1[27] Reportage aus Sarajevo über die psychischen Folgen des Krieges. Relotius hatte die Teilnahme an einer nie stattgefundenen Konferenz beschrieben.
taz 11 2008 und 2011 keine bekannt[28] Es wurden zwar Fehler in den Artikeln gefunden und manche Quellenangaben sind zu hinterfragen, aber wie die Vize-Chefredakteurin Barbara Junge beurteilt, sehe dies „eher nach Anfängerfehlern aus, nicht nach systematischem Betrug“.
Die Welt / Die Welt am Sonntag 6 2010 bis 2014 noch offen[18]
Weltwoche 28 2012 bis 2016 mindestens 5[29] Große Teile von Interviews wurden erfunden.
ZEIT Online / ZEIT WISSEN 6 2010 bis 2012 mindestens 2[30] Große Teile des Interviews mit Austin Lynch wurden erfunden. Die Existenz des Hamburger Paars, welches ein zweites Kind mit Trisomie 21 haben wollte, erscheint als zweifelhaft.

Der Spiegel

Neben den Unstimmigkeiten im Artikel Jaegers Grenze, die zur Entdeckung der Manipulationen führte, wurden zahlreiche weitere Manipulationen in Relotius’ Artikeln für den Spiegel aufgedeckt.

Im Artikel Löwenjungen (erschienen im Spiegel vom 18. Februar 2017) erfand er anscheinend lange Gespräche mit einem Jungen in einem kurdischen Hochsicherheitsgefängnis.[31][14]

Im Artikel In einer kleinen Stadt (erschienen Ende März 2017) behauptete er unter anderem, neben dem Ortsschild der amerikanischen Kleinstadt Fergus Falls stünde ein Schild mit der Aufschrift „Mexicans Keep Out“ – „Mexikaner, bleibt weg“, und Schulkinder würden Donald Trump als Vorbild malen.[14] Eine Reihe weiterer Darstellungen wurde ebenfalls von Einwohnern dieses Ortes widerlegt.[32] Der Artikel wurde von Spiegel Online am 23. Dezember 2018 als erster der erfundenen Texte gelöscht, zugleich erschien der Beitrag In einer fantastischen Stadt von Christoph Scheuermann, der feststellte: „Man trifft Menschen, die Relotius’ Figuren ähneln, aber sich immer weiter von ihnen entfernen, je länger man mit ihnen spricht.“[33][34] Scheuermann recherchierte auch, wie Relotius vorgegangen war. Die Ergebnisse legen nahe, dass Relotius trotz eines mit 38 Tagen Länge sehr großzügigen Rechercheaufenthalts schon dort die Fälschung einfädelte. Er gab Schwierigkeiten bei der Recherche vor, die er später vermeintlich löste, und erwähnte beispielsweise eine anstehende Busreise, die sich später dann im Artikel wiederfand, aber wahrscheinlich nie stattgefunden hat.[35]

In der Reportage Die letzte Zeugin (erschienen am 3. März 2018) begleitete er vorgeblich eine Frau auf der Reise als Zeugin zu einer Hinrichtung; nach Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe räumte er ein, die Frau nur einmal für 20 Minuten getroffen zu haben,[31] möglicherweise ist sie auch komplett fiktiv.[14]

Für Teile eines vielbeachteten Interviews vom 21. September 2018 mit Traute Lafrenz, der letzten Überlebenden der Widerstandsgruppe Weiße Rose, wiesen Spiegel-Reporter im Dezember 2018 Manipulationen nach. Lafrenz hatte das Interview nicht autorisiert, was in den Vereinigten Staaten, wo sie lebt, auch nicht üblich ist,[36] was aber zu den Prinzipien des Spiegels gehört.[37] Nach dem Bekanntwerden des Skandals wurde Lafrenz das Interview vorgelegt. Sie gab an, niemals Bilder von den Ausschreitungen in Chemnitz 2018 gesehen zu haben, dies sei eine Erfindung.[38]

Sein Artikel über Colin Kaepernick vom Oktober 2017 war ebenfalls überwiegend gefälscht; dessen Eltern hat er nie interviewt.[14]

NZZ Folio

Das NZZ Folio, in dem Relotius zwei Interviews in der Reihe Beim Coiffeur veröffentlicht hatte, beendete die Zusammenarbeit nach eigenen Angaben bereits 2014, nachdem eine Leserin auf Unstimmigkeiten im zweiten Text von Relotius hingewiesen hatte.[39] Das erste Interview war der Zeitung von Relotius angeboten worden und ist mit einem kolumbianischen Frisör. Nachdem es gedruckt worden war, sagte Relotius, er könne in Finnland, wo er hinreise, ein weiteres Interview für die Coiffeur-Reihe machen.[40]

Weltwoche

In der Schweizer Weltwoche erschienen eine Reportage und 27 Interviews von Relotius. Die Reportage handelte von einem demokratisch geprägten Dorf im US-Bundesstaat Ohio, das sich von Obama abwendet. Es wird bezweifelt, dass Relotius jemals Beallsville besucht hatte und dass die Hauptfiguren überhaupt existieren. Weltwoche-Herausgeber Roger Köppel versprach eine Prüfung der Vorfälle, erklärte aber, dass der Großteil der von Relotius geführten Interviews "zu 100 Prozent" autorisiert gewesen seien.[41]

SZ-Magazin

Das Süddeutsche Zeitung Magazin veröffentlichte im Jahr 2015 zwei Interviews von Relotius, zu denen nach Bekanntwerden des Skandals festgestellt wurde, sie „weisen Fehler auf und verstoßen gegen journalistische Standards“. Sie wurden von der Magazin-Website entfernt.[24]

Arbeit für die Heinz-Kühn-Stiftung

Relotius war Anfang 2013 als Stipendiat der Heinz-Kühn-Stiftung des Landes Nordrhein-Westfalen in Kuba. Sein von der Stiftung veröffentlichter Abschlussbericht ist wahrscheinlich auch in großen Teilen gefälscht.[42] Insbesondere kommt dort der angeblich erste Steuerberater des kommunistischen Kuba vor, mit wechselnden Namen. Ein Bericht darüber, den er im September 2013[43] in der Zeitschrift Cicero veröffentlichte, war auch seinem späteren Spiegel-Kollegen Juan Moreno aufgefallen, der beim Spiegel schließlich das Fehlverhalten von Relotius aufdecken sollte. Moreno war die Reportage von Relotius aus Kuba von Anfang an verdächtig – angeblich standen dort die Schuhputzer Schlange, um die Dienste dieses Steuerberaters in Anspruch zu nehmen. Später widersetzte er sich zur Verwunderung seiner Vorgesetzten beim Spiegel einer Zusammenarbeit mit Relotius.[44]

Reaktionen auf die Manipulationen

Spiegel-Titelseite der Nr. 52/2018 mit dem Leitspruch des Gründers Rudolf Augstein[45]

Der Spiegel bat öffentlich für die Fälschungen um Entschuldigung. Chefredakteur Ullrich Fichtner kündigte an, die Affäre durch eine auch mit externen Mitgliedern besetzte Kommission aufklären zu lassen.[14] Brigitte Fehrle, Clemens Hoeges (stellvertretender Chefredakteur im Spiegel-Verlag[46]) und Stefan Weigel (stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post[46]) sollen untersuchen, weshalb die Prüfsysteme des Nachrichtenmagazins nicht gegriffen haben, und ihre Ergebnisse öffentlich dokumentieren.[47]

In einem offenen Brief in Spiegel Online vom 22. Dezember 2018 schrieb der designierte Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann von erheblichem hauseigenen Versagen, das Konsequenzen haben werde. Zu Relotius’ Artikeln sagte er: „De facto müssen wir heute davon ausgehen, dass sämtliche Relotius-Geschichten Fälschungen sind, so wie die in den anderen Medien, für die er geschrieben hat. […] Die Geschichten sind als journalistisches Produkt wertlos.“ Der Vorgang sei „so irre, so dreist und so absurd, dass einem die Verfehlungen im Nachhinein geradezu ins Gesicht springen“.

Ende Dezember 2018 zog die Chefredaktion des Spiegel erste personelle Konsequenzen. Steffen Klusmann schrieb: Ullrich Fichtner (Chefredakteur) und Matthias Geyer (Blattmacher, Ressort Gesellschaft) werden „ihre neuen Verträge erst mal aussetzen und ruhen lassen“, bis eine hausinterne Kommission die Relotius-Affäre „abschließend untersucht hat“.[48] Fichtner habe Relotius für den Spiegel entdeckt und Geyer habe ihn fest angestellt und als Leiter des Ressorts Gesellschaft geführt.

Journalist und Buchautor Gabor Steingart äußerte sich dazu: “Bei allen großen Enthüllungsgeschichten der vergangenen Jahrzehnte hat sich der Spiegel nie damit zufrieden gegeben, den Einzeltäter zu entlarven. Immer wurde nach dem System gefragt. Nach den Paten im Hintergrund. Nach den löchrigen Kontrollinstanzen. Nach einer Kultur des Betrügens.”[49][50]

Georg Altrogge kritisierte, zwar handle es sich beim Fall Relotius um einen „redaktionellen Betriebsunfall (...) der andere hochangesehene Medien genauso hätte treffen können“, doch bliebe die Frage, ob nicht speziell der Spiegel „einen Nährboden für einen Fake-Reporter geliefert“ habe. Das Magazin sei dafür bekannt, Lesern zu suggerieren, seine Reporter seien unmittelbare Zeugen des Geschehens oder könnten sich auf Informationen aus erster Hand berufen; dafür sei „das Magazin häufig in die Kritik geraten, vor allem aufgrund des tendenziösen Charakters solcher oft nicht einmal gegendarstellungsfähiger Passagen“.[51] Stefan Niggemeier, selbst ehemaliger Spiegel-Autor, attestierte dem Magazin im Zusammenhang mit dem Fall Relotius eine „gefährliche Kultur des Geschichten-Erzählens“.[52] Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen stellte fest, der Fall Relotius erzwinge eine Debatte über die Ethik des Erzählens im Journalismus. Stilmittel wie in der Literatur seien zwar erlaubt, aber die Inhalte müssten stimmen.[53]

Alexander Wendt schrieb, Relotius habe das Genre des schöpferischen Journalismus geprägt. In der Art und Weise, wie jetzt viele über ihn als Person herfielen, zeige sich eine tiefe Ungerechtigkeit. "Hier soll ein 33jähriger in der Weihnachtszeit eine Last auf seine Schultern laden, die sich in Wirklichkeit etwas breiter verteilt, jedenfalls weit über den Sitz eines Presseorgans an der Erregungsspitze 1 in 20457 Hamburg hinaus."[54]

Im Cicero bezeichnete Gerhard Strate die Art und Weise, wie der Spiegel seinen ehemaligen Reporter öffentlich abstoße, als „Hexenjagd“ und „verlogen“. Nicht nur Relotius habe sich dafür entschieden, die gute alte Trennung zwischen Kommentar und Bericht aufzuheben. Der sprachgewaltige Überflieger verfüge über ein hohes Gespür für Sprachbilder und ihre unterschwellige Wirkung. „Lieferte er nicht genau den Stoff, der haltungsbesoffene Redakteure zum Schwärmen brachte?“[55]

Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo warf Spiegel-Chefredakteur Fichtner dessen persönliche Abrechnung im Spiegel vor: „Was bleibt, ist der Eindruck: In dem Text wird ein Mensch gehängt, noch dazu ein sehr junger.“[56] Weiter kritisierte er auch die Form des Artikels: „Ich finde diese Mischung aus Kulturreportage und Essay von Ullrich Fichtner für diese Art der Aufklärung nicht überzeugend. Weil das schön Geschriebene, das spannend Geschriebene auch Teil dessen ist, was Ihnen jetzt im Fall Relotius vorgeworfen wird.“[57] Jakob Augstein, Erbe des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, begrüßte zwar in einem Interview in der Bild-Zeitung grundsätzlich die kritische Aufarbeitung vom Spiegel, kritisierte jedoch: „Aber Selbstkritik darf nicht zu Selbstbeschädigung werden. Man muss nicht einem direkten Konkurrenten des ,Spiegels‘ wie dem ‚Zeit‘-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo die Gelegenheit geben, im ,Spiegel‘ den ,Spiegel‘ anzugreifen.“[58]

Claudius Seidl nannte Fichtners Artikel „die Klage des Doktors Frankenstein über sein Monster“.[59] Der Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung Eric Gujer vermisste bei der Aufklärung seitens des Spiegels „entsprechende Konsequenzen“ und beschied Fichtners im Dezember 2018 publizierter Stellungnahme einen „peinlichen Büßerstolz“.[60]

Im Freitag kritisierte Elsa Koester: „Relotius wird zum Helden einer Tragödie, spannend aufgeschrieben wie ein Hollywood-Thriller. Nur macht es sich der Spiegel so ein bisschen zu einfach […] Es gibt nicht das große Spektakel, die große Enthüllung, den großen Hochstapler. Die Geschichte steckt voller Widersprüche.“[61]

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sah Co-Herausgeber Jürgen Kaube in Fichtners Artikel ein Beispiel für jenen Stil, der Relotius’ Betrug erst ermöglicht habe. Dem Spiegel fehle aber jedes Problembewusstsein: „Man schreibt […] nicht über Argumente, Ideen und Interessen, sondern über Menschen, die sie angeblich haben, und darüber, wie sie so sind, diese Menschen, wie sie aussehen und wie sie wohnen, wo man sie getroffen hat […] Solange man aber so schreibt, weil man so denkt, wird der Fall Relotius nur zu Appellen an das Gewissen und zu Verurteilungen der Gewissenlosen führen. An der Sache selbst, dem Storytelling-Kitsch, wird sich nichts ändern.“[62]

Jörg Thadeusz, ehemaliger Moderator bei Verleihungen von Journalistenpreisen[63] und Juror beim Deutschen Reporterpreis[64] kommentierte, bei der Auswahl für Journalistenpreise „stünde ein gewisses Weltbild fest“. Einen Preis erhalte, wer dieses Bild „mit einer süffigen Geschichte möglichst prachtvoll bestätigt“. Er fragte, auf welches Wohlwollen sich ein Fälscher wohl verlasse, wenn er Geschichten über eine amerikanische Kleinstadt erfinde, in der „die Dumpfen unter sich“ seien.[65]

Im Tagesspiegel konstatierte Deike Diening, Relotius gelte seit seiner Enttarnung als brillant und habe seinen Status als Held keineswegs verloren. „Im Gegenteil. Relotius ist in zahlreichen Preisverleihungen mit Lob überschüttet worden. Und wie verhext wird es ausgerechnet nach der Aberkennung oder Rückgabe dieser Preise noch besser: Relotius ist jetzt auch ein Genie.“[66]

Für den Zeit-Journalisten, Literaturwissenschaftler und Philosophen Thomas Assheuer treffen sich in Relotius' Werken sowohl die konservative als auch die postmoderne Theorieschule: „Die konservative Schule behauptet, man könne den Selbstlauf der modernen Gesellschaft nur ertragen, indem man ihre Modernisierungsschäden durch tröstende Erzählungen kompensiere. Die postmoderne Denkschule behauptet, die Realität existiere gar nicht, sie sei ein Konstrukt – und Konstrukte solle man besser nicht anrühren, denn am Ende mache man sie noch kaputt.“ Assheuer bezeichnete Relotius weiter als „Genie der Einfühlung“, er habe Redaktion und Leser glücklich gemacht. „Der Superstar war kein Berichterstatter; er war ein Dichtergott, der seine Figuren durch die eigene Schöpfung spazieren führte […] Und weil er sich mit seiner Schöpfung auskannte, konnte der Weltbaumeister sie wunderschön erzählen.“[67]

Weil amerikanische Bürger von Fälschungen betroffen waren, forderte Richard Grenell, US-Botschafter in Deutschland, vom Spiegel eine unabhängige Untersuchung, er kritisierte zudem anti-amerikanische Berichterstattung.[68] Dirk Kurbjuweit entschuldigte sich bei den amerikanischen Bürgern, die durch die Reportagen beleidigt und verunglimpft worden seien; den Vorwurf des Antiamerikanismus wies er zurück.[69][70] In den Vereinigten Staaten griffen Medien den Fall Relotius auf. Er wurde zum Anlass für Medienkritik und Analysen der transatlantischen Beziehungen genommen.[71] Nach Meinung des amerikanischen Journalisten James Kirchick verbreite Der Spiegel „seit langem schon einen kruden und sensationslüsternen Antiamerikanismus“.[72]

Nach Ansicht einiger Medien erinnert der Fall an den des Reporters Tom Kummer, der in den 1990er-Jahren Interviews mit Prominenten und Reportagen[73] in verschiedenen deutschsprachigen Magazinen (darunter Süddeutsche Zeitung Magazin, Tages-Anzeiger-Magazin) erfunden und dadurch einen Skandal im Jahr 2000 ausgelöst hatte.[74][75][76]

Auch der Fall der Reporterin Janet Cooke der Washington Post wird als historisches Beispiel genannt. Cooke verfasste 1980 eine Reportage über einen drogensüchtigen achtjährigen Afroamerikaner in New York. Die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Reportage stellte sich später als gefälscht heraus.[77]

Umgang mit Spendengeldern

Am 22. Dezember 2018 berichtete der Spiegel, dass Claas Relotius möglicherweise auch Spendengelder veruntreut habe. So soll Relotius laut Spiegel Lesern des Magazins, die ihn mit Spendenabsichten kontaktierten, von einer privaten E-Mail-Adresse aus angeboten haben, für Waisenkinder in der Türkei zu spenden, und hierfür seine privaten Kontodaten übersendet haben. Anlass war sein im Spiegel erschienener Artikel Königskinder, der sich mit zwei angeblichen syrischen Waisenkindern befasst, die in der Türkei auf der Straße leben sollen. Auch dieser Artikel ist von Erfindungen betroffen. Der Spiegel kündigte eine Strafanzeige wegen mutmaßlich veruntreuter Spendengelder an.[78] Am 27. Dezember 2018 gab eine Anwaltskanzlei in Relotius’ Namen an, dass dessen Ressortleiter über den Vorgang informiert gewesen sei und dass Relotius im Oktober 2016 die bis dahin auf seinem Konto eingegangenen Spenden in Höhe von mehr als 7000 Euro aus privaten Mitteln auf 9000 Euro aufgestockt und anschließend für ein Projekt zur Unterstützung von kriegsgeflüchteten Kindern im Irak an die Diakonie Katastrophenhilfe weitergeleitet habe.[79][80] Die Organisation bestätigte, 2016 einen Betrag in Höhe von 9000 Euro von Relotius erhalten zu haben. Die Anwaltskanzlei übermittelte zudem eine Entschuldigung von Relotius an die Spender. Er kündigte an, ihnen das Geld trotz seiner Spende für Kinder im Irak zu erstatten.[81]

Auszeichnungen

2012 wurde Relotius mit dem Schweizer Medienpreis für junge Journalisten und 2013 mit dem Österreichischen Zeitschriftenpreis ausgezeichnet für ein Interview mit dem umstrittenen französischen Strafverteidiger Jacques Vergès (Die größten Verbrecher sind oft die kultiviertesten Persönlichkeiten). Zudem erhielt er 2012 auch einen zweiten Preis beim Nachwuchsjournalisten-Wettbewerb „dpa news talent“ für seine Reportage Tödliche Tradition im Magazin Cicero[82] und den Coburger Medienpreis für eine Geschichte über eine Wohnanlage für demente Menschen in den Niederlanden.[83]

In den Jahren 2013, 2015, 2016 und 2018 erhielt er den Deutschen Reporterpreis, darunter dreimal für die beste Reportage und einmal als bester freier Journalist. 2014 zeichnete ihn CNN als Journalist of the Year aus.[4] 2017 wurde er für seine Spiegel-Reportagen über einen Jemeniten im US-amerikanischen Guantanamo-Gefängnis und über zwei syrische Flüchtlingskinder mit dem Liberty Award[84] und mit dem European Press Prize ausgezeichnet.[85] Für die Spiegel-Reportage Königskinder erhielt er im selben Jahr auch den Katholischen Medienpreis in der Kategorie Print.[86]

Den Deutschen Reporterpreis 2018 erhielt Relotius im Dezember 2018 für einen Text, so die Begründung, „von beispielloser Leichtigkeit, Dichte und Relevanz, der nie offenlässt, auf welchen Quellen er basiert“.[87] Ebenfalls 2018 erhielt er den Peter-Scholl-Latour-Preis der Ulrich-Wickert-Stiftung.

Nach Bekanntwerden der Manipulationen wurde Relotius der Peter-Scholl-Latour-Preis aberkannt.[88] Auch CNN International erkannte ihm sämtliche Auszeichnungen ab.[89] Am 20. Dezember 2018 gab er von sich aus alle vier deutschen Reporterpreise zurück und entschuldigte sich per SMS bei der Jury des Reporter-Forums.[90] Ebenfalls zurück gab er den Anfang 2018 in Abwesenheit erhaltenen ersten Preis des Konrad-Duden-Journalistenpreises für die Spiegel-Reportage Nummer 440.[91][92] Die Deutsche Bischofskonferenz erkannte ihm am 28. Dezember 2018 den Katholischen Medienpreis ab, das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro forderte sie zurück.[93]

Weblinks

Der Spiegel zum Fall Relotius:

Einzelnachweise

  1. Doppelname als Autor einer Zeit Online-Rezension
  2. Angaben zu einem Stipendium der Heinz-Kühn-Stiftung (pdf), abgerufen am 19. Dezember 2018.
  3. Georg Löwisch: taz prüft Relotius-Texte. In: Die Tageszeitung. 20. Dezember 2018, ISSN 0931-9085, S. 2 (taz.de [abgerufen am 23. Dezember 2018]).
  4. a b CNN Journalist Awards 2014. In: CNN. 28. März 2014.
  5. Der Fall Relotius: Die Antworten auf die wichtigsten Fragen. In: Spiegel Online. 19. Dezember 2018, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  6. Die SPIEGEL-Artikel von Claas Relotius (Jahre 2011 bis 2016), Spiegel Online, 20. Dezember 2018
  7. "Spiegel"-Betrug: Wie Relotius eine Stadt gegen sich aufbrachte. 20. Dezember 2018, abgerufen am 6. Januar 2019.
  8. Ullrich Fichtner: Manipulation durch Reporter: SPIEGEL legt Betrugsfall im eigenen Haus offen. In: Spiegel Online. 19. Dezember 2018 (spiegel.de [abgerufen am 6. Januar 2019]).
  9. Jan-Philipp Hein: Streitbar: Die Rolle des Journalismus: Claas Relotius und der Spiegel | svz.de. Abgerufen am 6. Januar 2019.
  10. Holger Stark: "Spiegel" hätte Relotius wohl schon 2017 stoppen können. In: Zeit Online. 22. Dezember 2018, abgerufen am 24. Dezember 2018.
  11. Katrin Kuntz und Britta Sandberg: Fergus-Falls-Bewohner zum Fall Claas Relotius: "Zu perfekt, um wahr zu sein". In: Spiegel Online. 21. Dezember 2018, abgerufen am 30. Dezember 2018.
  12. a b Betrugsfall Claas Relotius: „Spiegel“-Reporter Moreno wurde offenbar mit Rauswurf gedroht. In: FAZ. 22. Dezember 2018, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  13. Claas Relotius: Wie der "Spiegel" Reportagen prüft. Abgerufen am 28. Dezember 2018.
  14. a b c d e f g h Ullrich Fichtner: Manipulation durch Reporter. Spiegel legt Betrugsfall im eigenen Haus offen. In: Spiegel Online. 19. Dezember 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018.
  15. Der Spiegel says top journalist faked stories for years. In: The Guardian. 19. Dezember 2018, abgerufen am 19. Dezember 2018 (englisch).
  16. Der aktuelle Stand bei Cicero. In: www.cicero.de. Res Publica Verlags GmbH, 19. Dezember 2018, abgerufen am 2. Januar 2019.
  17. Ex-"Spiegel"-Reporter Claas Relotius: Zu gut, um wahr zu sein. derStandard.at, 20. Dezember 2018, abgerufen am 3. Januar 2019.
  18. a b c WELT: In eigener Sache: Was wir über die WELT-Artikel von Claas Relotius wissen. In: DIE WELT. 21. Dezember 2018 (welt.de [abgerufen am 25. Dezember 2018]).
  19. a b Manipulierte Texte: Auch SZ Magazin, Zeit und Tagesspiegel von Betrug durch Claas Relotius betroffen. Abgerufen am 3. Januar 2019.
  20. Suchergebnisse Publikationen von Claas Relotius in der Financial Times Deutschland. In: www.genios.de. GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  21. Frei erfunden: Was wir über die Beiträge von Claas Relotius in der «NZZ am Sonntag» wissen. In: nzz.ch. 22. Dezember 2018, abgerufen am 2. Januar 2019.
  22. In eigener Sache. 20. Dezember 2018, abgerufen am 3. Januar 2019.
  23. Der Fall Claas Relotius. 20. Dezember 2018.
  24. a b Interviews von Claas Relotius im SZ-Magazin. 20. Dezember 2018.
  25. »Wir wollten nie Ikonen sein« Süddeutsche Zeitung Magazin 37/15 (Memento vom 2. April 2018 im Internet Archive)
  26. Auch der Tagesspiegel ist betroffen. In: tagesspiegel.de. 21. Dezember 2018, abgerufen am 2. Januar 2019.
  27. Pascal Blum, Enver Robelli: Die Kriegsveteranen haben sich nie getroffen. In: tagesanzeiger.ch. Tamedia, 23. Dezember 2018, abgerufen am 24. Dezember 2018.
  28. In eigener Sache - Der taz-Praktikant Claas Relotius. taz, 3. Januar 2019, abgerufen am 3. Januar 2019.
  29. Simon Widmer, Pascal Blum, Bernhard Odehnal, Thomas Knellwolf: Nach Fälschungsskandal: «Weltwoche» prüft Relotius-Texte. In: Tages-Anzeiger online. 23. Dezember 2018, abgerufen am 23. Dezember 2018., (frei abrufbar bei #12)
  30. Journalismus: Unser Wissensstand zu den Beiträgen von Claas Relotius. 20. Dezember 2018.
  31. a b Der Fall Relotius: Wie das SPIEGEL-Sicherungssystem an Grenzen stieß. Spiegel Online, 19. Dezember 2018, abgerufen am 19. Dezember 2018.
  32. Michele Anderson und Jake Krohn: Der Spiegel journalist messed with the wrong small town. In: medium.com. 19. Dezember 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018.
  33. Warum der „Spiegel“ jetzt den ersten erfundenen Text löscht. In: WeltN24. 24. Dezember 2018.
  34. Christoph Scheuermann: Fergus Falls: In einer fantastischen Stadt. In: Spiegel Online. 23. Dezember 2018.
  35. Christoph Scheuermann: Fall Relotius: Die gefälschte Stadt In: Spiegel Online. 28. Dezember 2018.
  36. DJV-Lexikon: Autorisierung. In: Deutscher Journalisten-Verband. Abgerufen am 24. Dezember 2018.
  37. Thomas Tuma: Aus Gerede Gedanken filtern. In: Spiegel Online. 4. Oktober 2012. Danach hat Der Spiegel es in Deutschland so „konsequent kultiviert, dass es hier zu Lande zumindest bei Interviews heute Branchenstandard ist“.
  38. Letzte Überlebende der "Weißen Rose": Lafrenz-Interview vom Fall Relotius betroffen. In: Spiegel Online. 20. Dezember 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018: „Sie habe auch nie aktuelle Fotos in US-Zeitungen von entsprechenden Aufmärschen in Deutschland gesehen.“
  39. Claas Relotius: «Blondinen färben ihr Haar dunkel». In: NZZ Folio. 1. Februar 2014, abgerufen am 21. Dezember 2018. (korrigierte Version).
  40. Der Spiegelin palkittu toimittaja kirjoitti väärennetyn jutun myös Suomesta – ”Hän valehteli täysin yhdentekevässä tekstissä”. 20. Dezember 2018, abgerufen am 4. Januar 2019 (finnisch).
  41. Dreikönigstagung 2019: Wie Schweizer Medien auf den Fall Relotius reagieren. Abgerufen am 10. Januar 2019 (englisch).
  42. Harald Neuber: Fall Relotius: Fälschungen betreffen offenbar auch Berichte über Kuba. In: amerika21. 25. Dezember 2018.
  43. Er ist der erste Steuerberater des Inselsozialismus (Memento vom 22. Dezember 2018 im Internet Archive)
  44. Juan Moreno: Es war ein Gefühl. In: Der Spiegel, Nr. 52, 2018, S. 47f.
  45. „Der Spiegel“ macht Betrugsfall um Relotius zur Titelgeschichte. In: goettinger-tageblatt.de. 21. Dezember 2018, abgerufen am 31. Dezember 2018.
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  73. „Durch meine Naivität habe ich im Kummer-Theater mitgespielt.“ Interview mit Regisseur Miklós Gimes von «Bad Boy Kummer» in: persoenlich.com vom 21. Oktober 2010.
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  88. Alexander Krei: Ex-"Spiegel"-Reporter Relotius wird erster Preis aberkannt. In: DWDL.de. 19. Dezember 2018, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  89. Deutscher Reporterpreis: Relotius gibt laut Veranstalter seine Auszeichnungen zurück. In: Spiegel Online. 20. Dezember 2018, abgerufen am 23. Dezember 2018.
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  92. Claas Relotius erhält den Konrad-Duden-Journalistenpreis 2018, Duden.de
  93. Katholischer Medienpreis 2017: Erklärung zum Preisträger Claas Relotius. In: dbk.de. 28. Dezember 2018 (Pressemitteilung).