Clara-Zetkin-Siedlung (Eberswalde)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Clara-Zetkin-Siedlung ist ein Wohnplatz im Ortsteil Finow der Kreisstadt Eberswalde in Brandenburg. In der nach Clara Zetkin benannten Siedlung wohnen circa 1000 Einwohner.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Clara-Zetkin-Siedlung liegt circa vier Kilometer nordwestlich des Ortszentrums Finows und circa neun Kilometer nordwestlich des Zentrums von Eberswalde.

Unmittelbar südlich der Clara-Zetkin-Siedlung verläuft der Oder-Havel-Kanal. Östlich der Clara-Zetkin-Siedlung grenzt der Ortsteil Lichterfelde der Gemeinde Schorfheide an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grundstein für die damalige Dietrich-Eckart-Siedlung war am 13. März 1934 gelegt worden – vor den Augen von 200 Siedlerfamilien mit 428 Kindern und 2400 Betriebsangehörigen der Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG, dem späteren Messingwerk Finow. Das Baugelände hatte die Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG bereits um 1920 vom damaligen Lichterfelder Kammerherren Elard von Oldenburg erworben.[1] Das damals von Siegmund Hirsch geleitete Unternehmen und die Kurmärkische Kleinsiedlung Gesellschaft hatten die Bauträgerschaft. Die späteren Bewohner hatten beim Bau der Häuser mitzuhelfen. Es entstanden einzeln stehende Eigenheime und Doppelhaushälften in Typenbauweise. In drei Bauabschnitten wurden bis circa 1937 305 Siedlerstellen errichtet. Alle Siedler mussten dem Deutschen Siedlerbund beitreten und das Reichsheimstättengesetz anerkennen.

Die Grünanlagen der Clara-Zetkin-Siedlung wurden vom Landschaftsarchitekten Gustav Allinger entworfen.[2]

Die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr fand am 13. Juni 1935 statt.

Ehemalige Schule der Clara-Zetkin-Siedlung

Im März 1937 erfolgte die Grundsteinlegung für die Schule, die ursprünglich nur für acht Klassen vorgesehen war.[3] Das Schulgebäude steht unter Denkmalschutz.[4]

Nach Kriegsende 1945 wurde nicht nur die Siedlung in Clara-Zetkin-Siedlung umbenannt, auch erhielten einige Straße neue Namen:

vor 1945 ab 1945
Walter-Flex-Straße Jonny-Schehr-Straße (jetzt John-Schehr-Straße)
Theodor-Fritsch-Straße Scheeringer Straße
Hermann-Löns-Straße Schillerstraße (jetzt Beethovenstraße)
Gorch-Fock-Straße Fichtestraße
Eichendorffstraße Eichendorffstraße
Theodor-Körner-Straße Goethestraße (jetzt Heinrich-Mann-Straße)
Fontanestraße Fontanestraße

Der Deutsche Siederbund wurde nach dem Krieg aufgelöst. Die Siedler organisierten sich nunmehr in den Sparten des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK). Die Siedlergemeinschaft errichtete 1953 das Siedlerheim im Wesentlichen in Eigenleistung. Weiterhin wurden der Sportplatz und das Sportlerheim errichtet.

In DDR-Zeiten wurde die Schule zunächst als acht-, später als zehnklassige Polytechnische Oberschule eingerichtet (12. POS "Clara Zetkin"). Um Platz für sanitäre Einrichtungen und einen Kindergarten zu schaffen, wurde an das Schulgebäude ein Flachbau angebaut. Das neue Gebäude wurde am 8. Mai 1974 eingeweiht. 1984 wurde mit dem Bau einer Turnhalle und eines Heizhauses begonnen, welche 1985 eingeweiht wurden. Das Schulhaus wurde ebenfalls an das Heizhaus angeschlossen.

Eine erste Erweiterung der Clara-Zetkin-Siedlung erfolgte in den 1970er und 1980er Jahren, als zwischen der Fichtestraße und dem Oder-Havel-Kanal weitere Eigenheime entstanden. Ursprünglich hieß dieser Bereich ebenfalls Fichtestraße. Im selben Zeitraum wurden westlich der Siedlung in einem Waldgebiet Parzellen für die Nutzung als Wochenendhaus ausgewiesen und bebaut.

1991 wurde aus der allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule eine sechsklassige Grundschule. In einem mehrjährigen Stufenplan erfolgte der Abbau der Klassen, so dass die Clara-Zetkin-Schule im Sommer 1997 aus dem Schulregister des Landes Brandenburg gestrichen wurde. Von 1938 bis 1997 unterrichteten 116 Lehrer 2174 Schüler an dieser Schule. Im Schuljahr 1997/98 nutzte die Grundschule Finow auf Grund von Renovierungsarbeiten das Schulgebäude bevor die Schule 1998 endgültig geschlossen wurde. Das Schulhaus wurde verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut. Turnhalle und Heizhaus wurden abgerissen und die Fläche mit Eigenheimen bebaut. Die Räume des ehemaligen Kindergartens wurden in eine Begegnungsstätte umgebaut und am 10. November 2000 eingeweiht.

In den 1990er Jahren wurde durch die Stadt Eberswalde der Straßenabschnitt südlich der Fichtestraße in Fritz-Reuter-Straße umbenannt. Die Wohnhäuser erhielten im Zuge der Umbenennung auch neue Hausnummern.

Eine weitere Erweiterung der Baufläche erfolgte 1997 mit der Ausweisung von weiteren Baugrundstücken an den neu gebauten Straßen "Am Graben" und "Ligusterweg" östlich der Ortslage. 2015 wurde der vierte und letzte Bauabschnitt übergeben.[5] Die ursprünglich vorgesehene Erweiterung des Baugebiets durch den Bau von zwei weiteren Erschließungsstraßen parallel zur Straße "Ligusterweg" wurde durch das Inkrafttreten der zweiten Änderung des Bebauungsplanes Nr. 708 „Clara-Zetkin-Siedlung - Hinter der Fliederallee“ im Juni 2018 auf den Bau einer Erschließungsstraße verringert.[6] Ziel ist es, die Baufläche um ein Viertel zu reduzieren und die Grundstücksgrößen dem Bedarf anzupassen.[7] Weiterhin wurden die westlich der Ortslage liegenden Wochenendhausparzellen zum Dauerwohnen genehmigt, so dass auch dort weitere Eigenheime entstanden. Die vorher nicht benannten unbefestigten Straßen erhielten den Straßennamen "Zum Oder-Havel-Kanal".

Am 10. und 11. Juli 2009 wurde das 75-jährige Bestehen der Clara-Zetkin-Siedlung gefeiert. Die Siedlung bestand zu dem Zeitpunkt aus 134 Doppelhäusern, 112 Eigenheimen und zehn Mietwohnungen (in der ehemaligen Schule)[8] Am 14. Juni 2014 feierte die Clara-Zetkin-Siedlung den 80. Geburtstag.[9]

Am 13. Juni 2015 wurde das 80-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr der Clara-Zetkin-Siedlung gefeiert. Zu dem Zeitpunkt bestand die Freiwillige Feuerwehr Clara-Zetkin-Siedlung aus 18 aktiven Mitgliedern, darunter drei Frauen.[10]

Ärmelabzeichen der Freiwilligen Feuerwehr Clara-Zetkin-Siedlung

Im November 2015 wurde mit der Übergabe der grundhaft ausgebauten Fliederallee der Ausbau der Straßen in der Clara-Zetkin-Siedlung, der 1996 mit dem Ausbau der Fichtestraße begonnen wurde, abgeschlossen.[11][12]

Am 15. Juni 2019 wurde das 85-jährige Bestehen der Clara-Zetkin-Siedlung gefeiert.[13]

Kultur und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Clara-Zetkin-Siedlung (Eberswalde)
  • Siedler-Sportclub Eberswalde e. V.
  • Siedlergemeinschaft Clara-Zetkin-Siedlung e. V.
  • Angelverein Clara-Zetkin-Siedlung e. V.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 70 Jahre Clara-Zetkin-Siedlung Eine Chronik herausgegeben von der Siedlergemeinschaft Clara-Zetkin-Siedlung e. V. 2004
  2. Gartenanlage Dietrich-Eckart-Siedlung, Eberswalde | Allinger, Gustav
  3. Schulbauten Volksschulen, Band III der Buchreihe des Zentralblattes der Bauverwaltung herausgegeben vom Preußischen Finanzministerium, Verlag von Wilhelm Ernst und Sohn Berlin 1940 Seite 33 ff.
  4. siehe Liste der Baudenkmale in Eberswalde
  5. Ligusterweg nach 18 Jahren fertig
  6. Amtsblatt für die Stadt Eberswalde • Ausgabe 06/2018
  7. Barnimer Bürgerpost Ausgabe 10/2015 vom 10. Oktober 2015
  8. Zetkinsiedlung feiert sich und
  9. 80 Jahre Clara-Zetkin-Siedlung (Pressemeldung der Stadt Eberswalde)
  10. 80 Jahre und kein bisschen leise
  11. Übergabe Fliederallee (Pressemeldung der Stadt Eberswalde vom 10. November 2015)
  12. https://www.odf-tv.de/mediathek/23171/Bauarbeiten.html Bauarbeiten - Bericht des ODF-TV vom 11. Juni 2015 zum Weiterbau des Ligusterwegs und der Sanierung der Fliederallee
  13. Clara-Zetkin-Siedler feiern ihre Gründung

Koordinaten: 52° 52′ N, 13° 43′ O