Clark Ashton Smith

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Clark Ashton Smith (1912)

Clark Ashton Smith (* 13. Januar 1893 in Long Valley, Kalifornien; † 14. August 1961 in Pacific Grove, Kalifornien) war ein amerikanischer Schriftsteller, Lyriker, Bildhauer und Maler. Angeregt von H.P. Lovecraft wandte er sich ab 1925 der unheimlichen Literatur zu und schrieb zahlreiche Kurzgeschichten, die sich Genres wie Phantastik und Fantasy-, Science-Fiction und Horror zuordnen lassen und zunächst in Pulp-Magazinen, später auch in eigenen Erzählungssammlungen im Verlag Arkham House veröffentlicht wurden. Mit seiner farbigen und ornamentalen Prosa beeinflusste er Autoren wie Jack Vance, Bruce Sterling und Ray Bradbury.

Leben und literarische Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Smith verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in der Kleinstadt Auburn, Kalifornien, wo er bei seinen Eltern, Mary Frances „Fanny“ (geborene Gaylord) und Timeus Smith, in einer kleinen Hütte wohnte. Dabei lebte er meistens in ziemlicher Armut, so dass er oft gezwungen war, sich als Obstpflücker oder Waldarbeiter zu verdingen, um sich und seine Eltern durchzubringen.

Bereits im Alter von elf Jahren begann er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, von denen einige erst lange nach seinem Tod erschienen. The Black Diamonds wurde 2002 veröffentlicht, The Sword of Zagan im Jahr 2004. Beide Geschichten spielen im mittelalterlichen Arabien, ähnlich den Erzählungen aus Tausend und einer Nacht. Diese Erzählungen sowie die Märchen der Gebrüder Grimm und das Werk Edgar Allan Poes haben Smiths frühe Werke maßgeblich beeinflusst. Ein weiterer Einfluss auf Smiths Sprache und Vorstellungswelt ging von William Beckfords Vathek aus, einer farbig-exotischen Novelle, in der die Geschichte eines Kalifen erzählt wird, der einen Pakt mit Eblis, dem Herrscher der Hölle, schließt.

Smiths schulische Ausbildung war begrenzt. Er besuchte lediglich fünf Jahre lang eine Grundschule und wurde danach wegen einer hartnäckigen Krankheit zu Hause unterrichtet; er besuchte keine weitergehende Schule. Ein ihm angebotenes Guggenheim-Stipendium lehnte er ab. Er zog es vor, sein Wissen autodidaktisch zu erarbeiten, wobei er mehrere Enzyklopädien vom Anfang bis zum Ende las. Seine Vorliebe für ausgefallene und entlegene Ausdrücke geht auch auf diese Lektüre zurück.

C. A. Smith, H. P. Lovecraft und Robert E. Howard waren die drei bekanntesten Autoren für das populäre Magazin Weird Tales, in dem fantastische Literatur veröffentlicht wurde. Mit Lovecraft verband Smith von 1922 bis zu dessen Tod im Jahr 1937 eine literarische Freundschaft.

Nach seiner Heirat mit Carol Jones Dorman am 10. November 1954 zog er mit seiner Frau und deren Kindern nach Pacific Grove, Kalifornien.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Förderer Smiths war der aus San Francisco stammende Lyriker George Sterling, der ihn bei der Veröffentlichung seines ersten Gedichtbandes unterstützte, welcher 1922 unter dem Titel The Star-Treader and Other Poems erschien. Sterling nannte Smith den „Keats der Westküste“. Das Werk wurde sehr günstig von der Kritik aufgenommen. Smith hatte Sterling über ein Mitglied des Auburn Monday Night Club kennengelernt, wo er mit einigem Erfolg mehrere seiner Gedichte vorgetragen hatte. Nach der Veröffentlichung von Ebony and Crystal (1922) erhielt er ein sehr anerkennendes Schreiben von H.P. Lovecraft, womit eine fünfzehn Jahre andauernde Korrespondenz begann.

Smith war ein Künstler, der sich in unterschiedliche Medien ausdrückte. Sein Schaffen kann in drei Phasen eingeteilt werden:

  • Bis 1925: Poesie

In dieser Phase veröffentlichte er die meisten seiner Gedichtbände, wie den Star-Treader, Odes and Sonnets, Ebony and Crystal und Sandalwood.

  • Ab 1925: Unheimliche Erzählungen

1925 wandte Smith sich der unheimlichen Literatur zu und schrieb bis 1937 über hundert Kurzgeschichten.[1] The Abominations of Yondo, datiert vom 5. Februar 1925, gilt als erstes Beispiel dafür. Lovecraft war beeindruckt und sandte den Text an Farnsworth Wright, der ihn für Weird Tales allerdings nicht akzeptierte. Erst im April 1926 erschien die Erzählung in der Literaturzeitschrift Overland Monthly.[2]

Die in mythisch-fiktionalen Landschaften wie Hyperborea, Atlantis, dem mittelalterlich stilisierten Averoigne oder Zothique spielenden Geschichten lassen sich überwiegend der Fantasy zuordnen, auch wenn sie immer wieder Motive der Science Fiction aufgreifen und mit Mitteln des Horrors arbeiten.[3] Einige Erzählungen wie Genius Loci, Saat aus dem Grabe (The Seed from the Sepulchre), Des Magiers Wiederkehr (The Return of the Sorcerer) und Aforgomons Kette (The Chain of Aforgomon) gehören zur Phantastischen Literatur.

  • Ab 1935: Bildhauerei

Nach 1935 ließ sein Interesse am Schreiben nach und er wandte sich der Bildhauerei zu, wobei er meist kleine groteske Figuren aus Speckstein schuf. Darüber hinaus fertigte er zahlreiche Zeichnungen, Öl- und Aquarellbilder an, die Landschaften, Porträts oder Wesen aus der Fantasywelt darstellen.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Lovecraft gehörte Clark Ashton Smith zu den begabtesten Autoren seiner Generation. Wie er in seinem Essay Supernatural Horror in Literature befand, überrage kein lebender Schriftsteller Smith in der „dämonischen Seltsamkeit und Fruchtbarkeit seiner Entwürfe“. Wer sonst hätte die „ausschweifenden und fiebrig verzerrten Visionen unendlicher Sphären und multipler Dimensionen gesehen und überlebt“, um davon berichten zu können. Niemand treffe den Tonfall „kosmischen Schreckens“ (engl. „cosmic horror“) so gut wie er.[4]

Rein A. Zondergeld ordnet viele Erzählungen und Novellen Smiths der Dekadenzdichtung zu. Die Dekadenz schlage sich nicht nur in der Thematik, sondern auch in der Sprache nieder, die häufig manieriert wirke. Sein Werk werde von Liebhabern des Genres indes oft höher bewertet als das Lovecrafts. Am überzeugendsten sei der Autor nicht in der Fantasy, sondern in seinen phantastischen Erzählungen wie Genius Loci und Saat aus dem Grabe.[5]

Ray Bradbury, der ebenfalls einige frühe Geschichten im Verlag Arkham House veröffentlicht hatte, beschrieb den großen Einfluss von Smiths Erzählungen The City of the Singing Flame und Master of Asteroid. In der einen habe ihn die fantastische Vorstellungswelt, in der anderen die Darstellung von Isolation und Einsamkeit beeindruckt und für den Rest seines Lebens beeinflusst.[6]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Black Diamonds
  • The Last Oblivion: Best Fantastic Poems of Clark Ashton Smith
  • The Sword Of Zagan And Other Writings
  • Letters Of George Sterling And Clark Ashton Smith
  • The Freedom Of Fantastic Things
  • The Black Book of Clark Ashton Smith
  • A Rendezvous in Averoigne
  • Selected Letters of Clark Ashton Smith
  • Selected Poems
  • The Emperor of Dreams
  • The Double Shadow

Kurzgeschichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Deutsch erschienen beim Insel Verlag (ab 1970) und als Taschenbücher bei Suhrkamp und Moewig-Verlag

  • 1982: Saat aus dem Grabe (st765)
  • 1983: Planet der Toten (st864)
  • 1985: Poseidonis (Moewig Band Nr. 1819)
  • 1988: Das Haupt der Medusa (st1575)
  • 2001: Necropolis (Hardcover, Festa Verlag)
  • 2011: Die Stadt der singenden Flamme: Gesammelte Erzählungen Band 1 (Hardcover, Festa Verlag)

Der Festa Verlag aus Leipzig bereitet weitere fünf Bände mit Smiths Kurzgeschichten vor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steve Behrends: Clark Ashton Smith, A critical guide to the man and his work. Second Edition, Wildside Press LLC 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Clark Ashton Smith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Clark Ashton Smith – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steven Jones:Die vergessenen Welten des Klarkash-Ton. In: Clark Ashton Smith, Die Stadt der singenden Flamm. Gesammelte Erzählungen Band 1, Festa Verlag, Leipzig 2011, S. 18
  2. Scott Connors und Ron Hilger, Anmerkungen zu den Erzählungen. In: Clark Ashton Smith, Die Stadt der singenden Flamm. Gesammelte Erzählungen Band 1, Festa Verlag, Leipzig 2011, S. 366
  3. Rein A. Zondergeld: Lexikon der phantastischen Literatur, Clark Ashton Smith, Suhrkamp, Phantastische Bibliothek, Frankfurt 1983, S. 230
  4. H.P.Lovecraft: Die Literatur des Grauens. Die zeitgenössischen Meister, Edition Phantasia, Linkenheim 1985, S. 85–86
  5. a.a.O. Rein A. Zondergeld, S. 230
  6. Ray Bradbury: Letter on Clark Ashton Smith auf eldrichdark.com (Aufgerufen am 31. Oktober 2012)