Claudia Dantschke

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Claudia Dantschke bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin, Okt. 2011

Claudia Dantschke (* 1963 in Leipzig) ist eine deutsche Journalistin und Publizistin, die vor allem zum Thema Islamismus in Deutschland schreibt.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dantschke studierte Arabistik an der Universität Leipzig und schloss als Dolmetscherin und Übersetzerin aus dem Arabischen und Französischen ab. Von 1986 bis 1990 arbeitete sie als Fremdsprachenredakteurin in der arabischen Redaktion der DDR-Nachrichtenagentur ADN.[1]

Seit 1993 ist sie als freie Journalistin tätig, insbesondere mit Ali Yıldırım als Teil des Journalistenduos AYPA, das bis 2007 seine Berichte über eine eigene Fernsehstation im Berliner Kabelnetz verbreitete. Auch die Recherchen der beiden führten zum Verbot der radikal-islamistischen Hizb ut-Tahrir oder der türkischen Tageszeitung Anadolu'da Vakit.[2] Yıldırım und Dantschke wurden von Die Tageszeitung zu dieser Zeit als Lieferanten der „wichtigsten Erkenntnisse über die islamistische Szenerie in Deutschland“ der letzten Jahre bezeichnet.[2]

Neben ihrer Tätigkeit als stellvertretende Chefredakteurin des Zwei-Personen-Senders AYPA-TV veröffentlichte Dantschke Arbeiten zu Themen wie Migration und Islamismus. Ihre Aufsätze zu diesem Themenkreis sind in Sachbüchern, Schulbüchern sowie in Broschüren der Bundeszentrale für politische Bildung zu finden. Auch Zeitungen veröffentlichten Gastartikel Dantschkes, wie Die Tageszeitung.[3] Als feste Redakteurin war Dantschke von 2000 bis 2002 bei dem deutsch-türkischen Wochenblatt Perşembe tätig.

Ihre Publikationen und Rechercheergebnisse werden von Journalisten, Sachbuchautoren oder Wissenschaftlern zitiert, ausführlich etwa von Philipp Gessler in seinem Sachbuch Der neue Antisemitismus (2004), von Heinz-Gerhard Haupt und Dieter Langewiesche in Nation und Religion in Europa (2004) oder der Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute Deutschlands. Seit 2002 ist Dantschke Mitarbeiterin des Zentrums Demokratische Kultur, für das sie bis heute mehrere Studien veröffentlichte. Der Spiegel berichtet ausführlich über ihre Tätigkeit als „Deutschlands bekannteste Extremismusexpertin“.[4]

Sie leitet eine Beratungsstelle für Eltern und Lehrer mit Namen Hayat (türkisch, ‚Leben‘), die ihren Sitz in Bonn hat und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert wird.

Dantschke lebt in Berlin.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Seidel, Claudia Dantschke, Ali Yıldırım: Politik im Namen Allahs: Der Islamismus, eine Herausforderung für Europa. 2000. (online)

Aufsätze

  • Islamismus, eine religiöse Ideologie. In: Zentrum Demokratische Kultur (Hrsg.): Volksgemeinschaft gegen McWorld. Rechtsintellektuelle Diskurse zu Globalisierung, Nation und Kultur. Klett, Düsseldorf 2003.
  • Islamistischer Antisemitismus. In: Zentrum Demokratische Kultur der RAA Berlin, Amadeu Antonio Stiftung (Hrsg.): Vor Antisemitismus ist man nur noch auf dem Monde sicher. Antisemitismus und Antiamerikanismus in Deutschland. Klett, Düsseldorf 2004.
  • Antisemitismus in der Palästinasolidarität. Das islamistische Milieu. In: Trotz und wegen Auschwitz. Nationale Identität und Antisemitismus nach 1945. Hrsg. von der AG Antifa/Antira im StuRa der Universität Halle, Unrast, 2004.
  • Freiheit geistig-politischer Auseinandersetzung. Islamistischer Druck auf zivilgesellschaftliche Akteure. In: Islamismus. Hrsg. vom. Bundesministerium des Inneren, Texte zur Inneren Sicherheit. 2004.
  • Islam und Islamismus in Deutschland. In: Margarete Jäger, Jürgen Link (Hrsg.): Macht-Religion-Politik. Zur Renaissance religiöser Praktiken und Mentalitäten. Band 11. Edition DISS, Unrast, 2006.

Studien

  • Demokratiegefährdende Phänomene in Kreuzberg und Möglichkeiten der Intervention. Ein Problemaufriss. Eine Kommunalanalyse im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Hrsg. Zentrum Demokratische Kultur, Projektbereich Community Coaching. Berlin 2002/2003
  • Aspekte der Demokratiegefährdung im Berliner Bezirk Mitte und Möglichkeiten der demokratischen Intervention. Hrsg. Zentrum Demokratische Kultur, Projektbereich Community Coaching. Berlin 2003/2004.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zentrum Demokratische Kultur: Mitarbeiter
  2. a b Eberhard Seidel: Gesundes Volksempfinden 2006. In: Die Tageszeitung, 7. Oktober 2006. Abgerufen am 4. November 2015.
  3. Claudia Dantschke: „Und rüstet gegen sie auf!“ In: Die Tageszeitung, 14. September 2001. Abgerufen am 4. November 2015.
  4. Özlem Gezer: Emrah und seine Brüder. In: Der Spiegel, Nr. 19/2015, 2. Mai 2015. Abgerufen am 4. November 2015.
  5. Roland Otte: „Seit vielen Jahren trägt Claudia Dantschke zu einer fundierten und rationalen Diskussion über Islam und Islamismus bei.“ Humanistische Union, 20. April 2010. Abgerufen am 4. November 2015. (Rede zur Vergabe des Ingeborg-Drewitz-Preises 2010 an Dantschke)
  6. Daniel Bax: Islamismus-Expertin Claudia Dantschke: „Selbst beim Islamismus gibt es große Unterschiede“. In: taz.de, 20. April 2010. Abgerufen am 4. November 2015.