Claudia Erdheim

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Claudia Erdheim, Warschau 2016.

Claudia Erdheim (geboren 6. Oktober 1945 in Wien) ist eine österreichische Schriftstellerin. Claudia Erdheim ist die Tochter der Psychoanalytikerin Tea Genner-Erdheim und des Politikers Laurenz Genner. Sie absolvierte ein Philosophiestudium an den Universitäten in Wien, München und Kiel und promovierte 1985 über ein Thema aus der Typenlogik zum Doktor der Philosophie. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Kiel und Hamburg war sie von 1984 bis 2005 als Universitätslektorin für Logik am Institut für Philosophie in Wien tätig, wo sie als freie Schriftstellerin lebt.

Claudia Erdheim ist zwar vorwiegend als Verfasserin von Erzähltexten bekannt, aber auch durch Hörspiele und Theaterstücke. In ihren Romanen thematisiert sie zunächst das problematische Verhältnis zu ihrer Mutter sowie persönliche Therapieerfahrungen. Spätere Werke schildern Ausschnitte der österreichischen Gegenwartsgesellschaft. Die meisten Werke Erdheims können als Schlüsselliteratur angesehen werden und zeichnen sich durch einen teils nüchtern beschreibenden, teils aber auch von Ironie durchsetzten Stil aus.

Claudia Erdheim ist Mitglied der "IG Autorinnen Autoren", der Grazer Autorenvereinigung und der Literaturvereinigung "Podium". Als ihre erste Auszeichnung erhielt sie 1984 den Preis des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Sport. Es folgten weitere Preise, darunter 1987 der Förderpreis der Stadt Wien und 1998 der Förderpreis des Theodor-Körner-Preises. Zudem erhielt Claudia Erdheim seit 1993 zahlreiche Stipendien. Claudia Erdheim beteiligt sich regelmäßig an Projekten zu galizischen Juden und hat zu diesem Thema einige Essays veröffentlicht.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bist du wahnsinnig geworden? Wien u. a. 1984; russisch Ты что, с ума сошла? Moskau 1999.
  • Herzbrüche. Wien 1985; russisch Изломы Сердца. Lviv/Lemberg 2003.
  • Ohnedies höchstens die Hälfte. Wien 1987.
  • Die Realitätenbesitzerin. Wien 1993.
  • Karlis Ferien. Wien 1994.
  • Männer bitte klingeln. Wien u. a. 1995.
  • So eine schöne Liebe. Wien 1995.
  • Virve. Wien 1998.
  • Eindrücke. Wien 1999.
  • Früher war alles besser. Wien 2000.
  • Lemberg - Lwów - Lviv 1880–1919. Album Wien 2003.
  • Längst nicht mehr koscher. Die Geschichte einer Familie. Roman, Czernin Verlag, Wien 2006, ISBN 3-707602-087 sowie die Übersetzung in die polnische Sprache: Już od dawna niekoszernie. Historia pewnej rodziny, IKRiBL Verlag, 2015, ISBN 9788364884764.
  • Das Stetl. Galizien und Bukowina 1890–1918. Album Verlag, Wien 2008.
  • Zwölf Frauen und ein Mann. Reisegeschichten. Löcker Verlag, 2010, ISBN 978-3-85409-562-0.
  • Betty, Ida und die Gräfin. Die Geschichte einer Freundschaft. Czernin Verlag, 2013, ISBN 978-3-7076-0464-1.
  • In der Judenstadt. Czernin Verlag 2015, ISBN 978-3-7076-0547-1.
  • Vilma Steindling. Eine jüdische Kommunistin im Widerstand. Ruth Steindling/Claudia Erdheim. Amalthea Verlag 2017, ISBN 978-3-99050-067-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]