Claudia Jung

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Claudia Jung während eines Auftritts beim CSD Köln 2012

Claudia Jung (* 12. April 1964 in Ratingen; bürgerlich Ute Singer, geborene Krummenast) ist eine deutsche Schlagersängerin, Schauspielerin und Politikerin (Freie Wähler). Von 2008 bis 2013 gehörte sie dem Bayerischen Landtag an.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claudia Jung arbeitete zunächst als Fotolaborantin, Arzthelferin und Reiseleiterin in Italien. Zwischendurch trat sie immer wieder als Hobbysängerin auf. Als Kind nahm sie Gitarrenunterricht und sang während der Schulzeit im Amt-Angerland-Chor. Von 1974 bis 1980 besuchte sie die Liebfrauenschule in Ratingen.

1984 lernte sie den Musikproduzenten Hartmut Schairer (siehe Adam & Eve) kennen und machte mit ihm Probeaufnahmen. Zusammen mit Schairer, dem Komponisten und Produzenten Jean Frankfurter sowie dem Texter Erich Offierowski entstanden die ersten Lieder, die dann zur Singleveröffentlichung führten.

Seit 1997 ist sie mit dem Musikproduzenten Hans Singer verheiratet und hat mit ihm zusammen eine Tochter. Sie lebt seit 1998 auf einem Hof in Gerolsbach bei Pfaffenhofen an der Ilm.

2005 hatte Claudia Jung eine Stimmbandlähmung, sodass ihre Tournee „Herzzeiten“ verschoben werden musste.

Im November 2007 übernahm sie die Schirmherrschaft für das Projekt „Paulihof – tiergestützte Therapie für traumatisierte Kinder und Jugendliche“ des Kinderschutz e. V. München in der Nähe von Aichach. Auf dem Hof arbeiten Tiere als „Co-Therapeuten“ mit Kindern, die durch schwere Traumata das Vertrauen in sich, die Menschen und ihre Umwelt verloren haben.

2008 gab Claudia Jung ihr Schauspieldebüt in der Musik-Komödie Das Musikhotel am Wolfgangsee, in der sie die Hotelrezeptionistin und Geliebte des Hotelmanagers (Sascha Hehn) darstellte. 2015 spielte sie die Rolle der „Kate Edwards“ im Stück Der Schatz im Silbersee bei den Süddeutschen Karl-May-Festspielen in Fred Rai Western-City, Dasing.[1]

Im Laufe ihrer Karriere erhielt sie mehrere goldene und Platin-Schallplatten sowie den Fred-Jay-Textdichterpreis. Außerdem sang sie mit vielen Stars im Duett, zum Beispiel mit Richard Clayderman, Cliff Richard, Nino de Angelo und Nik P.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. März 2008 wurde Claudia Jung bei den bayerischen Kommunalwahlen für die „Freien Wähler“ in den Kreistag des Landkreises Pfaffenhofen gewählt. Seitdem wirkt sie auch als Gemeinderätin für die Christliche Wählergemeinschaft der Gemeinde Gerolsbach. Darüber hinaus wurde Jung am 19. Mai 2008 im Stimmkreis 124 von den Freien Wählern als Direkt-Kandidatin für den Bayerischen Landtag nominiert und am 13. Juni 2008 auf der Versammlung des Wahlkreises Oberbayern zusätzlich auf den Listenplatz 20 in Oberbayern.

Bei der Landtagswahl am 28. September 2008 erreichte Jung im Stimmkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm, Schrobenhausen 19,4 % der Erststimmen und lag damit hinter Erika Görlitz (43,6 %, CSU) und vor Astrid Welter-Herzberger (12,8 %, SPD). Sie zog als Dritte der FW-Bezirksliste Oberbayern 2008 in den Bayerischen Landtag ein.[2] Sie gehörte dem Ausschuss für Soziales, Familie und Arbeit und dem Ausschuss für Eingaben und Beschwerden des Landtages an. Zudem war sie Vertreterin der Fraktion der Freien Wähler des Bayerischen Landtags im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks.

Jung musste Ende Mai 2013 im Rahmen der Verwandtenaffäre einräumen, dass sie 2012 ihren Stiefsohn für einige Monate eingestellt hatte, um ihre digitale Datenbank zu überarbeiten. Sie entlohnte ihn mit insgesamt 2074 Euro, die sie allerdings, nach eigens angeregter Prüfung durch das Landtagsamt, nicht mit der Mitarbeiterpauschale für Landtagsabgeordnete verrechnen durfte, da dies gegen geltendes Abgeordnetenrecht verstoßen hätte. Das von der Staatsanwaltschaft eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde eingestellt.

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claudia Jung begrüßte die Pläne zur Reform der bayerischen Gymnasien hin zu einem G 8. Jedoch bemängelte sie den Tagesablauf an den Schulen: die Ganztagsschule solle endlich zum erklärten Ziel in ganz Bayern werden, um einen abwechslungsreichen Tagesablauf zu gewährleisten.

Im Politikfeld Familie fordert sie eine Gleichstellung auf allen Ebenen zwischen Mann und Frau. Für Jung ist Mutterschaftsurlaub bzw. Adoptionsurlaub auch für den Vater in vollen Umfang zu gewähren. Sie möchte eine Anrechnung der Erziehungszeit auf die Rente beider Elternteile erreichen, ohne dass diese zwingend verheiratet sein müssen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Claudia Jung/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1988 Halt’ mich fest Erstveröffentlichung: 2. September 1988
1989 Etwas für die Ewigkeit Erstveröffentlichung: 6. Oktober 1989
1990 Spuren einer Nacht 33
(10 Wo.)
15 Gold
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. August 1990
Verkäufe: + 10.000
1991 Wo kommen die Träume her 21
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. August 1991
1992 Du ich lieb’ dich 53
(10 Wo.)
31 Platin
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. September 1992
Verkäufe: + 20.000
1994 Claudia Jung 22 Gold
(29 Wo.)
6 Doppelplatin
(35 Wo.)
Gold Erstveröffentlichung: 29. September 1994
Verkäufe: + 315.000
1995 Sehnsucht 27
(25 Wo.)
4 Platin
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. November 1995
Verkäufe: + 20.000
1996 Winterträume 31
(5 Wo.)
3 Gold
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. November 1996
Verkäufe: + 10.000
1999 Für immer 23
(6 Wo.)
2 Gold
(13 Wo.)
41
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. April 1999
Verkäufe: + 10.000
2001 Auch wenn es nicht vernünftig ist 39
(6 Wo.)
2 Gold
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. September 2001
Verkäufe: + 10.000
2003 Seelenfeuer 47
(3 Wo.)
11
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. April 2003
2004 Herzzeiten 30
(7 Wo.)
4 Gold
(17 Wo.)
82
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2004
Verkäufe: + 10.000
2006 Träumen erlaubt 35
(4 Wo.)
7
(12 Wo.)
75
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Mai 2006
2007 Unwiderstehlich 33
(3 Wo.)
11 Gold
(9 Wo.)
59
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. September 2007
Verkäufe: + 10.000
2008 Hemmungslos Liebe 28
(3 Wo.)
18 Gold
(6 Wo.)
85
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 2008
Verkäufe: + 10.000
2009 Geheime Zeichen 50
(2 Wo.)
15
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Oktober 2009
2012 Alles nach Plan? 38
(2 Wo.)
10
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Juni 2012
2015 Seitensprung 30
(2 Wo.)
10
(6 Wo.)
71
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. März 2015
2016 Frauenherzen 43
(… Wo.)
8
(… Wo.)
31
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Juli 2016

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Claudia Jung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brigitte Glas: So atemberaubend geht Fred Rais Lebenswerk weiter, Augsburger Allgemeine, 29. Mai 2015.
  2. Landeswahlleiter Bayern
  3. Chartquellen: DE AT CH