Claus Dietrich von Sperreuth

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Claus Dietrich Freiherr von Sperreuther (auch Sperreuth) (* um 1600; † 09./20. Januar 1653)[1] war ein Feldherr während des Dreißigjährigen Krieges und diente auf verschiedenen Seiten.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er stammte möglicherweise aus Mecklenburg. Sperreuther nahm zunächst am böhmischen Krieg teil und trat danach in lüneburgische Dienste, ehe er 1621 in den dänischen Kriegsdienst eintrat. Danach diente er unter Ernst von Mansfeld. Im Jahr 1623 trat er in die schwedische Armee ein. Sperreuther nahm 1628 im Rang eines Majors am Feldzug gegen Polen teil und wurde 1631 zum Obrist ernannt. Als solcher nahm er an der Schlacht an der Alten Veste bei Zirndorf im Jahr 1632 teil. Zeitweise stand er in den Diensten von Bernhard von Sachsen-Weimar.

König Gustav Adolf von Schweden befahl ihm 1632 im Stift Ellwangen und in der Reichsstadt Dinkelsbühl Sammel- und Musterungsplätze einzurichten. Außerdem sollte er Teile von Schwaben und Franken militärisch besetzen.[3] Ihm wurde 1633 die Willibaldsburg bei Eichstätt übertragen. Als Begleichung der Schulden, die Schweden bei dem Kriegsunternehmer Sperreuth hatte, wurde ihm ein Besitz im Wert der ausstehenden 100.000 Taler mit der Stadt Wemding und Besitz des Klosters Kirchheim übertragen. Sein Versuch das Land zu diesem Wert an den Grafen von Hohenlohe zu veräußern scheiterte.[4] Militärisch war er unter anderem Johann von Werth nicht gewachsen. Er war auch an der Niederlage von Nördlingen beteiligt. Außerdem ging Eichstätt verloren. Anschließend kommandierte er 1635 kurze Zeit die schwedische Armee in Westfalen. Als Mecklenburg den Frieden von Prag akzeptierte, schied er aus den schwedischen Diensten aus.[5]

Danach diente er erneut in Lüneburger, dann hessischen und schließlich kaiserlichen Diensten. Er stand dabei im Rang eines Generalmajors. Im Jahr 1636 wurde er zum Generalwachtmeister ernannt. In der Schlacht bei Rheinfelden 1638 geriet er in die Gefangenschaft von Bernhard von Weimar. Er nahm 1642 an der zweiten Schlacht von Breitenfeld teil. Seit 1646 stand er in venezianischen Diensten. Zuletzt kehrte er in die kaiserlichen Dienste zurück und war Statthalter im habsburgischen Vorderösterreich in Freiburg im Breisgau. Er war vom Kaiser auch in den Reichsfreiherrenstand erhoben worden.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dramaturg Ludwig Stark lässt Sperreuth in seinem 1897 uraufgeführten Historischen Festspiel auftreten. Das Schauspiel thematisiert die gewaltlose Übergabe der Reichsstadt Dinkelsbühl an den schwedischen Obristen Sperreuth am 11. Mai 1632. Bei der Dinkelsbühler Kinderzeche wird das Festspiel bis heute jährlich aufgeführt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento des Originals vom 19. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.amg-fnz.de
  2. http://de.wikisource.org/wiki/Beschreibung_des_Oberamts_Ellwangen/Kapitel_B_1
  3. Günther Hebert: Rezension zu: Christian Kodritzki, Schwedenzeit in Franken und Schwaben. Eroberungen, Besatzungszeit und Folgen des ersten schwedischen Vordringens nach Süden im Dreißigjährigen Krieg. In: Francia-Recensio 2012/3
  4. David Parrot: The Business of War: Military Enterprise and Military Revolution in Early Modern Europe. Cambridge, 2012 S. 130
  5. William P. Guthrie: The Later Thirty Years War: From the Battle of Wittstock to the Treaty of Westphalia. Westport, 2003 S. 82

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]