Claus Kreß

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Claus Kreß (* 16. März 1966 in Köln) ist ein deutscher Jurist und Straf- und Völkerrechtslehrer. Seit 2004 ist er Direktor des Instituts für Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Inhaber des Lehrstuhls für deutsches und internationales Strafrecht an der Universität zu Köln. Seit 2012 ist er zusätzlich Direktor des dort neu gegründeten Institute for International Peace and Security Law.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claus Kreß besuchte das Apostelgymnasium und das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in seiner Geburtsstadt Köln. Nach Abitur (1984) und Wehrdienst begann er im Wintersemester 1985/1986 ein Studium der Rechtswissenschaften an der dortigen Universität. Nach Studien als DAAD-Stipendiat an der Universität Genf im Jahr 1987/1988 absolvierte er 1991 in Köln das erste juristische Staatsexamen. Von 1992 bis 1993 studierte er als Stipendiat an der University of Cambridge englisches Recht und Völkerrecht und erwarb einen Abschluss als Master of Laws. Nach seinem Rechtsreferendariat von 1993 bis 1995 schloss er sein Studium mit dem zweiten juristischen Staatsexamen am Oberlandesgericht Düsseldorf ab.

Von 1996 bis 2000 war er als Beamter im Bundesministerium der Justiz tätig. Während dieser Zeit war er unter anderem Referent für Strafrecht, Rechtsberater für europäisches Strafrecht und 1998 als Mitglied der deutschen Delegation bei der Staatenkonferenz in Rom zur Errichtung des Internationalen Strafgerichtshofes. Anschließend war er bis 2004 Akademischer Oberrat am Institut für ausländisches und internationales Strafrecht der Universität zu Köln. Nachdem er im Juni 1994 dort promoviert wurde, folgte zehn Jahre später ebenfalls in Köln seine Habilitation.

Im Dezember 2004 wurde er an der Universität zu Köln auf den "Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht I" berufen, der später umbenannt wurde in "Lehrstuhl für deutsches Strafrecht, europäisches Strafrecht, Völkerstrafrecht sowie für Friedenssicherungs- und Konfliktsvölkerrecht" und nun "Lehrstuhl für deutsches und internationales Strafrecht" heißt. In den Jahren 2008 und 2009 war er Programmbeauftragter für den Deutsch-Französischen Magisterstudiengang Rechtswissenschaften (DFM) der Universitäten Köln und Paris I (Panthéon-Sorbonne). 2012 wurde er in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste als Ordentliches Mitglied der Klasse für Geisteswissenschaften aufgenommen. Im selben Jahr hat Kreß einen Ruf auf einen Direktorenposten eines neuen Max-Planck-Instituts in Luxemburg abgelehnt.[1] Daraufhin erfolgte am 26. April 2012 die Neugründung des Institute for International Peace and Security Law an der Universität zu Köln.[2]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreß wurde am 29. November vom Forum for International Criminal and Humanitarian Law in Brüssel der M.C.Bassiouni Justice Award für das Jahr 2014 verliehen.[3]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gewaltverbot und Selbstverteidigungsrecht nach der Satzung der Vereinten Nationen bei staatlicher Verwicklung in Gewaltakte Privater. Reihe: Schriften zum Völkerrecht. Band 116. Duncker und Humblot, Berlin 1995 (Dissertationsschrift)
  • Vom Nutzen eines deutschen Völkerstrafgesetzbuchs. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2000
  • The Rome Statute and Domestic Legal Orders: General Aspects and Constitutional Issues. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2005
  • The Rome Statute and Domestic Legal Orders: Constitutional Issues, Cooperation and Enforcement. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2005

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe auch Mitteilung der Uni Köln unter http://www.portal.uni-koeln.de/nachricht+M5e21161c359.html?&type=1.%2F
  2. Interview vom 21. Mai 2012 auf wissmit.com
  3. Verleihung 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]