Claus Strunz

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Claus Strunz (2018)

Claus Strunz (* 29. September 1966 in Münchberg) ist ein deutscher Boulevard-Journalist und Fernsehmoderator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Bayreuth volontierte Strunz beim Nordbayerischen Kurier. 1989 begann er ein Studium der Politikwissenschaft, Germanistik und Medienrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das er 1994 mit dem Magister Artium abschloss. Bis August 1998 arbeitete er für die Abendzeitung, wo er zuletzt Leiter des Nachrichtenressorts war.

Ab September 1998 arbeitete Strunz für die Tageszeitung Die Welt, deren stellvertretender Chefredakteur er im Oktober 1999 wurde. Im Oktober 2000 löste er Michael Spreng als Chefredakteur der Bild am Sonntag ab.[1] Diesen Posten gab er zum 1. August 2008 an Walter Mayer ab und wurde am 15. Oktober 2008 als Nachfolger von Menso Heyl Chefredakteur des Hamburger Abendblatts.[2] Am 1. Juli 2011 wurde er Geschäftsführer des Bereichs TV- und Videoproduktionen der Axel Springer AG. Seinen Posten als Chefredakteur des Hamburger Abendblatts übernahm Lars Haider.[3]

Von Oktober 2002 bis November 2003 moderierte Strunz zusammen mit Andrea Fischer die n-tv-Talkshow Grüner Salon[4] und von März 2004 bis Juli 2010 die N24-Talkshow Was erlauben Strunz!?.[5] Der Name der Sendung spielt auf einen Ausspruch des Fußballtrainers Giovanni Trapattoni über den Fußballer Thomas Strunz aus dem Jahr 1998 an. Anschließend war er von März 2011 bis Oktober 2013 Gastgeber der Sat.1-Sendung Eins gegen Eins[6] und von Juni bis Dezember 2013 Gastgeber der N24-Sendung Deutschland akut – der Welt Talk.[7]

Am 1. Juli 2014 wurde Strunz Geschäftsführer der Maz & More TV Produktion.[8] Er ist damit für das Sat.1-Frühstücksfernsehen verantwortlich und tritt dort auch regelmäßig auf.[9] Nachdem er die Sat.1-Sendung Akte im September 2015 als Vertretung für Ulrich Meyer moderiert hatte, wurde er im Januar 2017 Moderator der Sendung.[10] Er moderierte die Sendung bis Dezember 2018. Im August 2019 trat Claudia von Brauchitsch seine Nachfolge an.[11]

Im August und September 2017 moderierte Strunz mehrere Sendungen zur Bundestagswahl 2017 auf Sat.1.[12] Er war einer von vier Moderatoren des TV-Duells zur Bundestagswahl 2017 zwischen Angela Merkel und Martin Schulz.[13]

Am 15. Januar 2021 wurde Strunz als Verantwortlicher für das Bewegtbildangebot Bild Live Mitglied der Bild-Chefredaktion.[14] Nach der Entlassung von Julian Reichelt wurde er am 18. Oktober 2021 Teil des Chefredakteur-Teams, zu dem außerdem der Vorsitzende Johannes Boie und Alexandra Würzbach gehören. Er ist weiterhin für das Bewegtbildangebot Bild Live verantwortlich.[15]

Strunz ist seit 2005 mit der Journalistin Anne Meyer-Minnemann verheiratet, die von 2014 bis 2019 Chefredakteurin der Zeitschrift Gala war, und hat mit ihr zwei Töchter. Seit 2017 lebt Claus Strunz allerdings getrennt von seiner Frau.

Darüber hinaus ist er Anhänger des 1. FC Nürnberg.[16]

Positionen und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strunz bezeichnete Populismus als „Viagra für die Demokratie“.[17][18] Medienkritiker schreiben Strunz jedoch selbst populistische, mitunter rechtspopulistische Tendenzen zu.[19][20] So bediente er nach Einschätzung mehrerer Medien in verschiedenen TV-Sendungen flüchtlingsfeindliche Ressentiments und den Sprachduktus der AfD.[21][22][23][24]

Besondere Aufmerksamkeit erfuhr Strunz' Arbeit im Rahmen des TV-Duells zur Bundestagswahl 2017. Dabei zitierte er den SPD-Kanzlerkandidaten Schulz wie folgt: „Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold.“ Schulz gab daraufhin das auch von AfD-Anhängern gegen ihn verwendete[25] Zitat vollständig wieder: „Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold. Es ist der unbeirrbare Glaube an den Traum von Europa. Ein Traum, der uns irgendwann verloren gegangen ist.“[26][27] Ferner fragte er mit Bezug auf die Ende Juni 2017 in Deutschland befindlichen 226.000 ausreisepflichtigen Personen: „Wann sind die weg?“ Diese Wortwahl und die Tatsache, dass er den Anteil an Geduldeten (159.678) nicht eigens erwähnte, stieß im Netz und in Medien auf Kritik.

Im Bundestagswahlkampf 2021 kritisierte er die Einführung eines Hinweisportals zur Verarbeitung von anonymen Anzeigen der Straftat Steuerhinterziehung als „Steuer-Stasi“.[28]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Sender Zeitraum
Grüner Salon n-tv Oktober 2002 bis November 2003
Was erlauben Strunz!? N24 März 2004 bis Juli 2010
Eins gegen Eins Sat.1 März 2011 bis Oktober 2013
Deutschland akut – der Welt Talk N24 Juni bis Dezember 2013
Sat.1-Frühstücksfernsehen Sat.1 Juli 2014 bis August 2021
Akte Sat.1 September 2015 (Urlaubsvertretung)
Januar 2017 bis Dezember 2018
Der Faktencheck mit Claus Strunz Sat.1 Oktober 2016 bis September 2018
Wahl 2017: Die 10 wichtigsten Fragen der Deutschen. Klartext mit Claus Strunz Sat.1 August 2017
Das TV-Duell: Merkel – Schulz Das Erste, ZDF, RTL, Sat.1 und Phoenix September 2017

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Claus Strunz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael H. Spreng ist nicht mehr Chefredakteur der Bild am Sonntag horizont.net, 12. Oktober 2000
  2. Walter Mayer folgt Claus Strunz als „BamS“-Chefredakteur horizont.net, 10. Juli 2008
  3. Strunz/Haider: Was die Personalie fürs "Hamburger Abendblatt" und Springer bedeutet horizont.net, 20. Mai 2011
  4. Zu teuer: N-tv schafft seine Quoten-Hits ab welt.de, 20. Mai 2011
  5. Was erlaube N24? sueddeutsche.de, 6. August 2010
  6. Claus Strunz talkt für Sat.1 faz.net, 15. Januar 2011
  7. Claus Strunz feiert Talkshow-Comeback bei N24 dwdl.de, 22. Mai 2013
  8. Frühstücks-TV: Springer schickt Claus Strunz zu N24-Tochter MAZ&More meedia.de, 23. Juni 2014
  9. Claus Strunz sat1.de
  10. Claus Strunz übernimmt ab 2017 Meyers „Akte“ dwdl.de, 4. November 2016
  11. Strunz ist raus: Sat.1-"Akte" bekommt weibliche Moderatorin dwdl.de, 11. Juli 2019
  12. Die Wahl 2017 in SAT.1 Sat.1-Artikel zum Thema „Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017“
  13. stern.de: Fragen für die AfD: Claus Strunz zieht den Hass bei Twitter auf sich
  14. „Bild“-Chef Julian Reichelt holt Claus Strunz in die Chefredaktion meedia.de, 8. Dezember 2020
  15. Axel Springer entbindet "Bild"-Chefredakteur Reichelt von seinen Aufgaben sueddeutsche.de, 18. Oktober 2021
  16. "Ich bin eben ein echter Fan" auf welt.de, vom 26. August 2020, abgerufen am 31. Mai 2020
  17. Zum Frühstück: Werbung für die AfD. 2. März 2018, abgerufen am 18. Februar 2022.
  18. https://uebermedien.de/11505/claus-strunz-will-es-der-demokratie-besorgen/
  19. Julian Dörr: TV-Duell-Moderator: Claus Strunz, der Spalter. Abgerufen am 30. August 2021.
  20. redaktion: "Scharfmacher" und "Rechtspopulist": Warum Claus Strunz zum Glaubwürdigkeitsproblem des Journalismus beiträgt | MEEDIA. 4. September 2017, abgerufen am 30. August 2021 (deutsch).
  21. Fragen für die AfD: Claus Strunz zieht den Hass bei Twitter auf sich. Abgerufen am 30. August 2021.
  22. Voll auf Viagra. In: Übermedien. 30. August 2017, abgerufen am 30. August 2021 (deutsch).
  23. Hans Hütt: TV-Kritik: Maischberger: Braucht unsere Demokratie Aufputsch- und Potenzmittel? In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 30. August 2021]).
  24. Zum Frühstück: Werbung für die AfD. 2. März 2018, abgerufen am 30. August 2021.
  25. Internetnutzer empören sich über Moderator Strunz, auf spiegel.de, abgerufen am 4. September 2017.
  26. Was stimmte nicht?, auf tagesschau.de, abgerufen am 4. September 2017.
  27. Angela Merkel gegen Martin Schulz: Als es um die AfD und Flüchtlinge ging, wurde es plötzlich brenzlig, auf derwesten.de, abgerufen am 4. September 2017.
  28. David Böcking: Baden-Württemberg: Warum ein Hinweisportal keine Steuer-Stasi ist. In: Der Spiegel. 1. September 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 25. September 2021]).