Claus Wisser

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Claus Wisser (* 30. Juni 1942 in Wiesbaden) ist ein deutscher Unternehmer und Kunstmäzen. Er gründete den Dienstleistungskonzern WISAG und leitete ihn bis 2011, als er den Vorsitz seinem Sohn Michael Wisser übergab und in den Aufsichtsrat wechselte. Er ist Mitbegründer des Rheingau Musik Festivals und Vorsitzender von dessen Förderverein.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wisser wurde in Wiesbaden als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er besuchte die Friedrich-List-Schule.[1] Als er 14 Jahre alt war, musste sein Vater das Geschäft schließen. Der Junge übernahm unterschiedliche Gelegenheitsarbeiten, um sein Abitur zu ermöglichen. Während der Schulzeit trat er in die SPD ein. Er studierte Betriebswirtschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und nahm an der beginnenden Studentenrevolte teil, um sich gegen die Notstandsgesetze einzusetzen.[2] Er hörte Carlo Schmid in öffentlichen Vorlesungen der Universität.[3]

1965 brach Wisser das Studium ab und gründete ein Unternehmen für die Reinigung von Bürogebäuden, aus dem sich die WISAG entwickelte. Er führte das Unternehmen von kleinen Anfängen zu einem Dienstleistungskonzern, der unter anderem Reinigung, Grünflächenpflege, Sicherheit und Catering bietet.[2] Die Dienste werden in Industrie, Verwaltung und Flughäfen geleistet, wo sie besonders den Verkehr am Boden umfassen.[3] 2011 übergab er die Firmenleitung an seinen Sohn Michael Wisser[2] und wurde Vorsitzender des Aufsichtsrats.[4]

1987 war er mit Michael Herrmann, Tatiana von Metternich-Winneburg, Michael Bolenius, Hans-Clemens Lucht und Ulrich Rosin ein Gründungsmitglied des Rheingau Musik Festivals[2][5]. Er löste Walter Fink als Vorsitzender des Rheingau-Musik-Festival-Fördervereins ab.[6][7] Zur Feier seines 60. Geburtstags am 30. Juni 2002 veranstaltete das Festival eine Aufführung von Carl Orffs Carmina Burana im Kloster Eberbach, mit dem Chor Orfeón Donostiarra und dem hr-Sinfonieorchester, geleitet von Hugh Wolff, die aufgezeichnet wurde.[8] Wisser unterstützt auch die Museen Städelsches Kunstinstitut und Caricatura Museum für Komische Kunst sowie die Goethe-Universität.[9]

In den Jahren 1999 und 2017 gehörte Wisser für die SPD der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten an.[10][11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Weg zurück zur Gründung der Schule (Chronik von 2015 bis 1902). In: Friedrich-List-Schule (Wiesbaden). 2015, abgerufen am 19. Juni 2018.
  2. a b c d Klaus-Jürgen Göpfert: Claus Wisser: Der rote Kapitalist. In: Frankfurter Rundschau, 30. Juni 2017. Abgerufen im 18. Juni 2018. 
  3. a b Im Gespräch: Wisag-Gründer Claus Wisser: "Ich musste arbeiten wie ein Tier". In: FAZ, 1. Februar 2015. Abgerufen im 19. Juni 2018. 
  4. Claus Wisser. Goethe-Universität, abgerufen am 18. Juni 2018.
  5. Vor 20 Jahren wurde Rheingau-Musik-Festival gegründet. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Blasmusik. 4. Dezember 2007, archiviert vom Original am 18. Juli 2011; abgerufen am 5. August 2010.
  6. Rheingau Musik Festival support association. Rheingau Musik Festival, 2018, abgerufen am 15. April 2010.
  7. 149 Konzerte an 40 Spielstätten / Rheingau Musik Festival vor dem 31. Sommer voller Musik. In: Rheingau-Echo, 1. Februar 2018. Abgerufen im 19. Juni 2018. 
  8. Carmina Burana : Jubiläumskonzert: 15 Jahre Rheingau Musik Festival, 60 Jahre Claus Wisser ; Kloster Eberbach 2002 ; live recording. Abgerufen am 19. Juni 2018.
  9. a b Klaus-Jürgen Göpfert: Mäzen Frankfurt / Ehrenplakette für Claus Wisser. In: Frankfurter Rundschau, 7. März 2013. Abgerufen im 19. Juni 2018. 
  10. „Ein Tag der Freude, den wir gemeinsam feiern“. In: Frankfurter Neue Presse, 13. Februar 2017. Abgerufen im 19. Juni 2018. 
  11. Peter Hanack: Diese Hessen wählen den Bundespräsidenten. In: Frankfurter Rundschau, 27. November 2016. Abgerufen im 30. Juni 2018. 
  12. Bisherige Preisträger der Georg August Zinn-Medaille. Hessen, abgerufen am 19. Juni 2018.
  13. Liste der Preisträger des ULI Leadership Awards. In: germany.uli.org. 2015, abgerufen am 19. April 2018.