Clausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Clausen
Clausen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Clausen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 16′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Rodalben
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 12,46 km2
Einwohner: 1410 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66978
Vorwahl: 06333
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 003
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Rathaus 9
66976 Rodalben
Webpräsenz: www.clausen.de
Ortsbürgermeister: Harald Wadle (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Clausen im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Clausen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rodalben an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clausen liegt im Gräfensteiner Land im Pfälzerwald. 80 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet. Im Westen befindet sich Donsieders, im Osten Merzalben. Nächstgrößere Stadt ist das südwestlich gelegene Pirmasens. Zu Clausen gehören auch die Wohnplätze Forsthaus Heidelsburg, Jugendheim Hollertal sowie Orlebrunnen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Clausen gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Markgrafschaft Baden.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufers im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Clausen zum Kanton Waldfischbach im Departement Donnersberg.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Clausen ab 1817 zum Landkommissariat Pirmasens im Rheinkreis, ab 1862 zum Bezirksamt Pirmasens und gehört seit 1939 zum Landkreis Pirmasens (1997 in Landkreis Südwestpfalz umbenannt).

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Clausen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Notlandung bei einer historischen Ballonfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luftfahrtpionier und Erfinder des rahmenlosen Fallschirms André-Jacques Garnerin (1769–1823) absolvierte am 22. und 23. November 1807 eine 395 km lange Ballonfahrt zwischen Paris und Clausen. Die unvorhergesehene Notlandung in Clausen machte der Ballon- und Fallschirmpionier, als er merkte, dass seine Fernfahrt von Paris in die Schweiz zu einer Irrfahrt geworden war. Bei der Notlandung wurde seine Gondel leicht beschädigt. Ballonhülle und Gondel sind von Clausen aus mittels Pferdefuhrwerk nach Zweibrücken verbracht worden. Von dort aus trat er mitsamt seinen Gerätschaften mit der Postkutsche die Heimreise nach Paris an.[3]

Sonderwaffenlager Clausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis September 1990 lagerten im Sonderwaffenlager Clausen (NATO SITE 59) in der Nähe des Ortes über 100.000 amerikanische Kampfstoffgranaten, unter anderem 400 Tonnen mit den Chemischen Kampfstoffen VX und Sarin. Zwischen Juli und September 1990 wurden sie in der Aktion Lindwurm zur Vernichtung auf das Pazifik-Atoll Johnston Island gebracht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Clausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4][1]

Jahr Einwohner
1815 460
1835 721
1871 670
1905 993
1939 1.329
1950 1.432
Jahr Einwohner
1961 1.557
1970 1.590
1987 1.523
1997 1.670
2005 1.598
2016 1.467

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren 67,4 Prozent der Einwohner katholisch und 16,2 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Clausen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG UWG Gesamt
2014 3 13 16 Sitze
2009 2 9 3 2 16 Sitze
2004 2 10 4 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Clausen
Blasonierung: „Von Blau und Rot gespalten, rechts ein linksgewendeter goldbewehrter silberner Greif, links auf gewölbtem grünem Grund der goldbekrönte heilige Bernhard von Baden in goldenem Panzer mit rotem Brustkreuz, in seiner Rechten ein goldener Wappenschild mit rotem Schrägbalken, in der Linken eine silberne Fahne mit rotem Kreuz.“[7]
Wappenbegründung: Es wurde 1949 vom Ministerium des Innern in Koblenz genehmigt und erinnert mit dem Greif an die ehemalige Zugehörigkeit zu Baden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Landesstraße 498. Über die nahegelegene Auffahrt Thaleischweiler-Fröschen der A 62 besteht Anschluss an den Fernverkehr.

In Clausen gibt es eine Grundschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Clausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2018 liegt vor.], S. 109 (PDF; 1,9 MB).
  3. Rudolf Wolf: Maybach-Motoren und Automobile im Rhein-Neckar-Dreieck und der Pfalz, 2007, S. 149 (Google Books)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.