Clavaleyres

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Clavaleyres
Wappen von Clavaleyres
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0661i1f3f4
Postleitzahl: 1595
Koordinaten: 573509 / 194318Koordinaten: 46° 53′ 58″ N, 7° 5′ 28″ O; CH1903: 573509 / 194318
Höhe: 454 m ü. M.
Fläche: 1,0 km²
Einwohner: 46 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 46 Einw. pro km²
Gemeindepräsident: Jürg Truog
Website: www.clavaleyres.ch
Clavaleyres

Clavaleyres

Karte
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Clavaleyres ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clavaleyres ist eine deutschsprachige bernische Exklave in offiziell französischsprachigem Gebiet der Kantone Freiburg und Waadt. Die kleine Gemeinde zählte 2015 49 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von Bronzeringen lassen auf eine Besiedlung während der Latènezeit schliessen. Während der Römerzeit bestand ein Gutshof, der die nahe gelegene Stadt Aventicum versorgte. Im Mittelalter gehörte Clavaleyres zur Herrschaft des Cluniazenser-Priorats Münchenwiler. 1484/86 gelangte Clavaleyres, zusammen mit Münchenwiler, aufgrund einer päpstlichen Bulle zum St. Vinzenzenstift (Münsterstift) Bern. Die definitive Loslösung von Murten geschah 1527, als alle Gerichtshändel in Bern (Biberen) auszutragen waren. 1530, kurz nach der Einführung des reformierten Glaubens, wurde die Herrschaft Münchenwiler (und damit auch Clavaleyres) bernischer Staatsbesitz. 1535 verkaufte Bern die Herrschaft an seinen Schultheissen Hans Jacob von Wattenwyl. 1586 wurde die Aussenbesitzung Clavaleyres verkauft, aber 1620 durch den damaligen Herrschaftsherrn Markus Morlot zurückgekauft. Von 1668 bis 1932 gehörte die Herrschaft der Berner Familie von Graffenried. 1798, nach dem Einmarsch der Franzosen, wurden Münchenwiler und Clavaleyres zusammen mit dem umgebenden Murtenbiet dem Kanton Freiburg zugeschlagen. In der Mediationszeit (ab 1803) versuchte Bern, die alten Eigentumsverhältnisse wiederherzustellen, was die eidgenössische Tagsatzung bis 1807 beschäftigte. Aufgrund eines Schiedsspruchs des eidgenössischen Syndikats kamen die beiden Dörfer im Dezember 1807 zu Bern zurück, wo sie als unabhängige Gemeinden dem Amtsbezirk Laupen (ab 2010 Verwaltungsregion Bern-Mittelland) einverleibt wurden.

Im Jahr 2006 stellte Clavaleyres den Antrag auf eine Fusion mit der Schwesterexklave Münchenwiler, was deren Gemeindeversammlung im Mai 2008 jedoch ablehnte. Seither bestehen Kontakte mit der freiburgischen Gemeinde Murten, die die kleine Gemeinde aufnehmen möchte. Die Kantonsregierungen von Bern und Freiburg waren 2015 bereit, die entsprechenden Fusionsverhandlungen aufzunehmen. 2018 stimmte der Freiburgische Grosse Rat einem Gesetz zu, das der Gemeinde Clavaleyres einen Kantonswechsel von Bern nach Freiburg ermöglicht.[2] In zwei Volksabstimmungen am 23. September 2018 stimmten beide Gemeinden der Fusion zu. Da es um einen Kantonswechsel geht, muss die Fusion noch von den Kantonsparlamenten und den Stimmberechtigten beider Kantone sowie von der Bundesversammlung genehmigt werden.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clavaleyres wird im Wahlarchiv des Kantons Bern gemeinsam mit seiner Nachbargemeinde Münchenwiler erfasst.

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2015 betrugen: SVP 46.9 %, BDP 13.6 %, SP 12.6 %, FDP 8.0 %, GPS 5.0 %, EDU 4.7 %, glp 3.7 %, EVP 2.8 %, CVP 1.9 %.[4]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Clavaleyres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Freiburger Kantonsparlament ebnet den Weg für Fusion mit Murten. Schweizer Radio und Fernsehen, 23. März 2018, abgerufen am 24. September 2018.
  3. Das bernische Clavaleyres wechselt zum Kanton Freiburg. Der Bund, 23. September 2018, abgerufen am 24. September 2018.
  4. Kanton Bern: Wahlplattform. Abgerufen am 8. Oktober 2017.