Clayallee

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Clayallee
Wappen
Straße in Berlin
Clayallee
Clayallee am Übergang zu Schmargendorf
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Grunewald,
Schmargendorf,
Dahlem
Zehlendorf
Angelegt vor 1878
Neugestaltet 1949
Hist. Namen Hauptstraße
(1878–1934),
Cecilienstraße
(vor 1912–1934),
Kronprinzenallee
(1912–1949)
Anschlussstraßen Hohenzollerndamm (nördlich),
Teltower Damm (südlich)
Querstraßen (Auswahl)
Pücklerstraße,
Königin-Luise-Straße,
Hüttenweg,
Argentinische Allee,
Saargemünder Straße,
Garystraße,
Schützallee,
Potsdamer Straße,
Berliner Straße
Plätze Roseneck,
Trumanplaza
Bauwerke AlliiertenMuseum
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 4560 Meter

Die Clayallee verläuft in nord-südlicher Richtung durch die Berliner Ortsteile Grunewald, Schmargendorf, Dahlem und Zehlendorf bis zur Zehlendorfer Eiche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zehlendorf war ein in Nord-Süd-Richtung ausgerichtetes Angerdorf. Der heute südliche Teil der Clayallee erschloss die nördliche Hälfte von Zehlendorf, wie ein Plan von 1819[1] zeigt.

Zwischen 1820 und 1849 wurde die Clayallee als Hauptstraße angelegt, die nördlich bis zur Winfriedstraße reichte und später als Verlängerte Hauptstraße zur Zehlendorfer Gemarkungsgrenze verlängert wurde.[2] Bereits vor 1882 erhielt dieser Teil auch den Namen Hauptstraße.

Auf einem Plan von 1907[3] ist die Verlängerte Hauptstraße in Cecilienstraße umbenannt. Ein Tor, leicht südlich des heutigen U-Bahnhofs Oskar-Helene-Heim, trennte die Straße von ihrer Verlängerung durch den Grunewald. Letztere erhielt 1912 den Namen Kronprinzenallee.[4] Am 18. September 1934 wurden der Abschnitt der Hauptstraße nördlich der Berliner Straße und die Cecilienstraße ebenfalls in Kronprinzenallee umbenannt.[2] Damit hatte die Straße ihre heutige Ausdehnung erreicht. Nach den damaligen Ortsteilgrenzen führte sie ausschließlich durch Zehlendorf und Dahlem.

Dem Bau der U-Bahn im Jahr 1929 folgte die Besiedlung des umliegenden Gebietes. Nördlich der Königin-Luise-Straße wurde 1930 eine Straßenbahn durch die Kronprinzenallee gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke nicht wieder in Betrieb genommen, jedoch wendeten hier weiterhin aus der Königin-Luise-Straße kommende Straßenbahnen, bis 1959 auch diese Strecke eingestellt wurde.

Am 1. Juni 1949 wurde die Kronprinzenallee zu Ehren des US-Militärgouverneurs der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland, General Lucius D. Clay, des „Vaters“ der Berliner Luftbrücke, in Clayallee umbenannt. Sie ist neben der Pacelliallee eine der wenigen Straßen, die in West-Berlin nach einer – zum Zeitpunkt der Benennung – noch lebenden Person benannt wurden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die überwiegend sechsstreifig ausgebaute Straße ist ein Teil der Verbindung der Berliner City-West mit dem Zehlendorfer Zentrum. Im Ortsteil Grunewald beginnt die Clayallee an der Kreuzung mit der Bernadottestraße als Verlängerung des Hohenzollerndamms. In Dahlem grenzt sie teilweise unmittelbar an den Forst Grunewald.

Mehrere Buslinien befahren Abschnitte dieser 4560 Meter langen Hauptverkehrsstraße, an der sich auch der U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim der Linie U3 befindet, die hier die Clayallee im rechten Winkel unterquert. An der Kreuzung mit der Bundesstraße 1 endet die Clayallee und führt als Teltower Damm stadtauswärts weiter in Richtung Teltow.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Pücklerstraße und Käuzchensteig befindet sich im Bussardsteig das Brücke-Museum Berlin mit Gemälden der Brücke-Künstlergruppe.

The Day the Wall Came Down von Veryl Goodnight, seit 1998

Entlang der Clayallee befanden sich bis Anfang der 1990er Jahre zahlreiche Einrichtungen und Wohnsiedlungen der US-amerikanischen Streitkräfte, die als Alliierte des Zweiten Weltkrieges in Berlin stationiert waren. Das US-Hauptquartier befand sich bis 1994 in den Gebäuden des 1936 bis 1938 erbauten ehemaligen Luftgaukommandos III. Im ehemaligen US-Kino Outpost und der ehemaligen Nicholson-Gedenkbibliothek befindet sich heute das AlliiertenMuseum. Blickfang ist ein britisches Transportflugzeug der Berliner Luftbrücke, das im Freigelände zwischen den Gebäudeteilen ausgestellt ist.

Zwischen AlliiertenMuseum und Hüttenweg befindet sich das Denkmal, das die Amerikaner – vertreten durch den ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush – den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland 1998 zum Andenken an den Fall der Berliner Mauer geschenkt haben. Es ist eine Skulptur der US-Amerikanerin Veryl Goodnight mit dem Titel The Day The Wall Came Down und zeigt fünf wild springende Pferde, die über die Trümmer der Berliner Mauer springen.[5]

An der Clayallee in der Nähe des Hüttenwegs befindet sich ein Denkmal mit der Büste von Friedrich Wilhelm von Steuben.

Fünfzigmal fand zwischen 1961 und 2010 in jedem Jahr das Deutsch-Amerikanische Volksfest auf dem Gelände der Trumanplaza an der Clayallee statt, bevor es wegen der Bebauung des Geländes nach Moabit umziehen musste.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Clayallee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zehlendorfer Heimatbrief September 2012 (Memento des Originals vom 30. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.heimatmuseum-zehlendorf.de (PDF; 248 kB) Lageplan von 1819 (auf Seite 4)
  2. a b Hauptstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  3. Stadtplan von 1907 auf blocksignal.de
  4. Stadtplan von 1921@1@2Vorlage:Toter Link/www.alt-berlin.info (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf alt-berlin.info
  5. Gedenktafel am Denkmal
  6. Heimatverein Zehlendorf: Zehlendorf im Wandel der Geschichte. Archiviert vom Original am 16. August 2010; abgerufen am 5. März 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berlin.de

Koordinaten: 52° 27′ 21″ N, 13° 16′ 24″ O