Clemens Kauffmann

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Clemens Kauffmann (* 3. August 1961 in Bonn) ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Seit 2003 ist er ordentlicher Professor für Politische Philosophie und Ideengeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von 1981 bis 1991 studierte er Philosophie, Klassische Archäologie und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1988 erwarb Clemens Kauffmann den Grad eines Magister Artium im Fach Philosophie am Institut für Philosophie der LMU.

1991 erfolgte die Promotion zum Dr. phil. Von 1991 bis 1998 war er daraufhin als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Regensburg tätig. Im Jahr 1998 habilitierte er dort für das Fachgebiet Politikwissenschaft und lehrte danach bis 2003 als Wissenschaftlicher Oberassistent in Regensburg.

Daneben vertrat er von 1999 bis 2001 den Lehrstuhl für Politische Philosophie und Ideengeschichte der Universität Regensburg. Nach der Vertretung des Lehrstuhls für Politische Wissenschaft II (Politische Philosophie und Ideengeschichte) am Institut für Politische Wissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Jahre 2003 übernahm er im Oktober jenes Jahres den Lehrstuhl. Er lehrt seither als Ordinarius für Politische Wissenschaft (Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II / Politische Philosophie und Ideengeschichte) in Erlangen.

Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kauffmann beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit diversen Themen der Politischen Philosophie und Ideengeschichte, besonders jedoch mit der Theorie des Liberalismus, der Politischen Philosophie der Antike, sowie politischen und philosophischen Aspekten der modernen Biotechnologie. Ferner hat sich Kauffmann intensiv mit Denken und Werk des deutsch-amerikanischen Philosophen Leo Strauss auseinandergesetzt. In den letzten Jahren gilt sein besonderes Augenmerk der Ablösung der Vernunft durch das Motiv des Kampfes im politischen Denken des 20. Jahrhunderts.

Darüber hinaus leitet Kauffmann eine ideengeschichtliche Forschungsstelle an der FAU, zu welcher das Gerlach-Archiv und die Eric Voegelin-Bibliothek gehören.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2007 bis 2015 war Clemens Kauffmann stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des Politischen Denkens (DGEPD). Im Jahr 2015 wurde er in das Amt des Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt. Darüber hinaus fungierte er von 2008 bis 2011 als Sprecher des unter seiner Mitwirkung gegründeten Bayerischen Zentrums für Politische Theorie, dessen Vorstand er angehört. Kauffmann hat ferner Teil an der wissenschaftlichen Leitung des angeschlossenen Promotionskollegs des Zentrums.

Daneben ist Kauffmann Mitglied der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft sowie Gründungsmitglied der Gesellschaft für antike Philosophie. An der FAU betreut Kauffmann den seit mehreren Jahren durch den DAAD geförderten akademischen Austausch mit dem politikwissenschaftlichen Institut der US-amerikanischen Duke University in Durham (North Carolina). Er ist ferner Geschäftsführender Herausgeber des Jahrbuchs Politisches Denken und seit 2015 dessen Redakteur.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien u.a.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ontologie und Handlung. Untersuchungen zu Platons Handlungstheorie (= Alber-Reihe Praktische Philosophie. Band 47). Alber, Freiburg/München 1993, ISBN 3-495-47758-6
  • Leo Strauss zur Einführung (= Zur Einführung. Band 163) Junius, Hamburg 1997, ISBN 3-88506-963-6
  • Strauss und Rawls. Das philosophische Dilemma der Politik (= Beiträge zur Politikwissenschaft. Band 117) Duncker & Humblot, Berlin 2000, ISBN 3-428-09613-4
  • (Hrsg.): Risutora. Japans Weg in die globale Gesellschaft. Universitäts-Verlag Regensburg, Regensburg 2001, ISBN 3-930480-44-1
  • mit Helmut Klumpjan, Matthias Riedl & Hans-Jörg Sigwart (Hrsg.): Politik, Hermeneutik, Humanität. Gesammelte Aufsätze von Jürgen Gebhardt. Zum 70. Geburtstag. Duncker und Humblot, Berlin 2004, ISBN 3-428-11613-5
  • mit Andreas Eckl (Hrsg.): Politischer Platonismus. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8260-3554-8
  • mit Hans-Jörg Sigwart (Hrsg.): Biopolitik im liberalen Staat (= Schriftenreihe der Sektion Politische Theorien und Ideengeschichte in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft. Bd. 19). Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-4323-3

Jüngste Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Platons „falsche“ Theologie: Zum Verhältnis von Ontologie und Theologie in den „Nomoi“. In: Politisches Denken. Jahrbuch 2008, S. 245-265.
  • Rationalitätsdefizite in der Biopolitik. In: Politische Vierteljahresschrift. 49, Heft 1, 2008, S. 1-19.
  • Vom Exodus zur Kolonisierung der Natur: Biopolitik als Delegitimierung der liberalen Demokratie. In: André Brodocz, Marcus Llanque & Gary S. Schaal (Hrsg.): Bedrohungen der Demokratie. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, S. 216-231.
  • Politische Theorie und Politikwissenschaft. In: Politisches Denken. Jahrbuch 2010, S. 43-59.
  • Gattungspolitik. Der menschliche Körper als globales öffentliches Gut. In: Clemens Kauffmann & Hans-Jörg Sigwart (Hrsg.): Biopolitik im liberalen Staat. Nomos, 2011, S. 135-162.
  • Die Rationalität des Anarchismus. In: Politisches Denken. Jahrbuch 2011, S. 235-252.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]