Cleveland Browns

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Cleveland Browns
Gegründet 1946
Spielen in Cleveland, Ohio
Helm der Cleveland Browns
Helm
Liga

All-America Football Conference (1946–1949)

  • Western Division (1946–1948)

National Football League (1950–heute)

  • American Conference (1950–1952)
  • Eastern Conference (1953–1969)
    • Century Division (1967–1969)
  • American Football Conference (1970–1995; 1999–heute)
    • AFC Central (1970–1995; 1999–2001)
    • AFC North (2002–heute)
Aktuelle Uniformen
AFCN-Uniform Cleveland Browns.PNG
Teamfarben Braun, Orange, Weiß
Maskottchen CB, Chomps, TD und Trapper
Personal
Besitzer Jimmy Haslam
Head Coach Hue Jackson
Teamgeschichte
  • Cleveland Browns (1946–1995)
  • Spielbetrieb ausgesetzt (1996–1998)
  • Cleveland Browns (1999–heute)
Erfolge
NFL-Gewinner (8)


Conference-Sieger (11)
  • NFL American: 1950, 1951, 1952
  • NFL Eastern: 1953, 1954, 1955, 1957, 1964, 1965, 1968, 1969
Division-Sieger (13)
  • AAFC Western: 1946, 1947, 1948, 1949
  • NFL Century: 1967, 1968, 1969
  • AFC Central: 1971, 1980, 1985, 1986, 1987, 1989
Play-off-Teilnahmen (27)
  • AAFC: 1946, 1947, 1948, 1949
  • NFL: 1950, 1951, 1952, 1953, 1954, 1955, 1957, 1958, 1964, 1965, 1967, 1968, 1969, 1971, 1972, 1980, 1985, 1986, 1987, 1988, 1989, 1994, 2002
Stadien
früher Cleveland Browns Stadium (1999–2012)
Die Cleveland Browns im Oktober 2004
Jim Brown spielte 1957–1965 für die Browns

Die Cleveland Browns sind ein American-Football-Team der National Football League (NFL) und spielen dort in der American Football Conference (AFC), in der Northern Division.

Die „ersten“ Cleveland Browns wurden 1946 gegründet und waren Mitglied der All-America Football Conference, die von 1946 bis 1949 als Konkurrenzliga zur NFL existierte. Benannt wurde das Team nach seinem langjährigen Head Coach Paul Brown, der später Trainer und Miteigentümer der Cincinnati Bengals wurde. Nach der Fusion der NFL und der AAFC kamen die Browns 1950 in die NFL. 1996 wurde die Mannschaft durch einen Standortwechsel zu den Baltimore Ravens, die Namensrechte blieben aber bei der Stadt Cleveland. 1999 nahm schließlich unter dem alten Namen ein neues Team den Spielbetrieb wieder auf. Die Cleveland Browns sind eines von nur vier Teams, die noch nie an einem Super Bowl teilgenommen haben. Allerdings haben die „ersten“ Cleveland Browns nach ihrem Umzug nach Baltimore bereits zweimal den Super Bowl gewonnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1944 wurden die Cleveland Panthers gegründet, damals als Team der All-America Football Conference. Als erster General Manager wurde der erst 36-jährige Paul Brown verpflichtet, der schnell so populär wurde, dass die Panthers ihm zu Ehren bald in „Cleveland Browns“ umgetauft wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Coaches, die ihre Teams auf Kraft und Physis ausrichteten, bevorzugte er Explosivität und Präzision, und favorisierte die damals eher wenig gespielte T-Formation. Mit den heutigen Hall-of-Famern Lou Groza (Offensive Tackle), Otto Graham (Quarterback), Bill Willis (Guard), Marion Motley (Fullback) und Dante Lavelli (Wide Receiver) gewannen die Browns alle vier AAFC-Titel von 1946 bis 1949, bis die Liga von der NFL übernommen wurde. Bemerkenswert war auch, dass die Browns regelmäßig die Afroamerikaner Willis und Motley einsetzten, als in den Vereinigten Staaten noch die Segregation existierte. Auch in der NFL waren die Browns erfolgreich und gewannen sowohl das NFL Championship Game 1950, das NFL Championship Game 1954 als auch das NFL Championship Game 1955. 1957 wurde ein neuer Superstar verpflichtet, Runningback Jim Brown. Mit dem kraftvollen Läufer Brown, der 12.312 Yards Raumgewinn erlief und bis heute unerreichte 5,2 Yards pro Laufversuch erzielte, blieben die Browns ein Topteam, obwohl zwischen dem autoritären Paul Brown und dem Team eine immer größere Kluft aufkam. 1961 kaufte der Geschäftsmann Art Modell die Browns und tauschte Brown für seinen langjährigen Assistenten Blanton Collier aus. Er führte das Team 1964 mit dem Sieg im NFL Championship Game 1964 zum vierten NFL-Titel.

Als die NFL und die American Football League (AFL) fusionierten, fanden sich die Browns 1970 in der neugegründeten AFC (American Football Conference) wieder und versanken im Mittelmaß. Mitte der 1970er Jahre etablierte sich Brian Sipe als Starting-Quarterback, mit ihm führten die wiedererstarkten Browns harte Kämpfe mit ihren Lokalrivalen, den Pittsburgh Steelers und den Cincinnati Bengals, das neue Team von Paul Brown. Sipe und die Browns erwarben einen Ruf für nervenzerfetzende Comebacks, weswegen sie „Kardiac Kids“ (dt.: Herzinfarkt-Kinder) genannt wurden. Ironie des Schicksals war, dass Sipe (der gerade zum MVP gewählt worden war) in den AFC-Play-offs 1980 gegen die Oakland Raiders ein kapitaler Schnitzer unterlief. In der letzten Minute standen sie mit nur zwei Punkten Rückstand kurz vor Oaklands Endzone, doch anstelle Kicker Don Cockroft ein kurzes Field Goal schießen zu lassen, der das Spiel gewonnen hätte, wagten die Browns einen letzten Spielzug, worauf Sipe eine spielentscheidende Interception warf. Mit diesem „Red Right 88“ genannten Spielzug begann eine lange Ära von Browns-Misserfolgen. 1986 hatten die Browns ein starkes Team um den neuen Quarterback Bernie Kosar. Sie führten im AFC Championship Game kurz vor Ende zu Hause gegen die Denver Broncos 20:13 und hatten die Broncos an ihrer 2-Yard-Linie festgenagelt. In einer Serie, die als „The Drive“ bezeichnet wird, führte der Quarterback der Broncos, John Elway, sein Team 98 Yards zum Touchdown und in Overtime siegte Denver 23:20. Genauso knapp war das Ausscheiden im Folgejahr, als die Browns wieder zu Hause auf die Broncos trafen: kurz vor Ende des Spiels fumbelte Runningback Earnest Byner den Ball zwei Yards vor der Endzone, so dass die Broncos 38:33 gewannen. Byners Missgeschick wird bis heute nur „The Fumble“ genannt.

Nach Jahren des Mittelmaßes und Unwillen der Stadt, das baufällige Stadion zu sanieren, schockte der langjährige Besitzer Art Modell die Footballfans in Cleveland 1995, als er überraschend den Umzug des Teams nach Baltimore verkündete und so die heutigen Baltimore Ravens gründete. Zwischen 1996 und 1999 bis zu ihrer Neugründung, waren die Browns inaktiv. Im Jahre 1999 nahm man den Spielbetrieb unter Head Coach Chris Palmer mit hohen Erwartungen wieder auf. Im ersten Spiel nach der Neugründung, traf man zu Hause auf den alten Rivalen, die Pittsburgh Steelers. Das Spiel ging jedoch mit 0:43 verloren. Am Ende der Regular Season 1999 stand eine Bilanz von zwei Siegen und 14 Niederlagen zu Buche. Die darauffolgende Saison brachte wenig Verbesserung und man beendete diese mit einer Bilanz von 3-13. Palmer wurde am Ende der Saison entlassen und durch Butch Davis ersetzt. Davis erreichte mit den Browns in der Saison 2001 eine Bilanz von sieben Siegen und neun Niederlagen. 2002 erreichte er sogar mit einer Bilanz von 9-7 zum ersten Mal nach 1994 wieder die Play-offs. Im Wildcard Play-off traf man auf die Steelers und unterlag mit 33:36. In den folgenden vier Spielzeiten schaffte man in der Regular Season keine positive Bilanz mehr und verpasste jeweils deutlich die Play-offs. Die Saison 2007 war die letzte Saison in der man in der Regular Season eine positive Bilanz (10-6) erreichen konnte, für die Play-offs reichte diese jedoch nicht aus.

Besondere Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Browns in der Pro Football Hall of Fame[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trikotnummer Name Position Für Cleveland Aktiv Jahr der Aufnahme
14/60 Otto Graham QB 1946–1955 1965
Paul Brown Head Coach 1946–1962 1967
36/76 Marion Motley FB 1946–1953 1968
32 Jim Brown FB 1957–1965 1971
46/76 Lou Groza T
K
1946–1959
1961–1967
1974
56/86 Dante Lavelli End 1946–1956 1975
53/80 Len Ford DE 1950–1957 1976
Forrest Gregg Head Coach 1975–1977 1977
30/60 Bill Willis Middle Guard, G 1946–1953 1977
77 Willie Davis DE 1958–1959 1981
81 Doug Atkins DE 1953–1954 1982
49 Bobby Mitchell KR, HB 1958–1961 1983
42 Paul Warfield WR 1964–1969,
1976–1977
1983
74 Mike McCormack T 1954–1962 1984
22/52 Frank Gatski C 1946–1956 1985
18 Len Dawson QB 1960–1961 1987
65 Chuck Noll G, LB 1953–1959 1993
44 Leroy Kelly RB 1964–1973 1994
72 Henry Jordan DT 1957–1958 1995
44/96 Don Shula CB 1951–1952 1997
29 Tommy McDonald WR 1968 1998
82 Ozzie Newsome TE 1978–1990 1999
64 Joe DeLamielleure G 1980–1984 2003
66 Gene Hickerson G 1958–1973 2007

Zurückgezogene Trikotnummern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Retired Numbers der Cleveland Browns
Nr. Spieler Position Zeitraum
14 Otto Graham QB 1946–1955
32 Jim Brown RB 1957–1965
45 Ernie Davis HB 1962
46 Don Fleming S 1960–1962
76 Lou Groza T, K 1946–59, 1961–67

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Cleveland Browns

Quarterbacks

Runningbacks

Wide Receiver

Tight Ends

Offensive Linemen

Defensive Linemen

Linebacker

Defensive Backs


Special Teams

Reserveliste

Practice squad

Rookies in kursiver Schrift
Roster Stand: 9. September 2015
Depth ChartTransaktionen

53 Aktive, 8 Inaktive, 10 Practice squad

Trainer (Head Coaches)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

# Reihenfolge der Trainer
Spiele Spiele als Trainer
S Siege
N Niederlagen
UE Unentschieden
Gewonnen% Siegquote
* Ausschließlich bei den Browns als Head Coach aktiv
# Name Zeitraum Regular Season Play-offs Erfolge/Auszeichnungen Referenz
Spiele S N UE Gewonnen% Spiele S N
Cleveland Browns
1 Paul Brown 1946–1962 214 158 48 8 .767 14 9 5 Sporting News NFL Trainer des Jahres (1949, 1951, 1953)
UPI NFL Trainer des Jahres (1957)
NFL Championships (1950, 1954, 1955)
[1]
2 Blanton Collier* 1963–1970 112 76 34 2 .691 7 3 4 NFL Championship 1964 [2]
3 Nick Skorich 1971–1975 56 30 24 2 .556 2 0 1 [3]
4 Forrest Gregg 1975–1977 41 18 23 2 .439 AP NFL Trainer des Jahres (1976) [4]
5 Dick Modzelewski* 1977 1 0 1 0 .000 [5]
6 Sam Rutigliano* 1978–1984 97 47 50 0 .485 2 0 2 UPI NFL Trainer des Jahres (1979, 1980) [6]
7 Marty Schottenheimer 1984–1988 71 44 27 0 .620 6 2 4 UPI NFL Trainer des Jahres (1986) [7]
8 Bud Carson* 1989–1990 25 11 13 1 .460 2 1 1 [8]
9 Jim Shofner* 1990 7 1 6 0 .143 [9]
10 Bill Belichick 1991–1995 80 36 44 0 .450 2 1 1 [10]
1 1996–1998
11 Chris Palmer* 1999–2000 32 5 27 0 .156 [11]
12 Butch Davis* 2001–2004 58 24 34 0 .414 1 0 1 [12]
13 Terry Robiskie 2004 5 1 4 0 .200 [13]
14 Romeo Crennel 2005–2008 64 24 40 0 .375 [14]
15 Eric Mangini 2009–2010 32 10 22 0 .313 [15]
16 Pat Shurmur* 2011–2012 32 9 23 0 .218 [16][17]
17 Rob Chudzinski* 2013 16 4 12 0 .250 [18]
18 Mike Pettine* 2014–2015 32 10 22 0 .313 [19]
19 Hue Jackson 2016–heute [20]
1 Während der Cleveland Browns relocation controversy zwischen 1996 und 1998 spielten die Browns nicht.

Berühmte Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cleveland Browns waren der Lieblingsverein von Elvis Presley.[21][22] Grund für diese Entscheidung des „King of Rock ’n’ Roll“ ist die Tatsache, dass sein Freund Gene Hickerson, mit dem er in gemeinsamen Jugendtagen in Memphis regelmäßig Football spielte, 1957 von den Browns verpflichtet wurde und dem Verein bis zu seinem Karriereende 1973 die Treue hielt.[23] Auch der von 1960 bis 1966 bei den Browns unter Vertrag stehende Verteidiger Bobby Franklin zählte zu den Freunden Presleys. Ein weiterer Fan der Browns ist der ehemalige Baseball-Star Hank Aaron.[24]

In den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 wurde der Footballfilm Draft Day veröffentlicht. Dort spielt der fiktionale General Manager der Browns Sonny Weaver, Jr. (gespielt von Kevin Costner) die Hauptrolle.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cleveland Browns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiken von Paul Brown. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  2. Statistiken von Blanton Collier. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  3. Statistiken von Nick Skorich. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  4. Statistiken von Forrest Gregg. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  5. Statistiken von Dick Modzelewski. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  6. Statistiken von Sam Rutigliano. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  7. Statistiken von Marty Schottenheimer. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  8. Statistiken von Bud Carson. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  9. Statistiken von Jim Shofner. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  10. Statistiken von Bill Belichick. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  11. Statistiken von Chris Palmer. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  12. Statistiken von Butch Davis. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  13. Statistiken von Terry Robiskie. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  14. Statistiken von Romeo Crennel. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  15. Statistiken von Eric Mangini. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  16. Statistiken von Pat Shurmur. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  17. „Schwarzer Montag“ kostet sieben Coaches den Job. In: derStandard.at. 1. Januar 2013, abgerufen am 1. Januar 2013.
  18. Statistiken von Rob Chudzinski. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  19. Statistiken von Mike Pettine. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  20. Coaching Record Hue Jackson (englisch) profootballreference.com, Abgerufen am 13. Januar 2016
  21. June Moore (in Zusammenarbeit mit Kathy Westmoreland): Kathy Westmoreland: Elvis’ voice of an angel, Ju’Mel Publishing, USA, Juni 2010, S. 159 / ISBN 978-0-9827845-0-1
  22. TOP 20 surprising Elvis Facts (englisch; Artikel vom 7. Januar 2009)
  23. Dan Coughlin: Gene Hickerson: Elvis Took His Calls (englisch; Artikel vom 24. Oktober 2011)
  24. Bill Lubinger: Sharing the pain: Cleveland Browns' failures don't just depress the common fan, but the uncommon celebrity, too. 8. November 2009, abgerufen am 28. November 2015 (englisch).