Climeworks

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Climeworks AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2009
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung
Mitarbeiterzahl 100[1]
Branche Umwelttechnologie, Cleantech
Website climeworks.com
Stand: 2020

Climeworks ist ein schweizerisches Unternehmen, welches weltweit führend bei der Carbon Dioxide Air Capture-Technologie ist. Das Unternehmen filtert Kohlenstoffdioxid (CO2) direkt aus der Umgebungsluft. Es handelt sich um einen Adsorptions-Desorptions-Prozess. Kernstück ist ein spezielles Filter-Material.[2]

Ziel des Unternehmens ist es, bis 2025 ein Prozent der jährlichen globalen CO2-Emissionen aus der Luft zu filtern. Dazu ist der Aufbau von 250.000 Anlagen, vergleichbar mit der in Hinwil, notwendig.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Climeworks AG ist im November 2009 als Spin-off der ETH Zürich von Christoph Gebald und Jan Wurzbacher gegründet worden. Die beiden deutschen Gründer waren Kommilitonen im Maschinenbau-Studium und hatten sich im Rahmen ihres Studiums und der anschließenden Promotion mit Technologien zur chemischen und physikalischen CO2-Entfernung aus der Umgebungsluft im Labormaßstab befasst. 2011 erhielt Climeworks erstmals Kapital von Investoren, um einen ersten, modular aufgebauten Prototyp zu entwickeln. Von 2012 bis 2013 durchlief Climeworks den Accelerator der EIT Climate-KIC[4]. Nach der ersten Finanzierung folgte die rasche Skalierung zur Modultechnologie, die seit 2014 verfügbar ist. Im Zuge der Unternehmensentwicklung gelang eine Partnerschaft mit dem Autohersteller Audi. Weitere Unterstützung erhielt Climeworks vom Schweizer Bundesamt für Energie, das die beschleunigte Kommerzialisierung und Skalierung der Technologie ermöglichte.

Climeworks ist Teil diverser europäischer F&E-Projekte[5] – dabei geht es unter anderem um die Produktion synthetischer Kraftstoffe auf Basis von CO2.

Im Mai 2017 eröffnete das Unternehmen das weltweit erste, kommerzielle Projekt zur CO2-Filterung aus der Umgebungsluft in Hinwil. Dort werden mit Direct air capture-Modulen 900 Tonnen CO2 pro Jahr abgesaugt und anschließend zur Verwendung als Dünger an einen Gewächshausbetreiber verkauft.[6][7]

Im Oktober 2017 folgte ein Demo-Projekt, in dem ein Modul zur CO2-Filterung in Island zum Einsatz kommt. Im Rahmen des Horizon 2020-Forschungsprojekts CarbFix2 wird das CO2 dort aus der Luft gefiltert und anschließend unterirdisch als Stein gespeichert.[8][9] Climeworks bezeichnet das Filtern von CO2 aus der Umgebungsluft zur unterirdischen Speicherung auch als Carbon Dioxide Removal.[10]

Seit 2018 ist beim schweizerischen Mineralwasserabfüller Valser eine CO2-Anlage in Betrieb, um Getränke mit Kohlendioxid aus der Luft zu versetzen.[11][12]

Im April 2019 schloss sich Climeworks mit der niederländischen Antecy B.V. zusammen, die ebenfalls an der Direct-air-capture-Technologie arbeiten.[13][14]

Im Juni 2020 gab das Unternehmen bekannt, 73 Millionen Franken von neuen Privatinvestoren und Family Offices aus dem deutschsprachigen Raum erhalten zu haben.[15] Zudem trat Climeworks dem europäischen Industriekonsortium Norsk e-Fuel bei, das plant E-Fuel in Norwegen zu produzieren.[16][17]

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Unternehmenssitz ist in Zürich-Oerlikon. Die Climeworks AG unterhält ein Tochterunternehmen, die Climeworks Deutschland GmbH, mit Sitz in Köln.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zürcher Cleantech Climeworks sammelt neues Geld ein. Abgerufen am 24. Juni 2020.
  2. Simon Evans: The Swiss company hoping to capture 1% of global CO2 emissions by 2025. In: Carbonbrief. 22. Juni 2017, abgerufen am 3. August 2018 (englisch).
  3. Benjamin von Brackel: Schweizer Wundermaschine geht in Betrieb. In: Frankfurter Rundschau. 10. Juni 2017, abgerufen am 3. August 2018.
  4. Climeworks raises over €67 million to expand carbon dioxide removal. In: EIT Climate KIC. EIT Climate KIC, 2. Juni 2020, abgerufen am 16. Juli 2020 (englisch).
  5. Power-to-X: Climeworks an drei europäischen Projekten beteiligt. (PDF) Climeworks, abgerufen am 13. Dezember 2017.
  6. Swiss Pickles Set to Benefit From First Carbon Capture Plant. In: Bloomberg.com. 31. Mai 2017 (bloomberg.com [abgerufen am 13. Dezember 2017]).
  7. Christian Speicher: Zürcher Startup-Unternehmen mit Weltpremiere: CO2 wird aus der Luft gefiltert. In: Neue Zürcher Zeitung. 1. Juni 2017 (nzz.ch [abgerufen am 13. Dezember 2017]).
  8. Alister Doyle: From thin air to stone: greenhouse gas test starts in Iceland. Reuters, 11. Oktober 2017, abgerufen am 13. Dezember 2017 (englisch).
  9. Akshat Rathi: World’s first “negative emissions” plant turns carbon dioxide into stone. In: Quartz. 12. Oktober 2017 (qz.com [abgerufen am 13. Dezember 2017]).
  10. Matt McGrath: Climate’s magic rabbit: Pulling CO2 out of thin air. BBC News, 15. November 2017, abgerufen am 3. August 2018 (englisch).
  11. Valser holt sich künftig «Blöterli» aus der Luft. In: Technologie: Energie / Klima / Luft. Auf FoodAktuell.ch, abgerufen am 27. August 2019.
  12. Weltpremiere in der Getränkeindustrie: CO2 aus der Luft. Auf Valser.ch, abgerufen am 27. August 2019.
  13. Home. Antecy, abgerufen am 29. Juni 2020 (englisch).
  14. Climeworks AG and Antecy B.V. are joining forces & thereby boosting technology portfolio. In: Climeworks offers a thechnology to reverse climate change. Climeworks, 5. September 2019, abgerufen am 29. Juni 2020 (englisch).
  15. Bloomberg - Are you a robot? Abgerufen am 2. Juni 2020.
  16. Making unlimited renewable fuel a reality. In: Climeworks - a climate-positive world enabled by direct air capture. Climeworks, 9. Juni 2020, abgerufen am 7. Juli 2020 (englisch).
  17. Norsk e-Fuel (Hrsg.): Norsk e-Fuel is planning Europe’s first commercial plant for hydrogen-based renewable aviation fuel in Norway. Fornebu (Norwegen) 8. Juni 2020.