Clodra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Clodra
Koordinaten: 50° 45′ 31″ N, 12° 7′ 6″ O
Höhe: 303 m ü. NN
Einwohner: 260[1]
Eingemeindung: 8. März 1994
Postleitzahl: 07980
Vorwahl: 036623
Hoffnungskirche Clodra
Hoffnungskirche Clodra

Clodra ist ein weilerartiger Stadtteil von Berga/Elster im Landkreis Greiz in Thüringen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clodra liegt auf einem westlichen Plateau der Elsteruferanhöhen, etwa 100 m über dem Elstertal. Nordwestlich führt die Bundesstraße 175 von Berga nach Weida mit Anschluss an die Bundesstraße 92 vorbei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clodramühle

Der Ort wurde 1260 als Cloderawe und 1281 als Kloderowe erstmals urkundlich erwähnt. Die Begriffe stammen aus dem Sorbischen und heißen sinngemäß Ort der Holzfäller.[1] 1620 erwarb Moritz Bastian v.Z, Oberaufseher der Kurfürstlichen Flöße und Gehölze, das Rittergut Clodra von Hans Adam Metzsch. Sein Enkel Hans Bastian II. von Zehmen verbrachte unter anderem hier seine Kindheit und ließ auf eigene Kosten 1658 die Kirche erbauen.[2] Er rief die „Fabian-Sebastian-Stiftung“ für Bedürftige ins Leben, aus deren Zinsen bis 1945 sozial Schwache eine Zuwendung erhielten. Hans Bastian II. v.Z. wurde zum sächsisch-naumburgischen Geheimen Rat berufen, war Deputierter auf kursächsischen Landtagen in Dresden und diente Herzog Moritz zu Sachsen-Zeitz sowie Friedrich August I. (August der Starke). Dessen Sohn Moritz Christoph v.Z. baute 1751 ein neues Herrenhaus in Clodra. Letzter zehmscher Besitzer von Rittergut Clodra war Wilhelm von Zehmen. Er verpachtete das Gut an seine Schwester Ursula Eleonore von Zehmen und verkaufte es 1785 an Major von Falkenstein. Das Straßendorf Clodra umfasste mit seiner Block- und Gutsblockflur 1905 eine Fläche von 431 ha. Bis zur Eingliederung in die Stadt Berga/Elster am 8. März 1994 war Clodra eine eigenständige Gemeinde.

Am Ufer der Weißen Elster befindet sich die Clodramühle (1533 erstmals erwähnt), die (einschließlich der zugehörigen Elsterbrücke) vom Hochwasser im Juni 2013 in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Bastian von Zehmen (1629–1702), Kurfürstlich-Sächsischer Geheime Rat, Herzöglicher Justizrat und Deputierter auf dem Dresdner Landtag, unter anderem aufgewachsen in Clodra.
  • Christian Wilhelm Schweitzer (1781–1856) - Jurist und Politiker, der seinen Lebensabend in Clodra verbrachte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stadt Berga/Elster: Ortsteile. Abgerufen am 27. Mai 2017.
  2. Dr. Frank Reinhold Vortrag über die Dorfkirche am 30. August 2011

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanns-Moritz von Zehmen: Genealogische Nachrichten über das Meißnische Uradelsgeschlecht von Zehmen, 1206 bis 1906. Wilhelm Baensch, Dresden 1906
  • Henriette Joseph, Haik Thomas Poroda: Das nördliche Vogtland um Greiz, Landschaften in Deutschland, Band 68, Böhlau Verlag GmbH & Cie., Köln, Weimar, Wien 2006, ISBN 978-3-412-09003-6, Erläuterungen zu Clodra S. 140–143
  • Frank Reinhold: Familienbuch Clodra bei Berga/Elster mit Dittersdorf und Zickra (Landkreis Greiz), Thüringen, 1610 bis 1798. Leipzig: AMF 2016 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 97)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Clodra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien