Coaster (Personentransportsystem)

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Mountain-Coaster

Der Coaster war ein Konzept für ein automatisches Personentransportsystem der Firma CityCoaster Verkehrssysteme AG. Ein Wagen des Coasters fasst vier bis acht Passagiere und fährt auf einem hochbahnähnlichen Schienensystem. Geplant war, die Antriebsenergie für die Elektromotoren in Batterien mit sich zu führen und die Wagen nur in den Stationen aufzuladen.

Der Coaster sollte als Personal-Rapid-Transit-System konzipiert sein, ein öffentliches Verkehrsmittel, welches nach Bedarf und nicht nach einem Fahrplan fährt. Die Fahrzeuge sollten für eher steile Strecken in den Bergen (bis 55 % Steigung) als auch für flachere, dafür schnellere Strecken in der Ebene (z. B. Vorstadtgebiete) ausgelegt sein. Das Fahrzeug-System sollte Kapazitäten bis zu etwa 2800 Personen pro Stunde und Fahrtrichtung und Spitzengeschwindigkeiten von rund 80 km/h erreichen. Keiner der technischen Werte wurde im Probebetrieb auch nur annähernd erreicht.

Realisierte Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Coaster auf Probefahrt im verschneiten Arosa

Die einzige kommerzielle Anlage steht im schweizerischen Arosa und gehört zum Tschuggen Grand Hotel. Der Start des Tschuggen Coasters musste aufgrund von Qualitätsmängeln am Schienensystem, Steuerungs- und Batterieproblemen mehrfach verschoben werden. Die Coaster Verkehrssysteme GmbH geriet durch die Gewährleistungsansprüche in Insolvenz,[1] so dass sich die Hotelgruppe für die Überarbeitung und Inbetriebnahme des Systems mit der Firma Intamin Transportation Limited entschied.[2] Die technische Leitung obliegt den Arosa Bergbahnen.[3]

Seit Mitte Februar 2009 läuft die jetzt in Tschuggen Express umgetaufte Bergbahn mit Stromversorgung über eine Stromschiene. Mit den beiden jetzt gekuppelt verkehrenden Wagen kann die Bahn zwölf Hotelgäste direkt zum Tschuggen im Ski- und Wandergebiet von Arosa befördern. Sie überwindet bei einer Strecke von 528 Metern 150 Höhenmeter mit bis zu 52 % Steigung. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu vier Metern pro Sekunde bewältigt sie die Strecke in knapp zweieinhalb Minuten.

Die Anlage funktioniert heute praktisch störungsfrei, und am 24. August 2015 beförderte der Tschuggen Express den 100.000-sten Fahrgast.[4][5]

In Bürserberg (Vorarlberg) stand eine Testanlage mit etwa 300 Metern Länge. Diese wurde mittlerweile demontiert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berichterstattung ORF
  2. http://coastersandmore.de/rides/tschuggenexpress/tschuggenexpress.shtml
  3. Aroser Zeitung vom 28. August 2015, S. 10.
  4. Aroser Zeitung vom 28. August 2015, S. 10.
  5. Bündner Tagblatt vom 25. August 2015, S. 28.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]