Coburger Hütte

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Coburger Hütte
DAV-Schutzhütte Kategorie I
Coburger Hütte
Gebirgsgruppe Mieminger Gebirge
Geographische Lage: 47° 21′ 36″ N, 10° 56′ 0″ OKoordinaten: 47° 21′ 36″ N, 10° 56′ 0″ O
Höhenlage 1917 m ü. A.
Coburger Hütte (Wettersteingebirge und Mieminger Kette)
Coburger Hütte
Besitzer DAV-Sektion Coburg
Erbaut 1901
Bautyp Schutzhütte
Übliche Öffnungszeiten Juni bis Oktober
Beherbergung 0 Betten, 85 Lager, 25 Notlager
Winterraum 12 Lager
Weblink Coburger Hütte
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV
p1

Blick von der Coburger Hütte zum Drachensee
Panoramablick von der Coburger Hütte bei Ehrwald (Tirol) über den Seebensee auf das Zugspitzmassiv

Die Coburger Hütte ist eine Schutzhütte der Sektion Coburg des Deutschen Alpenvereins. Sie befindet sich in der Mieminger Kette in Tirol und liegt nur wenige Höhenmeter über dem Drachensee. Die Unterkunft ist in der Regel von Juni bis Anfang Oktober geöffnet und es steht ein Winterraum zur Verfügung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der Schutzhütte geht auf einen Vorschlag des Münchner Alpinisten Ferdinand Kilger aus dem Jahre 1890 zurück. Er wurde 1895 von der 1879 gegründeten Sektion Coburg des Deutschen Alpenvereins übernommen. 1901 war die erste Hütte fertiggestellt, bereits in den Folgejahren erhielt sie einen Wasseranschluss (das "Wasser in Trinkqualität" wurde aus dem inzwischen ausgetrockneten Grünsteinsee bezogen), ein Stromaggregat und 1908 eine Telefonleitung.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Bau zum ersten Mal erweitert, 1962 wurde die Materialseilbahn errichtet und noch vor dem 75-jährigen Hüttenjubiläum wurde ein neuer Sanitärtrakt erbaut. Weitere Sanierungs- und Baumaßnahmen erfolgten in den 1980er Jahren, nachdem die zuständige Bezirkshauptmannschaft Imst das Gebäude als baufällig und brandgefährdet einstufte, und in den 1990er Jahren, als Energie- und Wassergewinnung sowie Abwasser und Abfall-Entsorgung neuen Umweltstandards angepasst wurden.[1]

2009–2011 wurde die Coburger Hütte erneut erweitert und modernisiert, dabei wurde neben allgemeinen Sanierungsarbeiten ein neues Blockheizkraftwerk und ein Seminarraum eingerichtet.

Aufstiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu erreichen ist die Hütte direkt von der österreichischen Ortschaft Ehrwald in mehreren Varianten.

Hoher Gang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Begehung des Hohen Gangs, der von Ehrwald aus zur Coburger Hütte führt, sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit absolut erforderlich, weshalb sich diese Variante nur für Geübte eignet, zumal nur stellenweise Drahtseilsicherungen vorhanden sind. Der Weg beginnt in einer Höhe von 1100 m und führt – von Latschen gesäumt – nach einer Überquerung des Gaißbachs zum Seebensee. Danach sind nur noch 300 Höhenmeter in engen Serpentinen zu überwinden, um zur Hütte zu gelangen (Gehzeit 3 Stunden).

Seeben-Klettersteig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Seeben-Klettersteig, der ca. eine ¾ Stunde von der Talstation der Ehrwalder Almbahn entfernt am Seebenwasserfall beginnt, führt am Gaißbach entlang bis zur Jausenstation Seebensee nahe dem gleichnamigen See. Auch diese Variante ist nur für Geübte (Klettersteig Schwierigkeitsgrad D+) zu empfehlen, sie bietet Drahtseilsicherungen im sehr ausgesetzten Gelände. Die gesamte Gehzeit beträgt 3 Stunden.

Von der Ehrwalder Alm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einfachste Möglichkeit, die Hütte zu erreichen, ist der Aufstieg über die Ehrwalder Alm (1502 m) von der Ortschaft (1000 m) aus, wobei die Ehrwalder Almbahn (1502 m) helfen kann, an Höhe zu gewinnen. Danach folgt man größtenteils kleinen Almsträßchen und gelangt so, nachdem man Seebenalm und -see passiert hat, in engen Serpentinen zur Coburger Hütte (2 Stunden von der Ehrwalder Alm).

Immensteig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Immensteig zweigt 300 Meter oberhalb der Talstation der Ehrwalder Almbahn vom Weg zur Ehrwalder Alm ab, quert zunächst die Heuwiesen der Oberen Mähder und schließlich teilweise drahtseilgesichert die östlichen Ausläufer der Seebenwände unweit des Immen-Wasserfalls. Er mündet beim Unterstand Ganghofers Rast in den Fahrweg von der Ehrwalder Alm zur Seebenalm. (2,5 bis 3 Stunden)

Weitere leichte Aufstiegsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Biberwier über die Biberwierer Scharte (2000 m) in 3 Stunden oder von Obsteig-Arzkasten über die Grünsteinscharte (2200 m) in 4 Stunden.

Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übergänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über das hintere Tajatörl und die Igelsscharte zur Breitenkopfhütte (3 Stunden)
  • Über die Grünsteinscharte zum Lehnberghaus oder zum Berggasthof Sunnalm (je ca. 3 Stunden). Seit August 2012 gibt es aufgrund von Steinschlag im Jahr 2011 eine neue Wegführung.[2]
  • Über Gaistal und Gatterl zur Knorrhütte (5–6 Stunden)

Klettergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der Coburger Hütte gibt es zwei Klettergärten. In etwa fünf Minuten Entfernung von der Hütte befindet sich der Klettergarten Coburger Hütte mit circa zehn Routen der Schwierigkeitsgrade 4 bis 6. Nochmals rund 20 Minuten weiter in Richtung Wandfuß des Drachenkopfs findet man den Klettergarten Colosseum mit fünf Routen der Schwierigkeiten 7 bis 9-.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Coburger Hütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Ross, Fritz Weidmann: Lieblingskind – Sorgenkind. 100 Jahre Coburger Hütte. In: DAV. Panorama. Nr. 5, 2001, ISSN 1437-5923, S. 34–38, (Digitalisat (PDF; 1,36 MB)).
  2. Coburger Hütte. News.