Coccinia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Coccinia
Coccinia grandis

Coccinia grandis

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Gattung: Coccinia
Wissenschaftlicher Name
Coccinia
Wight & Arn.

Coccinia ist eine Pflanzengattung der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Die 25 Arten sind in Afrika beheimatet, wovon eine auch natürlicherweise im tropischen Asien vorkommt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Coccinia-Arten wachsen als kletternde, ausdauernde, krautige Pflanzen. Viele Arten bilden eine Hypokotylknolle aus, wenige auch Wurzelknollen. Die Keimblätter sind einfach, ganzrandig und mit stumpfer Spitze. Die Laubblätter sind gestielt oder sitzend, einfach und meist von sehr variabler Gestalt. Die Blätter besitzen auf der Unterseite oft kleine Drüsen, die Nektar ausscheiden. Die Ranken sind einfach oder annähernd zweiteilig.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Coccinia-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die männlichen Blüten haben keine anzeichen von Fruchtknoten, während bei den weiblichen Blüten drei kleine sterile Staubblätter (Staminodien) vorhanden sind. Unter einzelnen Blüten und Blütenständen gibt es Hochblätter die jedoch auch an sterilen Knoten vorkommen, sogenannte Probrakteen.

Die männlichen Blüten stehen einzeln, in Gruppen oder in kurzen traubigen Blütenständen. Die Blütenröhre ist meist kurz, breit und glockenförmig. Die Kelchblätter sind verwachsen; die freien Kelchlappen meist klein und zahnförmig. Die Krone ist verwachsen, fünflappig mit ganzrandigen Lappen. Die Farbe der Kronblätter ist meist cremefarben-weiß bis dunkel orange-gelb, seltener mit einem rosafarbenen Einschlag oder schnneweiß. Die drei Staubblätter sind meist alle bithekisch, seltener hat eine nur eine Theka. Die Staubfäden setzen an der Blütenröhre an und sind meist verwachsen oder hängen zumindest zusammen. Die Antheren sind ebenso zu einem kugeligen Kopf verbunden, nur selten sind sie frei. Die Konnektive sind breit, die Theken sind S-förmig gebogen.

Die weiblichen Blüten stehen einzeln, selten in traubigen Blütenständen. Der Fruchtknoten enthält viele horizontal stehende Samenanlagen. Der unterständige Fruchtknoten besteht aus drei Fruchtblättern. Die Narbe eines jeden Fruchtblatts ist entweder wulstig oder dreilappig.

Die Frucht ist kugelig bis ellipsoid oder zylindrisch mit dünner Wand, fleischig und zur Reife rot. Die Samen sind von eiförmigem Umriss und flach und von einer saftgefüllten Hülle (Arillus) umgeben.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Coccinia ist mit Ausnahme der auch in Asien vorkommenden Coccinia grandis im tropischen und subtropischen Afrika beheimatet. Dabei kommen die Arten in Halbwüsten bis zu Regenwäldern und sogar in Bergregenwäldern vor. Diese Habitate wurden teils mehrfach unabhängig voneinander besiedelt.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Coccinia wird innerhalb der Kürbisgewächse in die Unterfamilie Cucurbitoideae, Tribus Benincaseae, Untertribus Benincasinae gestellt. Das Schwestertaxon ist die Gattung Diplocyclos.[2]

Die Gattung umfasst 25 Arten, mit drei Varietäten die auch durch molekulare Daten gut unterstützt sind:[2][3]


Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Coccinia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Norbert Holstein, Susanne S. Renner: A dated phylogeny and collection records reveal repeated biome shifts in the African genus Coccinia (Cucurbitaceae). In: BMC Evolutionary Biology 11: 28, doi:10.1186/1471-2148-11-28.
  2. a b Alexander Kocyan, Li-Bing Zhang, Hanno Schaefer, Susanne S. Renner: A multi-locus chloroplast phylogeny for the Cucurbitaceae and its implications for character evolution and classification. In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Band 44, August 2007, S. 553–577. doi:10.1016/j.ympev.2006.12.022, Volltext (PDF; 381 kB)
  3. Norbert Holstein: Monograph of Coccinia (Cucurbitaceae). In: PhytoKeys, Band 54, August 2015, S. 1-166, doi:10.3897/phytokeys.54.3285.