Cochleärer Verstärker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Cochleärer Verstärker ist ein Fachausdruck für die mechanische Verstärkung der Wanderwelle in der Hörschnecke (lateinisch Cochlea) im Innenohr der Säugetiere, in dem die äußeren cochleären Haarzellen im Corti-Organ frequenzspezifische Bewegungen eine Dynamikanpassung bewirken, sodass auch sehr leise Geräusche wahrgenommen werden können. Eine äußere Haarzelle wird deshalb auch als Motorzelle bezeichnet. Die Verstärkung ist nicht linear – Geräusche mit geringem Schalldruck unterliegen höheren Verstärkungen als denen mit hohem Schalldruck. Der Ausfall des cochleären Verstärkers führt zur Schwerhörigkeit.

Der Verstärkermechanismus der Cochlea wurde vom deutschen HNO-Arzt und Wissenschaftler Hans-Peter Zenner 1987 beschrieben. Er wurde dafür mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

In der Cochlea werden Klänge und Sprache ähnlich einer Fourieranalyse in ihre einzelnen Frequenzen zerlegt. Dabei erfolgt eine bis zu tausendfache Verstärkung der Wanderwelle durch die extrem schnelle Bewegung der äußeren Haarzellen (Hörsinneszellen im Corti-Organ), die sich bis zu zwanzigtausendmal pro Sekunde (20.000 Hz) bewegen. Die Haarzellen besitzen spezielle Motorproteine, um sich bewegen zu können. Die Motorproteine heißen Prestin (von italienisch presto „schnell“).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Voyage au centre de l’audition. Abgerufen am 16. März 2014 (französisch, englisch, spanisch, portugiesisch, ausgezeichnete Seite über das Ohr, vor allem über die Cochlea).