Codex Alimentarius

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Der Codex Alimentarius (lat. für Lebensmittelkodex) ist eine Sammlung von Normen für die Lebensmittelsicherheit und -produktqualität, die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen erstmals 1963 herausgegeben wurde.

Übersicht[Bearbeiten]

Alle Mitgliedsstaaten der EU sind Mitglied in der Codex Alimentarius Kommission, die den Codex fortschreibt.[1] Weiterhin ist 2003 die Europäische Gemeinschaft als Mitglied der Kommission beigetreten. Dadurch ist der Einfluss der 28 Mitgliedsstaaten in dieser Organisation stark angestiegen.

Neben Verfahren zum Sicherstellen der Lebensmittelsicherheit (z. B. der Aufbau eines HACCP-Systems oder die Durchführung von Stichprobenkontrollen) enthält der Codex Alimentarius auch produktspezifische Standards, die Festlegungen über Herstellungsverfahren treffen, mikrobiologische Risiken benennen und die Kennzeichnung der Ware zur Information des Endverbrauchers regeln.

Inhalte[Bearbeiten]

Allgemeine Regelungen[Bearbeiten]

  • Lebensmittelkennzeichnung (insbesondere für Bio- und Genfood)
  • Hilfsstoffe
  • Grenzwerte für Giftstoffe und Nahrungsergänzungsmittel
  • Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine, Mineralstoffe usw.)
  • Rückstände aus Land- und Viehwirtschaft
  • Methoden zur Risikoanalyse von biotechnischen Produkten (Pflanzen, Microorganismen, Allergene)
  • Nahrungsmittelhygiene einschließlich Hazard Analysis and Critical Control Points
  • Analysemethoden und Probenentnahme
  • Futtermittelzusätze und Lagerung

Spezielle Regelungen[Bearbeiten]

  • Fleischprodukte
  • Fisch und Fischereiprodukte einschließlich Wasseranbau
  • Milch und Milchprodukte
  • Diätetische Lebensmittel und Kindernahrung
  • Frische und bearbeitete Gemüse und Früchte sowie Fruchtsäfte
  • Getreide und abgeleitete Produkte, getrocknete Hülsenfrüchte
  • Fette, Öle und abgeleitete Produkte
  • Diverse Nahrungsmittel (Schokolade, Zucker, Honig, Mineralwasser)

Akzeptanz und Abweichungen vom Standard[Bearbeiten]

Der Codex wird weltweit als de facto bindend betrachtet und wird insbesondere von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und Weltgesundheitsorganisation, aber auch von vielen anderen Stellen bemüht. Er stellt somit eine weitgehend gesicherte Sammlung von Ansichten und Einsichten des Stands der zugehörigen Wissenschaft dar. Dementsprechend ist es für die große Mehrheit der Staaten dieser Welt ein leichtes den darin enthaltenen Vorgaben und Maßgaben zu folgen, während der durchaus anspruchsvollere Weg, sich eigene, davon abweichende Erkenntnisse zu verschaffen und daraus nationale Regelungen abzuleiten, eher selten zum Zuge kommt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/SichereLebensmittel/Codex-Alimentarius/_Texte/CodexArbeitsweise.html