Col de la Pierre Saint-Martin

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Col de la Pierre Saint-Martin
Col de la Pierre Saint-Martin, Blick auf die letzten Kehren vor der Passhöhe

Col de la Pierre Saint-Martin, Blick auf die letzten Kehren vor der Passhöhe

Himmelsrichtung Nord Süd
Passhöhe 1760 m
Region Département Pyrénées-Atlantiques, Frankreich Provinz Navarra, Spanien
Talorte Arette Isaba
Ausbau D 132 NA 137
Gebirge Pyrenäen
Profil
Bergwertung 1 1
Ø-Steigung 5,7 %x (1460 m / 25,8 km) 3,6 %x (1020 m / 26,5 km)
Max. Steigung 15 % 7,5 %
Karte
Col de la Pierre Saint-Martin (Frankreich)
Col de la Pierre Saint-Martin
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Koordinaten 42° 58′ 9″ N, 0° 46′ 3″ WKoordinaten: 42° 58′ 9″ N, 0° 46′ 3″ W
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Der Col de la Pierre Saint-Martin (spanisch: La Piedra de San Martín) ist ein 1760 Meter hoher Bergpass in den Zentral-Pyrenäen. Er bildet den Übergang zwischen dem französischen Barétous und dem spanischen Roncal-Tal. Damit verbindet er das Département Pyrénées-Atlantiques mit der Region Navarra.

Streckenführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Norden führen mehrere Strecken auf den Col de la Pierre Saint-Martin, die alle auf dem 1540 Meter hohen Col de Soudet zusammenlaufen. Die Hauptroute wird von der D137 gebildet und nimmt ihren Ausgangspunkt in Arette. Auf einer Länge von 25,8 km überwindet sie 1460 Höhenmeter. Der mittlere Abschnitt ist am steilsten, auf einer Länge von 8 km werden 750 Höhenmeter überwunden. Der steilste Kilometer besitzt eine durchschnittliche Steigung von 11 %, mit einer kurzen 15%igen Rampe. Vom Col de Soudet sind es noch 3,5 km bis zur Passhöhe mit gut 6 % Steigung.

Die Südrampe von Spanien aus ist deutlich flacher. Auf 26,5 km Länge werden 960 Höhenmeter überwunden. 6 km vor der Passhöhe befindet sich vorgelagert der 1578 Meter hohe Portillo de Eraice.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wintersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich der Passhöhe befindet sich die Skistation La Pierre Saint-Martin. Das Skigebiet besitzt 20 Pisten auf dem Nordhang des 2044 Meter hohen Pic d’Arlas, der 1,5 km von der Passhöhe entfernt ist. Die zur Gemeinde Isaba auf der spanischen Seite des Passes gehörende Station Larra-Belagua verfügt über 25 km Langlaufloipen.

Höhlenforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das seit dem Ende des 19. Jahrhunderts u. a. durch Édouard Alfred Martel und Eugène Fournier erforschte Karstgebirge birgt ein ausgedehntes Höhlensystem. 1950 wurde ein 320 Meter tiefer Schacht entdeckt, der den Zugang zum Gouffre de la Pierre Saint-Martin bildet. 1953 folgte die Entdeckung der riesigen Salle de Verna (260 × 250 × 180 m). Diese soll in Kürze der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Seit 2008 betreibt die Société Hydroélectrique du Midi, eine Tochter von GDF Suez, ein unterirdisches Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 4 MW. [1]

La Junte de Roncal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit über 600 Jahren weiden französische Kühe jenseits des Passes auf den Bergwiesen des Roncal-Tals. Jedes Jahr entrichten die französischen Schäfer als Gegenleistung ihren spanischen Nachbarn drei zweijährige Kühe als Tribut, gemäß dem erstmals 1375 urkundlich erwähnte Abkommen La Junte de Roncal. Dieses gilt als Europas ältester noch gültiger internationaler Vertrag. Zur feierlichen Übergabe treffen sich die Bürgermeister von vier der sieben spanischen Gemeinden des Roncal-Tales mit ihren sechs französischen Amtsbrüdern aus dem Barétous an jedem 13. Juli am Col de la Pierre Saint-Martin. Die Zeremonie folgt einem genau vorgeschriebenen Ablauf und ist heute Teil eines Volksfestes.

Tour de France[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Col de la Pierre Saint-Martin wurde in seiner Gesamtheit erstmals von der Tour de France 2007 überquert. Im Verlauf der 16. Etappe wurde er von Spanien kommend als Anstieg der Ersten Kategorie gefahren. Erster am Gipfel war der Kolumbianer Mauricio Soler, der spätere Gewinner des Bergpreises.

Die Nordrampe bis zum Col de Soudet wurde erstmals 1987 gefahren und war seinerzeit - ebenso wie 2006 - ein Anstieg der Hors Catégorie.

Bei der Tour de France 2015 war bei der 10. Etappe das Ziel eine Bergankunft auf dem Col de la Pierre Saint-Martin. Der Pass wurde über die Nordseite von Arette aus hochgefahren.[2][3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemeldung über die Inbetriebnahme des Kraftwerks (französisch)@1@2Vorlage:Toter Link/www.batiactu.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Etappe 10 - Tarbes > La Pierre-Saint-Martin. In: letour.fr. 14. Juli 2015, abgerufen am 15. Juli 2015.
  3. Tour de France: Froome klettert auf der zehnten Etappe zum Sieg. In: Spiegel Online. 14. Juli 2015, abgerufen am 15. Juli 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Col de la Pierre Saint-Martin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien