Collegium Helveticum

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Das Collegium Helveticum ist ein in Zürich beheimatetes, transdiziplinäres Institute for Advanced Study. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Zürich, der ETH Zürich und der Zürcher Hochschule der Künste. Sein Auftrag besteht in der Förderung der Begegnung und des Dialogs zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Natur- und Ingenieurwissenschaften, den medizinischen Wissenschaften sowie den Künsten. Alle vier bis fünf Jahre wird ein neues Schwerpunktthema bestimmt, zu dem die Fellows der jeweiligen Periode arbeiten. Das Thema der aktuellen Fellowperiode 2016–2020 lautet „Digital Societies“.

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Collegium Helveticum versteht sich als Laboratorium für Transdisziplinarität
 und zugleich als Think Tank. Zusätzlich zur Forschungstätigkeit seiner Fellows und Mitglieder richtet das Collegium Helveticum internationale Veranstaltungen zu grundlegenden Themen der Wissenschaft und der Künste im Allgemeinen sowie zum aktuellen Schwerpunktthema „Digital Societies“ im Speziellen aus. Darüber hinaus bildet das Collegium Helveticum eine Plattform für transdisziplinäre Forschungsfragen und -verbunde, zum Teil in Kooperation mit anderen Institutionen und Initiativen.

Die Fellows (Professoren der drei Trägerhochschulen) bilden den Kern der Mitglieder des Collegium Helveticum. Dieses unterscheidet sich von anderen Institutes for Advanced Study einerseits durch eine verhältnismäßig kleine Anzahl von Fellows, andererseits durch deren mehrjähriges Engagement sowie deren transdisziplinäre Zusammenarbeit zu einem gemeinsamen Schwerpunktthema.

Die von einem Kuratorium gewählten Fellows sind alles Professoren an den jeweiligen Hochschulen. Insgesamt sind rund 40 bis 50 wissenschaftlich/künstlerisch forschende Mitglieder am Collegium Helveticum tätig, neben den Fellows und den assoziierten Fellows auch Wissenschaftler oder Künstler sowie Gastwissenschaftler aus internationalen Kooperationsprogrammen (z. B. EURIAS). Geleitet wird das Collegium Helveticum seit dem 1. Januar 2016 durch Thomas Hengartner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Collegium Helveticum wurde 1997 von der ETH gegründet. Der Kern des Collegium Helveticum bildete bis 2004 ein interdisziplinäres Graduiertenkolleg für junge Wissenschaftler der Universität Zürich und der ETH Zürich. Seit 2004 wird das Collegium Helveticum gemeinsam von ETH Zürich und Universität getragen. Gleichzeitig wurde die bis heute aktuelle Struktur mit auf fünf Jahre gewählten Fellows eingeführt, die an einem gemeinsam definierten Schwerpunktthema arbeiten. Seit 2016 agiert die Zürcher Hochschule der Künste als dritte Hochschule innerhalb der Trägerschaft.

Die Fellows der Periode 2004–2009 befassten sich mit dem Schwerpunktthema „Die Rolle der Emotionen: ihr Anteil bei menschlichem Handeln und bei der Setzung sozialer Normen“, die folgende Fellowperiode (2009–2016) mit „Reproduzierbarkeit, Vorhersage, Relevanz“. Für die im Herbstsemester begonnene Fellowperiode 2016–2020 lautet das Thema „Digital Societies“.

Erster Leiter des Collegium Helveticum war Adolf Muschg. 1998 ging die Leitung an Helga Nowotny über, welche diese bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 2002 innehatte. Als Leiter ad interim stand Peter Rieder bis Ende September 2004 dem Collegium Helveticum vor. Zwischen 2004 und 2015 fungierte Gerd Folkers als Leiter.

Die 1864 eröffnete Semper-Sternwarte, Blick von Osten (2008)

Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Collegium Helveticum wird beherbergt von der Sempersternwarte der ETH Zürich. Der Bau der Sternwarte ist eng mit dem Mathematiker und Astronomen Rudolf Wolf (1816–1893) verbunden, der 1855 als Professor für Astronomie an das neu gegründete Eidgenössische Polytechnikum in Zürich berufen wurde sowie mit Gottfried Semper (1803–1879), Professor für Architektur und Leiter der Bauschule am Polytechnikum Zürich.

Per Regierungsratsbeschluss wurde 1981 das überkommunale Inventar der Denkmalpflege über die Stadt Zürich in Kraft gesetzt, welches die Sternwarte zum Schutzobjekt von kantonaler Bedeutung macht. Nach einer aufwändigen Restauration (1995–1997) beherbergt die Sternwarte seit 1997 das Collegium Helveticum.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungsprojekte sowie die Arbeit der Fellows, assoziierten Fellow sowie der Mitarbeitenden des Collegium Helveticum finden Niederschlag in wissenschaftlichen Publikationen. Gleichzeitig publiziert das Collegium Helveticum eigene Buchreihen, in denen die Arbeit am Collegium reflektiert wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]