Colonia Dignidad

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Dieser Artikel behandelt das Siedlungsareal in Chile. Für den 2015 erschienenen Film siehe Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück.
Colonia Dignidad (Chile)
VillaBaviera
Villa
Baviera
Colonia Dignidad in Chile
Colonia Dignidad (Zentral-Chile)
VillaBaviera
Villa
Baviera
Colonia Dignidad in Zentralchile
Villa Baviera (Februar 2014)

Die Colonia Dignidad (spanisch für „Kolonie Würde“, offiziell Sociedad Benefactora y Educacional Dignidad / „Wohltätigkeits- und Bildungsgemeinschaft Würde“, seit 1988 Villa Baviera / „Dorf Bayern“) ist ein befestigtes Siedlungsareal in Chile, das von einer christlichen Sekte von Auslandsdeutschen[1] bewohnt wird. Sie wurde durch die u. a. während der Pinochet-Diktatur begangenen Menschenrechtsverletzungen weltweit bekannt.

Die 300 km² umfassende Colonia Dignidad wurde 1961 von dem Deutschen Paul Schäfer gegründet. Sie liegt ca. 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile im Gemeindegebiet von Parral in der VII. Region, 33 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Parral und 11 Kilometer südöstlich des Ortes Catillo. Die Siedlung liegt am Río Perquelauquén, der hier die Grenze zur Gemeinde San Fabián (Provincia de Ñuble) bildet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1956 gründeten der ehemalige evangelische Jugendpfleger Paul Schäfer und der aus der Gronauer Baptistengemeinde ausgeschlossene Prediger Hugo Baar in Heide bei Siegburg die „Private Sociale Mission“, ein Erziehungsheim für Kinder von Gruppenmitgliedern.[2] Die Trennung von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Gronau, bei der sich 35 von 93 Ehepaaren Paul Schäfer anschlossen, erfolgte zur Jahreswende 1959/60. Ähnliches gelang Schäfer auch in Österreich: Dort sind 30 Mitglieder der Grazer Pfingstgemeinde zu Schäfers namenloser Privatsekte übergelaufen. Dabei wurden schriftliche – vom Beichtenden unterschriebene – Aussagen später gegen Beichtende in erpresserischer Weise verwendet.[3]

Zeitungsartikel von Gerda Hardt-Stremayr bezüglich Grazer Kinder in Chile zurückgehalten

Wegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Schäfer aufgrund von Anzeigen wegen Vergewaltigung von zwei Jungen floh er 1961 mit ca. 150 Mitgliedern der Gruppe nach Chile und gründete die Colonia Dignidad.[2] Startkapital waren unter anderem 900.000 DM, die er durch den Verkauf des Erziehungsheims an die Bundeswehr erhielt. Ebenso flossen Renten von Gruppenmitgliedern ungeprüft auf sein Konto.[4] Schäfer versprach ein „urchristliches Leben im gelobten Land“ und prophezeite eine angeblich drohende russische Invasion in Deutschland, um Zögernde und Ängstliche umzustimmen. Schäfer entführte auch Minderjährige nach Chile, deren Eltern ihre Erlaubnis zu einer angeblichen Chorfreizeit gegeben hatten. In Deutschland und Österreich zurückgebliebene Eltern bemühten sich vergeblich, ihre Kinder wieder nach Hause zu holen.

Laut einem 1966 aus der Kolonie geflüchteten Jugendlichen mussten die Koloniebewohner Fronarbeit leisten und wurden scharf überwacht.[2] Neben millenaristischen Elementen und dem Bezug auf die Gütergemeinschaft der Jerusalemer Urgemeinde spielten in der Lehre auch pfingstliche Ansichten eine Rolle.

In Chile baute die Gruppe eine Kolonie auf, in der sie streng abgeschottet von der Außenwelt lebte und nur ausgewählte Besucher empfing. Die Siedler konnten lange Zeit fast autark leben, da sie ein Mustergut aufgebaut hatten, für das sie viel Bewunderung ernteten. Die Führung hatte Kontakte zur rechtsextremen Gruppierung Patria y Libertad und unterstützte damit indirekt den Putsch des chilenischen Militärs am 11. September 1973. Dabei wurden unter Ausnutzung zollrechtlicher Vorteile Schusswaffen und Munition aus Deutschland über den Seeweg illegal nach Chile eingeschleust, welche sowohl innerhalb des Komplexes wie auch durch Patria y Libertad Verwendung fanden. Während der Militärdiktatur wurde die Kolonie zu einer Operationsbasis des Pinochet-Geheimdienstes Dirección Nacional de Inteligencia (DINA). Sie diente auch als Stützpunkt des Projektes „ANDREA“ (Alianza Nacionalista de Repúblicas Americanas / „Nationalistische Allianz amerikanischer Republiken“). Dieses Projekt war zur Zusammenarbeit lateinamerikanischer Nationalisten, Geheimdienstler und Antisemiten mit rechtsextremer Stoßrichtung bestimmt. Details dazu wurden unter anderem ab 1985 durch Aussagen von Hugo Baar bekannt, nachdem er – als einstiger Mitbegründer – im Dezember 1984 aus der Colonia geflohen war.[5]

Die Regierung Chiles entzog der Organisation 1991 den Status der Gemeinnützigkeit, mit der sie stets von Steuerfreiheit profitiert hatte, und löste sie damit formal auf. 1996 tauchte Paul Schäfer unter, da er von der Justiz gesucht wurde. Die Colonia wurde danach zunächst von verschiedenen Vertrauten Schäfers geleitet. Alle Versuche des demokratischen Chile, diese Enklave unter Kontrolle zu bekommen, scheiterten bis zur Festnahme Schäfers 2005. Als Gründe werden die Verflechtungen und die Loyalität der Pinochet-Anhänger, der vor Ort ansässigen Polizei und lokal Mächtigen und die Unüberschaubarkeit des riesigen Areals genannt.

Im Jahre 1997 gelang zwei Jugendlichen aus der Colonia die Flucht nach Deutschland, deutsche Medien veröffentlichten deren authentische Schilderungen[6].

Menschenrechtsverletzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung, in der nach Schätzungen zwischen 250 und 350 Menschen lebten,[7] steht seit 1976 unter der Beobachtung von UNO und Amnesty International.[2] Geflüchtete Bewohner berichteten glaubwürdig, die Kolonie sei während der Pinochet-Diktatur jahrzehntelang als Folterzentrum des chilenischen Geheimdienstes genutzt worden.[8] Später stellte sich heraus, dass in der Colonia Dignidad Chilenen gefangen gehalten und als Zwangsarbeiter eingesetzt worden waren. Es wurden medizinische Versuche an Häftlingen durchgeführt. Kinder und Jugendliche wurden in der Gemeinschaft immer wieder sexuell missbraucht, vor allem Jungen unter sexuellem Aspekt körperlich gezüchtigt und die Kinder mit Elektroschocks und Psychopharmaka misshandelt.

Kontakte zu deutschen Regierungskreisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Regierung zeigte ursprünglich kein Interesse an einer Aufklärung der Vorgänge in der Kolonie. Laut Jan Stehle vom Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika hatte die Colonia Dignidad in Deutschland eine Lobby, insbesondere bei der CDU und CSU.[9] Die Kolonieführung unterhielt Kontakte zu beiden Parteien.[10][11] CSU-Politiker wie z. B. Wolfgang Vogelsgesang[2] und Franz Josef Strauß[12][13][14] besuchten die Kolonie. Dort hing bis Mitte der 1990er Jahre ein signiertes Porträt von ihm.[15][16] Die bayerische Landesregierung und die Hanns-Seidel-Stiftung sollen Gerhard Mertins’ „hervorragenden Eindruck“ von der Siedlung bestätigt haben.[2]

Der Königswinterer Waffenhändler und ehemalige SS-Offizier Gerhard Mertins (Merex AG) gründete den „Freundeskreis Colonia Dignidad“, dem auch ZDF-Moderator Gerhard Löwenthal nahestand. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Adolf Herkenrath und andere agierten permanent gegen Colonia-Kritiker wie Norbert Blüm.[4] Aus dem rechtskonservativen Umfeld gab es außerdem Unterstützung von dem Strauß-Protegé Lothar Bossle und Ludwig Martin. Geheimdokumente der damaligen chilenischen Militärregierung zeigen, dass Bossle und Martin die chilenische Regierung 1987 davor gewarnt hatten, dass die deutschen Medien von den Geschehnissen in Colonia Dignidad erfahren könnten. Der damalige Vize-Außenminister Chiles schlug daraufhin ein Koordinierungstreffen vor, um die Causa „Colonia Dignidad“ stillschweigend zu lösen.[17]

Der Journalist Gero Gemballa, der zwei Bücher zum Thema verfasst hatte, macht ein institutionalisiertes Geflecht aus deutschen, chilenischen und internationalen Wirtschafts- und Geheimdienstinteressen, Waffenschieberei und aktiver Komplizenschaft bei der Liquidierung von Gegnern des Pinochet-Regimes deutlich. Darum habe man die Dignidad unantastbar zu machen versucht, woran alle Versuche, diese kriminelle Vereinigung auszuschalten, gescheitert seien. Er widersprach damit der These, dass es für die Verbrechen der Colonia Dignidad nur einen einzigen, allein verantwortlichen Täter gegeben habe, nämlich Paul Schäfer.[18]

Strafprozesse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits am 17. November 2004 hatte ein chilenisches Gericht Paul Schäfer des sexuellen Missbrauchs von 27 Kindern für schuldig erkannt. Schäfer war bei der Verhandlung nicht anwesend. 22 weitere chilenische und deutsche Mitglieder der Colonia wurden für schuldig befunden, den Kindesmissbrauch vertuscht und die Justiz behindert zu haben. Sie erhielten Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. Zusätzlich wurden Entschädigungszahlungen an die Opfer und deren Familien in Höhe von 540 Millionen chilenischen Pesos (691.000 Euro) festgesetzt.

Am 10. März 2005 wurde der untergetauchte Schäfer in Argentinien enttarnt und festgenommen. Im Dezember 2005 erfolgte eine weitere Anklage gegen Schäfer, nachdem die ehemalige Leiterin der Klinik der „Colonia“, Gisela Seewald, gestanden hatte, Kinder mit Elektroschocks gequält und psychiatrischen Behandlungen unterzogen zu haben, um deren von Schäfer behauptete „Besessenheit“ zu behandeln.[19] In der Anklageschrift wird Schäfer und Seewald unter anderem vorgeworfen, acht Kinder deutscher Herkunft ihren Eltern entrissen und schwer misshandelt zu haben. Im Mai 2006 wurde Paul Schäfer wegen Kindesmissbrauchs in 25 Fällen zu 20 Jahren Haft verurteilt.[20] Für Paul Schäfer folgten weitere Verurteilungen, zuletzt auch wegen Mordes. Im April 2010 starb er im Alter von 88 Jahren im Gefängnis von Santiago de Chile.[20]

Im Juli 2006 gestand Gerhard Mücke, ein ehemaliges Führungsmitglied, dass 22 Regimegegner nach dem Putsch vom 11. September 1973 in der Colonia Dignidad ermordet und anschließend verbrannt worden waren. Schäfers ehemaliger Stellvertreter Gerd Seewald wurde 2013 wegen der Beteiligung an 16 Fällen von Kindesmissbrauch zu fünf Jahren Haft verurteilt und starb 2014 im Alter von 93 Jahren in der Haftanstalt von Cauquenes.[21] Der frühere Vizechef und Krankenhaus-Leiter der Colonia Dignidad Hartmut Hopp war in Chile wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, entzog sich der chilenischen Justiz jedoch durch eine Flucht nach Deutschland.[22][23] Die Krefelder Staatsanwaltschaft ermittelte ab 2011 gegen ihn,[24] es kam jedoch nicht zur Eröffnung eines Prozesses.[25]

Ende Dezember 2016 wurden Mücke, Kurt Schnellenkamp und Karl van den Berg sowie zwei chilenische Geheimdienstmitarbeiter letztinstanzlich zu Haftstrafen von fünf Jahren verurteilt. Ihnen wurde unter anderem die Gründung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt. Vier weitere Angeklagte wurden freigesprochen.[26]

Aufarbeitung und Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht zum 28. August 2005 wurde die Kolonie von der chilenischen Justiz unter Zwangsverwaltung gestellt. Der Anwalt Herman Chadwick übernahm die Verwaltung ihrer Firmen. Diese Maßnahme wurde aber kurz darauf vom chilenischen Sonderrichter Jorge Zepeda wieder aufgehoben.

Nun öffnete sich die Gruppe der Öffentlichkeit. Im April 2006 veröffentlichten etwa 140 Bewohner ein Schuldbekenntnis. In der Öffentlichen Erklärung an unsere Mitbürger in Chile und Deutschland, die in der chilenischen Presse im Wortlaut abgedruckt wurde, heißt es u. a.: „Wir tragen die Schuld, dass wir uns nicht gegen den despotischen Leiter erhoben haben; die Schuld, dass auf unserem Grundstück Menschen ungesetzlich festgehalten wurden, von denen einige umgebracht worden sein sollen und deren Leichen verschwunden sind.“ Daneben wurde Psychotherapeuten des deutschen Außenministeriums der Zugang zu dem von ihnen bewohnten Gebiet gewährt.[27]

Im Februar 2007 veröffentlichte Klaus Schnellenkamp ein autobiographisches Buch mit dem Titel Geboren im Schatten der Angst. Dieses gilt als das einzige umfassende Dokument aus erster Hand eines bedeutenden Zeitzeugen dieser Sekte. In Dutzenden Fernsehauftritten und Presseinterviews brachte Schnellenkamp noch einmal die Colonia Dignidad in die internationalen Schlagzeilen.

Rund 140 Mitglieder[28] der ehemaligen Colonia Dignidad leben noch immer auf dem 300 km² großen Gebiet. Die Kolonie wird von Michael Müller (* 1957) geleitet. Die Schlafsäle, wo früher Männer, Frauen und Kinder getrennt schliefen, wurden in Wohnungen umgewandelt, in denen jetzt Familien leben. Jungen Mitgliedern der Siedlung soll es erlaubt sein, an chilenischen Universitäten zu studieren. Das temporäre Reformkomitee der Gemeinschaft soll aus 30–40 Jahre alten Männern bestehen. Ein Teil der Bewohner siedelte nach Deutschland über und bewegt sich nach Berichten der Süddeutschen Zeitung teilweise im Umfeld der Krefelder Freien Volksmission.[29] Im Jahr 2012 wurde der Gemeinschaftsbau zu einem Hotelbetrieb umgestaltet. Unter der Leitung von Anna Schnellenkamp, selbst eines der früheren Opfer, wirbt das „Hotel Baviera“ mit bayerischer Folklore um Kunden.[30]

Deutsche Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das deutsche Außenministerium gab im April 2016 bekannt, bisher unter Verschluss gehaltene Akten freizugeben. Außenminister Frank-Walter Steinmeier verfügte, dass die Sperrfrist für die Akten von 30 Jahren auf 20 Jahre verkürzt wird.[31] Betroffene und Opfer begrüßten den Schritt.[32] Gleichwohl bleiben viele Forderungen offen, wie die nach Einsetzung einer Historikerkommission, nach einem Denkmal auf dem Gelände für die deutschen und chilenischen Opfer, nach Entschädigungen[33] und nach Öffnung des Archivs des Bundesnachrichtendienstes (BND), denn der BND-Mitarbeiter und Waffenhändler Gerhard Mertins unterhielt enge Beziehungen zu Schäfer.[31]

Bundespräsident Joachim Gauck hat im Juli 2016 Versäumnisse Deutschlands im Umgang mit der Colonia Dignidad bedauert. Deutsche Diplomaten hätten jahrelang weggeschaut und die Unterdrücker gewähren lassen. Er habe sich gewünscht, dass die deutsche Außenpolitik schon früher deutliche Worte zu den kriminellen Vorgängen in der Siedlung gefunden hätte. Deutsche Diplomaten müssten aus den geschehenen Versäumnissen lernen, sich immer „an die Seite der Opfer“ zu stellen.[34]

Der Bundestag beschloss am 29. Juni 2017 durch einen Antrag von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen (Drucksache 18/12943), dass die Verbrechen der Colonia Dignidad aufgearbeitet werden sollen. Keine Mehrheit fand ein zweiter Antrag (Drucksache 18/11805), in dem 92 Abgeordnete von Linksfraktion, Bündnis 90/Die Grünen sowie die SPD-Abgeordnete Ulli Nissen die weitergehende Aufarbeitung der Verbrechen in der Colonia Dignidad und Hilfe für die Opfer forderten. Die drei Fraktionen erkennen in ihrem Antrag die vor allem nach einem Bundestagsbeschluss vom Mai 2002 (Drucksache 14/7444) erbrachten Bemühungen der Bundesregierung an, schreiben aber: „Die bisher geleistete Hilfe war allerdings nicht immer ausreichend oder bedarfsgerecht.“ Sie fordern die Bundesregierung auf, „nach dem Bekenntnis zu moralischer Mitverantwortung den Worten nun Taten folgen zu lassen“. Das Parlament fordert die Bundesregierung auf, bis 30. Juni 2018 dem Bundestag ein Konzept für Hilfsleistungen zur Beratung vorzulegen und dessen Finanzierung zu prüfen. Außerdem soll eine Begegnungs-und Gedenkstätte entstehen.[35]

Das Auswärtige Amt hat mit einer Pressemitteilung vom 12. Juli 2017 erklärt, dass Deutschland und Chile eine Gemischte Kommission zur „Colonia Dignidad“ einsetzen werden. Der Regionalbeauftragte für Lateinamerika und Karibik, Botschafter Dieter Lamlé, und der Botschafter der Republik Chile, Patricio Pradel E. hätten hierzu eine Absprache über die Einsetzung einer Chilenisch-deutschen Gemischten Kommission unterzeichnet. Diese soll ein Rahmen für die Aufarbeitung des in der „Colonia Dignidad“ verübten Unrechts und die Integration der Opfer in die Gesellschaft, sowie die Einrichtung eines Gedenkorts sein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Psychologische und menschenrechtliche Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Bauer: Psychologische Behandlungsmöglichkeiten für religiös traumatisierte Menschen am Beispiel der Sekte Colonia Dignidad. In: Michael Utsch (Hrsg.): Pathologische Religiosität. Genese, Beispiele, Behandlungsansätze. Kohlhammer, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-17-022077-5, S. 67–106.
  • Henning Freund: Religion als Trauma und Bewältigungshilfe am Beispiel der totalitären religiösen Gemeinschaft Colonia Dignidad. In: Michael Utsch (Hrsg.): Pathologische Religiosität. Genese, Beispiele, Behandlungsansätze. Kohlhammer, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-17-022077-5, S. 106–137.
  • Klaus H. Walter: Colonia Dignidad – die unendliche Geschichte. In: Jahrbuch Menschenrechte 2007. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-518-45817-4, S. 183–188.

Journalistische Aufarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gero Gemballa: Colonia Dignidad. Ein deutsches Lager in Chile. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988, ISBN 3-499-12415-7
  • Gero Gemballa: Colonia Dignidad. Ein Reporter auf den Spuren eines deutschen Skandals. Campus, Frankfurt am Main / New York, NY 1998, ISBN 3-593-35922-7
  • Friedrich Paul Heller: Colonia Dignidad. Von der Psychosekte zum Folterlager. Schmetterling, Stuttgart 1993, ISBN 3-926369-99-X
  • Friedrich Paul Heller: Lederhosen, Dutt und Giftgas. Die Hintergründe der Colonia Dignidad. Schmetterling, Stuttgart 2006 (4., erweiterte und aktualisierte Auflage 2011), ISBN 978-3-89657-096-3
  • Dieter Maier: Colonia Dignidad. Auf den Spuren eines deutschen Verbrechens in Chile. Schmetterling, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-098-6
  • Horst Rückert: Das Blendwerk. Von der Colonia Dignidad zur Villa Baviera. A1 Verlag, München 2014, ISBN 978-3-940666-56-7

Biographische Berichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Efrain Vedder / Ingo Lenz: Weg vom Leben. 36 Jahre Gefangenschaft in der deutschen Sekte Colonia Dignidad. Ullstein, Berlin 2005, ISBN 3-550-07613-4
  • Klaus Schnellenkamp: Geboren im Schatten der Angst. Ich überlebte die Colonia Dignidad. Herbig, München 2007, ISBN 978-3-7766-2505-9
  • Ulla Fröhling: Unser geraubtes Leben. Die wahre Geschichte von Liebe und Hoffnung in einer grausamen Sekte. Bastei Lübbe, Köln 2012, ISBN 978-3-404-61660-2

Rundfunkbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörfunk:

  • Heike Tauch: Villa Baviera. Die ehemalige Colonia Dignidad. DLF/SWR, 2007
  • Heike Tauch: Wenn Familie Gefahr bedeutet. BR, 2007

Fernsehen:

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Villa Baviera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susanne Bauer: Psychologische Behandlungsmöglichkeiten für religiös traumatisierte Menschen am Beispiel der Sekte Colonia Dignidad; Henning Freund: Religion als Trauma und Bewältigungshilfe am Beispiel der totalitären religiösen Gemeinschaft Colonia Dignidad. beide In: Michael Utsch (Hrsg.): Pathologische Religiosität. Genese, Beispiele, Behandlungsansätze. Kohlhammer Verlag 2011, S. 67-101 und S. 106–137.
  2. a b c d e f Nur Fassade. In: Der Spiegel, 9. November 1987.
  3. Ulla Fröhling: Unser geraubtes Leben. Die wahre Geschichte von Liebe und Hoffnung in einer grausamen Sekte. Bastei Lübbe, Köln 2012, ISBN 978-3-404-61660-2, Kap. 13
  4. a b DIE ZEIT zu Flucht und Finanzierung
  5. amnesty international: Colonia Dignidad: Ein Ende der unendlichen Geschichte? (Memento vom 10. November 1997 im Internet Archive)
  6. Dietmar Pieper und Helene Zuber: Die Pistole lag immer griffbereit Der Spiegel 33 / 1997
  7. Claudio R. Salinas und Hans Stange: Los amigos del „Dr.“ Schäfer: la complicidad entre el estado chileno y Colonia Dignidad. Debate, Santiago/Chile 2006, ISBN 978-956-8410-06-3, S. 230.
  8. Kleine Anfrage im deutschen Bundestag zu Colonia Dignidad (1997)
  9. Deutsche Sekte „Colonia Dignidad“ in Chile: Warum Deutschland nichts tut. In: Süddeutsche Zeitung, 29. Januar 2013.
  10. Adriana Valadés und Humberto Garza Elizondo: Las relaciones políticas y culturales entre Alemania y América Latina (PDF; 198 kB). In: Foro internacional, 1992, S. 455–466, ISSN:0185-013X.
  11. Bernd Pickert: Auf der Spur der Mörder. In: die tageszeitung, 6. Februar 2001.
  12. Der Sektenarzt und die Colonia Dignidad. In: Frankfurter Rundschau, 3. September 2011: „Die Colonia Dignidad besitzt da schon Verbindungen in die BRD: Bayerns Ministerpräsident Franz-Josef Strauß (CSU) hat die Colonia Dignidad besucht...“
  13. Ein Leben in der Colonia Dignidad: „Ohne Hilfe von oben hätten wir das nicht geschafft“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. September 2012: „Die Spuren vieler Regimegegner verlieren sich hinter den Toren der Kolonie.“
  14. Offizielle Verlautbarung der Hanns-Seidel-Stiftung zum Besuch von Strauß 1977 in Chile über die Webseite www.fjs.de, abgebildet am 2. April 2012 (Memento vom 2. April 2012 im Internet Archive): „Tatsächlich kam es anlässlich seines Aufenthalts in Chile vom 17. - 23. November 1977 zu einem kurzen Besuch der von Auslandsdeutschen geführten Siedlung, weitere Kontakte entwickelten sich daraus aber nicht“
  15. Lars Langenau und Carsten Volkery: Colonia-Dignidad-Gründer: Ein Onkel aus Deutschland. In: Spiegel Online, 11. März 2005.
  16. Bradley Graham: Rumors, Allegations Swirl Around Secretive Settlement in Chile. In: Los Angeles Times, 10. Januar 1988.
  17. Colonia Dignidad: Was wussten Pinochets Freunde am Rhein?. In: Südwest Presse, 29. Oktober 2012.
  18. Jürgen Schübelin: Rezension zu Gero Gemballa: Colonia Dignidad (1998)
  19. German held over ’Chile torture’. In: BBC News, 27. Dezember 2005.
  20. a b epd-Meldung: „Colonia Dignidad“ Paul Schäfer: Proteste bei Begräbnis In: stuttgarter-nachrichten.de vom 26. April 2010.
  21. Deutscher Sektenführer in Chile gestorben. Meldung auf t-online.de vom 15. Juli 2014 (abgerufen am 16. Juli 2014).
  22. n-tv.de , AFP : Auslieferung des Colonia-Dignidad-Sprechers verlangt: Chile jagt deutsches Sektenmitglied In: ntv.de vom 8. Juli 2013.
  23. spiegel.de 19. September 2011: Colonia Dignidad: Chile verlangt Auslieferung von deutschem Sektenarzt
  24. Erste Vernehmung von Sektenarzt H.. In: Westdeutsche Zeitung, 14. Februar 2012.
  25. Tagesspiegel.de, 26. Juli 2013: Neuer Auslieferungsantrag für flüchtigen Sektenarzt.
  26. "Colonia Dignidad": Drei deutsche Anführer verurteilt. Deutsche Welle, 31. Dezember 2016, abgerufen am gleichen Tage
  27. Henning Freund, „Colonia Dignidad“, der Öffnungsprozess einer „geschlossenen Gesellschaft“, in: Materialdienst der EZW, 5/2008, S. 180–185, hier: S.181.
  28. BT-Drs. 18/9261
  29. Süddeutsche Zeitung vom 1. September 2011
  30. Claus Hecking: Ausspannen im Folterlager, Die Zeit Nr. 25/2014, 12. Juni 2014, editiert am 28. Juni 2014
  31. a b FAZ.net / Matthias Rüb 12. Juli 2016: Der Folterkeller hinter den sieben Bergen
  32. Tagesschau.de: Inland / Steinmeier gibt „Colonia-Dignidad-Akten“ frei; eingesehen am 27. April 2016
  33. Bernd Pickert: Sektensiedlung Colonia Dignidad in Chile: Das Folterlager von Pinochet. In: die tageszeitung. (taz.de [abgerufen am 30. April 2016]).
  34. spiegel.de 13. Juli 2016
  35. https://www.bundestag.de/#url=L2Rva3VtZW50ZS90ZXh0YXJjaGl2LzIwMTcva3cyNi1kZS1jb2xvbmlhLWRpZ25pZGFkLzUxMTcxNA==&mod=mod493052

Koordinaten: 36° 23′ S, 71° 35′ W