Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America

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Das Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America (CAMERA; deutsch: Komitee für korrekte Berichterstattung über den Nahen Osten in Amerika) ist eine US-amerikanische, gemeinnützige Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Boston. Sie wurde 1982 gegründet, um einer ihrer Ansicht nach einseitig antiisraelischen Berichterstattung über den Nahostkonflikt entgegenzuwirken.

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CAMERA beobachtet Mediennachrichten über den Nahostkonflikt in den USA, wertet sie aus und kontaktiert Journalisten, Produzenten und Publizisten um ihrer Ansicht nach unrichtige, unvollständige oder unausgewogene Berichterstattung über den Nahen Osten zu reklamieren.

Die Organisation hat u. a. den Film München (Steven Spielberg, 2005) kritisiert, der Israel eine grundlegende „Schuld“ und „anormale, blutige und kontraproduktive“ Handlungen unterstellen würde. Im Gegensatz zu Spielbergs Schindlers Liste wäre München eine „filmische Manipulation, die auf Lügen basiert“.

CAMERA hat etwa 55.000 zahlende Mitglieder und einige tausend aktive Briefeschreiber, die international aktiv sind und etwa auch die israelische Tageszeitung Haaretz auf die aus CAMERA-Sicht negativen Effekte ihrer Berichterstattung in Amerika aufmerksam macht. Ihre Geschäftsführerin Andrea Levin publiziert häufig in der Jerusalem Post.

Die Organisation ist Mitglied im Dachverband jüdischer US-Organisationen Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations.

CAMERA und Wikipedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 versendete ein Mitarbeiter von CAMERA, Gilead Ini, eine E-Mail mit der „Bitte nach 10 Freiwilligen“, um „israelische Themen in der Wikipedia vor antiisraelischen Benutzern zu schützen“, woraufhin sich zahlreiche Interessenten meldeten.[1] Fünf Wikipediaautoren, die in diese Kampagne verwickelt waren, wurden von Administratoren der Wikipedia mit der Begründung sanktioniert, die offene Natur des Wikipedia-Projektes sei „grundsätzlich unvereinbar mit der Bildung einer geschlossenen Gruppe, die heimlich die Edits von ideologisch ähnlichen Personen koordiniert“.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alex Beam: War of the virtual Wiki-worlds, The Boston Globe 3. Mai 2008
  2. Wikipedia-Artikel Electronic Intifada