Compact (Magazin)

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Compact – Magazin für Souveränität
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Beschreibung Nachrichtenmagazin
Verlag Compact-Magazin GmbH
Erstausgabe 2010
Erscheinungsweise monatlich
Verkaufte Auflage ≈40.000 Exemplare
([1])
Chefredakteur Jürgen Elsässer
Herausgeber Compact-Magazin GmbH
Weblink www.compact-online.de
ZDB 2415845-8

Compact (Verlagsschreibweise: COMPACT; seit Oktober 2013 mit dem Zusatz: Compact – Magazin für Souveränität) ist eine monatlich erscheinende politische Zeitschrift in Deutschland. Chefredakteur ist Jürgen Elsässer, Redaktionssitz ist Berlin. Geschäftsführer der Compact-Magazin GmbH ist der Verleger Kai Homilius. Sitz der Redaktion ist Waldheim, ein Ortsteil der brandenburgischen Stadt Falkensee. Wissenschaftler und Journalisten bewerten die Zeitschrift als verschwörungsideologisches Querfront-Magazin und ordnen sie dem Rechtspopulismus zu. Seit 2015 präsentiert sich Compact als Sprachrohr der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) und der islamfeindlichen Pegida-Bewegung. Seit März 2020 listet der Bundesverfassungsschutz das Magazin als Verdachtsfall.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 gab der Kai Homilius Verlag die von Elsässer betreute Buchreihe Compact heraus. Ab 2009 wurden dort auch DVDs in Kooperation mit dem Schild Verlag herausgebracht. Im Dezember 2010 erschien die Nullnummer des Magazins. Seit August 2011 erscheint es in der Compact-Magazin GmbH in Werder, die Elsässer mit Kai Homilius und Andreas Abu Bakr Rieger gründete. Jeder der drei hielt ein Drittel der Anteile.[2] Die Zeitschrift hat weder Verbindungen zum Kampagnennetzwerk Campact noch zum Compact Verlag.[3]

Seit 2012 veranstaltet die Redaktion eine jährliche „Compact-Konferenz für Souveränität“ zu einem bestimmten politischen oder gesellschaftlichen Thema. Unter der Bezeichnung „Compact-Spezial“ erscheinen seit Februar 2013 monothematische Sonderausgaben mit stark erweitertem Umfang.

Im November 2014 schied Rieger als Gesellschafter und Redaktionsmitglied aus. Seinen Anteil übernahm die Jumbo-Dienstleistungs GmbH in Hamburg, die nach Umfirmierung und Sitzverlegung nunmehr die „Nordheide Kontor GmbH“ mit Sitz in Neu Wulmstorf ist.[4] Rieger begründete seinen Ausstieg mit der „zunehmend radikal-subjektiven Haltung“ Elsässers, dessen Blatt „rassistische und nationalistische Positionen“ wie Pegida vertrete. Die Position zur Russlandkrise sei „völkisch“. Verschiedene Positionen in dem Blatt zu vertreten sei nicht mehr möglich.[5]

Im Januar 2015 erweiterte Compact sein Angebot mit dem Youtube-Kanal Compact-TV. Katrin Nolte moderiert die monatlichen Sendungen. Die gedruckte Auflage von Compact stieg nach Eigenangaben auf etwa 80.000 Exemplare, wovon gut die Hälfte verkauft würden.[6] Das Blatt erhielt ein Darlehen über 100.000 Euro von einem oder mehreren Unbekannten.[1]

Seit 2015 werden sogenannte „Compact-Leserreisen“ angeboten, u. a. zu den Themen „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ in die Sächsische Schweiz oder zu „Bildung und Baden“ auf die Krim.[7]

2017 forderte das Magazin in einem Sonderheft die Freilassung von Beate Zschäpe, der mutmaßlich wichtigsten Terroristin im NSU-Netzwerk.[8]

Die Domain der Zeitschrift wurde im Januar 2018 kurzzeitig gepfändet, nachdem sie für Prozesskosten nicht aufgekommen war. Diese waren entstanden, weil der Journalist Richard Gutjahr eine einstweilige Verfügung gegen die ehrenrührigen Verdächtigungen über ihn erwirkt hatte, die Compact verbreitet hatte.[9]

Organe und Verlage wie der für seine Verschwörungstheorien bekannte Kopp Verlag oder die Preußische Allgemeine Zeitung schalten in der Zeitschrift Werbeanzeigen.[10] Die Kampagne „Ein Prozent für unser Land“, die sich als „patriotisches Bürgernetzwerk“ darstellt und Spenden für Demonstrationsbündnisse gegen Zuwanderung akquiriert, wird ebenfalls von Compact beworben.[11]

Verlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Magazin wird von der Compact Magazin GmbH herausgegeben. Der Verlag hat in Werder (Havel) am Großen Zernsee sein Domizil.[12] Dort sitzt auch der Kai Homilius Verlag. Der Sitz der Compact-Redaktion war bis Dezember 2017 unbekannt. Dann outete eine Gruppe von Antifaschisten den Redaktionssitz, der zugleich auch der Wohnsitz des Chefredakteurs Jürgen Elsässer ist. Demnach sitzt die Redaktion in einer kleinen Einfamilienvilla in Waldheim, einem Ortsteil Falkensees, vor den Toren Berlins.[8]

Redaktionelle Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Redaktion der Printausgabe bilden Elsässer (Chefredakteur) und Martin Müller-Mertens (Chef vom Dienst).[10] Die Redaktion sieht Compact als Kontrapunkt in einer angeblich „gleichgeschalteten“ Medienlandschaft von „Einheitsmedien“. Dieses Selbstverständnis kulminiert im Werbeslogan „Mut zur Wahrheit“ und „Lesen, was andere nicht schreiben dürfen“. Als Ursache für die angebliche Medienzensur sehen die Macher von Compact eine vermeintliche Hegemonie der USA in Europa und angeblich fehlende Souveränität der Bundesrepublik Deutschland als unabhängiger Staat mit eigener Verfassung.[13][14][15] In der Selbstdarstellung des Magazins wurden zudem Faschismus und Zionismus gleichgesetzt und Konzentrationslager durch den Verweis auf Abu Ghuraib und Guantanamo verharmlost.[16] Das von UN-Gerichten als Genozid eingestufte Massaker von Srebrenica bezeichnete Compact als „militärisch glänzende Operation zur Stürmung einer schwer bewaffneten Islamistenfestung – der letzte militärische Sieg des christlichen Europa gegen den erneut vordringenden Islam“.[17]

Seit Mitte 2013 wirbt das Compact-Magazin unter dem Motto „Mut zur Wahrheit“, das auch die AfD als Leitspruch verwendet. Elsässer verteilte das Magazin anfangs auf AfD-Parteitagen. Im Frühjahr 2015 entschied er, das Magazin zum Wahlkampfblatt für die AfD zu machen. Besonders seit der Flüchtlingskrise in Europa 2015 wirbt Compact mit Titelseiten und Themenheften regelmäßig für AfD-Politiker und deren Positionen. Elsässer veranstaltete drei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2016 eine Live-Konferenz mit AfD-Spitzenkandidat André Poggenburg, gab ihm Raum zur Darstellung der AfD-Ziele und identifizierte sich mit diesen. Dabei stellte er Compact als Stimme der „schweigenden Mehrheit“ und die AfD als deren Partei dar.[6] Am Wahlabend stand Poggenburg nicht den öffentlich-rechtlichen Sendern, sondern nur dem Compact-Magazin Rede und Antwort.[18] Damit positionierte Elsässer Compact als Sprachrohr der AfD- und Pegida-Anhänger, die die sogenannten Mainstream-Medien pauschal ablehnen und als „Lügenpresse“ bezeichnen.[13] Ein von der Zeitschrift häufig zitierter und rezipierter Autor ist der rechtsextreme russische Politologe und Vertreter des Konzepts des Neo-Eurasismus Alexander Geljewitsch Dugin.[19]

In der Septemberausgabe 2016 brachte Compact ein eigenes Dossier zur rechtsextremen Identitären Bewegung. Elsässer erklärte deren Kopf Martin Sellner zu einem „neuen Rudi Dutschke“.[20] 2019 erschien eine Compact-Sonderausgabe mit dem Titel „Höcke. Interviews, Reden, Tabubrüche.“[21] Im selben Jahr befasste sich eine Sonderausgabe mit dem angeblichen „Tiefen Staat“, einem, wie Elsässer auf YouTube behauptete, „Geflecht aus Geheimdiensten, Wirtschaftsbossen, Börsengurus und linken Medien“.[22] In der Ausgabe 4/2020 titelte man „Sie kommen! Die neue Asylflut im Schatten von Corona“; in der Werbung zu dieser Ausgabe wurde behauptet, im „Windschatten“ des Virus würden „weitere Fakten für den Bevölkerungsaustausch geschaffen“.[23] Mitte März 2020 hatte Compact zunächst begrüßt, dass in Italien wegen der Ausbreitung des Coronavirus 60 Millionen Bürger unter Quarantäne stünden und im Tessin der Notstand ausgerufen sei, und gleichzeitig kritisiert, Merkel reagiere nicht angemessen strikt auf die Pandemie und plädiere hingegen „für Maß und Mitte“. Im April 2020 vollzog das Magazin dann jedoch einen Kurswechsel; nun schrieb Elsässer angesichts der staatlichen Eindämmungsmaßnahmen über eine angebliche „Corona-Diktatur“, bei der es in Wirklichkeit darum gehe, „unproduktives Kapital zu vernichten“ wie früher in den Weltkriegen; der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet rede zudem „wie Adolf Hitler zum letzten Volkssturm-Aufgebot“. Auch wurden fortan vermehrt Stimmen zitiert, denen zufolge das Virus in Wahrheit „nicht besonders gefährlich“ sei.[24][25] Auf Compact TV behauptete der Haldenslebener Facharzt für Augenheilkunde Markus Motschmann, es sehe „danach aus“, dass die Bevölkerung an „irgendwie autoritative, diktatorische Repressionen allmählich herangeführt werden“ solle; die Maskenpflicht in Geschäften sei nur eine Gehorsamkeitsprüfung der Bundesregierung.[26]

Nachdem Compact – zeitgleich mit dem „Flügel“ innerhalb der AfD – vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall unter Beobachtung gestellt worden war, reagierte das Magazin mit der Behauptung, es gehe um die „Diffamierung und staatliche Beobachtung des oppositionellen Umfelds“. Der Verfassungsschutz sei „Teil der links-hypermoralischen Haltungsherrschaft“. Auch Björn Höcke sei, „im Unterschied zu den staatlichen Agitatoren, ein echter Demokrat“. Compact veröffentlichte zudem nochmals eine frühere Höcke-Rede, in der dieser den Verfassungsschutz „Erfüllungsgehilfen des Establishments“ genannt hatte, und ein Video eines Gesprächs zwischen Höcke und dem sächsischen Flügel-Obmann Jens Maier. Die Forderung der AfD-Spitze nach Selbstauflösung des „Flügels“ nannte das Blatt einen „Putsch gegen Höcke“.[24]

Compact-Konferenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elsässer veranstaltete zusammen mit dem russischen Institut für Demokratie und Zusammenarbeit sogenannte Compact-Konferenzen:

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Compact wird als „Querfront-Magazin“ bezeichnet.[37] Zumindest als solchem räumte ihm Mathias Brodkorb (Rechtsextremismusexperte der SPD) nur wenig Chancen auf Erfolg ein. Er attestiert dem Magazin eine von Beginn an bestehende Schlagseite nach rechts und sieht ab der zweiten Ausgabe Antiamerikanismus und Antiimperialismus als dominierende Themen.[38] In einem Focus-Bericht wird das Magazin „Putins Verlautbarungsorgan“ genannt.[39]

Der Rechtsextremismusforscher Alexander Häusler nennt Compact ein „rechtes Querfrontmagazin“ mit einer „rechtspopulistischen und antiamerikanischen Orientierung sowie einer Neigung zu verschwörungstheoretischen Argumentationsweisen“.[40] Er zählt es zu einem „neurechten publizistischen Netzwerk“, zu dem auch die Sezession und die Junge Freiheit gehörten.[41] Für Jürgen P. Lang ist die selbsternannte „Stimme des Volkswiderstands“ in Wahrheit das „Zentralorgan für Verschwörungstheorien“ und die Speerspitze perfider Agitation gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Der kommerzielle Erfolg des Magazins erkläre sich, so Lang, durch die enge Vernetzung Elsässers mit einer Kundschaft rund um AfD und Pegida.[42] Antonie Rietzschel (Süddeutsche Zeitung) bezeichnete Compact als „rechtspopulistisches Magazin mit Hang zu Verschwörungstheorien“.[16] Erik Peter (taz) schrieb, Compact greife „die millionenfache Wut aus den sozialen Netzwerken auf“ und sei für sie, „als vermeintlich professionell recherchiertes Qualitätsprodukt, gleichzeitig Quelle und Anheizer“.[10] Der Amerikanist Michael Butter nennt Compact einen „der beiden wichtigsten Produzenten gedruckter Verschwörungstheorien“ (neben dem Kopp Verlag). Als Beleg verweist er auf Eva Hermans Artikel vom 31. August 2015, der als Ursache der Flüchtlingskrise einen angeblichen Plan „einer Gruppe von Machtmenschen des globalen Finanzsystems […], die sich die Welt aus ihrem globalen Kapitalsammelbecken heraus untertan machen will“ bezeichnete.[43] Auch der Germanist Sören Stumpf nennt Compact als ein Beispiel für die Verbreitung von Verschwörungstheorien als Geschäftsmodell.[44] Annette Langer (Spiegel Online) verortet das Blatt im Rechtspopulismus.[45] Arne Zillmer (Störungsmelder) beurteilt Compact als „äußerst problematisch“.[46] Der Politikwissenschaftler Markus Linden stellte 2014 fest: „Im Untertitel bezeichnet sich ‚Compact‘ als ‚Magazin für Souveränität‘. Der Souveränitätsbegriff, verstanden als plebiszitäre Volksdemokratie und in Gegensatz gebracht zur vermeintlichen Fremdsteuerung Deutschlands, bildet eine normative Leitkategorie der Verschwörungsbewegung.“[47] Das Magazin sei Organ einer „neorechten Bewegung“. Man vertrete eine konservative Familienpolitik und „fundamental asyl- und islamkritische“ Positionen.[48] Auch der Rechtsextremismusexperte Andreas Speit verortet das Magazin im rechten Spektrum.[49] Die Zeit betonte jedoch im Juni 2016: „Das Compact-Magazin als rechtspopulistisch zu bezeichnen, geht aber am Kern vorbei. Compact bleibt stets anschlussfähig zu vielen Seiten.“ Es sei „eine Art Echokammer“, „in der man durch eine abweichende «Mainstream-Meinung» nicht mehr gestört wird“.[6] Der Soziologe Felix Schilk spricht in einer umfangreichen diskursanalytischen Untersuchung von einer „narzisstischen Ansprache“ des Magazins, durch welches die Leser „Teil einer Diskurscommunity“ würden. Eine „gewisse Pluralität“ habe ihre „gemeinsame Basis auf der sozialpsychologischen Ebene“, weshalb Compact weitgehend ohne systematische theoretische Referenzen auskomme und seinem Publikum „Buzzwords, deren Inhalt meist unexpliziert bleibt“,[50] anbiete. Jürgen Elsässer sei ein „politischer Agitator", der ein "überwiegend instrumentelles Verhältnis zu seinen Inhalten pflegt, gesellschaftliche Polarisierungstendenzen aufgreift und systematisch verstärkt, weil sie den Erfolg seines Projektes garantieren.“[51] Marc Grimm und Bodo Kahmann (2017) bezeichnen das Magazin als „rechtsextrem“ und als „publizistisches Flaggschiff des antisemitisch grundierten Israelhasses und des Antiamerikanismus in Deutschland“.[52] Für Melanie Amann (Der Spiegel) bringt Compact „die Volksseele auf Betriebstemperatur für den ‚Kampf ums Abendland‘“.[53] Der Politikwissenschaftler Gideon Botsch sieht in dem Blatt ein „kämpferisches Magazin, das phasenweise regelrecht den Umsturz propagiert hat“.[54] Der Sozialwissenschaftler Jonas Fedders hat antijüdische Denkmuster und Codes bei Compact untersucht und kam zu dem Schluss, dass der in der Zeitschrift vermittelte Antisemitismus nicht plump sei, er springe „einen in seiner codierten Form jedoch förmlich an“.[17]

Im März 2020 befand der Leiter des Bundesamts für Verfassungsschutz Thomas Haldenwang, das Magazin bediene sich „revisionistischer, verschwörungstheoretischer und fremdenfeindlicher Motive“. Daher werde Compact als sogenannter Verdachtsfall eingestuft.[22] Das Bundesamt konkretisierte einen Monat später, das Blatt pflege Verbindungen zu „eindeutig rechtsextremistischen Bestrebungen“ und verbreite „Pauschalvorwürfe“ gegenüber Migranten und Muslimen; der Islam werde „unterschiedslos negativ gezeichnet“, als „permanente Gefahrenquelle und Bedrohung“, Zuwanderung werde mit „Kriminalität, Terror und Islamisierung“ verknüpft und der Verschwörungsmythos des „Großen Austauschs“ verbreitet. „Diffamierende Beiträge“ etwa über den liberalen Unternehmer George Soros, „antisemitische Verschwörungstheorien“ und ein „revisionistisches Geschichtsbild“ (z. B. Kriegsschuldfrage beim Zweiten Weltkrieg) kämen hinzu.[24]

Die Compact-Magazin GmbH war auf der Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März 2016 vertreten. Einige Initiativen und Politiker protestierten im Vorfeld mit einem offenen Brief dagegen: „Rassistische, nationalistische und antisemitische Propaganda gehört nicht auf eine internationale Veranstaltung wie die Leipziger Buchmesse.“ Die Messeleitung stimmte dem inhaltlich zu, sah aber wegen der Pressefreiheit rechtlich keine Möglichkeit, Compact wieder auszuladen.[55] Am 19. März 2016 demonstrierten rund 200 Menschen gegen die Präsenz der Zeitschrift auf der Messe.[56]

Der Autor Roger Willemsen wurde für seinen Beitrag in der Compact-Nullnummer kritisiert und erklärte dazu, er habe die Ausrichtung und Seriosität des neuen Magazins erst nach Erscheinen prüfen können.[57] Auch Dorothea Marx (SPD Thüringen) bedauerte ein Interview für Compact. Es liege ihr fern, „irgendwelche kruden rechtspopulistischen Thesen zu unterstützen“.[58]

Am 28. August 2020 wurden die Accounts bzw. Seiten der Zeitschrift bei Instagram und Facebook gelöscht. Dies wurde damit begründet, dass in Compact-Artikeln systematisch Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts und ihrer Nationalität angegriffen würden.[59]

(Negativ-)Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix Schilk: Souveränität statt Komplexität. Wie das Querfront-Magazin ›Compact‹ die politische Legitimationskrise der Gegenwart bearbeitet. Edition DISS, 2017, ISBN 978-3-89771-768-8.
  • Kevin Culina, Jonas Fedders: Im Feindbild vereint. Zur Relevanz des Antisemitismus in der Querfront-Zeitschrift Compact. Edition Assemblage, 2016, ISBN 978-3-96042-004-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Christian Fuchs und Fritz: Hauspost für die Wütenden. Die Zeitschrift "Compact" feiert die AfD. Chefredakteur ist Jürgen Elsässer – der früher an der linken Front kämpfte. In: ZEIT NR. 25/2016. (https://www.zeit.de/amp/2016/25/afd-compact-juergen-elsaesser Hauspost für die Wütenden).
  2. Amtsgericht Potsdam, Handelsregisterblatt HRB 24411 mit Gesellschafterliste aus 2010
  3. Benedikt Peters: Verwechslungen. Die guten Menschen vom Compact Verlag. In: Süddeutsche Zeitung, 10. Juni 2018.
  4. Amtsgericht Potsdam, Gesellschafterliste vom 17. November 2014 zu Handelsregisterblatt HRB 24411; Amtsgericht Hamburg, Handelsregisterblatt HRB 108154 mit Gesellschafterliste, beide zuletzt abgerufen am 4. November 2016
  5. Wolfgang Storz: „Querfront“ – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks. Otto-Brenner-Stiftung, Frankfurt am Main 2015, ISSN 2365-1962, S. 41.
  6. a b c Christian Fuchs: "Compact": Hauspost für die Wütenden. In: Die Zeit. Nr. 25, 2016 (online).
  7. Konrad Fischer: AfD: Kasse machen mit den Rechtspopulisten. wiwo.de, 11. März 2016
  8. a b Daphne Weber: Sitz des rechten Magazins „Compact“: Compact bei Jürgen allein zu Haus. In: taz. 18. Dezember 2017 (taz.de [abgerufen am 20. Dezember 2017]).
  9. „Ich hab dann mal die Domain gepfändet“: Wie sich Richard Gutjahr gegen das umstrittene Compact Magazin wehrt. meedia.de, 23. Januar 2018. Markus Reuter: Öffentlichkeit: Richard Gutjahr lässt Domain von rechtsradikalem Magazin Compact pfänden. netzpolitik.org, 23. Januar 2018.
  10. a b c Erik Peter: Die Stichwortgeber der Rechten: Scheue Angstmacher taz.de, 10. April 2016
  11. André Postert: „Sachsen und der intellektuelle Rechtsextremismus. Metapolitik der Neuen Rechten.“ In: Uwe Backes, Steffen Kailitz (Hrsg.): Sachsen – Eine Hochburg des Rechtsextremismus? Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2020, S. 52
  12. Thorsten Metzner: Rechtspopulisten unter sich: Compact-Magazin lädt AfD-Politiker zu Geheimseminar ein. pnn.de, 31. Juli 2017
  13. a b Robert Kiesel: Rechtspopulismus: Die AfD und das Compact-Magazin: Allianz der „Mutigen“. Vorwärts / Blick nach Rechts, 11. März 2016
  14. Friderieke Schulz: Rewe wegen Auslage des rechten Magazins Compact in der Kritik. nw.de, 30. Dezember 2018
  15. Karolin Schwarz: Hasskrieger. Der neue globale Rechtsextremismus. Herder, Freiburg 2020, S. 106
  16. a b Antonie Rietzschel: Konferenz mit Scholl-Latour, Herman und Sarrazin: Die Familienverschwörung. sueddeutsche.de, 6. September 2013
  17. a b Sebastian Leber: Wie „Compact“-Chef Jürgen Elsässer die „Querdenken“-Bewegung hofiert www.tagesspiegel.de, 29. August 2020
  18. Schnellroda im Saalekreis Die Ideologie-Tankstelle der AfD. Mitteldeutsche Zeitung, 23. März 2016
  19. Volker Weiß: Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes. Klett-Cotta, Stuttgart 2018, S. 196
  20. Volker Weiß: Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes. Klett-Cotta, Stuttgart 2018, S. 95
  21. Matthias Kamann: Höckes intellektuelle Ödnis. Welt Online, 28. August 2019
  22. a b Jan Petter: Das Magazin, das jetzt auch der Verfassungsschutz liest. Spiegel Online, 12. März 2020
  23. Lucius Teidelbaum: Rechte Reaktionen auf Corona. hagalil.com, 24. März 2020
  24. a b c Andreas Speit, Konrad Litschko: „Compact“-Magazin in der Krise: Unter prüfendem Blick taz.de, 15. April 2020
  25. Patrick Gensing: Kritik an Corona-Maßnahmen: Radikaler Wandel. tagesschau.de, 5. Mai 2020
  26. Niklas Ottersbach: Mediziner auf Abwegen: Auftritte der „Anti-Drostens“ aus Sachsen-Anhalt www.deutschlandfunkkultur.de, 23. Mai 2020
  27. Christoph Stollowsky: Fassade in Rosa: Autonome verüben Farbanschlag auf Haus von Thilo Sarrazin. In: Der Tagesspiegel, 24. November 2013. Compact: Mit Sarrazin gegen die Ehe für alle. Publikative.org, 24. November 2013
  28. Sidney Gennies: Wahrheit gepachtet. Zeit Online, 23. November 2014
  29. Ute Weinmann: „Eurasien muss noch warten. Wie sich ‚Identitäre‘ und die russische Rechte annähern und was sie voneinander trennt.“ In: Judith Goetz, Joseph Maria Sedlacek, Alexander Winkler (Hrsg.): Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezeption der rechtsextremen ‚Identitären‘. Marta Press, Hamburg 2018 (2. Aufl.), S. 365
  30. „Compact“-Jahreskonferenz in Berlin: Hochhuth ist dabei, Coca-Cola nicht. In: taz, 26. Oktober 2015
  31. „Compact“-Konferenz in Berlin: Die rechte Dreifaltigkeit. taz.de, 7. November 2016.
  32. Mounia Meiborg: Compact-Konferenz: Rechtspopulisten droht Klage des Vermieters. Zeit Online, 25. November 2017
  33. Steffen Kailitz: „Sachsen – eine Hochburg der AfD? Entwicklung, Perspektiven und Einordnung der Bundespartei und des sächsischen Landesverbandes.“ In: Uwe Backes/Steffen Kailitz (Hrsg.): Sachsen – Eine Hochburg des Rechtsextremismus? Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2020, S. 170
  34. Thomas Witzgall: Compact Konferenz: Jürgen Elsässer im Bauerntheater. endstation-rechts-bayern.de, 1. Oktober 2018
  35. Rainer Roeser: Verschwörungstheorie trifft AfD-Politik. bnr.de, 27. September 2019
  36. Neue Rechte: Event für Greta-Hasser in Magdeburg. volksstimme.de, 15. November 2019
  37. Thomas Sebastian Vitzthum: Anti-Kapitalismus Linker Publizist von der NPD für „Volksfront“ gelobt. Welt Online, 16. Januar 2009. Roland Sieber: Reichsbürger, Neonazis und Antisemiten – Querfront kapert Friedensdemonstrationen. Die Zeit – Blog, 16. April 2014. Im Kampf gegen die Medien-Mafia. In: taz, 16. April 2014:
  38. Mathias Brodkorb: Jürgen Elsässer und sein Magazin „Compact“ – Der Gottfried Feder des 21. Jahrhunderts? Endstation Rechts, 25. März 2011
  39. Zurück zum Kalten Krieg – Putins Lautsprecher. In: Focus, 37/2014.
  40. Alexander Häusler, Rainer Roeser: „Erfurt ist schön deutsch – und schön deutsch soll Erfurt bleiben!“ Das politische Erscheinungsbild der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Thüringen. Hrsg. durch die Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Thüringen, Erfurt 2015, ISBN 978-3-95861-322-5, S. 29 f.
  41. Alexander Häusler: Die AfD – eine rechtspopulistische »Bewegungspartei«? In: Alexander Häusler, Fabian Virchow: Neue soziale Bewegung von rechts? Zukunftsängste. Abstieg der Mitte. Ressentiments – Eine Flugschrift. VSA, Hamburg 2016, ISBN 978-3-89965-711-1, S. 49.
  42. Jürgen P. Lang: Neue Rechte: Im Netz der Verschwörer. Bayerischer Rundfunk, 24. Januar 2016.
  43. Michael Butter: „Nichts ist, wie es scheint“. Über Verschwörungstheorien. Suhrkamp, Berlin 2018, S. 9–12 und 196.
  44. Rita Lauter: Verschwörungstheorien: Nichts ist so, wie es scheint. zeit.de, 25. April 2018; abgerufen am 20. August 2019.
  45. Annette Langer: Treffen von Rechtspopulisten: „Ich habe selbst einige homosexuelle Freunde“. Spiegel Online, 6. September 2013; abgerufen am 8. August 2014.
  46. Arne Zillmer: Weltpremiere oder Weltverschwörung: Die Compact Konferenz in Berlin. Die Zeit – Blog, 23. November 2010
  47. Markus Linden: Alles Lüge! Verschwörungstheorien erklären immer mehr Menschen die Welt. Für den Rest der Gesellschaft bedeutet das nichts Gutes. The European, 11. November 2014
  48. Markus Linden: Neorechte Bewegung. Vom Medien-Bashing zum völkischen Widerstand. In: NZZ, 26. Oktober 2015
  49. Konrad Litschko, Andreas Speit: „Neue Rechte“ radikalisiert Pegida. Die Anheizer. In: taz, 31. Oktober 2015, S. 5
  50. Felix Schilk: Souveränität statt Komplexität. Wie das Querfront-Magazin ›Compact‹ die politische Legitimationskrise der Gegenwart bearbeitet. Unrast, Münster 2017, ISBN 978-3-89771-768-8, S. 165 f.
  51. Felix Schilk: Der Zornunternehmer. Das COMPACT-Magazin als Scharnierbaustein im rechten Mosaik. In: kultuRRevolution – zeitschrift für angewandte diskurstheorie. Nr. 77/78, S. 32–44, S. 32.
  52. Marc Grimm, Bodo Kahmann: AfD und Judenbild. In: Stephan Grigat (Hrsg.): AfD & FPÖ. Antisemitismus, völkischer Nationalismus und Geschlechterbilder (Reihe Interdisziplinäre Antisemitismusforschung, Band 7). Nomos 2017, S. 45 f.
  53. Melanie Amann: Jürgen Elsässer: So denkt der Chefideologe der Neuen Rechten. Spiegel Online, 13. Januar 2018
  54. Ulrich Wangemann: Rechtes Kampfblatt mit AfD-Anschluss: Warum der Verfassungsschutz jetzt das „Compact“-Magazin beobachtet. maz-online.de, 15. März 2020
  55. Völkisches Magazin: Offener Brief gegen „Compact“ auf der Leipziger Buchmesse. In: Leipziger Volkszeitung, 11. März 2016; abgerufen am 29. Juni 2018
  56. Leipziger Buchmesse: Klimaforschen bei Rechtspopulisten und Manga-Eskapisten. Spiegel Online, 20. März 2016; abgerufen am 29. Juni 2018
  57. Roger Willemsen schreibt für „Compact“. Mit Thilo und Eva in einem Blatt. In: taz, 17. November 2010
  58. Extremismus: SPD-Abgeordnete bedauert Interview für rechtspopulistisches Magazin. Focus-Regional Erfurt, 27. Dezember 2013
  59. Sebastian Pittelkow und Katja Riedel: Rechtes Magazin: Facebook nimmt "Compact" vom Netz tagesschau.de, 28. August 2020, Zugriff am 29. August 2020.
  60. Der goldene Aluhut 2016 – Sieger und Siegerehrung (Memento vom 30. Juni 2017 im Internet Archive), Blog von Der goldene Aluhut gUG vom 10. Oktober 2016, abgerufen am 21. Juli 2017
  61. Die fünf wildesten Verschwörungstheorien des Jahres. Welt Online, 1. November 2016; abgerufen am 21. Juli 2017